E-Book, Deutsch, Band 1869, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Bevarly Dein Blick ist wie ein sündiges Versprechen
1. Auflage 2015
ISBN: 978-3-7337-2111-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1869, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2111-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Ava traut ihren Augen nicht: Der Mann, der in der Bar plötzlich vor ihr steht, ist Peyton Moss - groß, athletisch, elegant. Nur ein einziges, aber unvergessliches Mal haben sie damals auf der Highschool ihrem verbotenen Verlangen nachgegeben. Sie lebten einfach in zu unterschiedlichen Welten. Ava war eine reiche, verwöhnte Tochter, Peyton der typische Bad Boy. Aber inzwischen hat sich das Blatt für sie beide gewendet. Und als auch Peyton sie erkennt, überläuft Ava ein Schauer der Erregung. Denn sein Blick ist wie ein einziges sündiges Versprechen ...
Elizabeth Bevarly stammt aus Louisville, Kentucky, und machte dort auch an der Universität 1983 mit summa cum laude ihren Abschluss in Englisch. Obwohl sie niemals etwas anderes als Romanschriftstellerin werden wollte, jobbte sie in Kinos, Restaurants, Boutiquen und Kaufhäusern, bis ihre Karriere als Autorin so richtig in Schwung kam. Sie arbeitete auch in einem medizinischen Fachverlag als Lektoratsassistentin, wo sie die Bedeutung von Worten wie Mikroskopie und Histologie lernte, die sie garantiert nie wieder benutzen wird! Endlich, im Jahre 1989, kaufte Silhouette ihre erste Romance. Seitdem sind über dreißig Romane und sechs Erzählungen von ihr in fünf verschiedenen Verlagen erschienen. Ihre Bücher finden sich auf etlichen Bestsellerlisten, und sie wurde für mehrere Auszeichnungen nominiert. Von der Zeitschrift Romantic Times Magazine wurde sie vor kurzem für einen Roman, der in der Serie Love and Laughter erschien, ausgezeichnet. Elizabeth Bevarlys Romances werden in über 24 Ländern veröffentlicht, u.a. in den erst kürzlich erschlossenen Märkten von Russland, China und dem Spanisch sprechenden Teil der USA. Die Gesamtauflage ihrer Werke beträgt mehr als fünf Millionen in 19 verschiedenen Sprachen! Wenn Elizabeth Bevarly nicht gerade an einem Roman arbeitet, geht sie gern ins Kino, begeistert sich für alte Häuser, gute Bücher, edle Antiquitäten und Salsa-Musik. Außerdem kümmert sie sich um streunende Tiere. Ihre beiden Katzen Quito und Wallo (ihr kleiner Sohn hat sich den Namen Wallo ausgedacht, und weder Elizabeth noch ihr Mann haben die leiseste Ahnung, wie er auf darauf kam) sind auch zufällig in ihr Leben getreten: Quito hat sie an einem Autobahnrastplatz gefunden, und Wallo ist ihr im Park zugelaufen. Elizabeth Bevarly hat in Washington D.C., im Norden Virginias, im Süden New Jerseys und in Puerto Rico gelebt, aber jetzt wohnt sie mit ihrem Mann, ihrem Sohn und den beiden Katzen in Kentucky, wo sie auf absehbare Zeit auch bleiben möchte.
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1. KAPITEL
Der berühmte Dichter T. S. Elliott hatte recht, als er schrieb, der April sei der schrecklichste Monat, dachte Ava, als sie die Michigan Avenue entlangeilte und Schutz unter einer Markise suchte. Am Vortag war der Himmel über Chicago noch blau und klar gewesen, jetzt schüttete es wie aus Kübeln. Rasch zog sie den smaragdfarbenen Seidenschal aus dem Kragen ihres Trenchcoats, legte ihn sich um den Kopf und verknotete die Enden unter dem Kinn. Vermutlich wäre der luftige Stoff nach dem Regenguss völlig hinüber. Doch da sie mit einem potenziellen Geschäftskunden verabredet war, legte sie Wert darauf, dass ihr kastanienbrauner Haarknoten makellos blieb.
Gutes Aussehen war das A und O. Immer und überall. Das hatte Ava bereits während ihrer Highschoolzeit lernen müssen. Denn wenn es etwas gab, das noch schrecklicher war als der Monat April, dann waren das weibliche Teenager. Vor allem wenn sie reich und versnobt waren, teure Privatschulen besuchten, Designer-Fummel trugen und verächtlich auf die ärmeren Schülerinnen hinabblickten, die ein Stipendium hatten, sich aber nur Kleider von der Stange leisten konnten.
Ava schob den Gedanken weit weg. Denn seit ihrem Schulabschluss waren inzwischen mehr als fünfzehn Jahre vergangen. Mittlerweile war sie die Inhaberin der Boutique Talk of the Town und verlieh Haute-Couture-Kleidung an Frauen, die sich für die besonderen Gelegenheiten im Leben ein Stück Luxus gönnen wollten. Das Geschäft warf noch nicht viel ab, doch zumindest nach außen hin trat Ava als erfolgreiche Businessfrau auf. Dass sie selbst ihre beste Kundin war, musste ja niemand wissen.
