E-Book, Deutsch, Band 1756, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Betts Der Traummann meiner Schwester
1. Auflage 2013
ISBN: 978-3-95446-435-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1756, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-95446-435-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Es soll die Hochzeit des Jahres werden! Doch die hübsche Event-Planerin Kara kämpft jeden Tag gegen ihre verwirrenden Gefühle an. Denn ausgerechnet ihre Schwester und der attraktive Eli Houghton wollen heiraten. Seit Jahren ist der Hotelmagnat Karas heimlicher Traummann. Seine Berührungen schüren ein verbotenes Feuer, seinen Körper würde sie viel lieber ohne den Hochzeitsanzug sehen ... Irrt sie sich, oder flirtet Eli wirklich hemmungslos mit ihr? Dann geschieht das Unfassbare: Ihre Schwester löst die Verlobung. Doch der Weg in Elis Arme ist für Kara noch lange nicht frei ...
Die Liebesaffäre der preisgekrönten Autorin Heidi Betts mit dem Romance-Genre begann schon in der Grundschule, als sie sich in Liebesromane anstatt in ihre Hausaufgaben vertiefte. Es dauerte nicht lange, bis sie den Entschluss fasste, eigene Romane zu schreiben. Ihr erstes Buch wurde vom Dorchester Verlag im Jahr 2000 veröffentlicht, gefolgt von fünf weiteren Büchern. Seitdem schreibt sie zeitgenössische witzige und sexy Romane, unter anderem für die Reihe "Desire". Mit dem Beginn von jedem neuen Buch fragt sie sich, wie sie faszinierende Helden und Heldinnen zum Leben erwecken kann, von denen die Leser glauben, dass sie füreinander geschaffen sind. Es gelingt ihr, die Messlatte mit jedem neuen Roman ein wenig höher zu legen. Dieser Meinung sind Kritiker und Leser gleichermaßen, da sie es versteht, Geschichten zu entwickeln, die vor Spannung knistern und einen von der ersten bis zur letzten Seite verzaubern. Gleich ihre ersten Bücher schafften es auf die Bestsellerlisten und sind seitdem nicht mehr von dort wegzudenken. Heidi liest, schreibt und schaut gerne Filme (und guckt ein bisschen zu viel Fernsehen) und umgibt sich gerne mit ihren vierbeinigen Freunden in ihrem Zuhause, mitten in den malerischen Hügeln von Pennsylvania.
Autoren/Hrsg.
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1. KAPITEL
„Das sieht nach einer ganzen Menge Arbeit aus. Ist mir wirklich ein Rätsel, wie du das alles jeden Tag schaffst.“
Lächelnd blätterte Kara Kincaid eine Seite des Katalogs mit Menüvorschlägen um, der auf dem Beistelltisch lag.
„Und mir ist völlig schleierhaft, wie du den Überblick über ein halbes Dutzend Luxus-Hotels und Resorts behältst. Da stelle ich lieber jeden Tag Gästelisten und Sieben-Gänge-Menüs zusammen“, entgegnete sie dem Verlobten ihrer ältesten Schwester Laurel.
Eli Houghton war groß und gut aussehend und hatte einen Körper, bei dessen Anblick einem das Wasser im Mund zusammenlief. Mit seinen braunen Augen und hellbraunem Haar konnte Eli jede Frau auf der Stelle willenlos machen.
„Nicht so bescheiden“, sagte er ihr mit einem Lächeln, bei dem ihr ganz schwindelig wurde. „Wir mögen unterschiedliche Talente haben, aber jeder von uns leitet erfolgreich sein eigenes Unternehmen.“
„Mit dem kleinen Unterschied, dass Houghton Hotels und Resorts millionenschwer ist und ich Prestige Events zu Hause von meinem Schreibtisch aus organisiere.“
Beide saßen auf dem schwarzen Ledersofa in Elis Büro in der neunten Etage. Normalerweise hätten sie sich in ihrem kleinen, aber feinen Gründerzeit-Häuschen in der Queen Street im französischen Viertel getroffen. Dort hatte Kara die alte Bibliothek zum Arbeitszimmer umbauen lassen, von wo aus sie ihre Agentur für Veranstaltungen betrieb.
Sie liebte das bezaubernd altmodische Haus mit den drei Zimmern und den drei Badezimmern. Für einen Single wie sie war das völlig ausreichend. Allerdings fragte sie sich manchmal, ob es einen unseriösen Eindruck machte, wenn sie ihre Kunden zu Hause empfing. Deshalb dachte sie schon seit geraumer Zeit darüber nach, sich ein Büro zu mieten.
