E-Book, Deutsch, Band 23, 448 Seiten
Reihe: Baccara Gold
Betts / Rose / Adams Baccara Gold Band 23
1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-7515-0139-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Sündhaft sinnliche Sommernächte
E-Book, Deutsch, Band 23, 448 Seiten
Reihe: Baccara Gold
ISBN: 978-3-7515-0139-2
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
WIE EIN SINNLICHER TRAUM von HEIDI BETTS
Was für eine Nacht! Verschlafen greift Ethan neben sich, um Gwen zärtlich an sich zu ziehen. Gestern hat er sie zum ersten Mal geliebt, jetzt will er mehr. Aber er greift ins Leere - und ist hellwach! Er hat nicht mal ihre Adresse! Wie soll er sie jemals wiederfinden?
EINE HEIßE NACHT IST NICHT GENUG von EMILIE ROSE
Nur eine Nacht hat die junge Amelia mit dem Rennfahrer Toby Haynes verbracht - hat einmal alles vergessen und nur die Leidenschaft genossen! Nun begegnet sie dem umschwärmten Playboy in Monaco erneut. Soll sie die Affäre fortsetzen - auf die Gefahr hin, ihr Herz zu verlieren?
KÜSSE VOLLER LEIDENSCAFT von PEPPER ADAMS
Nacht für Nacht erscheint Clay in Mollys sinnlichen Träumen. Ihr Körper sehnt sich nach seiner heißen Leidenschaft, doch ihr Verstand warnt sie, denn sie befürchtet: Ihr lebenslustiger Traummann will alles - nur keine lange Beziehung ...
Die Liebesaffäre der preisgekrönten Autorin Heidi Betts mit dem Romance-Genre begann schon in der Grundschule, als sie sich in Liebesromane anstatt in ihre Hausaufgaben vertiefte. Es dauerte nicht lange, bis sie den Entschluss fasste, eigene Romane zu schreiben. Ihr erstes Buch wurde vom Dorchester Verlag im Jahr 2000 veröffentlicht, gefolgt von fünf weiteren Büchern. Seitdem schreibt sie zeitgenössische witzige und sexy Romane, unter anderem für die Reihe "Desire". Mit dem Beginn von jedem neuen Buch fragt sie sich, wie sie faszinierende Helden und Heldinnen zum Leben erwecken kann, von denen die Leser glauben, dass sie füreinander geschaffen sind. Es gelingt ihr, die Messlatte mit jedem neuen Roman ein wenig höher zu legen. Dieser Meinung sind Kritiker und Leser gleichermaßen, da sie es versteht, Geschichten zu entwickeln, die vor Spannung knistern und einen von der ersten bis zur letzten Seite verzaubern. Gleich ihre ersten Bücher schafften es auf die Bestsellerlisten und sind seitdem nicht mehr von dort wegzudenken. Heidi liest, schreibt und schaut gerne Filme (und guckt ein bisschen zu viel Fernsehen) und umgibt sich gerne mit ihren vierbeinigen Freunden in ihrem Zuhause, mitten in den malerischen Hügeln von Pennsylvania.
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1. KAPITEL
Vom ersten Moment an, als Gwen Thomas die Augen öffnete, wusste sie, dass es kein gewöhnlicher Freitag werden würde. Sicher, wie an jedem anderen Tag würde sie auch heute aufstehen, sich anziehen und zur Arbeit gehen, aber irgendetwas war nicht wie sonst. Sie blickte zur Decke und versuchte, den Grund für ihre seltsame Unruhe, die fast einer Niedergeschlagenheit gleichkam, auszumachen.
Dann fiel es ihr siedend heiß ein. Heute hatte sie Geburtstag, und nicht nur irgendeinen, sondern ihren einunddreißigsten.
Leise stöhnend warf sie die Decke zurück und schlurfte ins Badezimmer. Einunddreißig Jahre alt, aber sie fühlte sich eher wie fünfzig. Wo war nur all die Zeit geblieben? Und wann hatte sie sich in etwas verwandelt, das eher einem Hamster in seiner Tretmühle ähnelte als einer jungen, lebenslustigen Frau? Jeden Tag dasselbe, nichts änderte sich. Ihre Jugend flog in Windeseile vorüber, und Gwen hatte sie bis zum heutigen Tag noch nicht einmal genossen. Eine wirklich beklagenswerte Angelegenheit.
Der neunundzwanzigste Geburtstag war unspektakulär vorübergegangen, den dreißigsten hatte sie auch kaum bemerkt und ihn hinter sich gebracht, ohne Anzeichen einer verfrühten Midlife-Crisis zu spüren. Aber an ihrem einunddreißigsten … Ihr grauste schon seit Wochen vor diesem Tag.
Und jetzt war er da, und sie war hochoffiziell eine einunddreißig Jahre alte Jungfrau.
Eine alte Jungfer.
