E-Book, Deutsch, 280 Seiten
Bilstein / Ecarius / Ricken Bildung und Gewalt
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-658-10810-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
E-Book, Deutsch, 280 Seiten
Reihe: Social Science and Law (German Language)
ISBN: 978-3-658-10810-6
Verlag: Springer
Format: PDF
Kopierschutz: 1 - PDF Watermark
Im Zentrum des Bandes steht der Diskurs über Gewalt und Gewaltverhältnisse in der Erziehungswissenschaft und die Feststellung, dass es sich hier um ein konstantes pädagogisches Problem handelt. Die erziehungswissenschaftlichen Diskussionen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit den unterschiedlichen Phänomenen und Strukturen von Gewalt auseinandergesetzt und dabei einerseits Differenzierungen zwischen körperlichen und nicht-körperlichen Gewaltformen herausgearbeitet, andererseits unterschiedlichste - teils auch konzeptionell widersprüchliche - Theorien und Modelle der Gewaltprävention entwickelt. Der Verlauf dieser erziehungswissenschaftlichen Gewalt-Diskurse zeigt dabei, dass es sich um ein grundsätzliches Problem handelt, das gerade auf der Diskussionsebene der Allgemeinen Erziehungswissenschaft von hoher und struktureller Relevanz ist.
Dr. Johannes Bilstein ist Professor an der Kunstakademie Düsseldorf.Dr. Jutta Ecarius ist Professorin an der Universität zu Köln.Dr. Ursula Stenger ist Professorin an der Universität zu Köln.Dr. Norbert Ricken ist Professor an der Universität Bremen.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1;Inhaltsverzeichnis;5
2;Vorwort;7
2.1;Binnenregulierung – Steuerung des Subjekts;8
2.2;Ordnungen und Strukturen;11
2.3;Institutionen;13
3;Teil 1 Binnenregulierung – Steuerung des Subjekts;16
3.1;Vulnerabilität und Gewalt in der fluiden Moderne;17
3.1.1;1 Moderne Staatlichkeit und Gewalt;20
3.1.2;2 Optionen, Gewalt und Vertrauen;23
3.1.3;3 Vertrauenswürdigkeit, Identität und Gewalt;26
3.1.4;Literatur;28
3.2;Die Person als Risikofaktor der Erziehung: Ausgewählte Einblicke in die Struktur des Pädagogischen Selbst;31
3.2.1;1 Das Konzept des „Pädagogischen Selbst“;32
3.2.2;2 Ausgewählte Grundannahmen der psychoanalytischen Selbstpsychologie;34
3.2.3;3 Vertikale Spaltung oder: von der Selbstpsychologie in die Pädagogik;38
3.2.4;Literatur;46
3.3;Verwaltungsgewalten des Selbst und ihre Pädagogik;48
3.3.1;1 Selbstverfügungen als Daseinsproblem: Zur historischen Empirisierung der Gewaltpotentiale gegen sich selbst;48
3.3.2;2 Epochenwandel: Neuzeitliche Selbstverfügungsgewalt;50
3.3.3;3 Pädagogik der Selbstpluraität;56
3.3.4;4 Fazit;59
3.3.5;Literatur;60
3.4;‚Grenzverletzungen‘ Medizinische Behandlungen als Gewalterfahrung in den biografischen Rekonstruktionen von Frauen mit Behinderung;63
3.4.1;1 Frauen mit Behinderung als Gewaltbetroffene;64
3.4.2;2 Gewalt als Verletzungserfahrung;65
3.4.3;3 Medizinisch-pflegerische Behandlungen in lebensgeschichtlichen Erzählungen – zwischen Ermächtigung und Ohnmacht;68
3.4.4;4 Medizinisch-pflegerische Behandlungen als biografische Herausforderung;72
3.4.5;5 Strategien biografischer Bearbeitung;74
