Bianchin | Der italienische Verführer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

Bianchin Der italienische Verführer


1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7515-1990-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 130 Seiten

Reihe: Digital Edition

ISBN: 978-3-7515-1990-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Nie wieder Liebe! Das hat Maggie sich nach einer Enttäuschung geschworen. Doch ihr Vorsatz gerät ins Wanken, als sie in Italien Alessandro del Marco kennenlernt. Der geborene Verführer, der weiß, was er will - nämlich sie ...



Helen Bianchin wurde in Neuseeland geboren und wuchs dort als Einzelkind auf. Sie hatte eine äußerst lebhafte Fantasie und liebte schon damals Bücher über alles. Als Teenager begann sie zu schreiben, doch sie vernachlässigte ihr Hobby, als sie als Sekretärin in einer kleinen Kanzlei arbeitete. Als sie 21 war, setzten sie und eine Freundin von Auckland nach Melbourne, Australien über, wo sie jobben und sich das Land anschauen wollten. Wenn Helen Bianchin auf eine Romanze an Bord gehofft hatte, wurde sie enttäuscht: Sie musste wegen Seekrankheit vier Tage in ihrer Kabine bleiben! Fünfzehn Monate blieben sie in Melbourne, um dort zu arbeiten, dann kauften sie sich ein Auto und durchquerten Australien drei Monate lang von Nord nach Süd und von Ost nach West. In Cairns blieben sie schließlich längere Zeit, um sich Geld für ihre Reise nach Sydney zu verdienen. Dort passierte es: Helen traf ihren zukünftigen Ehemann Danilo Bianchin. Danilo war kürzlich aus Treviso, Italien, eingewandert und versuchte sich als Tabakfarmer. Sein Englisch war schrecklich, und sie sprach kein Wort Italienisch. Sechs Monate später heirateten sie, und Helen fand sich in einer ihr völlig fremden Welt wieder: Sie musste für neun Tabakfarmer kochen, Tabak bündeln und täglich 200 Hühner, etliche Enten und einige Puten versorgen! Helen Bianchins Italienischkenntnisse verbesserten sich rapide, und im Nachhinein betrachtet, gab es in ihrem neuen Leben oft schreiendkomische Momente. Aber oft war es auch schwer: Sie musste auf einem Holz befeuerten Herd kochen, heißes Wasser gab es erst, wenn sie es sich zubereitet hatte, die Dusche und Toilette waren primitiv, und während der Fußballsaison musste sie für zwei Fußballteams die Uniformen waschen. Dazu kamen Überflutungen, Hagelstürme, die die Ernte gefährdeten, harte Arbeit und die Totgeburt ihres ersten Kindes. Dann wurde zu ihrer großen Freude ihre Tochter Lucia geboren. Drei Jahre später kehrte die Familie nach Neuseeland zurück, wo sie die nächsten sechzehn Jahre wohnte. In diesen Jahren erblickten die Söhne Angelo und Peter das Licht der Welt, und irgendwann kam Helen Bianchin der Gedanke, über ihre Erlebnisse auf der Farm ein Buch zu schreiben: eine Romance mit einem Helden, der aus Italien stammte. Allerdings war der Held in ihrem ersten Roman reich, und ihm gehörte die Farm - schriftstellerische Freiheit! Es dauerte ein Jahr, bis sie auf der alten Reiseschreibmaschine am Esszimmertisch ein halbwegs passables Manuskript fertig ...
Bianchin Der italienische Verführer jetzt bestellen!

Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


2. KAPITEL

Der Tag, an dem Maggie mit ihrer Tante die Modenschauen besuchen wollte, war regnerisch und kalt. Sie zog schwarze Leggings, schwarze Stiefeletten und ein elegantes, sehr kurzes schwarzes Strickkleid an. Um die Schultern legte sie sich einen leuchtend roten Kaschmirschal, zum einen als Farbtupfer, zum anderen, um sich warm zu halten.

In den späten Wintermonaten war es hier in Norditalien empfindlich kalt, ganz anders als in Maggies australischer Heimat, wo gerade Sommer war.

Sophia hatte ihr gesagt, dass sie nach der Schau zu einer Party gehen und dann in Alessandros Apartment übernachten würden, weil sie ja am nächsten Tag in der Stadt shoppen wollten.

Maggie wusste nicht, was überwog, die Freude aufs Einkaufen, oder die Bedenken, Alessandros Gastfreundschaft in Anspruch zu nehmen?

Dann ermahnte sie sich, nicht albern zu sein. Sophia würde ja auch in der Wohnung übernachten, und sie würden ihren Gastgeber wahrscheinlich nur beim Frühstück sehen, da er ein viel beschäftigter Mann war.