Lieber Gott. Jetzt fehlte nur noch ein Haus voller Katzen, und das Bild war perfekt. Glücklicherweise waren in ihrem Mietshaus keine Haustiere erlaubt, sonst würde sie diesem Klischee sicherlich auch noch entsprechen. Andererseits standen ziemlich viele Kätzchen aus Ton und Porzellan überall in ihrer Wohnung herum, da sie die putzigen Tierchen nun mal mochte und sammelte.
Wie schaffte es eine recht attraktive Frau, dreißig Jahre alt zu werden – ganz zu schweigen von einunddreißig –, ohne mit einem einzigen Mann ins Bett gegangen zu sein? Gwen konnte es sich einfach nicht erklären. Kein Mensch würde sie für normal halten, wenn sie so dumm sein sollte, es jemandem zu erzählen. Sie drückte Zahnpasta auf die Zahnbürste und fing an, sich automatisch die Zähne zu putzen.
Zugegeben, ihre Eltern waren übertrieben fürsorglich gewesen, als sie ein Kind war, und Gwen war auf der Highschool schüchtern gewesen und etwas zu sehr in ihre Bücher vertieft. Aber auf dem College war sie mit einigen netten Männern ausgegangen. Bei keinem von ihnen waren ihr allerdings die Knie weich geworden, und deswegen hatte sie wohl auch nie auf deren Annäherungsversuche reagiert.
Gwen spülte sich den Mund aus, wusch und trocknete sich das Gesicht und hob dann den Kopf, um sich im Spiegel zu betrachten. Sie war nicht gerade eine Schönheit, das gab sie ja auch zu.
„Aber doch auch nicht so abstoßend, dass die Männer schreiend vor mir davonlaufen müssten, du meine Güte!“, sagte sie bedrückt zu ihrem Spiegelbild.
Ihre Augen waren braun und ein wenig dunkler als ihr etwas mattes mausbraunes Haar. Und ihre Figur war ebenfalls nicht schlecht, wenn auch ein wenig zu zierlich. Ihre Brüste könnten mit ein bisschen Glück höchstens eine Teetasse füllen. Dafür hatte sie keinen Buckel, keine Warzen und keine kaputten Zähne. Was war nur schiefgelaufen? Wie hatte sie so tief sinken können?
Gwen ging ins Schlafzimmer zurück, blieb vor dem offenen Schrank stehen und betrachtete ihre Sachen. Zum ersten Mal fiel ihr auf, wie wenig abwechslungsreich ihre gesamte Garderobe war. Einige Teile waren lang, andere kurz, aber alle Sommerkleider sehr mädchenhaft und brav und aus geblümtem Stoff. Himmel, wie bieder konnte man eigentlich sein?
Nachdem sie die Schranktür zugeknallt hatte, ließ sie sich auf den Bettrand fallen und seufzte aus tiefster Brust. Einunddreißig Jahre alt, und sie zog sich immer noch an, als ginge sie auf die Highschool. Und jedes einzelne Paar Schuhe war flach und langweilig und entweder schwarz oder braun. Auch ihr Haar trug sie immer noch lang und glatt bis zu den Schultern, mit einem Pony, der so gerade geschnitten war, als hätte man ein Lineal zu Hilfe genommen.
Gwen war kurz davor, sich unter der Decke zusammenzurollen und nie wieder ihre Wohnung zu verlassen. Dann könnte sie herrlich in ihren geblümten Kissen und in Selbstmitleid versinken, bis sie über kurz oder lang an gebrochenem Herzen starb – als mehr oder weniger alte Jungfer wohlgemerkt.
Dieser Gedanke brachte sie dann doch ziemlich aus der Fassung. Es gab doch bestimmt noch einen anderen Weg, aus ihrer Misere herauszukommen. Vielleicht sollte sie zur Abwechslung die Angelegenheit selbst in die Hand nehmen. Genau, das war’s. Sie würde sich weigern, noch ein Jahr vergehen zu lassen, ohne wenigstens zu versuchen, sich ein dickes Stück vom Kuchen des Lebens abzuschneiden.
Sie rollte über das Bett, griff nach dem Telefon und wählte die Nummer der öffentlichen Bücherei von Washington. Als Marilyn Williams, die Leiterin der Bibliothek und Gwens Chefin, sich meldete, täuschte Gwen ein raues Hüsteln vor und bat darum, sich einen Tag freinehmen zu dürfen, um sich von einer üblen Erkältung zu erholen.
Marilyn war angemessen besorgt um sie, da Gwen noch nie um einen freien Tag gebeten hatte, und so gab sie ihr natürlich sofort ihre Erlaubnis.
Sobald Gwen aufgelegt hatte, zog sie ihr grünes Nachthemd aus – das, wen wundert’s, gänzlich mit winzigen Blüten bedruckt war – und schlüpfte in eins ihrer hoffnungslos altmodischen Baumwollsackkleider und ein Paar Schuhe. Dann griff sie zum Telefonbuch und machte sich auf die Suche nach einem Schönheitssalon, einem Nagelstudio und einer modischen Boutique.
