E-Book, Deutsch, 362 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
Bieber Falling for Dr. Heartless
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7517-3763-0
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 362 Seiten
Reihe: beHEARTBEAT
ISBN: 978-3-7517-3763-0
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Um die Zukunft meiner Familie zu retten, schenkte ich Ares Angelis meinen ersten Kuss - und riskierte mein Herz. Ich hätte ihm besser aus dem Weg gehen sollen, denn man nennt ihn nicht umsonst Dr. Heartless.
Für die reiche New Yorker Angelis-Familie war Lexy Garcia immer nur die naive Tochter des Chauffeurs. Jahre später will Lexy sich und dem Familien-Clan beweisen, dass mehr in ihr steckt und nimmt die Stelle als Healthcare-Managerin im Angelis Memorial Hospital an.
Mit ihrer scharfen Zunge weckt sie schnell die Aufmerksamkeit von Ares Angelis - dem arroganten, aber leider auch furchtbar gutaussehenden CEO des Krankenhauses. Womit Lexy nicht gerechnet hat, ist das Kribbeln, das Ares selbst nach so langer Zeit immer noch in ihrem Bauch verursacht ...
Ein fesselnder und sinnlicher Second-Chance-Liebesroman: Der erste Band der Romance-Reihe rund um die heißen Ärzte und Inhaber des New Yorker Angelis Memorial Hospitals.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Cassia Bieber wurde 1984 in Brasilien geboren, verlor aber ihr Herz an Hamburg. Jahrelang verschlang sie Liebesromane und schreibt seit 2016 ihre eigenen Geschichten. Ihr Debütroman erschien im November 2019 unter dem Pseudonym C.S. Bieber. Ihr Herz brennt für sexy Liebesgeschichten mit einer tiefen Botschaft, dramatischen Wendungen und Happy Ends.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Kapitel 1 – Lexy
Zehn Jahre zuvor
Die Bierflasche drehte sich auf dem Boden, und ich ertappte mich dabei, auf eine vorteilhafte Wendung zu hoffen. Aber ich hatte so viel Glück wie Geld. Nämlich gar keins. Menschen wie ich sollten sich auch nicht auf die Güte des Schicksals verlassen. Wir mussten hart arbeiten, bis zur Erschöpfung kämpfen und bekamen nichts vom Leben geschenkt. Aus dem Grund hatte ich monatelang Trinkgeld gespart, um mir eine neue Jeans und das beste Full Cover Make-up zu kaufen. Und trotzdem sah ich damit immer noch nicht aus, als würde ich zu den reichen Sprösslingen gehören, die zu Ikaros’ Party gekommen waren. Ich war nach wie vor die achtzehnjährige Tochter des Chauffeurs der Familie Angelis, doch zumindest starrte mich keiner wegen der weißen Flecken um meine Augen herum an. Vitiligo, eine Pigmentstörung, die ich seit meinem fünften Lebensjahr hatte. Jetzt sah meine Haut ebenmäßig goldbraun aus, meine Lippen waren ruby-woo-rot und meine hüftlangen Haare zu einem seitlichen Zopf geflochten. Zu meiner neuen Jeans hatte ich ein trägerloses Top angezogen, welches Mrs. Angelis mir zum Geburtstag geschenkt hatte. Das Teil kostete mehr als alle Möbel in unserem Haus zusammen. Ein Haus, das ihr ebenfalls gehörte, denn Dad und ich wohnten seit meiner Geburt auf dem Anwesen der Familie.
»Janine!« Die Blondine, die auf Ikaros’ Schoß hin und her rutschte, deutete auf die Bierflasche, die zu Ende rotiert hatte und auf eine Schwarzhaarige zeigte. »Wahrheit oder Pflicht?«
Ich hatte ein weniger kindisches Spiel für eine Party erwartet, die voller Absolventen der Columbia Medical School war. Aber anscheinend mutierten sogar zukünftige Chirurgen zu unvernünftigen Teenagern, wenn sie zu viel Alkohol intus hatten. Elektronische Beats vibrierten an den Wänden, die Luft roch nach Dope und Bier, und das Poolhaus war ein Schlachtfeld voll mit leeren Chipstüten und Spiritusflaschen.
