E-Book, Deutsch, Band 1461, 160 Seiten
Reihe: Baccara
Betts Das süsse Mädchen von nebenan
1. Auflage 2007
ISBN: 978-3-86295-994-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1461, 160 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-86295-994-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Nie hat der attraktive Rancher Mitch Ramsey einen zweiten Blick riskiert. Mandy war für ihn immer nur das nette Mädchen von nebenan! Doch nach einer Feier erwacht die Leidenschaft: Mitch und Mandy geben sich ganz ihrem Verlangen hin. Nur eine lustvolle Affäre - mehr soll es für beide nicht sein. Da macht Mandys Vater Mitch ein Angebot, das er nicht ausschlagen kann. Die einzige Bedingung: Er muss Mandy heiraten - und sie darf niemals von dieser Absprache erfahren ...
Die Liebesaffäre der preisgekrönten Autorin Heidi Betts mit dem Romance-Genre begann schon in der Grundschule, als sie sich in Liebesromane anstatt in ihre Hausaufgaben vertiefte. Es dauerte nicht lange, bis sie den Entschluss fasste, eigene Romane zu schreiben. Ihr erstes Buch wurde vom Dorchester Verlag im Jahr 2000 veröffentlicht, gefolgt von fünf weiteren Büchern. Seitdem schreibt sie zeitgenössische witzige und sexy Romane, unter anderem für die Reihe "Desire". Mit dem Beginn von jedem neuen Buch fragt sie sich, wie sie faszinierende Helden und Heldinnen zum Leben erwecken kann, von denen die Leser glauben, dass sie füreinander geschaffen sind. Es gelingt ihr, die Messlatte mit jedem neuen Roman ein wenig höher zu legen. Dieser Meinung sind Kritiker und Leser gleichermaßen, da sie es versteht, Geschichten zu entwickeln, die vor Spannung knistern und einen von der ersten bis zur letzten Seite verzaubern. Gleich ihre ersten Bücher schafften es auf die Bestsellerlisten und sind seitdem nicht mehr von dort wegzudenken. Heidi liest, schreibt und schaut gerne Filme (und guckt ein bisschen zu viel Fernsehen) und umgibt sich gerne mit ihren vierbeinigen Freunden in ihrem Zuhause, mitten in den malerischen Hügeln von Pennsylvania.
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1. KAPITEL
Die letzten langsamen Takte eines alten Songs von Johnny Cash erklangen aus einem kleinen Radio, das irgendwo auf dem Rasen des Parks stand. Amanda Davis, von allen nur Mandy genannt, hielt sich die Hand vor den Mund, um ein Gähnen zu unterdrücken.
Lieber Himmel, wie müde sie war. Sie hatte den gesamten gestrigen Tag damit verbracht, für das heutige Picknick zum vierten Juli zu kochen und zu backen. Den größten Teil des heutigen Morgens hatte sie dabei geholfen, den Marktplatz der kleinen Stadt zu schmücken.
Die Feierlichkeiten hier in Gabriel’s Crossing waren jedem ein Begriff, und Mandy half gerne, wo sie nur konnte. Aber jetzt war es elf Uhr abends, und sie war völlig erledigt. Sie wollte nur noch nach Hause gehen, sich ins Bett fallen lassen und eine ganze Woche schlafen … oder zumindest bis morgen Mittag.
Leider sah es nicht so aus, als würde sie allzu bald dazu kommen.
Sie sah über die Schulter zu ihrem Vater hinüber, der mit drei Freunden an einem Tisch saß und wohl die zwanzigste Runde Poker spielte. Im Gegensatz zu Mandy und so ziemlich allen anderen Besuchern der Feier, die schon vor Stunden nach Hause gefahren waren, schien ihr Vater noch lange nicht gehen zu wollen.
Mit einem leisen Stöhnen legte sie den Kopf auf die Arme und schloss die Augen. Wenn sie schon nicht in ihrem eigenen Bett schlafen konnte, dann würde sie es eben hier tun. In diesem Moment war sie nicht besonders wählerisch.
„Kann ich dich nach Hause fahren?“
Die tiefe raue Stimme riss Mandy aus ihren Gedanken, und sie hob den Kopf und begrüßte ihren Nachbarn mit einem Lächeln. Sie war mit ihm seit ihrer Kindheit befreundet. Aber er war nicht nur ein guter Freund für Mandy, sondern auch ihr heimlicher Schwarm, zumindest war sie auf der Highschool sehr in ihn verliebt gewesen.
