E-Book, Deutsch, Band 3, 425 Seiten
Reihe: Die Braggettes
Biggs Aufruhr der Herzen
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7325-4560-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Südstaaten-Saga
E-Book, Deutsch, Band 3, 425 Seiten
Reihe: Die Braggettes
ISBN: 978-3-7325-4560-5
Verlag: beHEARTBEAT
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Rebellion der Liebe
Traynor Braggette hat einen verzweifelten Plan gefasst, um seinen Bruder aus dem belagerten Vicksburg zu retten und ihn vor dem Galgen zu bewahren. Und er denkt nicht daran, sich von irgendjemandem daran hindern zu lassen - schon gar nicht von der temperamentvollen Marci, die an Bord seines Schiffs gekommen ist. Wie eine Wildkatze wehrt sie sich gegen ihn und schweigt nur dann, wenn er ihr den Mund mit einem Kuss verschließt.
Unter anderen Umständen hätte es ein vergnügliches Abenteuer sein können - doch Traynor kann nicht riskieren, dass Marci ihn und seine Pläne verrät ...
***
Ein historischer Liebesroman aus den Südstaaten der USA im 19. Jahrhundert. Jeder Roman der Südstaaten-Saga ist in sich abgeschlossen und erzählt von anderen Familienmitgliedern des Braggette-Clans - doch eines ist ihnen allen gemeinsam: Starke Schönheiten treffen auf verwegene Verführer, und ihre leidenschaftlichen Abenteuer lassen Ihr Herz höherschlagen!
Band 1: Glück deiner Liebe. * Band 2: Macht der Sehnsucht. * Band 3: Aufruhr der Herzen. * Band 4: Sturm der Gefühle.
Diese romantische Liebesgeschichte ist in einer früheren Ausgabe unter dem Titel 'Wenn ein Herz sich ergibt' erschienen.
eBooks von beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert.
Cheryl Biggs liebt Cowboyserien und Western seit ihrer Kindheit. Die passionierte Reiterin lebt mit ihrem Mann, den fünf Katzen Dooby, Dusty, Dolly, Mikey und Lil' Girl sowie mit Hund Lady am Fuß des Mount Diablo, Kalifornien.
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1
Ende Juni 1863
»Wer sind Sie?«
Traynor fuhr überrascht herum, als er die Frauenstimme hörte. Für den Moment war die Landkarte vergessen, in der der Verlauf des Mississippi mit seinen Sandbänken und Untiefen verzeichnet war. Seine Verblüffung wuchs noch bei dem Anblick, der sich ihm bot. Die Frau war kaum größer als ein Meter sechzig, die Haare fielen ihr wie ein Schleier aus Seide bis auf die Schultern. Aus grünen Augen, die jedem Smaragd Konkurrenz machten, starrte sie ihn verächtlich an.
Ihr herrischer Ton rief bei Traynor Ablehnung hervor, daher beschloss er, diese Frage nicht zu beantworten. Die Frau hatte die Hände in die Hüfte gestemmt, die perfekt geschwungenen Augenbrauen waren verärgert zusammengezogen. Es war offensichtlich, dass sie wütend war.
Dasselbe konnte Traynor auch von sich behaupten. Er zog ebenfalls die Stirn kraus, Zorn und Ungehaltenheit waren auf seinem Gesicht zu lesen. »Ich?«, erwiderte er schließlich, nachdem er den ersten Schock verdaut hatte. Dann nahm seine Stimme einen befehlenden Ton an: »Und wer, zum Teufel, sind Sie?«
»Ich habe zuerst gefragt.«
Entschlossen verschränkte die Frau die Arme vor der Brust und starrte Traynor an. Ihre Silhouette zeichnete sich gegen das Mondlicht ab, dessen Schein wie Silberfunken in ihrem langen Haar reflektierte. Das Licht der Laterne, die das Ruderhaus erhellte, fiel auf ihr Gesicht. Der sanfte Schein legte einen goldfarbenen Schatten auf ihre helle Haut und ließ das tiefe Grün ihres Seidenkleides dunkel aufschimmern.
Laternenschein, Mondlicht und ihre Schönheit verschmolzen zu einer Aura, die sie beinahe überirdisch erscheinen ließ. Traynor blinzelte, um sich zu vergewissern, dass ihm seine Fantasie keinen Streich spielte. So etwas konnte er nicht gebrauchen. Absolut nicht. Und jetzt schon gar nicht.
