Berkemeyer | Die Steuerung des Schulsystems | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 352 Seiten, Web PDF

Reihe: Educational Governance

Berkemeyer Die Steuerung des Schulsystems

Theoretische und praktische Explorationen
1. Auflage 2009
ISBN: 978-3-531-91933-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark

Theoretische und praktische Explorationen

E-Book, Deutsch, 352 Seiten, Web PDF

Reihe: Educational Governance

ISBN: 978-3-531-91933-1
Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften
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Das Schulsystem der Bundesrepublik Deutschland befindet sich derzeit in einer ausgeprägten Modernisierungsphase. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Veränderungen steht allerdings noch ganz am Beginn. Dieser Band der Reihe 'Educational Governance' nimmt dies zum Anlass, die erziehungswissenschaftliche und interdisziplinäre Forschung zum Thema erstmalig im Zusammenhang darzustellen. Zudem wird am Beispiel des Modellvorhabens 'Selbstständige Schule NRW' eine eigene Studie über die im Modellvorhaben veränderten Steuerungsstrukturen vorgestellt. Es zeigt sich, dass mit regionalen Steuergruppen neue Akteure in der Schulgovernance implementiert werden konnten und dass ihr Steuerungshandeln maßgeblich von den regionalen Rahmenbedingungen abhängt.

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Steuerung als Gegenstand der Erziehungswissenschaft.- Steuerung – interdisziplinäre Perspektiven.- Das Modellvorhaben Selbstständige Schule: Beschreibungen und erste theoretische Analysen.- Forschungsdesign und methodisches Vorgehen.- Ergebnisse.- Fazit und Ausblick.


4 Das Modellvorhaben Selbstständige Schule: Beschreibungen und erste theoretische Analysen (S. 215-216)

Das nächste Kapitel führt zunächst in das Modellvorhaben Selbstständige Schule ein. Im Anschluss daran werden Agenda-Setting und Politikformulierung für das Modellvorhaben rekonstruiert. Es folgt eine Darstellung der Architektur des Modellvorhabens unter besonderer Berücksichtigung der Steuerungsstrukturen.

Die eher abstrakten Darstellungen werden in einem nächsten Teilkapitel durch zwei Fallbeschreibungen von Modellregionen konkretisiert, die im Wesentlichen auf Experteninterviews basieren, die mit Mitgliedern regionaler Steuergruppen geführt wurden. Vor dem Hintergrund dieser Darstellungen werden einige heuristische Analysemöglichkeiten des Modellvorhabens vorgestellt, die auf den theoretischen Ausführungen der Kapitel 2 und 3 beruhen. Das Kapitel endet mit einer Konkretisierung der Fragestellung für den empirischen Teil dieser Arbeit.

4.1 Kurzbeschreibung des Modellvorhabens

Bei dem Modellvorhaben Selbstständige Schule NRW handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW und der Bertelsmann Stiftung. Im Projekt erproben seit September 2002 und noch bis August 2008 278 Schulen aller Schulformen ein erhöhtes Maß an Eigenverantwortung in verschiedenen Handlungsfeldern (vgl. Abb. 39). Bedingung für eine Teilnahme am Projekt war eine einfache Mehrheit für das Projekt in der Lehrerkonferenz und eine 2/3 Mehrheit in der Schulkonferenz. Nach Sichtung der Bewerbungen wurden zunächst 237 Schulen in 18 Regionen für das Modellvorhaben ausgewählt. Zu diesem Zeitpunkt waren 46 Schulträger des Landes am Modellvorhaben beteiligt.

Im Modellvorhaben werden die Kreise bzw. kreisfreien Städte, also die Gebietskörperschaften als Regionen bezeichnet. Insbesondere für die Kreise entstehen hierdurch zusätzliche Koordinierungsbedarfe, da mehrere Schulträger an einer Region beteiligt sein können. Nach einem Jahr wurden weitere 41 Schulen und ein Schulträger in das Projekt aufgenommen. Das Modellvorhaben verfolgt zwei übergeordnete Ziele: Einerseits die Weiterentwicklung des Unterrichts und andererseits den Aufbau regionaler Bildungslandschaften (vgl. Brabeck/Lohre 2004: 33).

Die Weiterentwicklung des Unterrichts soll durch die Bearbeitung von vier Arbeitsfeldern, die in einem systematischen Zusammenhang stehen, erreicht werden. Die vier Arbeitsfelder sind: systematische Unterrichtsentwicklung zur Förderung der Lernkompetenz bei Schülerinnen und Schülern, die Verbesserung des schulinternen Managements, ein eigenverantwortliches und effizientes Arbeiten im Rahmen größerer Gestaltungsfreiräume in den Bereichen Personal- und Ressourcenbewirtschaftung, Unterrichtsorganisation, Mitwirkung und Partizipation und dem Aufbau eines Systems der Qualitätsentwicklung/- sicherung zur Rechenschaftslegung.

Um eine gemeinsame Verpflichtung der am Modellvorhaben beteiligten Kooperationspartner (Projektleitung, Modellregionen, Schulträger und Modellschulen) zu erreichen, hat die Projektleitung mit den beteiligten Schulträgern und den einzelnen Schulen Kooperationsvereinbarungen ausgehandelt. Die Schulen verpflichten sich ferner, ihre schulischen Entwicklungsvorhaben in den oben genannten Arbeitsfeldern und im Besonderen im Bereich der Unterrichtsentwicklung und des schulinternen Managements zu benennen und diese im Projektzeitraum durchzuführen.


Dr. Nils Berkemeyer ist akademischer Rat auf Zeit sowie Projektleiter von 'Schulen im Team' am Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund.



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