Ach, wem wollte sie etwas vormachen? Sie brauchte Mitch Ramsey mit seinem pechschwarzen Haar und den aufregenden grauen Augen nur anzusehen, und schon klopfte ihr Herz schneller.
Eben noch war sie so müde gewesen, dass sie kaum geradeaus denken konnte, und jetzt war sie so wach, dass sie ohne Probleme einen flotten Twostepp hinlegen könnte … wenn Mitch ihn mit ihr tanzen würde.
Als sie nicht sofort antwortete, schlug Mitch seinen alten Stetson gegen seinen muskulösen Schenkel und lächelte. „Dein Vater scheint ziemlich in sein Pokerspiel vertieft zu sein, aber du siehst aus, als würdest du gleich vom Stuhl rutschen. Warum lässt du dich nicht von mir nach Hause fahren, dann kann er nachkommen, wann immer er fertig ist.“
Mein Held, dachte sie und hätte schwören können, dass ihr Herz einen Schlag aussetzte.
Es war schon immer so gewesen. Mitch brauchte sie nur anzulächeln, und schon schlug ihr Herz Purzelbäume. Er brauchte nur ihren Namen auszusprechen, und sie erschauerte am ganzen Körper. Und es war auch nicht das erste Mal, dass Mitch ihr zu Hilfe kam. Er war nun mal ein texanischer Gentleman, wie er im Buche stand.
„Das wäre großartig. Danke.“ Sie stand mühsam auf und strich mit den Händen nervös über ihre Jeans. „Lass mich Pop nur kurz sagen, dass ich schon gehe.“
Mitch nickte und sah ihr nach, während sie zu den bestens gelaunten Kartenspielern ging.
„Hi, Pop“, sagte sie, legte die Hände auf die Schultern ihres Vaters und gab ihm einen Kuss auf die bärtige Wange.
Wyatt Davis lachte leise, legte seine Karten auf den Tisch und sagte: „Seht sie euch genau an, Jungs, und lasst euren Tränen freien Lauf.“ Mit seinem Full House schlug er eindeutig alle anderen, und er machte sich sofort daran, seinen Gewinn einzustreichen.
Dann sah er zu Mandy auf. „Na, mein Mädchen? Wie geht es denn so?“
„Ich bin müde und möchte nach Hause gehen.“ Bevor er ein langes Gesicht machen konnte, fügte sie hinzu: „Mitch hat mir angeboten, mich zu fahren, also kannst du noch bleiben und weiterspielen, so lange du möchtest.“
Wyatt sah erfreut zu Mitch hinüber. „Das ist wirklich nett von ihm. Hast du auch nichts dagegen?“
Sie lächelte. „Natürlich nicht. Amüsier dich noch schön. Aber nichts mehr trinken, sonst müssen wir noch jemanden finden, der dich dann nach Hause bringt.“
Er lachte und wies mit einem Nicken auf sein halbleeres Whiskyglas. „Mach dir wegen mir keine Sorgen, mein Schatz, ich werde den Rest der Nacht damit auskommen.“
„Okay.“ Sie küsste ihn auf die Stirn. „Bis morgen also. Macht es gut, Jungs“, sagte sie und winkte den Freunden ihres Vaters zu, während sie sich schon auf den Weg zu Mitch machte.
„Alles in Ordnung?“
Sie nickte, nahm ihre Tasche vom Picknicktisch und folgte Mitch zu seinem dunkelblauen Pick-up, der im Mondlicht fast schwarz aussah. Mitch hielt ihr die Tür auf, während sie hineinkletterte. Nachdem er sich hinter das Steuer gesetzt hatte, ließ er den Motor an, stellte die Klimaanlage ein und suchte im Radio nach einem Sender mit Countrymusic.
„Noch mal vielen Dank“, sagte Mandy leise, als eine Weile verging, ohne dass Mitch ein Gespräch in Gang brachte. „Ich hatte mich schon damit abgefunden, die Nacht auf dem Picknicktisch zu verbringen. Wenn ich gewusst hätte, dass Pop vorhat, die ganze Nacht Karten zu spielen, wäre ich mit meinem Wagen gekommen.“
„Keine Ursache. Ich fahre sowieso in deine Richtung.“ Er schenkte ihr ein knappes Lächeln.
„Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dich wahrscheinlich schon vor Stunden gebeten, mich nach Hause zu bringen.“
Mitchs Ranch, die Circle-R-Ranch, grenzte an das Land ihres Vaters. Zwar waren ihre Häuser meilenweit voneinander entfernt, aber so wie die Dinge hier auf dem Land standen, waren sie trotzdem die nächsten Nachbarn.