3.4.5.1;5.1 „Ich wollte ihr eigentlich helfen“ – Kritik und Mission;74
3.4.5.2;5.2 „Da produziere ich was und merke häufig, dass es ganz, ganz stark mit Dingen verbunden ist, die mir wichtig sind“ – ästhetische Bearbeitung und Vermittlung;75
3.4.5.3;5.3 „Von hinten durch die Brust ins Auge“ – sozialer Rückzug;76
3.4.5.4;5.4 „Ich weiß bis heute nicht, wie ich überlebt habe“ – Biografische Diffusität versus Handlungsorientierung;76
3.4.6;6 Resümee;77
3.4.7;Literatur;79
3.5;Habitus oder die Gewaltförmigkeit der menschlichen Existenz Anthropologische Überlegungen zu einemKonstitutionsprinzip;81
3.5.1;1 Die Gewaltförmigkeit des Habitus;81
3.5.2;2 Der Körper als Ort des Geschehens;83
3.5.3;3 Anthropologische Überlegungen zum Habitus;84
3.5.4;4 Ausgangssituation der Habitualisierung;86
3.5.5;5 Gewalt als Resultat der Körper-Welt-Relation: JungenBeschneidung;89
3.5.6;6 Schluss;93
3.5.7;Literatur;94
3.6;Weibliche Jugendgewalt und Bildung;95
3.6.1;1 Einleitung;95
3.6.2;2 Gewaltkarrieren von Mädchen;96
3.6.2.1;2.1 Die Perspektive des Kampfes;97
3.6.2.2;2.2 Der Kampf um Anerkennung;100
3.6.3;3 Potenziale für Bildungsprozesse;101
3.6.4;4 Kritische Perspektiven auf die biografische Diagnostik;103
3.6.5;Literatur;107
4;Teil 2 Ordnungen und Strukturen;110
4.1;Über die Gewalt der Bilder und der Worte ‚Geistige Behinderung‘ im Spiegel der Philosophie, Psychiatrie und Heilpädagogik;111
4.1.1;1 Einleitung;111
4.1.2;2 Zwei Vorannahmen: Symbolische Gewalt und die Konstruktion von ‚geistiger Behinderung‘;112
4.1.3;3 Repräsentationen von ‚geistiger Behinderung‘ seit dem 18. Jahrhundert;113
4.1.4;4 Schlussbemerkung;119
4.1.5;Literatur;121
4.2;Bildung – Gewalt – Geschlecht;123
4.2.1;1 Gewalt und Geschlecht;123
4.2.2;2 Sexuelle Gewalt durch pädagogische Fachkräfte an Schulen – Ein Blick auf den Forschungsstand;127
4.2.3;3 Sexuelle Gewalt und Geschlechterkonstruktionen;130
4.2.4;4 Schlussüberlegungen;134
4.2.5;Literatur;135
4.3;Gewalt in Bildung Notizen zur Beschneidungsdebatte;138
4.3.1;1 Vorbemerkungen;138
4.3.2;2 Bildung und Gewalt;139
4.3.3;3 Konjunktiv, Optativ, Potentialis;141
4.3.4;4 Kölner Gerichtsurteil;142
4.3.5;5 Bilden und Schneiden;145
4.3.6;6 Beschneidung als die Kreation eines Symptoms;147
4.3.7;7 Unversehrtheit;148
4.3.8;8 Abschreckung;151
4.3.9;9 Männerbund;152
4.3.10;10 Grausamkeit;153
4.3.11;11 Achtung;154
4.3.12;12 Körper;155
4.3.13;13 Aggressivität;155
4.3.14;14 Kalkulierbarkeit;156
4.3.15;15 Zorn;156
4.3.16;Literatur;156
4.4;Die Jagd als zweifelhafte Schule der Tugenden Von der Herrschaft über die Leidenschaftenzum Spiel mit dem Suspense;158
4.4.1;1 Die Aktualität von Jagd und Gewalt;159
4.4.2;2 Jagd in Wildbeutergesellschaften;161
4.4.3;3 Jagd als Schule der Elite;163
4.4.4;4 Eros und die Riten der Gewalt;164
4.4.5;5 Die Jagd in der europäischen Erziehungsliteratur;167
4.4.6;6 Suspense-Jagd;170
4.4.7;Literatur;172
4.5;Pädagogische Aufklärung architektonischer Macht;175
4.5.1;1 Genese und Struktur (pädagogischer) Architektur: Das Bauen und das Gebaute;175
