Beverly | Die Wahl der Lady | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 4

Reihe: The Mallorens-Reihe

Beverly Die Wahl der Lady


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98637-611-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 4

Reihe: The Mallorens-Reihe

ISBN: 978-3-98637-611-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine Lady, die nur eines braucht, um ihr Heim zu retten – und ein Lord, der bereit ist, es ihr zu geben …
Band 4 der prickelnden historischen Liebesroman-Reihe für Fans von Stacy Reid

Als Rosamunde Overtons deutlich älterer Ehemann erkrankt, ist nicht nur sein Leben bedroht. Sollte er sterben, ohne dass Rosamunde ihm einen gesunden Erben geschenkt hat, verliert sie ihren gesamten Besitz. Da ihr Mann zu alt ist, ein Kind zu zeugen, gibt es nur einen Ausweg: Ein junger Liebhaber muss her! Als sie unverhofft dem verletzten Lord Brand Malloren das Leben rettet, fordert sie als Dank eine Nacht der Leidenschaft ein …

Damit könnten Rosamundes Probleme gelöst sein, aber Gefühle lassen sich nicht steuern und die beiden verlieben sich unweigerlich ineinander. Während Rosamundes Pflichtgefühl siegt und sie in die Sicherheit ihres Heimes flieht, macht Brand sich verzweifelt auf die Suche nach seiner nächtlichen Geliebten. Doch soll der gefährliche Plan gelingen, muss Rosamunde auf immer verschweigen, wem ihr Herz gehört, denn sonst könnte sie alles verlieren …

Erste Leser:innenstimmen
„Eine Regency Romance voller Leidenschaft, Drama und Gefühl!“
„Die historische Liebesroman-Reihe geht gewohnt spannend, romantisch und unterhaltsam weiter, ich freue mich auf mehr!“
„Sowohl der flüssige Schreibstil als auch die prickelnde Lovestory fesseln an die Seiten.“
„Rosamunde und Brand muss man einfach lieben.“



Jo Beverley war eine der Top-Autorinnen historischer Liebesromane und eines von nur zwölf Mitgliedern der Romance Writers of America Hall of Fame. Sie wurde in England geboren und wuchs dort auf. Sie hatte einen Abschluss in englischer Geschichte von der Keele University in Staffordshire. Sie wanderte mit ihrem Mann nach Kanada aus, kehrte aber nach England zurück, wo sie blieb, bis sie am 23. Mai 2016 verstarb. Sie hinterlässt ihren Ehemann, zwei Söhne und eine Enkelin. Jo schrieb über vierzig Romane, die in ihrer Heimat England spielen, und sie gewann zahlreiche Auszeichnungen, darunter fünf RITA Awards.
Beverly Die Wahl der Lady jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1


Nord-Yorkshire, August 1762

Eine Sünde zu begehen sollte doch nicht so schwierig sein! Hieß es nicht, verbotene Früchte schmeckten am besten?

Rosamunde Overton saß in der schwankenden und ratternden Kutsche und floh eiligst nach Hause - tugendhaft, doch nur aus Feigheit.

Um von den Fenstern so weit wie möglich entfernt zu sein, war sie in die Mitte der Sitzbank gerückt. Seit dem Unfall, der in ihrem Gesicht bleibende Narben hinterlassen hatte, mied sie Kutschenfenster. Sie hatte aus Scheu aber auch vieles andere gemieden, das war ihr heute bewusst geworden. Wer längere Zeit ans Bett gefesselt ist, verliert die Kraft in den Beinen. Rosamunde, die seit acht Jahren nicht mehr aus Wensleydale herausgekommen war, litt unter dem völligen Verlust der Energie, die im Umgang mit Fremden notwendig war.

Umso mehr, wenn es darum ging, mit einem Fremden ein Schäferstündchen zu verbringen!

Zusammengesunken saß sie da und blickte bewegungslos hinaus auf eine Landschaft, die ihre Stimmung widerzuspiegeln schien. Über den struppigen, steil ansteigenden Schafweiden hingen düstere Wolken, Überreste des Sturms, der ihre Fahrt verlangsamt hatte. Das Tageslicht war nur noch eine purpurne Erinnerung, das Mondlicht ein blasses Versprechen, und so dämmerte sie in dieser bleiernen Stunde zwischen Tag und Nacht dahin.

Tatsächlich war es ihr zunächst ganz leicht erschienen, etwas Sündhaftes zu tun, als sie es mit Diana geplant hatte. Alle verlangten nach einem Kind: nicht nur ihr Ehemann, sondern alle im Haus und in ganz Wenscote. Doch von ihrem Mann konnte sie keine Kinder bekommen. Also hatte sie eine Maske angelegt, um sich in Harrogate dem anonymen, zügellosen Treiben eines Maskenballs zu überlassen. Wie Diana ihr prophezeit hatte, waren da durchaus Männer aufgetaucht, die bereit waren, sich von ihr verführen zu lassen. Bereit - doch ohne zu ahnen, wer sie war und dass es ihr nur darum ging, schwanger zu werden.

