Bernard Volltreffer für die Liebe
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95649-553-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten
Reihe: Love Between the Bases
ISBN: 978-3-95649-553-3
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sexy, sportlich ... Single! Caleb Hart ist der neue Star-Pitcher der 'Kilby Catfish' und eigentlich genau Sadies Typ. Doch nachdem ihr fieser Ex überall in der Stadt Lügen über sie verbreitet, steht für Sadie fest: Von den Männern sollte sie besser die Finger lassen! Egal, wie sehr zwischen Caleb und ihr die Funken sprühen. Dumm nur, dass sie gerade an einer Imagekampagne für das häufig für Schlagzeilen sorgende Baseballteam arbeitet - und Caleb dabei ständig in die starken Arme stolpert ...
'Dieses Buch ist ein Volltreffer!'
Kirkus Reviews
Jennifer Bernard brauchte eine Weile, um die wahre Liebe zu finden - privat und beruflich. Als sie gerade in einer schweren Krise steckte und Trost in einem Liebesroman suchte, machte es bei ihr Klick: Wenn das Lesen von Romances so guttut, warum sollte sie nicht selbst eine schreiben? Sie kündigte ihren stressigen Medienjob in Los Angeles und zog in eine Kleinstadt in Alaska. Dort begann sie nicht nur ihren ersten Liebesroman zu schreiben, sie traf auch ihren jetzigen Eheman.
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1. KAPITEL
Es war sein erstes Spiel für das Kilby-Catfish-Baseballteam. Prompt gelang es Caleb Hart, einen neuen Minor-League-Rekord aufzustellen. Leider keinen von der guten Sorte.
Bis zur Mitte des vierten Durchgangs hatte Caleb für sieben Runs, fünf Homeruns und drei Walks gesorgt. Außerdem hätte er Steven Hunter, einem Spieler der gegnerischen Mannschaft El Paso Chihuahuas, mit einem schlecht geworfenen Ball fast die Nase gebrochen.
Caleb spürte, wie ihm der Schweiß in Strömen den Rücken hinunterrann. Unter seiner nagelneuen Cap mit dem blauen Catfish-Logo fühlte sein Kopf sich an, als könnte er jeden Moment in Flammen aufgehen. Caleb verließ den Werferhügel und wischte sich mit dem Arm die Stirn ab. Mike Solo, der Fänger, verlangte eine Auszeit. Der Coach lief aufs Spielfeld, und plötzlich umringten Caleb seine neuen Teamkollegen. Offenbar glaubten sie, er brauche ein wenig Unterstützung. Was er aber eigentlich brauchte … nun, das hatte er selbst noch nicht herausgefunden.
„Du kannst den Burschen kriegen“, erklärte der tätowierte First Baseman Sonny Barnes. „Der ist einfach zu dämlich, um den Ball zu treffen.“
Caleb verzichtete darauf, Sonny darauf hinzuweisen, dass er selbst zu dämlich gewesen war, den Ball vernünftig zu werfen.
„Halt sie flach“, sagte Mitch, der Trainer der Werfer, offensichtlich ein echtes Baseballgenie. „Und bring sie über die Platte.“
„Genau, du denkst zu viel nach“, meinte der äußerst redegewandte Shortstop, der aussah, als wäre er zwölf. „Ich hab dich bei den Twins werfen sehen. In drei Spielen hattest du einen Durchschnitt von 2.28 und fünf Strikeouts pro Spiel. Klar, dann kam dieses verrückte vierte Spiel. Was immer du auch tust, denk bloß nicht an das Spiel. Mach das, was du bei den ersten drei Spielen getan hast. Vergiss das vierte. Ist doch kinderleicht.“
Caleb starrte den Typen an und überlegte, wann er zuletzt einen Spieler „kinderleicht“ hatte sagen hören. Nie, soweit er wusste. Und warum musste der Kerl das schlimmste Spiel seines Lebens erwähnen?
