Binder | Biker Tales: Gefangen im Feuer | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 213 Seiten

Binder Biker Tales: Gefangen im Feuer


1. Auflage 2019
ISBN: 978-3-96215-284-0
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 213 Seiten

ISBN: 978-3-96215-284-0
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Der zweite Teil der 'Biker Tales'-Reihe! Entgegen aller Vernunft hat sich Bea auf Charlie und den Motorradclub 'Satan's Advocates' eingelassen - mit schwerwiegenden Folgen. Doch verhaftet zu werden, ist längst nicht das Schlimmste, was ihr passieren konnte. Als bei einer Ausfahrt auf Charlie und sie geschossen wird, erfährt Bea erst, dass der Club von einigen ehemaligen Mitgliedern bedroht wird. Dabei wollte Charlie doch offener zu ihr sein, ihr alles erzählen, sein Leben mit ihr teilen ... Sagte er nicht, es würde ihr nichts geschehen? Er hatte es Bea sogar versprochen! An nichts anderes kann sie denken, als sie mitten in die Fehde hineingezogen wird und alles danach aussieht, als könnte Charlie dieses Versprechen nicht einhalten. Wie immer bei dieser Reihe gilt: Jeweils zwei Bände bilden eine Geschichte.

Sandra Binder, geboren 1985, lebt mit ihrem Mann im Herzen Oberschwabens. Noch bevor sie lesen und unzählige Bücher verschlingen konnte, kam sie mit dem Theater in Berührung und stand im Alter von fünf Jahren zum ersten Mal auf der Bühne. Die Liebe zum Theater erweckte eine tiefe Leidenschaft für Märchen und phantastische Geschichten in ihr. Und ließ sie sich bald schon ihre eigenen Welten auszudenken. Bereits in jungen Jahren versuchte sich Sandra immer wieder an verschiedenen Erzählungen und zeichnete Comics. Aber erst im Jahr 2015 wagte sie mit einer Kurzgeschichte den ersten Schritt an die Öffentlichkeit. Heute freut sie sich darüber, in verschiedenen Genres schreiben zu dürfen.
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Chapter 10 – Behind Bars


Ich wusste es. Ich wusste, dass es so enden würde!

Das klärt sich schnell, Bea. Sag nichts, hörst du. Ich schicke dir unseren Anwalt. Ich regle das.

Du hast schon genug getan. Siehst du das? Du hast das aus mir gemacht.

Die letzten Worte, die Charlie und sie gewechselt hatten, zogen unablässig durch Beas Kopf, während sie seinen gequälten Blick vor ihrem inneren Auge sah. Er hatte sie angesehen, als wäre er das Opfer.

Bea schnaubte und rieb sich die Handgelenke, dort, wo die Handschellen in ihre Haut gedrückt hatten, als sie abgeführt worden war. Abgeführt und aufs Revier gebracht, hineingesteckt in einen winzigen, stickigen Raum und stundenlang dort vergessen. Dann war endlich Chief Russo zu ihrer Befragung aufgetaucht. Ständig hatte er an seinem Schnauzbart herumgezupft und seine Fragen an die tausend Mal wiederholt, schien jedoch nicht überrascht zu sein, dass Bea nicht antwortete.

Irgendwann – sie hatte das Zeitgefühl verloren – brachte der Chief sie ins Untergeschoss und schubste sie in eine der Zellen. Und hier saß sie nun auf einer harten Pritsche und starrte an die nackte Wand. Das alles erschien ihr wie ein Traum. Ein Albtraum.

Hier eingesperrt zu sein, war Beas persönliches Worst-Case-Szenario. Es war das Ende, das ihr jeder, einschließlich sie selbst, prophezeit hatte, wenn sie in Wolfville und bei Charlie bleiben würde. Wie hatte sie es nur so weit kommen lassen können? Bea war stinkwütend auf ihn und die Jungs, aber am meisten auf sich. Sie war doch stärker, verdammt nochmal, klüger und weitsichtiger. Wieso hatte sie sich von ihm nur auf diese Weise ausnutzen lassen?

Sie liebte ihn zu sehr. Die Liebe zu Charlie war derart tief in ihrem Herzen verwurzelt, dass sie sie wohl nie vollständig herausreißen konnte. Diese Gefühle für ihn waren wie Unkraut – sie kamen ständig durch. Aber wenn sie sich wieder auf die Wut konzentrierte, die sie für ihn fühlte, konnte sie die anderen Empfindungen zurückdrängen und ihn einmal mehr verlassen.

Sie schwor sich, dass sie ihm für diesen fiesen Betrug eine verpassen würde, wenn sie ihn das nächste Mal sah. Der Tod dieser Ratte JJ scherte sie im Grunde sehr viel weniger, als dass Charlie sie belogen und benutzt hatte. Nach all der Zeit, nach allem, was er ihr versprochen hatte, tat er ihr das an. Bea fühlte sich schlichtweg verraten.

