Bilgoni | Nice Girls reloaded | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2, 232 Seiten

Reihe: Nice Girls

Bilgoni Nice Girls reloaded

Remmidemmi überall
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-347-48494-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Remmidemmi überall

E-Book, Deutsch, Band 2, 232 Seiten

Reihe: Nice Girls

ISBN: 978-3-347-48494-8
Verlag: tredition
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dieses Buch ist die Fortsetzung von 'Nice Girls Verrückte Hühner - leicht ergraut'. Vier Golden-Ager-Damen finden sich in einer WG direkt am Wiener Opernring zusammen. Angie, die Gründerin der etwas anderen Wohngemeinschaft ist eine ehemalige Hippiebraut. Sie hat die Ära des 'Summer of Love' mit Leib und Seele gelebt, mit allen Konsequenzen. Die freie Liebe hat ihr nämlich im Teenager-Alter ein Baby beschert. Die Konsequenzen hatte sie vollkommen allein zu tragen. Trotz alledem glorifiziert sie der Zeit noch immer und kleidet sich bis heute im Stil der Golden Sixties. Mit ihren drei Mitbewohnerinnen erlebt sie etliche Höhen und Tiefen im täglichen Leben. Ein sonderbarer Hund und drei Katzen ergänzen die illustre Mädelsrunde. es gibt daher jede Menge Remmidemmi.

Barbara Bilgoni, geboren 1955, lebt in Niederösterreich. Sie wuchs im 12. Wiener Bezirk auf und besuchte ein Gymnasium. Nach der Matura arbeitete sie in verschiedenen Banken, nur unterbrochen von zwei Babypausen. Jetzt, im Ruhestand, hat sie sich auf den in ihr schlummernden Humor besonnen und nutzt jede freie Minute zum Schreiben. Sechs Bücher, nämlich 'Zitronenbaiser', 'Weichseleclair & Sanddornstreusel', ' Ribiselmadeleines', 'Himbeermacarons', "Nice Girls" und "Gabriel" sind bereits erschienen. Mit ihrer realitätsnahen Sprache gibt sie sich als 'Autorin mit einem Augenzwinkern' zu erkennen. Gerne streut sie auch hin und wieder österreichische Ausdrücke ein, damit die nicht in Vergessenheit geraten. Die handlichen Bücher passen in jede Tasche und sorgen für Kurzweil im Zug, im Strandbad oder Bett. Nun wendet sich Barbara Bilgoni, die zweifache Mutter und Großmutter, auch dem Genre Märchenbücher zu und schreibt mit großer Empathie liebevolle Geschichten für Kinder. 'Miri, die kleine Blumenelfe' , 'Daniel bei den Delfinen' und "Frau Amsel lernt schwimmen" sind die ersten einer Reihe von fünf Büchern, die in Kürze noch erscheinen werden. Barbara Bilgoni hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu unterhalten und gleichzeitig auf spielerische Weise und ohne erhobenen Zeigefinger Wissen zu vermitteln.
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 A m Samstag zeitig in der Früh fuhr Mel endlich wieder einmal nach Kärnten zu ihren Kindern. Sie sang im Auto fröhlich vor sich hin. Ein bisschen musste sie bereits heizen, denn in den Morgenstunden war es jetzt im Herbst schon ein wenig ungemütlich und sie wollte ja eine angenehme Reise haben. Über die Südautobahn verließ sie das Umfeld von Wien und fuhr weiter nach Süden. Es war ein wunderbarer Tag und allmählich wurde es hier wärmer. Sie freute sich sehr auf das Wiedersehen mit ihren Lieben. Die waren Gott sei Dank sehr tüchtig und absolvierten das Studium ohne viele Zwischenfälle. Eine Prüfung nach der anderen wurde gemeistert und die alte Gerti war ebenso stolz auf ihre zwei Untermieter wie Mel selbst.

Auf einer Raststation machte sie eine kleine Kaffeepause und suchte sich einen schönen Fensterplatz. Irgendwie gefielen ihr die Autobahn-Restaurants. Hier kamen und gingen die Leute. Es war so eine Aufbruchsstimmung. Viele fuhren ja in den Urlaub, manche waren allerdings auch beruflich unterwegs. Wie auch immer, hier trafen sich die verschiedensten Menschentypen und das war spannend.

Mel hatte Glück gehabt, sie hatte einen der letzten freien Tische ergattert. Jetzt steuerte allerdings ein riesiger Mann in kariertem Flanellhemd zielstrebig auf sie zu. In der Hand trug er ein Tablett mit einem ausgiebigen Frühstück. Höflich fragte er, ob er bei Mel Platz nehmen dürfe. Sie bejahte.