Solo, der Einzige im Team, mit dem Caleb schon früher zusammengespielt hatte, grinste und zwinkerte ihm zu. „Genau, ist doch kinderleicht, Großer. Die Einheimischen werden unruhig. Und da wir uns in Texas befinden, sind sie wahrscheinlich bewaffnet.“
Caleb schaute zu den halb gefüllten Tribünen, wo die Menge aus vielleicht dreitausend Unerschütterlichen ein Pfeifkonzert anstimmte. Einen schmerzlichen Moment lang erinnerte er sich an den Lärmpegel in Minneapolis. Dagegen war eine Boeing 747 leise wie ein Moskito. Doch die Twins hatten ihn zu den San Diego Friars geschickt, und die hatten ihn zu ihrem Minor-League-Team in Kilby verfrachtet. Also stand er jetzt hier. Und vermasselte es.
Der Coach ging zurück zum Mannschaftsunterstand, als hätte er alles getan, was er konnte. Caleb wandte sich wütend an die verbliebenen Spieler. „Was ist das hier, ein verdammtes Vorstandsmeeting?“
Baby-Shortstop machte ein beleidigtes Gesicht. „Entschuldige, dass ich dir zu helfen versucht habe, deine Synapsenverbindungen wiederherzustellen.“
Ungläubig starrte Caleb einen anderen Teamkollegen an. „Ist der Kerl immer so?“
„Er hat Gehirnforschung studiert, bevor er zu uns kam“, erklärte Mike Solo.
„Nicht Gehirnforschung, sondern Neurophysiologie“, meldete sich der Shortstop zu Wort, während alle bereits auseinanderliefen, zurück zu den Positionen.
O Mann. Caleb hatte schon gehört, dass das Catfish-Team ein bisschen schräg drauf sein sollte. Bis jetzt schien das eher eine Untertreibung zu sein.
Er begab sich zurück zum Werferhügel und atmete tief die feuchte, nach Gras duftende Luft ein. Es ist nur ein Baseballspiel. Tu so, als wärst du daheim. Dort, wo Baseball einfach nur Spaß gewesen ist und du das Feld beherrscht hast. Jedes Feld.
Solo verlangte einen Fastball, tief und nach außen. Gute Idee, dachte Caleb. Mit einem Wurf nach innen würde er sonst vielleicht noch einen weiteren Spieler verletzen. Wäre kein Wunder, so, wie er neuerdings spielte. Nicht mal seine Changeups funktionierten noch. Dabei war er eigentlich Meister in diesen Würfen mit vorgetäuschter Geschwindigkeit, die den gegnerischen Schlagmann zu einer verfrühten Aktion provozieren sollten. Caleb machte sich bereit, nahm seine Position ein und umfasste den Ball. Dann warf er.
Bumm! Homerun Nummer sechs krachte vom Schläger, laut wie eine Explosion. Vielleicht war es das Geräusch seiner Karriere, die ihm gerade um die Ohren flog.
Nur um sich selbst zu quälen, wirbelte Caleb herum, damit er den Ball weit über sich sehen konnte, wie einen Vogel auf Speed, Richtung rechter Tribüne. Er bemerkte den vorwurfsvollen Blick des Shortstops. Der Schlagmann der gegnerischen Mannschaft umrundete die Bases. Der Kerl sollte ihm eigentlich eine Dankeskarte schicken, so, wie Caleb ihm den Ball serviert hatte, mit allem Drum und Dran.
Jemand hinter ihm räusperte sich. Er drehte sich um und entdeckte Duke, den Manager der Catfish, der die Hand ausstreckte. Offenbar wollte er den Ball. Wollte Caleb vom Feld holen. Doch sosehr Caleb es auch hasste, der gegnerischen Mannschaft Punkte durch einen Homerun zu bescheren – noch mehr hasste er es, den Ball hergeben zu müssen. Wie konnte er das Ruder noch herumreißen, wenn er ausgewechselt wurde?
„Ich versuche, meinen Rhythmus zu finden, Duke“, erklärte Caleb mit leiser Stimme.
„Und wie, findest du, klappt das?“
Sarkasmus. Autsch. „Mein letzter Wurf hatte jedenfalls um die neunzig Meilen pro Stunde drauf.“
„Sicher, der ging flott über den Zaun.“ Duke, ein ehemaliger Ringer mit mächtigem Brustkorb, nannte die Dinge gern beim Namen. „Ich nehme dich raus, bevor deine Statistikkurve der einer texanischen Hitzewelle gleicht. Wir reden nach dem Spiel.“
Caleb fühlte sich sofort elend. In der Minor League bedeutete es entweder richtig gute Neuigkeiten, wenn man nach dem Spiel ins Büro des Managers zitiert wurde – man wurde in ein Team der Major League befördert. Oder aber es warteten schlechte Neuigkeiten auf einen, und Caleb war sich ziemlich sicher, dass er nicht aufsteigen würde.