»Antworten Sie«, forderte sie und stampfte mit dem Fuß auf, als Traynor schwieg.
Traynors Stimmung, in den letzten Tagen ohnehin fast am Überkochen, wallte bei ihren scharfen Worten und ihrem fordernden Auftreten augenblicklich auf, und es kostete ihn große Mühe, sich zu beherrschen. Seit er den Brief seiner Mutter bekommen hatte, war es ihm immer schwerer gefallen, seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Seine sonst stahlharten Nerven waren ohnehin schon zum Zerreißen gespannt – so wie die seiner Männer –, und er hatte keine Zeit, sich mit Wortklaubereien abzugeben. Oder mit temperamentvollen Frauen, ganz egal, ob sie nun wunderschöne Zankteufel oder hässliche alte Frauenzimmer waren. Und diese Frau war ganz bestimmt kein hässliches altes Weib.
Traynor knüllte die Landkarte zusammen, die er noch in Händen hielt, und warf sie seinem Ersten Offizier Brett Forteaux zu, der hinter ihm in dem engen Ruderhaus stand. Dann strich er sich mit der Hand durch das zerzauste dunkle Haar und musterte die Frau ungehalten. »Ich bin Traynor Braggette, General der Armee der Vereinigten Staaten und der Commander dieses Kanonenbootes. Ich weiß zwar nicht, wer Sie sind, Miss, oder wie Sie überhaupt an Bord gekommen sind, aber –«
»Sie sind nicht der Commander dieses Schiffes.«
»Hört, hört«, murmelte Brett.
Traynor ignorierte die leise Bemerkung seines besten Freundes. Die Frau, die ihnen so abweisend gegenüberstand, sah vielleicht nicht wie ein zänkisches Frauenzimmer aus, aber ganz bestimmt besaß sie die scharfe Zunge einer Schlange. Und Traynor gelangte rasch zu der Überzeugung, dass es sich mit ihrem Charakter ähnlich verhielt. Er versuchte, ruhig zu bleiben und Vernunft walten zu lassen. »Hören Sie, Miss, ich habe wirklich keine Zeit für eine überflüssige Unterhaltung. Meine Männer und ich haben einen wichtigen Auftrag zu erledigen.«
Ihre Augen verengten sich zu schmalen Schlitzen. »Wie sind Sie zu diesem Schiff gekommen?«
Traynor überhörte ihre Frage. »Also, ich weiß nicht, wer Sie sind oder wie Sie an Bord der Bayou Queen gelangt sind –«
»Ich gehöre hierher.«
Es kribbelte ihn in den Fingern, sie ihr um den hübschen Hals zu legen – und ganz gewiss nicht, um diesen zu streicheln. »Was ich Ihnen sagen will«, stieß Traynor zwischen zusammengepressten Zähnen hervor, »ist, dass ich Sie im nächsten Hafen an Land setzen werde. Hier kann ich nicht für Ihre Sicherheit garantieren, und Sie sind ganz bestimmt nicht –«
»Von einem General Traynor Braggette habe ich noch nie etwas gehört«, fiel sie ihm ins Wort. »Wo waren Sie zuletzt stationiert, Sir?«
Mit ihren smaragdgrünen Augen starrte sie ihn an, kalt und herausfordernd.