Der Mann begann sofort, sein wunderbares Essen zu genießen, und Mel lief das Wasser im Mund zusammen. Sie hatte sich nur einen Kaffee geholt. Das bereute sie jetzt, als sie sah, was es hier für herrliche Sachen gab. Sie ließ den Blick über das Tablett des Sitznachbarn schweifen. Mhm!

„Ich geh mir auch noch schnell was holen“, sagte sie schließlich zu ihm und ging Richtung Büfett. Dort nahm sie sich einen Teller mit Eierspeis und einen Kornspitz. Ein paar Gurkenscheiben komplettierten ihr Mahl.

Zurück beim Tisch ließ sie es sich nun auch gut schmecken.

„Wissen Sie, ich bin die ganze Nacht gefahren, da hab ich in der Früh immer mächtig Hunger. Da muss schon ein ordentliches Frühstück her, denn mein Weg ist noch weit. Ich bin Lkw-Fahrer und die vertragen schon was.“

Mel schaute ihn interessiert an. Er hatte etwas von einem Bären und das bunte Holzfällerhemd machte ihn richtig sympathisch.

„Ja, das glaub ich gerne. Ich bin zwar erst heute Morgen aufgebrochen, aber Sie haben mir jetzt so richtig Appetit gemacht. Ich muss noch bis Klagenfurt, das ist auch noch ein schöner Weg.“

„Da bin ich heute schon durchgefahren. Eine schöne Stadt. Leider habe ich nie Zeit, mich ein wenig umzusehen. Na ja, zumindest den Lindwurm, das Wahrzeichen, habe ich schon einmal besichtigt“, erklärte der gutmütige Riese lächelnd.

„Fahren Sie zum Sightseeing nach Kärnten?“, fragte er dann noch, um das Gespräch im Fluss zu halten.

Mel, die bis jetzt ihrer Stärkung eifrig zugesprochen hatte, beeilte sich zu schlucken, und meinte:

„Nein, meine beiden Kinder studieren dort Soziologie. Ich wohne in Wien, aber ich bemühe mich immer, zumindest einmal im Monat nach den beiden zu sehen. Sie sollen nur wissen, dass da jemand ist, der darauf schaut, dass beim Studium was weitergeht. Aber ich darf mich nicht beschweren. Sie sind eh sehr fleißig.“

„Na, da können Sie von Glück sprechen. Mein Neffe studiert Pharmazie, aber der lässt die Zügel ganz schön schleifen. Mein Bruder jammert mir immer die Ohren voll, was der Filius für Geld kostet. Sieben Jahre muss er ihn jetzt schon unterstützen. Dafür hat er aber dann den Apotheker gleich in der Familie, wenn er mal alt ist. Das hat ja auch was.“

„Ob sich Ihr Bruder da nicht täuscht! Man kann sich nicht immer auf die Kinder verlassen. Aber ich wünsche ihm natürlich, dass er recht behält.“

„So, ich bin fertig“, seufzte der Riese nun wohlig und strich sich über den Bauch. „Es tut mir leid, aber ich muss weiter. Die Orangen aus Kroatien wollen nach Wien. Ich bin übrigens der Sammy!“ Und schon drückte er Mels Hand und machte sich auf den Weg.

„Vielleicht sieht man sich wieder mal.“

„Tschüss, Sammy! Gute Fahrt. Ich bin Mel.“

Und schon war er verschwunden. Eigentlich ein sehr netter Mann, dachte Mel bei sich und blickte ihm versonnen hinterher. ,Ach Max, warum musstest du so früh von uns gehen? Dieser unsägliche Verkehrsunfall. Dabei warst du ja gar nicht schuld. Aber ich bin dann plötzlich mit unseren Kindern dagestanden.´ Wehmütig dachte sie an frühere Zeiten, als die Familie noch vollständig war. Seither hatte sie mit Männern nicht mehr allzu viel am Hut gehabt. Aber der Sammy, der könnte ihr schon gefallen.

Sie verließ ebenfalls den Tisch, zahlte beim Hinausgehen ihre Rechnung und setzte sich wieder hinter das Steuer. Drei Stunden würde sie noch brauchen bis zu ihrem Ziel. Sie hatte den Kindern gestern Bescheid gegeben, dass sie kommen wollte, und wie immer hatten sie sich sehr gefreut. Gerti würde Kasnudeln6 machen, hatte Lisa ihr gesagt. Ach, die gute Seele! Sie ließ es sich einfach nicht nehmen, sie alle drei zu verwöhnen.