„Und wieso warst du noch so spät dabei? Ich hätte eher erwartet, dass du dich bei der ersten Gelegenheit aus dem Staub gemacht hättest.“
Mitch liebte seine Heimatstadt und war immer zur Stelle, wenn Gabriel’s Crossing ihn brauchte. Aber seit seiner Scheidung von Suzanne vor vier Jahren verbrachte er die meiste Zeit allein auf seiner Ranch und kam nur in die Stadt, wenn er Vorräte einkaufen musste oder wenn ein besonderes Ereignis stattfand, so wie heute der Unabhängigkeitstag. Und auch dann erschien er nur ganz kurz und verabschiedete sich meist schon sehr bald, um zu seiner Ranch zurückzukehren.
„Chase hat Mom nach dem Feuerwerk nach Hause gebracht, und ich bin noch geblieben, um mich um den Abbau der Musikanlage zu kümmern.“ Er wies auf die Lautsprecher und das übrige Zubehör, das sich im hinteren Bereich des Pick-ups befand. „Morgen früh muss ich alles zurückbringen.“
„Und warum hast nicht du deine Mutter nach Hause gefahren?“, fragte sie, da sie wusste, dass er das viel lieber getan hätte, als bis zum Schluss bei der Feier zu bleiben.
Er verzog den Mund zu einem trockenen Lächeln. „Weil meine Familie glaubt, dass ich allmählich zum Einsiedler werde und mich etwas mehr unter Leute begeben sollte. Und dass ich heute Abend vielleicht ein nettes Mädchen kennenlernen würde, wenn ich nur lange genug bliebe. Ein Mädchen zum Heiraten …“
Sein Ton verriet ihr, wie wenig er von dieser Idee hielt, aber Mandys Herz machte unwillkürlich einen Sprung. Sie öffnete den Mund, um etwas zu sagen, musste sich jedoch räuspern, weil ihr die Stimme plötzlich nicht mehr zu gehorchen schien. „Und? Ich meine, hast du ein nettes Mädchen kennengelernt?“
„Nein“, antwortete er mit einem Hauch von Schärfe in der Stimme. „Aber ich habe auch nach keiner Ausschau gehalten.“
Der Hoffnungsfunke, der sich in ihr geregt hatte, fackelte kurz auf und erlosch. Mandy war nicht wirklich überrascht. Alle wussten, dass Suzannes Untreue und die Scheidung Mitch hart getroffen hatten. Er war vorher schon nicht besonders kontaktfreudig gewesen, aber nach der Scheidung war er noch mürrischer geworden. Und nichts schien ihn aus seiner düsteren Stimmung reißen zu können.
Mandy war für ihn nie mehr gewesen als eine Nachbarin und gute Freundin, sosehr sie sich wünschte, dass es anders sein könnte. Andererseits hatte sie auch nie etwas getan, um ihn für sich zu interessieren. Sie hätte ein wenig mit ihm flirten können oder ihm direkt sagen, dass sie verrückt nach ihm war. Stattdessen hatte sie ihre Gefühle für sich behalten und ihn von Weitem angehimmelt.
Gott, was war sie für ein Feigling. Wenn sie mutiger gewesen wäre, hätte er Suzanne vielleicht gar nicht erst geheiratet und sie wäre jetzt nicht so unglücklich.
Mandy schluckte und war erleichtert, als sie entdeckte, dass sie fast schon ihr Zuhause erreicht hatten. Die unbehagliche Stille im Pick-up war auch nicht länger auszuhalten.
Mitch hielt vor dem hellgelben Ranchhaus und stellte den Motor ab. „Soll ich dich zur Tür bringen?“
„Danke, aber ich muss noch kurz nach den Tieren sehen, bevor ich zu Bett gehe.“
Sie löste ihren Sicherheitsgurt und öffnete die Beifahrertür. Als sie sie hinter sich schließen wollte, sah sie erstaunt, dass Mitch ausgestiegen war und mit seinem herrlich lässigen Gang auf sie zukam. „Was machst du?“, fragte sie verblüfft.
„Ich will dir helfen, die Tiere zu versorgen.“
„Nein, das schaff ich schon allein.“ Es war vielleicht nicht ihre Lieblingsbeschäftigung, aber sie hatte schon von klein an auf der Ranch mitgeholfen und Ställe ausgemistet und die Pferde versorgt. Und auch heute noch half sie ihrem Vater täglich, natürlich zusammen mit mehreren Rancharbeitern. Es würde ihr keine Mühe machen, kurz mal eben nachzusehen,...