Als sie ein elegantes Lokal betrat, nahm sie das Halstuch wieder ab und stopfte es in die Manteltasche. Unter dem Trenchcoat trug sie einen anthrazitfarbenen Armani-Anzug, dazu eine salbeifarbene Clutch, die wunderbar zu ihren grünen Augen passte.
Genau in dem Moment, in dem sie vor dem Empfangspult stehen blieb, klingelte ihr Handy. Es war der Geschäftskunde, der ihr mitteilte, dass er das Treffen leider verschieben musste. Also würde Ava wieder einmal allein zu Abend essen. Doch sie war schon so lange nicht mehr in einem Restaurant gewesen und hatte in den letzten Wochen hart gearbeitet. Daher fand sie, sie habe sich eine Belohnung redlich verdient.
Lächelnd kam Basilio, der Besitzer des Restaurants, auf sie zu und begrüßte sie herzlich. Immer wenn sie ihn sah, fühlte Ava sich an ihren Vater erinnert. Basilio hatte dieselben dunklen Augen, dasselbe kurz geschnittene grau melierte Haar und denselben akkurat gestutzten Schnurbart. Doch sie nahm an, dass Basilio nie im Gefängnis gesessen hatte – so wie ihr Vater.
Basilio führte sie direkt zu ihrem Lieblingsplatz am Fenster, von wo aus sie die Passanten beobachten konnte, während sie aß. Sie studierte gerade die Speisekarte, als sie auf eine Szene aufmerksam wurde, die sich in der Bar abspielte. Ava blickte auf und sah, wie Barkeeper Dennis von einem Gast beschimpft wurde. Der Mann war groß und schlank, hatte schwarzes Haar und offensichtlich zu viel getrunken.
„Ich bin vollkommen nüchtern“, beharrte er. Er lallte zwar nicht, sprach aber lauter als notwendig. „Und ich will noch einen Macallan. Und zwar pur.“
Dennis blieb ganz ruhig. „Ich denke nicht …“
„Stimmt genau“, unterbrach ihn der Mann. „Sie sollen nicht denken, Sie sollen Getränke servieren. Und jetzt geben Sie mir einen Macallan. Und zwar sofort.“
„Aber Mr …“
„Sofort“, herrschte der Mann ihn an.
Ava wurde unruhig, als sie den barschen Ton hörte. Während ihrer Collegezeit hatte sie eine Menge Kellnerjobs gehabt. Mit Gästen, die nach ein paar Gläsern unangenehm wurden, kannte sie sich also aus. Gott sei Dank waren Basilio und Kellner Marcus sofort zur Stelle.
Doch Dennis hob diskret die Hand, um ihnen zu verstehen zu geben, dass er die Situation im Griff hatte. Freundlich sprach er auf den Gast ein. „Mr Moss, vielleicht würde Ihnen ein Kaffee guttun.“
Beim Namen Moss wurde Ava plötzlich ganz flau im Magen. Vor einer langen Zeit, die gefühlte Lichtjahre entfernt lag, war sie mit einem Schüler namens Moss zur Schule gegangen. Peyton Moss. Er war eine Stufe über ihr in der Emerson Academy gewesen.
Unmöglich. Das kann er nicht sein, dachte sie. Damals hatte Peyton Moss sich geschworen, Chicago nach der Schule für immer zu verlassen. Und dieses Versprechen hatte er gehalten. Ava hingegen war, wenige Monate nachdem sie ihr Wirtschaftsstudium beendet hatte, wieder nach Chicago zurückgekehrt. Von ihren ehemaligen Klassenkameraden, die sie getroffen hatte, hatte keiner mehr etwas von Peyton gehört.
Sie betrachtete den Mann. Peyton war der Star der Hockeymannschaft gewesen. Nicht nur wegen seines Könnens, sondern auch wegen seines guten Aussehens. Er hatte schulterlanges Haar gehabt, und seine Stimme war schon damals tief und voll gewesen.
Als er sich zu Marcus umdrehte, stockte Ava der Atem. Das Haar war zwar kürzer und das Profil etwas markanter, doch jetzt bestand kein Zweifel mehr – es war Peyton. Dieses Gesicht hätte sie überall wiedererkannt. Selbst nach sechzehn Jahren.