Außerdem ist er beinahe so etwas wie dein Cousin, also besteht kein Grund zur Besorgnis, sagte Maggie sich und begann, ihren kleinen Koffer zu packen. Für die Party wählte sie eine elegante rote Seidenhose mit dazu passendem Top, schwarze High Heels und eine schwarze Abendtasche.

Dann fehlten nur noch ein Pyjama und diverse Kosmetikartikel, und sie war bereit zum Aufbruch.

Carlo, der ja auch als Chauffeur fungierte, fuhr sie in einer bequemen Limousine in die Stadt. Auf den Straßen herrschte das typisch italienische Verkehrschaos, und Maggie war froh, nicht selber fahren zu müssen.

„Da sind wir ja schon“, verkündete Sophia erfreut als das Auto anhielt. Ein roter Teppich, von einer Markise überdeckt, führte in ein nobles Gebäude.

Sofort stürmten die Pressefotografen heran und versuchten auszumachen, wer sich im Auto befand. Blitzlichter zuckten.

Das ist ja fast wie bei der Oscarverleihung, dachte Maggie beeindruckt und kam sich beinahe wie ein Promi vor.

„Ich bringe jetzt das Gepäck ins Apartment“, informierte Carlo sie.

„Danke“, erwiderte Sophia. „Ich rufe Sie dann an, wann wir hier abgeholt werden möchten.“

Dann stiegen sie aus und gingen in das Gebäude.

Der Tag wird mir sicher unvergesslich bleiben, und das ist noch untertrieben, dachte Maggie, ganz begeistert von der glamourösen Umgebung.

Hier konnte sie Supermodels in den neusten Kreationen weltbekannter Designer quasi hautnah erleben. Elegante, originelle und schrille Outfits wurden von eleganten, originellen und schrillen jungen Frauen vorgeführt, die nie lächelten und so taten, als wäre das alles ganz alltäglich.

Sie fragte sich, ob diese kühlen Schönheiten tatsächlich so gleichgültig waren, oder ob sie hinter den Kulissen echte Emotionen zeigten.

Auf dem Laufsteg jedenfalls lief alles perfekt ab, und das Publikum war begeistert. Maggie entdeckte einige Filmstars, Promis und sogar Angehörige des Hochadels, die natürlich Plätze in der ersten Reihe hatten. Auch die Modeexpertinnen, die für die Magazine über die Schauen berichteten, waren leicht zu erkennen, denn sie machten sich eifrig Notizen.

Es war wirklich herrlich hier.

Plötzlich spürte sie ein eigenartiges Prickeln im Nacken und blickte zur Seite. Gerade rechtzeitig, um zu sehen, wie Alessandro sich neben Sophia setzte.

Maggie nickte ihm kurz zu, und er lächelte zurück. Das Prickeln breitete sich über ihren ganzen Körper aus.

Um sich abzulenken, fragte sie sich, was Alessandro hier machte. Er war doch bestimmt kein Modefan, oder? Vielleicht war er hier, um für seine derzeitige Geliebte ein Designermodell auszusuchen?

Das ging sie natürlich nichts an. Trotzdem durchzuckte sie ein Gefühl, das sie nicht ganz einordnen konnte. War sie etwa eifersüchtig?

Nein, das bestimmt nicht! Sie mochte Alessandro doch gar nicht besonders. Besser gesagt, sie mochte die Empfindungen nicht, die er in ihr weckte.

Denn sie hatte sich geschworen, sich so schnell auf keinen Mann mehr einzulassen, vor allem nicht auf einen wie Alessandro del Marco.

Und doch ging er ihr nicht aus dem Kopf! Anscheinend waren ihre Gefühle einfach stärker als ihr Verstand.

So, jetzt konzentriere dich auf das Programm, ermahnte sie sich, und richtete den Blick fest auf den Laufsteg, wo die Models, die Hüften schwenkend, vorbeischwebten.

„Diese Schuhe sehen fantastisch aus, aber ich frage mich, wie eine normale Frau darin gehen kann“, bemerkte Sophia angesichts der schwindelerregend hohen Absätze. „Mir tun allein schon bei der Vorstellung die Füße weh.“

„Ich bin dafür, dass wir bald aufbrechen“, mischte Alessandro sich ein. „Wir könnten irgendwo zu Abend essen, danach fahren wir in mein Apartment, damit ihr euch für die Party umziehen könnt.“

„Das ist eine ausgezeichnete Idee“, lobte Sophia.

Maggie war ein bisschen überrascht. Und nervös. Was albern war! Was war schon dabei, den Abend in Alessandros Gesellschaft zu verbringen?

Abgesehen davon, dass er so oft ihre Gedanken zu ahnen schien, was ihr ein unbehagliches Gefühl verschaffte …

Aber ihr blieb ja nichts anderes übrig, als sich den beiden anzuschließen.