Sie war nicht ganz sicher, was sie eigentlich vorhatte, aber mit ein wenig Glück könnte dies der letzte Tag sein, an dem sie eine einunddreißigjährige Jungfrau war.
An einigen Abenden blieb Ethan Banks in seinem Büro, das sich über der Tanzfläche des Clubs befand, und spürte den Rhythmus der lauten Musik, die durch die Stahlbalken des Gebäudes vibrierte, während er an seinem Schreibtisch arbeitete oder die schick aufgeputzten, gut aufgelegten Partygänger durch die schalldichten Fensterscheiben beobachtete. An anderen Abenden wiederum kam er herunter und half hinter der Bar oder mischte sich unter die Gäste.
Das „Hot Spot“ war einer der vornehmsten Nachtclubs im Zentrum von Georgetown und Ethans ganzer Stolz. Er hatte das heruntergekommene Gebäude vor fast fünf Jahren gemietet und von Grund auf renoviert, und der Club war seitdem einer der beliebtesten Treffpunkte der Stadt geworden.
Ethan war stolz auf diesen Erfolg, aber noch wichtiger war ihm, dass er das alles allein geschafft hatte, ohne einen einzigen Cent von seinen Eltern. Nicht, dass sie ihm kein Geld angeboten hätten. Jack und Karen Banks liebten ihre Kinder über alles und unterstützten alle drei in jedem ihrer Vorhaben. Aber Ethan wollte sich seinen persönlichen Erfolg oder Misserfolg nicht mit dem Geld seiner Eltern erkaufen.
Sein Entschluss war allerdings bei Susan auf volle Ablehnung gestoßen – einer der vielen Gründe und der wichtigste überhaupt –, weswegen sie jetzt seine Exfrau war. Ethan hatte nicht geplant, sich scheiden zu lassen, aber das Junggesellenleben hatte sicherlich seine Vorteile. Ganz besonders für einen Mann, der den beliebtesten Nachtclub der Stadt besaß.
Heute arbeitete er mal wieder an der Bar. Eine wohlgerundete Blondine mit blitzenden Ohrringen und einem hautengen Bodysuit in knalligem Pink, dessen Reißverschluss bis fast zum Nabel geöffnet war, stützte ihren üppigen Busen auf die Theke und wippte im Takt zu dem Hip-Hop-Hit, der gerade aus den Lautsprechern plärrte. Er mixte ihr den „Orgasmus“, den sie augenzwinkernd bestellt hatte, und so wie sie ihn mit den Blicken verschlang, zeigte sie ihm, dass er gute Chancen hatte, sie zu sich nach Hause einzuladen und ihr einen echten Orgasmus zu verschaffen, wenn er nur wollte. Dank des „Hot Spot“ und, wie er hoffte, seiner charmanten Persönlichkeit war sein Bett nur leer, wenn er selbst es so wollte.
Er reichte der Blonden ihren Drink und wollte sich schon vorbeugen und den ersten Annäherungsversuch unternehmen, als ein kurzes Aufblitzen von Gold am anderen Ende der Bar seine Aufmerksamkeit erregte. Er drehte den Kopf in die Richtung und sah eine olivgrüne Polyesterjacke, gegeltes, glatt zurückgekämmtes Haar und übertrieben viel Schmuck an Handgelenken und Hals. All diese Pracht gehörte zu einem der Stammkunden seines Clubs. Der Mann war überhaupt nicht nach Ethans Geschmack, ein ausgesprochen mieser Typ, der es sich zur Gewohnheit machte, sich im „Hot Spot“ an alles heranzumachen, was nicht schnell genug auf den Bäumen war – jedenfalls wenn es weiblichen Geschlechts war.
Für gewöhnlich tat Ethan ihn als harmlosen Spinner ab, oder zumindest nahm er an, dass jede Frau, die dumm genug war, mit diesem Gigolo anzubändeln, verdient hatte, was sie sich da einbrockte. Aber als Ethans Blick zu der heutigen Begleiterin des Mannes ging, war er erstaunt. Das Auftreten der jungen Frau schien ihm um einiges weniger abgebrüht und welterfahren als das der üblichen weiblichen Kundschaft des Clubs.
Sie war zwar gekleidet, als gehörte sie hierher, mit ihrem kurzen schwarzen Kleid und dem schick toupierten rotbraunen Haar. Aber Ethan hatte sie kein einziges Mal tanzen sehen, sie mischte sich nicht unter die anderen Gäste, und sie schien auch nicht sonderlich daran interessiert zu sein, was dieses Überbleibsel aus dem Disco-Zeitalter ihr ins Ohr flüsterte. Sie schaute nur unverwandt ihren...