Das Wetter veränderte sich zusehends. Schwarze Wolken zogen auf. Mel war froh, dass sie fast am Ziel war. Das könnte ein veritables Unwetter werden. Als die ersten dicken Tropfen fielen, hielt sie gerade ihren Panda vor dem Haus, in dem Lisa, Fred und Frau Gerti wohnten. Blumen hatte sie jetzt keine, aber es musste auch so gehen. Sie schnappte ihre Reisetasche von der Rückbank und drückte den Klingelknopf. Fast in der Sekunde summte der Türöffner und Mel stieg die Stufen hinauf in den ersten Stock. Frau Gerti wartete schon in der Tür. Die beiden begrüßten sich herzlich, denn die alte Dame gehörte schon fast zur Familie. Wie eine Oma eben. Mel wurde hereingebeten.

Sofort erschienen auch ihre erwachsenen Kinder im Vorraum. Lisa hatte gleich in der Nachbarschaft ein Pensionszimmer für ihre Mutter gebucht, doch jetzt wollten sie erst einmal gemütlich plaudern. Mel übergab ihre Geschenke. Für Sohn Fred hatte sie eine Stange Salami und sein geliebtes Schwarzbrot mitgebracht. Lisa bekam ihr Frühstücksmüsli, das Mel immer selbst zusammenmischte und Frau Gerti bekam die Bonbonniere mit Riesenschleife.

Die nette alte Dame bat alsdann zum Mittagessen und alle vier ließen sich die selbst gemachte Kärntner Spezialität gut schmecken.

Lisa erzählte von ihrer gestrigen Prüfung und Fred, der parallel zum Studium auch noch den Führerschein machte, gab Bonmots aus dem Kurs zum Besten.

Mel erkundigte sich nach dem Wohlergehen von Frau Gerti, die für ihre Familie ein wahrer Segen war. Nicht nur, dass sie den beiden Jungen Quartier gab, sie kümmerte sich auch wie eine liebende Oma um sie, was die beiden natürlich sehr genossen.

Jetzt erzählte auch Mel von den Neuigkeiten in der WG. Wie Inga wieder bei ihnen eingezogen war und Othello jetzt heiß und innig liebte. Dass Ria mit Bruno eine Wohnung suchte. Von Angie, die sich um die schwer kranke Claudia gekümmert hatte, und wie sehr sie darunter gelitten hatte, dem Kind bei der Therapie beizustehen.

Nach dem Essen war geplant, die Stadtgalerie zu besuchen. Also machten sich die drei auf den Weg, Gerti wollte lieber daheim bleiben. Die Jahre machten sich bei ihr bemerkbar. Die Beine waren müde und nach dem Essen hielt sie gerne ein kleines Schläfchen.

Mit dem Auto fuhren sie zu dem Museum, auf das sich Mel schon länger gefreut hatte. Auf einer Fläche von rund tausend Quadratmetern, präsentierte die Stadtgalerie ein abwechslungsreiches Programm. Gezeigt wurden Ausstellungen mit Werken der klassischen internationalen Moderne wie zum Beispiel von Rembrandt, Andy Warhol, Egon Schiele, Henri Toulouse-Lautrec und weiteren jungen Künstlern. Dabei wechselten sich Malerei, Skulptur, Fotografie und neue Medien regelmäßig ab. 

Besonders die Werke von Andy Warhol interessierten Mel. Davor verweilte sie am längsten, war dieser doch Mitbegründer und bedeutendster Vertreter der amerikanischen Pop Art. Er hatte ein umfangreiches Lebenswerk hinterlassen, das von simplen Werbegrafiken bis zu Gemälden, Objekten, Filmen und Büchern reicht. Zudem war er auch als Musikproduzent tätig.

Andächtig schritten die drei die Räume ab und bewunderten die verschiedensten Exponate. Auch Fred und Lisa waren hier noch nie gewesen und so waren sie ihrer Mutter dankbar, dass sich diese auch um ihre künstlerische Bildung bemühte.

In der Zwischenzeit zeigte sich der Himmel pechschwarz und die Temperatur war weiter gefallen. Eine extreme Kaltwetterfront wurde mitten im Herbst erwartet, wie es sie noch nie vorher gegeben hatte, zumindest seit der Aufzeichnung der Wetterentwicklung.

Nach einem Kaffee in dem kleinen Bistro, das dem Museum angeschlossen war, traten die drei den...



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