»Wahrheit!« Janine trank direkt aus einer Tequila-Flasche. Ich befürchtete, sie würde in ein paar Minuten sowieso alles von sich preisgeben, ohne, dass jemand sie überhaupt danach fragte.
Die Blondine kicherte. »Mit wie vielen Professoren hast du geschlafen, um deinen Medical College Admission Test zu bestehen?«
Mir wurde schlecht bei dem Blödsinn, und für eine Sekunde wägte ich ab, aufzustehen und die alberne Party zu verlassen. Ich war noch zu jung, um zu trinken, würde niemals an der Columbia studieren und hatte nichts mit Ikaros’ Freunden gemeinsam. Nur seinetwegen war ich gekommen.
Janine kniff die Augen zusammen und zählte an den Fingern ab. »Vier. O-oder waren es fünf?«
Die Blondine lachte sich kaputt. »Flittchen.«
Seufzend legte ich die Hand flach auf den Boden, um mich abzustützen, als Ikaros mich endlich ansah. Unsere Blicke begegneten sich und ich tauchte in die meergrüne Farbe seiner Augen, blendete das Stimmengewirr um mich herum aus und lauschte nur meinen wilden Herzschlägen. Als sich sein Mundwinkel leicht nach oben bog, war es mir alles wert. Die Überstunden, die ich im Diner gemacht hatte. Sogar die abschätzenden Blicke seiner Freunde und die Klette, die immer noch auf seinem Schoß saß, waren mir egal.
»Hey! Du ...« Die Blondine kniff die Augen zusammen und zeigte auf mich. »Wie heißt du noch mal?«
Ich sah sie an, legte meine ganze Verachtung in meinen Ausdruck. »Jennifer Lopez.«
Ikaros’ Lächeln wurde breiter, erhellte sein ganzes Gesicht, und ich musste meine Lippen aufeinanderpressen, um nicht ebenfalls zu lachen. Warum sollte ich dieser Frau meinen echten Namen verraten, wenn sie sich nicht für mich interessierte, geschweige denn, mich überhaupt hier haben wollte? Seitdem ich angekommen war, hatte sie sich an Ikaros gekettet, als wäre er ein Boot und sie sein Anker. Wahrscheinlich lag es daran, dass jeder wusste, dass wir zusammen aufgewachsen waren und auf demselben Anwesen wohnten.
Keine Angst, Paris-Hilton-Abklatsch.
Wir schlafen nicht miteinander.
Noch nicht, denn das Funkeln in seinen Augen schenkte mir Hoffnung, von ihm meinen ersten Kuss zu bekommen.
»Du bist dran, Jennifer Lopez.« Die lallende Blondine ignorierte meinen Witz und ihr Blick huschte zu der Bierflasche, die jetzt auf mich zeigte. »Wahrheit oder Pflicht?«
Wenn ich Wahrheit wählte, würde sie sicher etwas wissen wollen, was mich vor Ikaros bloßstellte. Kindische Fragen, die mit dem Niveau des Spiels mithalten würden.
Bist du noch Jungfrau?
Willst du mit Ikaros schlafen?
Pflicht dagegen würde mir die Möglichkeit geben, ihm zu zeigen, dass ich mutig war. Eine furchtlose Frau und kein Mädchen, das er vor der Dunkelheit beschützen musste, während mein Vater mit den Angelis’ auf Geschäftsreise war.
Ich holte tief Luft. »Pflicht.«
Ein boshaftes Lächeln tanzte in den Augen der Blondine und sie kletterte von Ikaros’ Schoß hinunter, krabbelte über die Flasche, bis nur noch eine Handbreit unsere Nasenspitzen trennte. Ihr Channel N&c.ringab;5 strich mir um die Nase. »Ich fordere dich heraus, in Ares&c.comab; Zimmer zu gehen und etwas von ihm zu stehlen.«
»Nein!«, schaltete sich Ikaros sofort dazwischen. »Lass meinen Bruder aus dem Spiel.«
Mein Puls hämmerte gegen meine Schläfe und ich schaute zwischen ihm und der Blondine hin und her. Es gab wenig im Leben, wovor ich wirklich Angst hatte. Ich fürchtete mich vor Schlangen, davor, meinen Vater zu verlieren, und vor Ares.