Augenblicklich stand sie auf und ging zu Basilio und Marcus. Sie sammelte sich und holte tief Luft. „Gentlemen. Vielleicht wäre es gut, an dieser Stelle eine neutrale Vermittlerin zu Wort kommen zu lassen … um die Situation zu klären.“
Peyton hätte sich bestimmt totgelacht, hätte er sie erkannt. Denn während der Schulzeit war Ava ihm gegenüber alles andere als neutral gewesen. Anders als er, der sich ihr gegenüber unverschämt neutral benommen hatte. Aber so war es eben, wenn zwei Menschen, die aus zwei sozial unterschiedlichen Schichten stammten, sich begegneten. Trafen Oberschicht und Unterschicht an einem Ort wie der Emerson Highschool aufeinander, bestand das Risiko einer sozialen Erdplattenverschiebung.
„Das ist vielleicht keine so gute Idee, Ms Brenner“, erwiderte Basilio. „In diesem Zustand können Menschen unberechenbar werden. Außerdem ist er dreimal so groß wie Sie.“
„Mein Zustand ist fabelhaft“, wandte Peyton scharf ein. „Jedenfalls wäre er das, wenn dieses Etablissement auf die Wünsche seiner zahlenden Kunden eingehen würde.“
„Lassen Sie mich mit ihm sprechen“, raunte Ava ihm zu. „Ich kenne ihn. Wir sind zusammen zur Schule gegangen. Er wird auf mich hören. Wir sind … wir sind …“ Irgendwie gelang es ihr doch noch, es auszusprechen. „Freunde.“
Auch bei diesem Wort hätte Peyton sich vermutlich vor lauter Lachen nicht mehr eingekriegt. Auf der Emerson waren beide so einiges gewesen – Schulkameraden, wütende Streithälse, ja, für eine Nacht sogar leidenschaftliche Liebhaber –, aber ganz sicher keine Freunde.
„Es tut mir leid, Ms Brenner“, beharrte Basilio, „aber ich kann nicht zulassen …“
Bevor er sie aufhalten konnte, drehte Ava sich um. „Peyton“, sagte sie leise, aber bestimmt.
Sein Blick ruhte weiterhin auf Dennis. „Was?“
„Du hast wirklich genug. Sei vernünftig.“
Er öffnete den Mund, sagte aber nichts, als er sich zu ihr umdrehte und sie ansah. Sie hatte ganz vergessen, wie wunderschön seine cognacbraunen Augen mit den langen Wimpern waren.
„Ich kenne dich“, sagte er, plötzlich schon viel klarer. Er klang überzeugt, wirkte aber dennoch skeptisch. „Oder?“
„Wir sind zusammen zur Schule gegangen, du und ich. Vor langer Zeit.“
Das überraschte ihn offenbar. „Aber du warst nicht in Stanford.“
Stanford? Er war auf einer der renommiertesten Unis der Welt gewesen? Das Letzte, was sie gehört hatte, war, dass er aufgrund seiner Hockey-Erfolge eine Sport-Universität in New England besuchen wollte. Wie war er an der Westküste gelandet?
„Nein, nicht Standford.“
„Wo dann?“
Verlegen klärte sie ihn auf. „Auf der Emerson Academy. Hier in Chicago.“
Er schien aus allen Wolken zu fallen. „Du bist auf die Emerson gegangen?“
So schockierend war das nun auch wieder nicht. Oder sah sie etwa immer noch wie ein Straßenkind aus?
„Ja“, erwiderte sie ruhig. „Es war die Emerson.“
Aus zusammengekniffenen Augen betrachtete er sie einen Moment. „Ich kann mich nicht mehr an dich erinnern.“
Seine Bemerkung traf sie, obwohl sie eigentlich hätte froh darüber sein sollen, dass er nicht mehr wusste, wer sie war. Denn sie selbst hätte am liebsten vergessen, welch ein Mädchen sie damals gewesen war. Und am allerliebsten hätte sie Peyton vergessen. Doch dagegen, dass sich die Erinnerungen an ihn und seinesgleichen in ihr Hirn eingebrannt hatten, war sie machtlos.
Als er ihr ohne Vorwarnung ans Kinn fasste, wurde sie unweigerlich von einem Prickeln erfasst. Er bemerkte offenbar nichts davon, als er ihr Gesicht sanft von einer zur anderen Seite drehte und sie von allen Seiten betrachtete. Schließlich ließ er die Hand sinken und blickte sie kopfschüttelnd an. Vermutlich wollte er etwas sagen, doch dann …
Dann fiel ihm plötzlich die Kinnlade herunter. „Oh Gott. Ava Brenner.“
Ava stieß einen kleinen Seufzer aus. Verdammt. Sie wollte nicht, dass die Leute sich an die Ava erinnerten, die sie auf der Emerson Academy gewesen war. Schon gar nicht so jemand wie Peyton. Andererseits gefiel es ihr aber auch, dass er sie nicht völlig vergessen hatte.
„Ja, ich bin’s“, erwiderte sie gleichmütig.
„Verflucht noch eins“, brachte er hervor, ohne dass sein Ton verriet, was er gerade dachte.
Er ließ sich auf einen Barhocker fallen und musterte sie eindringlich aus diesen goldbraunen Augen. Ein...