Vielleicht sogar ein ganzes Gebäude, wo sie Testessen veranstalten und Deko-Artikel lagern konnte, damit sie diese nicht jedes Mal ausleihen musste. Sie könnte auch eine Assistentin einstellen – eines Tages sogar mehrere Mitarbeiter –, denn mittlerweile häuften sich die Aufträge, die sie bis jetzt ganz allein erledigte.
Sie musste viel arbeiten, und das tat sie gern, denn Prestige Events war schließlich ihr „Baby“. Mit ihrem Geschäft war sie unabhängig von dem Unternehmen ihrer Familie, das auf Schiffstransport und Logistik spezialisiert war. Trotzdem wäre es nett, Unterstützung zu bekommen, um nicht immer alles allein entscheiden zu müssen. Oder zumindest ein paar Mitarbeiter zu haben, die mit anpackten, wenn zwei Arme, zwei Beine, zwei Ohren und ein Mund einfach nicht mehr ausreichten.
„Hab Geduld, Kleine“, sagte Eli mit einer Stimme so sanft wie Kentucky Bourbon und riss Kara aus ihren Gedanken. „Mach einfach weiter wie bisher, und ich wette mit dir, in ein paar Jahren wirst du die Hochzeit der Obama-Mädchen organisieren.“
Oh, wie glücklich sich ihre Schwester doch schätzen konnte. Gut, dass Kara bereits saß. Denn der Charme, den dieser Mann mit dieser unglaublich sanften Stimme versprühte, ließ sie dahinschmelzen.
Sie räusperte sich, holte tief Luft und setzte sich kerzengerade hin. Das war nicht der Moment, um weiche Knie zu bekommen. Weder der Moment noch der Mann.
Eli war Laurels Verlobter, um Himmels willen! In weniger als vier Wochen würden die beiden heiraten.
Kara fand Eli sehr anziehend. Und sie wettete, dass sie nicht die einzige Frau in South Carolina war – vermutlich an der ganzen Ostküste –, der es so erging.
Ja, sie hatte ein Auge auf ihn geworfen, seit sie Teenager waren. Aber auch das überraschte kaum. Jedes Mädchen in der Schule hatte sich für den damaligen Footballstar begeistert.
Jedenfalls fast jedes Mädchen. Kara konnte sich eigentlich nicht daran erinnern, dass Laurel die Begeisterung für ihn geteilt hatte. Die beiden waren nur Freunde gewesen – so wie alle Kincaid-Geschwister mit Eli befreundet gewesen waren. Und die Entscheidung der beiden, sich zu verloben, lag noch gar nicht so lange zurück.
Natürlich freute Kara sich für sie. Allerdings war es nicht leicht, die Hochzeit ihrer Schwester auszurichten. Denn Laurel heiratete einen Mann, für den Kara seit zehn Jahren heimlich schwärmte.
Doch sie tat ihr Bestes. Und das hieß, dass sie bei dem Gedanken an das, was in den Kreisen der High Society hinter vorgehaltener Hand als Hochzeit des Jahres gehandelt wurde, einen kühlen Kopf bewahren musste. Die Tatsache, dass es die Hochzeit ihrer Schwester war, ließ sie allerdings noch nervöser werden, denn diese Hochzeit war für Kara unglaublich wichtig. Beruflich wie privat.
Nachdem sie den Katalog mit den Menüvorschlägen vom Tisch genommen hatte, schob sie sich die Lesebrille auf den Nasenrücken. Eigentlich brauchte sie die noch gar nicht, aber die Brille gab ihr mehr Sicherheit. Und etwas zusätzliches Selbstvertrauen war genau das, was sie jetzt brauchte – neben ein wenig Abstand zu Eli.
„Sobald du und Laurel wissen, wie viele Kalorien ihr auf dem Teller haben wollt, wird die Auswahl des richtigen Menüs gleich viel einfacher. Und dann fängt der Spaß erst an. Denn bevor ihr euch endgültig entscheidet, dürft ihr euch durch eure engere Menüwahl futtern.“
Eli lehnte sich gegen den Sofarücken und schlug die Beine übereinander. „Das sollten wir Laurel überlassen. Ich riskiere ungern einen Streit auf unserer Hochzeitsfeier, bloß weil ich gegrilltes Hühnchen anstatt Krabbenküchlein bestellt habe.“
Kara warf einen Blick auf ihre Armbanduhr. Ihre Schwester ließ bereits seit zwanzig Minuten auf sich warten. Dabei hatten sie sich extra in Elis Büro verabredet, damit sein Arbeitstag nicht zerrissen wurde. Doch jetzt sah es so aus, als würde wegen Laurels Verspätung genau das passieren.