„Nichts Schlimmes“, versicherte Duke ihm. „Ich will nur mit dir reden.“
Caleb nickte und übergab ihm den Baseball. Es kam ihm vor, als würde er ihm ein Stück seines Herzens überreichen. Er brauchte den Ball, brauchte das Werfen. Seine einzige Chance im Leben würde sich in Luft auflösen, wenn er diesen Ball losließ.
Auf dem Weg zum Unterstand hörte er ein „Hak’s einfach ab“ vom Third Baseman, außerdem Buhrufe von der Tribüne. Sein Ersatzmann, Dan Farrio, rannte aus der Aufwärmzone aufs Feld. Farrio war, theoretisch, sein Rivale um einen Pitcher-Posten bei den Friars. Doch nach dem heutigen Tag war diese Rivalität vermutlich Geschichte.
Aus dem Radio von irgendjemandem ertönte die Stimme des für die Statistiken zuständigen Kokommentators: „Wir schauen gerade in die Geschichtsbücher, doch der einst so hoch gehandelte Caleb Hart hatte möglicherweise den schlimmsten Einstand, den ein Spieler der Minor League je hingelegt hat. Man hätte ihn gleich nach dem zweiten Durchgang auswechseln müssen, doch die Ersatzbank der Catfish sieht zerfleddert aus wie die Schmusedecke meines Kindes. Wenn der Plan war, mit Caleb Hart frischen Schwung in die Pitchertruppe zu bringen, hätte man sich wohl eher für eine Schlaftablette entscheiden sollen. Jede Wette, dass Crush Taylor schon die Zitrone für seinen Drink ausquetscht.“
Bei der Erwähnung des Besitzers der Catfish stöhnte Caleb. Niemand interessierte sich dafür, was die meisten Minor-League-Besitzer dachten, denn die wichtigen Entscheidungen wurden in der Major League getroffen. Allerdings war Crush Taylor eine Legende, ein Werfer, der es in die Hall of Fame geschafft hatte und kurz nach dem Ende seiner Karriere die Catfish gekauft hatte. Ganz zu schweigen davon, dass er Calebs Kindheitsidol war.
Caleb hatte also gerade einen rekordverdächtig grauenhaften Start für das Team hingelegt, das seinem Kindheitsidol gehörte. Und ein Shortstop, der frisch von der Highschool kam, hatte ihm einen Vortrag gehalten. Konnte es noch schlimmer werden?
Er erreichte die Ersatzbank und schnappte sich eine Wasserflasche aus der Kühlbox. Mann, war es heiß heute. Er wollte nur noch unter die Dusche und so schnell wie möglich raus aus diesem Stadion. Aber da es sein erstes Spiel war, sollte er lieber dableiben und sein Team unterstützen. Doch noch ehe er sich auf die Bank sinken lassen konnte, entließ ihn Duke mit einer Kopfbewegung in Richtung Clubhaus.
Die erste Pause an diesem Tag. Caleb beschloss, sich diese Chance nicht entgehen zu lassen, und marschierte aus dem Unterstand. Seine Catfish-Teamkollegen würde er später näher kennenlernen, wenn ihm nicht mehr danach war, irgendwem den Kopf abzureißen.
Sobald er das Labyrinth aus Gängen, die durch das Stadion führten, betreten hatte, löste seine so mühsam aufrechterhaltene Selbstbeherrschung sich auf. Er zerrte sich das verschwitzte Trikot vom Leib, als könnte er damit auch gleich das Gefühl der Niederlage loswerden.
„Verdammt“, stieß er hervor und boxte gegen die Wand. „Reiß dich am Riemen, Hart.“ Normalerweise hielt er seine Emotionen unter Verschluss, aber diesmal … so ein Mist. Wenn er das hier vermasselte, würde er seine Schwester und Brüder im Stich lassen, und die hatten schon genug durchgemacht. Seine ganze Familie verließ sich auf ihn, und er...