4.5.2;2 Ermöglichungsund Begrenzungsmacht in Planungs- und Nutzungsprozessen;179
4.5.3;3 Kommunikative Grammatik: Zur pädagogischen Aufklärung architektonischer Macht;183
4.5.4;Literatur;186
5;Teil 3 Institutionen;189
5.1;Körperliche Züchtigung im evangelischen Pfarrwaisenhaus Windsbach Begründungen ihrer Zulassung und die mühevolleGeschichte ihres Abbaus (Zeitraum 1837–2011);190
5.1.1;1 Die Grundsätze des Erziehungsprogramms des Pfarrwaisenhauses und die Rechtfertigung der körperlichen Züchtigung;192
5.1.2;2 Strafvorschriften und Strafen in der Geschichte des Pfarrwaisenhauses 1849 – ca. 1908;194
5.1.3;3 Strafvorschriften und Strafen in der Geschichte des Pfarrwaisenhauses von ca. 1909–1940;196
5.1.4;4 Strafvorschriften und Strafen: Die Entwicklung nach 1946;199
5.1.5;Literatur;202
5.2;Die Ästhetisierung der Gewalt in der Pädagogik des Nationalsozialismus;204
5.2.1;1 Die nationalsozialistische „Volksgemeinschaft“ als Projekt generationalen Ordnens;204
5.2.2;2 Pädagogik und Gewalt in der Zeit des Nationalsozialismus;208
5.2.3;3 Gewalt und Macht;211
5.2.4;4 Fallbeispiel: Die pädagogisch-didaktische Transformation einer ästhetisierten Gewalt in der Fibel des Nationalsozialismus;212
5.2.5;Literatur;220
5.3;Die Aufarbeitung der Vorkommnisse sexualisierter Gewalt an der Odenwaldschule Institutionenforschung, Diskursanalyse, historisch-kritische Rekonstruktion der Tätersysteme;224
5.3.1;1 Der Forschungsauftrag: Geschichte der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime;227
5.3.1.1;1.1 Die Quellen;228
5.3.1.2;1.2 Der methodische Zugriff;230
5.3.1.3;1.3 Umsetzung und Ergebnisse;232
5.3.2;2 Das Forschungsvorhaben: Rekonstruktion des Diskursfeldes und der Tätersysteme ‚Missbrauch Odenwaldschule‘;234
5.3.3;3 Statt eines Fazits: Thesen zum Umgang mit sexualisierter Gewalt in pädagogischen Einrichtungen;235
5.3.4;Literatur;240
5.4;Einer muss der Loser sein Tatort Gymnasium;242
5.4.1;1 Einführung;242
5.4.2;2 Forschung zu Bullying;243
5.4.3;3 Biographische Studien: Empirischer Korpus;245
5.4.4;4 Ergebnisse;246
5.4.5;5 Vorbemerkungen: Raumordnungen;247
5.4.6;6 Opfer werden;248
5.4.7;7 Die Anderen;251
5.4.8;8 Interventionen;251
5.4.9;9 Biographische Folgen;253
5.4.10;10 Bilanz;255
5.4.11;Literatur;256
5.5;Zur Rückkehr der physischen Gewalt in der Schule – im Film;258
5.5.1;1 Lehrerwerden ist nicht schwer? Lehrersein dagegen sehr? Zur Begründung der Analyse der „Tücken der professionellen Subjektivation“ des Lehrers im Film;261
5.5.2;2 Eine kleine Chronologie der Rückkehr der physischen Gewalt im Unterricht – im Film;263
5.5.2.1;2.1 Der Club der toten Dichter (1990) – Die Rückkehr der Physis und der Gewalt in die ästhetische Rezeption und Produktion;264
5.5.2.2;2.2 Die Welle (2008) – Eskalation eines pädagogischen Experiments und der Vermischung von Autoritäts-zuweisungen jugendlicher Subkultur und Institution;267
5.5.2.3;2.3 Fack ju Göhte (2013) – Lehrergewalt gegenüber Schülern als rasante deutsche Migrationskomödie;273
5.5.3;Literatur;278
6;Erratum zu: Die sthetisierung der Gewalt inder Pädagogik des Nationalsozialismus;280