Sie schloss die Augen. Wie einfach hatte sie sich das alles vorgestellt!

Doch statt einen von ihnen ernsthaft zu ermuntern, hatte sie ständig die Tanzpartner gewechselt, auf der verzweifelten Suche nach einem, der ihr richtig gut gefiel. Was um alles in der Welt hatte sie erwartet?

Einen schmucken Prinzen?

Einen charmanten Aristokraten?

Einen edlen Ritter?

Im Laufe des Abends war ihr klar geworden, dass es solche Traumliebhaber nicht gab. Immer deutlicher hingegen waren ihr die Fehler der realen Männer ins Auge gesprungen: ihre dicken Bäuche und schlechten Zähne, ihre lüsternen Augen und geifernden Münder, ihre schmutzigen Hände, ihre X-Beine ...

Obwohl sie sich mit mehreren Gläsern Wein gehörig Mut angetrunken hatte, verlor sie am Ende doch die Nerven und ergriff die Flucht. Beim ersten Tageslicht, noch bevor Diana aufgewacht war, hatte sie die Pferde anspannen lassen, um sich in die Dales zurückfahren zu lassen - in die Sicherheit von Wenscote.

Wenscote, ein Zufluchtsort, den sie nicht verdiente, weil sie nicht bereit war, ihn zu retten! Wenn sie kein Kind bekäme, würde das Landgut eines Tages an Edward Overton, den Neffen ihres Gatten, übergehen. Und Edward würde es sofort der streng religiösen Sekte vermachen, der er angehörte. Rosamundes Gatten ging es gesundheitlich sehr schlecht, und ihr Versagen drohte seinen Tod noch zu beschleunigen. Es wäre für den herzensguten Mann, der einst der verwundeten Sechzehnjährigen Zuflucht gewährt hatte, womöglich das Ende. Dr. Wallace hatte gesagt, dass sich Digbys gesundheitliche Probleme und die Schwindelanfälle durch die Sorge noch verschlimmerten.

Wie einfach hatte sie sich das alles vorgestellt!

Rosamunde überließ sich für einen Moment dem idyllischen Bild eines glücklichen Digby, der zufrieden sein Kind heranwachsen sah und es auf sein Erbe vorbereitete. Wenn er für ein Kind sorgen müsste, würde er vielleicht eher den Anweisungen des Arztes Folge leisten, einfachere Kost zu sich nehmen und weniger Alkohol trinken. Tränen brannten ihr in den Augen, Tränen der Sehnsucht. Die Lösung lag jedoch nicht in sehnsüchtigen Träumen, sondern in einer Sünde mit Folgen, und darin hatte sie versagt ...

Rosamunde verscheuchte ihre sinnlosen Gedanken und öffnete das Fenster. „Halt!“

„Anhalten, Mylady?“, fragte der Kutscher.

„Ja, anhalten! Sofort!“

Mit einem Ruck hielt die Kutsche an und stand nun so schief, dass Rosamundes Zofe Millie, die auf dem Sitz gegenüber lautstark schnarchte, mit ihrer ganzen Leibesfülle gegen ihre Herrin zu prallen drohte. Rosamunde hielt schützend die Arme vor sich, um sie notfalls auffangen zu können, und lehnte sich dann wieder in ihren Sitz zurück.

„Gibt es ein Problem, Mylady?“, rief Garforth vom Kutschbock herunter.

„Ich glaube, dort hinten liegt etwas im Straßengraben! Vielleicht ein Mensch - schick Tom zurück, um nachzusehen!“

Die Kutsche schwankte, als der junge Stallbursche heruntersprang. Rosamunde lehnte sich aus dem Fenster und blickte im Dämmerlicht hinter ihm her. „Ein Stück weiter hinten, Tom! Nein, weiter drüben - dort beim Ginsterbusch!“

„Zum Kuckuck, da liegt tatsächlich was“, brummte der Stallbursche. Er glitt die Böschung hinunter, ging prüfend in die Hocke und rief dann nach oben: „Da liegt ein Mann, Mr Garforth!“

Rosamunde öffnete den Kutschenschlag, raffte ihre weiten Röcke und sprang auf die Straße. „Ist er tot?“, rief sie, während sie auf die Stelle zulief.