„Bestimmt wird sie jede Minute hier sein“, versuchte Kara ihn zu beruhigen.
„Da bin ich mir ganz sicher“, erwiderte er mit einem bedächtigen Nicken.
Er klang so überzeugt … und so geduldig. Viel geduldiger als Kara es an seiner Stelle wäre.
In ihrer ganzen Zeit, in der sie nun als Veranstaltungsmanagerin mit nervösen, aufgewühlten, manchmal unverschämt verwöhnten und anmaßenden Bräuten zu tun hatte, war ihr noch nie eine untergekommen, die so abwesend und uninteressiert gewirkt hatte wie ihre Schwester Laurel.
Zugegeben, im Moment machte ihre Familie so einiges durch. Es war tragisch genug, dass ein Unbekannter ihren Vater in dessen Büro ermordet hatte und es wie einen Selbstmord hatte aussehen lassen … und als wäre das nicht schon genug, mussten sie nach seinem Tod erfahren, dass ihr Dad jahrelang ein Doppelleben geführt hatte – mit einer anderen Frau und einem Sohn, der mittlerweile erwachsen war … aber das Allerschlimmste war, dass ihre Mutter, die Witwe von Reginald Kincaid, beschuldigt wurde, ihren Mann umgebracht zu haben.
Kara nahm die Geheimnisse ihres Vaters oder den Schmerz ihrer Mutter relativ gelassen hin. Aber eins wusste sie: Elizabeth Winthrop hätte niemals die Hand gegen ihren Ehemann erhoben. Karas Mutter, die keiner Fliege etwas zuleide tun konnte, hätte ihrem Ehemann nach vierzig Jahren Ehe niemals eine Kugel in den Kopf gejagt!
Nein, das war absolut unmöglich. Alle Kincaid-Geschwister dachten so und standen hundertprozentig hinter ihrer Mutter. Aber erzähl das mal denen, die Elizabeth des Mordes bezichtigten. Glücklicherweise gab es neue Aussagen über einen mysteriösen Unbekannten, der am Abend des Mordes in Reginalds Büro eingedrungen war. Zumindest war Elizabeth in der Zwischenzeit auf Kaution freigelassen worden – jedenfalls erst mal für die nächste Zeit.
So gesehen war es kein Wunder, dass Laurel – die älteste Tochter der Kincaids – den Kopf mit anderen Dingen voll hatte, anstatt sich mit der Hochzeit zu beschäftigen.
Dennoch störte Kara es, dass ihre Schwester sich kaum Gedanken über den Tag der Tage und ihre Hochzeitsfeier machte. Wo doch schon die meisten achtjährigen Mädchen es taten.
Bislang war Kara so gut wie nie eine Braut untergekommen, die nicht gewusst hatte, in welcher Farbe ihr Fest ausgerichtet werden sollte. Oder wie ihr Kleid aussehen sollte – Laurel würde ein traditionelles cremefarbenes Kleid aus den zwanziger Jahren tragen. Aber auch nur, weil Kara sie hatte zwingen müssen, einige Kleider anzuprobieren, bevor es zu spät gewesen wäre. Oder die zu jedem Treffen zu spät kam, egal, ob es dabei um den Brautschmuck oder den Junggesellinnenabschied, das Probeessen oder die Zeremonie ging.
Sie fragte sich, ob Eli das merkwürdige Verhalten – jedenfalls sah Kara es so – seiner Verlobten auffiel und er genauso irritiert darüber war.
Doch seiner Reaktion nach zu urteilen, war es nicht so, oder es machte ihm einfach nichts aus. In dem schwarzen Businessanzug und der dunkelroten Krawatte schien er die Gelassenheit in Person zu sein, selbst während seiner Arbeitszeit.
Außerdem schienen ihm die hohen Kosten für diese Hochzeit völlig gleichgültig zu sein. Der Tradition entsprechend übernahm eigentlich die Familie der Braut die Kosten, was für die Kincaids auch kein Problem gewesen wäre. Doch angesichts des Dilemmas, in dem die Familie derzeit steckte, hatte Eli die Kincaids beruhigt, sich darüber keine Gedanken zu machen. Kara hatte er zu verstehen gegeben, dass alle Rechnungen an ihn geschickt werden sollten.
Diese Reaktion hatte Kara nicht überrascht. Eli war schon immer ein sehr großzügiger und verständnisvoller...




