E-Book, Deutsch, 154 Seiten
Biesel Erfolgreich als Berater, Trainer und Coach
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-7693-7184-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Leitfaden für Einsteiger und Fortgeschrittene - Checklisten, Fallbeispiele, To-Do-Listen
E-Book, Deutsch, 154 Seiten
ISBN: 978-3-7693-7184-0
Verlag: BoD - Books on Demand
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Hartmut H. Biesel ist seit 50 Jahren in den Bereichen Markt- und Kundenmanagement aktiv und beschäftigt sich besonders mit den Themen Neuausrichtung von Vertriebsorganisationen, Entwicklung und Umsetzung von Vertriebsstrategien und Optimierung des Kundenmanagements. Hartmut H. Biesel begann seine berufliche Karriere im operativen Vertrieb, ab 1981 war er in Managementpositionen bei Unternehmen im In- und Ausland tätig. Seit 1997 berät Hartmut H. Biesel Unternehmen, die ihre Vertriebs- und Marketingaktivitäten optimieren wollen. Von der umfassenden Begleitung eines Turnarounds bis zu Coaching und Qualifizierung von Führungskräften begleitet er die Unternehmen als Umsetzungspartner. Er ist Keynote-Speaker und arbeitet für diverse Akademien in der Weiterbildung. Hartmut H. Biesel ist Mitglied in diversen Organisationen der Wirtschaft. Er war viele Jahre Vorsitzender des EFKAM European Foundation for Key Account Management und Gründungsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Führungskräfteentwicklung DGFKE e.V. Er ist erfolgreicher Buchautor, Berater und Management-Coach.
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3 Der Start – Festlegung des eigenen Profils
Sie haben die grundsätzliche Entscheidung getroffen, in das Berater- und Trainergeschäft einzusteigen. Vielleicht haben Sie im Vorfeld schon einen generellen Geschäftsplan entwickelt, auch wenn vielleicht Einzelaspekte noch nicht ganz klar sind. Wie auch immer, ich empfehle Ihnen vor der Festlegung eines Geschäftsplans viele Gespräche mit Beratern und Trainern zu führen, die schon lange erfolgreich im Geschäft sind. Ich bin nach meiner Grundsatzentscheidung pro Freiberuflichkeit 4 Monate durch Deutschland gefahren und habe viele Interviews mit zukünftigen Kollegen und Anbietern geführt. Ich habe sie angerufen und gefragt, ob sie mir 1 Stunde ihrer wertvollen Zeit schenken und mir für Fragen zur Verfügung stehen. Bis auf wenige Ausnahmen haben sie zugestimmt. Und aus einer Stunde wurden manchmal auch 2 Stunden. Was mich interessierte, war unter anderem:
- Wie haben die Gesprächspartner ihre Positionierung gefunden?
- Musste die Positionierung während der Karriere angepasst werden, was waren die Gründe hierfür?
- Wie haben die Befragten eine marktfähige Abgrenzung zu anderen Anbietern gefunden?
- In welcher Form erfolgt generell deren Akquise und der Angebotsprozess dieser Anbieter?
- Was hat die Kollegen erfolgreich gemacht, in welchen Bereichen haben sie ihr Vorgehen modifiziert?
Manche Berater oder Trainer waren sehr offen, andere waren ab einem bestimmten Zeitpunkt sehr zögerlich. Insgesamt war der Prozess aber sehr hilfreich für mich, um mir eine bessere Klarheit über meine eigene Positionierung zu verschaffen. Vergegenwärtigen Sie sich, dass eine klare Positionierung unerlässlich ist, um eine Chance auf einen erfolgreichen Einstieg zu haben.
Eine weitere Möglichkeit, seine eigene Positionierung zu schärfen, ist die Internet-Recherche. Das können die Angebots- und Leistungsprofile von Beratungsunternehmen sein oder bei Trainern die Programme der großen Seminaranbieter. Wenn ein Thema sehr häufig angeboten wird, bedeutet dies auf der einen Seite, dass es aktuell ist, auf der anderen Seite aber auch, dass der Wettbewerb sehr groß ist. Hier ein Alleinstellungsmerkmal, gerade beim Start, zu entwickeln, ist manchmal sehr schwierig. Nutzen Sie die folgende Checkliste:
Checkliste
- Welche Themen werden derzeit besonders häufig beworben beziehungsweise angeboten?
- Wie relevant sind diese Themen bezogen auf meine eigene Expertise?
- Ist es möglich, Teilaspekte dieser Themen herauszufiltern und daraus ein eigenes Angebot zu kreieren?
- Welche Themen sind kurzfristiger Natur, welche werden die Kunden in den kommenden Jahren beschäftigen?
- Kann ich ein Thema alleine „bespielen“ oder benötige ich Partner, um mein Angebot abzurunden?
- In welchen Themen fühle ich mich sicher, wo müsste ich noch Erfahrungen sammeln?
Konzentration auf das Wesentliche ist eine Tugend, die man nie aus den Augen verlieren sollte.
Wer überall Spitze sein will, ist auch überall nur Mittelmaß!
In der Regel positioniert man sich in dem Bereich, in dem man entweder durch das Studium oder Berufsleben Expertise sammeln konnte und sich sicher fühlt. Ich startete nach meiner Ausbildung im Vertrieb. Ich fühlte mich auch in den vielen Jahren meiner Managementfunktionen in der Wirtschaft diesem Tätigkeitfeld besonders zugetan. Insofern war mir klar, dass ich mich in der Beratung auf die Bereiche Marketing und Vertrieb konzentrieren würde und, unabhängig davon, ob ich andere Bereiche ebenso beraten könnte, andere Kollegen bei anderen Sachthemen einbinden würde. Kunden sind gegenüber Anbietern, die alles können, sehr skeptisch. Zu Recht! Diese eierlegenden Wollmilchsäue kratzen oftmals nur an der Oberfläche.
Zu meiner Zeit war ein großes Thema „Key Account Management“, das nur bedingt von Beratern und Trainern angeboten wurde. Ich habe mich zu Beginn meiner Beraterlaufbahn sehr stark auf dieses Thema fokussiert mit der Konsequenz, dass ich nach einigen Jahren einer der führenden Berater und Trainer für Key Account Management wurde und ich dadurch andere Themen in den Fokus nehmen konnte. Diese Positionierung reichte natürlich nicht für viele Jahrzehnte, war aber die Basis, andere Themen wie „Strategie“ und „Führung“ anzugehen und ernst genommen zu werden. Wer auf einem Feld anerkannte Arbeit abgeliefert hat, wird auch auf anderen Feldern wahrgenommen.
3.1 Ideen zur Festlegung des eigenen Profils
Es ist sinnvoll, den Status-quo der Wirtschaft zu beleuchten, um Ansätze zur Festlegung des eigenen Profils zu finden. Jahrelang wurde die Steigerung der Effizienz wie ein Mantra in den Unternehmen gefordert. Das ändert sich derzeit. Manager bemerken, dass es zwar richtig ist, effizient zu arbeiten, dass aber zuerst die Effektivität im Vordergrund stehen sollte. Was nützt es, effizient zu sein, wenn ich nicht effektiv bin? Nachstehend gebe ich in Kurzform wieder, wie ich die Wirtschaftsentwicklung heute sehe.
Theoretischer Exkurs