„Eher stockbetrunken, Mylady! Wie der wohl hierhergekommen ist?“

Rosamunde blickte hinab in eine morastige Bodensenke. „Er wird sich den Tod holen! Kannst du ihm da raushelfen?“

Tom schob seine großen Hände unter die Arme des Mannes und hob ihn an. Obwohl er ein kräftiger Bursche war, dauerte es einige Zeit, bis er die nasse, schwere Last auf die Straße gezogen hatte. Rosamunde kniete neben dem nach Gin und feuchter Wolle riechenden leblosen Bündel nieder.

Mit beklommener Miene fühlte sie an dem kalten Handgelenk den Puls. Wenigstens lebte er noch! Im kargen Licht tastete sie ihn vorsichtig ab, konnte aber keine Verletzung finden. Er war tatsächlich bloß stockbetrunken, wie Tom gesagt hatte; dabei war der nächste Gasthof meilenweit entfernt!

„Was sollen wir mit ihm tun, Mylady?“, fragte Tom.

„Wir nehmen ihn natürlich mit!“

„Ist das Euer Ernst? Es könnte sonst wer sein! Von hier ist er jedenfalls nicht.“

Ihn liegen zu lassen käme einem Todesurteil gleich. Rosamunde blickte Tom streng in die Augen. „Sind wir denn wie die Priester und Leviten, die einfach auf der anderen Straßenseite vorübergehen? Oder sind wir gute Samariter? Sag Garforth, er soll die Kutsche zurücksetzen!“

Kopfschüttelnd trottete der Stallbursche davon. Da konnte sie noch so viel auf die Bibel verweisen - Tom und Garforth würden sich bestimmt über ihr verrücktes Verhalten auslassen. Sie war jedoch keineswegs verrückt! Selbst wenn der Mann ein Fremder war und noch dazu ein Trunkenbold - sie konnte ihn doch nicht einfach so liegen lassen! Dermaßen durchnässt würde er sich bestimmt den Tod holen, denn hier oben waren die Nächte selbst im Sommer kalt.

Während das Gespann quietschend rückwärts rollte und der Kutscher den Pferden dabei gut zuredete, dachte Rosamunde im schwindenden Licht über dieses lebendig gewordene Gleichnis nach: Ob dieser Fremde wie der Mann auf dem Weg nach Jericho von Räubern überfallen worden war?

Wahrscheinlich nicht - sonst müsste sie trotz der Dämmerung Blutergüsse oder gar Blut erkennen können. Nein, er war sicherlich nur ein armer Wicht, der zu viel getrunken hatte.

Aber trotz der Bartstoppeln und des üblen Geruchs war er bestimmt kein Landstreicher! Vorsichtig betastete Rosamunde seine robusten Kniehosen und seine Jacke - ordentliche Kleider mit Hornknöpfen und dezenter Borte. Die Weste war schlicht, das Halstuch ohne Spitzenbesatz.

Alles deutete auf einen rechtschaffenen Mann mit einer Anstellung und Verpflichtungen hin. Das verwirrte sie. Ihrer Erfahrung nach kamen Trinker entweder aus der unteren oder der oberen Gesellschaftsschicht, nicht aber aus der arbeitsamen Mittelschicht, die ihr am vertrautesten war.

Er hatte Reitstiefel an. Möglicherweise war das die Erklärung. Vielleicht war er betrunken vom Pferd gefallen.

„Du bist mir wirklich ein Rätsel“, murmelte Rosamunde, während sie zögernd seine Taschen durchsuchte. Besonders unangenehm war es ihr, die Hand in die Taschen der engen Hose zu schieben, weil sie dabei zwangsläufig an intimste männliche Regionen stieß. Doch es war alles vergebens - bis auf ein schlichtes Taschentuch waren seine Taschen leer. Vielleicht war er ausgeplündert worden, oder er hatte sein Geld bis auf den letzten Penny vertrunken.

Sein Taschentuch benutzte sie nun, um ihm behutsam das Gesicht abzuwischen. Als die Kutsche langsam neben ihr zum Stillstand kam, warfen die Laternen ihr kegelförmiges, flackerndes Licht auf das Geschöpf, dessen sie sich angenommen hatte.

Oh weh!

Obwohl ihn Bartstoppeln, Schrammen und ein kleiner blauer Fleck am Kieferknochen verunzierten, war der Mann mit Sicherheit der Liebste einer Frau. Er war zwar kein Adonis, hatte jedoch ein ansprechendes Gesicht mit regelmäßigen Zügen, die auch im bewusstlosen Zustand aussahen, als würden sie lieber lächeln als sich grimmig verziehen.

Mit einem Anflug von Zärtlichkeit legte Rosamunde ihre Hand an seine stoppelige Wange und war froh, ihn den Menschen zurückbringen zu können, für die er zu lächeln pflegte. Hoffentlich würde ihm dieses Missgeschick eine Lehre sein! Wenn er eine Lungenentzündung bekäme, sähe es allerdings schlecht für ihn aus.

„Beeil dich,...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.