Er führte sie in ein elegantes Restaurant, das im Jugendstil eingerichtet war und hervorragendes Essen bot, was sie natürlich zu schätzen wusste.

Weniger gefiel ihr, dass sie wegen des kleinen Tischs dicht neben Alessandro sitzen musste. Der dezente Duft seines Rasierwassers stieg ihr in die Nase, und sie spürte die Wärme, die von ihm ausging.

Seine erotische Ausstrahlung konnte man einfach nicht ignorieren. Wahrscheinlich hätte sogar eine Nonne auf ihn reagiert. Wieder spürte Maggie ein leichtes Kribbeln, als würden Schmetterlinge in ihrem Bauch fliegen.

Dabei hatte sie doch nach ihrer geplatzten Hochzeit den Männern abgeschworen. Jedenfalls fürs Erste.

Woher kamen also diese plötzlichen Gefühle für Alessandro? Plötzlich? Maggie korrigierte sich in Gedanken, denn sie hatte schon einmal für ihn geschwärmt. Doch das lag nun schon zehn Jahre zurück. Oder wollte sie sich, unbewusst, nur von ihrem gebrochenen Herzen und verletzten Stolz ablenken?

Ja, das klang irgendwie einleuchtend.

Wie auch immer, ich muss es überwinden, ermahnte Maggie sich streng.

„Hattest du einen ausgefüllten Tag, mein Lieber?“, erkundigte Sophia sich freundlich.

Alessandro lächelte nur.

„Oh! Du hast die Villa gekauft, für die du dich seit Längerem interessierst, richtig?“, vermutete sie. Dann wandte sie sich Maggie zu. „Er hat zwar schon eine ganz wunderschöne, aber er scheint nicht genug bekommen zu können. Jedenfalls ist der neue Besitz bezaubernd, nur leider sehr renovierungsbedürftig.“

„Aber nicht baufällig, wie mir die Experten versichert haben“, erwiderte er. „Die Arbeiten können beginnen, sobald die Pläne bewilligt sind.“

„Es ist eine gute Investition“, meinte Sophia abschließend.

„Und klingt nach einer interessanten Herausforderung“, ergänzte Maggie.

„Ähnlich wie die Eroberung einer Frau“, meinte er und sah ihr kurz in die Augen.

„Du setzt dir also ein Ziel und tust alles, um es zu erreichen?“, hakte sie nach.

„Bei Frauen ist das nicht unbedingt nötig.“

Maggie hatte das Gefühl in gefährliches Fahrwasser zu steuern, trotzdem machte sie weiter.

„Bist du deswegen oder trotzdem noch nicht verheiratet?“, fragte sie herausfordernd.

Bei der Vorstellung, er könne sich eine Frau suchen und mit ihr Kinder haben, wurde ihr Herz seltsam schwer. Aber warum? Was ging es sie an, ob und wen er heiratete?

„Es hat sich einfach noch nicht ergeben“, antwortete er ruhig. „Wie wäre es jetzt mit Kaffee?“

„Immer lenkst du ab, wenn es ums Thema Heiraten geht“, warf Sophia ihm vor.

„Und immer verspreche ich dir hoch und heilig, dass du als Erste erfahren wirst, wenn ich die Richtige gefunden habe“, konterte er sanft. „Also, drei Espresso?“

Als sie nach dem Essen das Restaurant verließen, war es draußen bereits dunkel und die Luft eisig. Zum Glück brauchten sie nicht zu Fuß zu gehen, sondern konnten die Wärme in Alessandros bequemer Limousine genießen.

Sein Apartment an der Piazza San Ambrogio, das über zwei Stockwerke reichte, war unglaublich luxuriös. Kostbare Orientteppiche bedeckten die Marmorböden, und alle Räume waren mit echten Antiquitäten eingerichtet, sogar die Gästesuiten im oberen Stockwerk, wo auch Alessandros Schlafzimmer lag.

Maggie hatte eine typische Jungessellenwohnung erwartet mit minimalistischer Möblierung und viel technischen Spielereien, aber diese Wohnung war … repräsentativ. Wie das ganze Haus, das aus einer eleganteren Epoche als der modernen stammte.

Natürlich waren alle modernen Annehmlichkeiten vorhanden, unaufdringlich in die Wohnung integriert.

„Was für eine herrliche Umgebung“, sagte Maggie begeistert zu Alessandro. „Alles ist so geschmackvoll.“

„Freut mich, dass es dir bei mir so gut gefällt“, erwiderte er höflich. „Reicht euch eine Stunde, um euch für die Party fein zu machen?“

„Mir schon“, antwortete Sophia. „Wie ist es mit dir, Maggie?“

„Mit genügt das auch völlig.“

Sie wurde in ihr Gästezimmer geführt, wo sie rasch ihre Tasche auspackte und dann ins angrenzende Bad ging, das sie mit niemand zu...



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.