»So funktioniert das Spiel.« Sie schaute kurz schmollend über die Schulter zu Ikaros. »Aber wenn du dich nicht traust, kannst du gern nach Hause gehen.«
Ich sah ihn ebenfalls an, doch er hielt meinem Blick nicht stand. Stattdessen fuhr er sich durch die honigblonden Haare und trank sein Bier aus. Er war wie der Sonnengott. So verdammt sexy, wunderschön und einfach unerreichbar. Und daran würde sich auch nie etwas ändern, wenn ich nichts dagegen unternahm. Also? Was hatte ich zu verlieren? In ein paar Tagen würde ich nach San Francisco ziehen und er sein erstes praktisches Jahr in Chicago anfangen. Wahrscheinlich würden wir uns nie wiedersehen.
Ares ist nur ein Mensch.
Er ist kein wahrgewordener Albtraum.
Mit einem Ruck stand ich auf. »Bin gleich wieder da.«
»Lexy!«, rief Ikaros.
Doch ich achtete nicht auf ihn, lief aus dem Poolhaus und trat in die milde New Yorker Nachtluft. Die Tür fiel hinter mir ins Schloss. Ikaros’ Stimme vermischte sich mit Ed Sheerans Bad Habits und drang gedämpft zu mir.
Ich nahm einen tiefen Atemzug, eilte mit gesenktem Kopf über den akkurat getrimmten Rasen, bis ich vor der Grausteinfassade des im gregorianischen Stil erbauten Herrenhauses stehenblieb. Die Villa war auf dem ehemaligen Gelände eines italienischen Schlosses aus dem frühen 20. Jahrhundert gebaut worden, verfügte über neun Schlafzimmer, elf Badezimmer und einen formellen Ballsaal. Hinzu kamen noch ein Heimkino, ein Weinkeller sowie ein Indoor-Fitnesskomplex, und draußen befand sich sogar ein Basketballplatz. Das alles in New York City, einer Stadt mit den vierthöchsten Immobilienpreisen der Welt. Es war aber die zweistöckige Bibliothek, die mich bei jeder Reise von Mrs. und Mr. Angelis heimlich ins Herrenhaus lockte.
Mein Vater bekam meine unbefugten Besuche nicht mit, und ich saß stundenlang zwischen Büchern, schaute dabei auf den Hudson River und tat so, als würde ich dort leben. Alles nur wegen Ikaros. Wenn wir beide uns in der Bibliothek trafen, war es so, als würde kein Milliardenerbe uns trennen. Ich fühlte mich nicht klein und unwürdig. Doch meine Hände zitterten, während eine Reihe von Erinnerungen mir durch den Kopf huschte. Eindrücke aus meiner Kindheit, in der Ares keine Möglichkeit ausgelassen hatte, mich zu schikanieren oder mich darauf hinzuweisen, dass ich nicht zur Familie gehörte. Egal wie oft Ikaros mich in Schutz genommen hatte, Ares Worte waren immer tief in mein Inneres gedrungen und hatten sich, bis heute, in meinem Bewusstsein eingenistet.
Abermals atmete ich durch, öffnete die Tür und trat ins Haus. Ein herber Duft stieg mir in die Nase, Mondlicht ergoss sich auf dem dunkelbraunen Edelholzfußboden und ein Zittern durchfuhr meinen Körper. Meine Schritte echoten von den nackten Wänden der Eingangshalle. Auf meine abgetretenen Sneakers starrend stieg ich die weißen Treppenstufen zu Ares’ Zimmer hinauf und hob erst den Blick, als ich vor seiner Tür stehenblieb. Gelbes Licht schlüpfte durch den Türspalt, und meine Faust verharrte Zentimeter vor dem dunklen Holz in der Luft. Ich ließ sie sinken, legte mein Ohr an die Tür und lauschte. Mein Puls schlug so wild, dass mir schwindlig wurde, doch von der anderen Seite hörte ich nichts.
Vielleicht ist er gerade nicht da.
Hoffentlich hat er Bereitschaft und wurde ins Krankenhaus gerufen.
Langsam umfasste ich die Türklinke, legte mir in meinem Kopf eine Ausrede zurecht für den Fall, dass er doch noch drinnen saß, und öffnete die Tür. Erdrückende...