»Wem sind Sie verantwortlich, General Braggette?« Sie reckte das Kinn arrogant vor. »Wer ist Ihr vorgesetzter Offizier?«
Traynor spürte, dass sich die Zügel, mit denen er seinen Zorn in Schach hielt, gefährlich lockerten. Herrische Frauen konnte er nicht ausstehen. Und auch keine zänkischen Frauen, die seine Pläne durchkreuzten. Und wenn diese Pläne darin bestanden, zu versuchen, seinen älteren Bruder Traxton vor der Schlinge des Henkers zu bewahren, konnte er sie erst recht nicht ausstehen. Auch wenn sie wunderschön war. Auch wenn er schon so lange nicht mehr mit einer Frau zusammen gewesen war, dass sich sein Körper allein durch ihre Anwesenheit in ein wildes Inferno verwandelte. Am liebsten hätte Traynor laut geflucht. Himmel noch mal, sein Verlangen nach einer Frau musste sehr viel stärker sein, als er gedacht hatte, wenn sich sein Körper nach diesem kleinen scharfzüngigen Biest zu sehnen begann. »Ich habe wirklich keine Zeit für diese Unterhaltung, Miss ...«
»Colderaine«, ergänzte sie hochmütig. »Miss Marcilynne Elizabeth Colderaine, aus Boston. Meine Freunde nennen mich Marci, aber für Sie Miss Colderaine.«
Traynor streckte die Hand aus, um ihren Arm zu ergreifen und sie aus dem Ruderhaus zu führen. »Schön, Miss Colderaine. Im nächsten Hafen, an dem wir vorbeikommen, werden wir –«
Marci riss sich aus seinem Griff los. »Nehmen Sie Ihre Hand weg, Mr. Wer-Sie-auch-sein-mögen.« Sie umklammerte den Türgriff und stand wie festgewurzelt. »Ich verlange eine Antwort, und ich werde mich nicht von der Stelle rühren, bis ich sie bekommen habe.« Sie sah zornig zu ihm auf. »Wer sind Sie, Sir, und was machen Sie auf dem Schiff meines Bruders?«
»Dem Schiff Ihres Bru...–« Traynor verschluckte sich fast an diesen Worten und verspürte mit einem Mal ein flaues Gefühl im Magen.
»Wo ist mein Bruder?«, verlangte Marci zu wissen. »Was haben Sie mit Gerald gemacht? Und mit seiner Mannschaft?«
Traynor versuchte auszuweichen. »Ma’am, glauben Sie mir, ich weiß nicht, was –«
Marci gehörte nicht zu denen, die gönnerhaftes Benehmen akzeptierten oder sich sagen ließen, dass es Dinge gab, von denen sie nichts zu wissen brauchte. Sie schnitt ihm das Wort ab. »Wo ist die Mannschaft? Und wo ist mein Bruder? Als ich heraufgekommen bin, habe ich niemanden gesehen, den ich kenne.« Marci spähte über Traynors Schulter. »Und wer ist dieser Mann da am Ruder? Das ist nicht Lieutenant Ephraim.«
Traynor fühlte einen Anflug von Panik in sich aufsteigen. Als sie über den Plan abgestimmt hatten, war er ihnen ganz einfach vorgekommen, durchführbar: Sie würden vorgeben, Offiziere und Soldaten der Unionsarmee zu sein, die für Präsident Lincoln in geheimem Auftrag unterwegs waren. Sie würden eines der Yankee-Schiffe, die im Hafen von Memphis festgemacht hatten, in ihre Gewalt bringen, flussabwärts bis nach Bridgeport, Mississippi, fahren und dort seinen Bruder Traxton aus den Händen der Yankees befreien. Alles ganz einfach. Bis jetzt.
Was er dabei nicht einkalkuliert hatte, war, dass ihm dabei ein Feuer speiender Yankee-Drachen in Gestalt dieser Frau in die Quere kommen würde. Traynor atmete tief durch, um sich zu beruhigen. Er durfte nicht zulassen, dass alles schiefging. Nur er konnte Traxton retten. Zweifellos hatte seine Mutter auch an Trace und Travis geschrieben, aber das musste nicht heißen, dass seine Brüder diese Nachricht auch bekommen hatten. Soweit er wusste, war Trace irgendwo im Auftrag ihres Präsidenten Jeff Davis unterwegs, und Travis hielt sich noch immer in Nevada auf und würde es niemals schaffen, Traxton rechtzeitig zu Hilfe zu kommen. Traynor bemühte sich, ruhig zu bleiben. »Miss Colderaine, wie ich schon sagte, sind meine Mannschaft und ich in einer speziellen, geheimen Mission unterwegs. Wir haben das Schiff Ihres Bruder beschlagnahmt –«
»Kanonenboot«, korrigierte Marci ihn, wobei ihre Augen vor Verachtung funkelten.
»Kanonenboot«, wiederholte Traynor mühsam beherrscht. Der kleine Rest an Geduld, über den er noch verfügte, schwand rasch dahin. Er hatte keine Zeit für Komplikationen. Ihm schossen einige Flüche durch den Kopf, die selbst für die derbsten Ohren unpassend gewesen wären. Er glaubte zu spüren, dass der Brief, den er vor Kurzem von seiner...