Sie spürte einen gewaltigen Stich im Herzen. Nicht zuletzt, weil ihr einfiel, dass sie ihren Plan, ihm eine reinzuhauen, wohl nicht so rasch in die Tat umsetzen konnte. Sie war hier eingesperrt, durfte keinen Besuch empfangen und würde wohl demnächst ins Gefängnis überstellt werden.

Knast. Das Wort klang fremd für sie. Aber bald würde sie mehr damit verbinden können, als ihr lieb war. Bea wunderte sich, wie ihre Augen beim Gedanken daran trocken blieben. Müsste sie sich nicht die Haare raufen und heulend an der Zellentür rütteln, statt auf ihrer Pritsche zu hocken, den Kopf gegen die Wand zu lehnen und zu warten? Wieso war sie derart ruhig?

Wie so oft in letzter Zeit verstand sie sich selbst nicht mehr.

Charlie hatte erneut dieses schwache, gefühlsgeleitete Wesen in ihr zum Vorschein gebracht und all ihre Versuche, ein besserer, ein anständigerer Mensch zu werden damit vereitelt. Sie war genau dort, wo ihre Eltern, Lehrer und Klassenkameraden sie immer gesehen hatten: Hinter Gittern. Bea zählte nun offiziell zum ›White Trash‹, dem weißhäutigen Abschaum, zu den kriminellen, verlorenen Seelen. Wieso also rastete sie nicht aus? Und wieso knurrte ihr der Magen? Wie konnte sie hungrig sein, jetzt, da ihr Leben vorbei war?

Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an, bis es endlich Tag wurde. Zumindest schätzte Bea, dass es Tag wurde, da das Licht im Flur anging. Oder war sie in Wahrheit schon viel länger hier? Tage? Wochen? War sie einfach hier vergessen worden?

Sie erhob sich von der Pritsche, streckte sich, bis ihre Knochen knackten, und ging daraufhin zur Tür. Ihre Hände legte sie um die kalten Gitter, schob den Kopf so weit hindurch, wie es ging, und lauschte. Es vergingen einige zähe Sekunden, da hörte sie eine Tür zuschlagen, gefolgt von schlurfenden Schritten.

Bea wich von der Zellentür zurück, ehe jemand um die Ecke kam.

Der Chief nickte ihr zu, zog einen Schlüsselbund aus der Hosentasche. Er wirkte müde und genervt, genau wie bei ihrem letzten Aufeinandertreffen. Er schloss die Zelle auf und machte mit einer einladenden Geste einen Schritt rückwärts.

Bea legte den Kopf schief und beäugte ihn skeptisch. »Wo bringen Sie mich hin?«

»Nirgendwohin, so wie es aussieht, Prinzessin.« Er hob einen Mundwinkel und winkte sie ungeduldig heraus. »Sie sind frei.«

Bea wiederholte die Worte im Kopf, mehrmals, konnte sie aber nicht recht glauben. Vorsichtig machte sie einen Schritt nach vorn und hob die Hände ein wenig, um vorbereitet zu sein, falls er die Tür gleich vor ihrer Nase zuschlagen sollte. Nahm er sie auf den Arm?

Chief Russo rollte entnervt mit den Augen. »Was ist jetzt, Miss Kramer, wird das heute noch was? Ich habe einiges zu tun.«

»Ich verstehe nicht … Wieso bin ich frei?« Beas Gedanken rasten. Hatte jemand eine Kaution für sie hinterlegt?

»Das überrascht Sie ja wirklich.« Er hob den anderen Mundwinkel auch noch und schaute sie an, als amüsierte er sich über die Unwissenheit eines Kindes. »Nun, der Zeuge, der Sie belastet hat, zog seine Aussage zurück, und der Zeuge, der Shoemaker belastet hat, ist auf wundersame Weise verschwunden. Durch diese glücklichen Fügungen, wie wir sie einmal nennen wollen, kann der Mord nicht mehr mit dem MC in Verbindung gebracht werden. Daher verfolgt der Staatsanwalt die Sache nicht länger in diese Richtung.« Er machte erneut eine ungeduldig wedelnde Geste, die Bea zu einem weiteren Schritt in den Flur veranlasste. »Würden Sie meine Zeit jetzt bitte nicht noch länger verschwenden?«

Das erklärte, weshalb der Chief am Vorabend bereits derart genervt gewesen war. Er hatte geahnt, dass die Sache zu nichts führen würde.

Bea schüttelte irritiert den Kopf. Wie hatten sie das nur derart schnell geregelt? Und wollte sie die Antwort überhaupt wissen? »Dann kann ich jetzt einfach gehen?«

»Einfach war es bestimmt nicht«, er zuckte mit den Schultern, »aber Sie können gehen.« Als sie ihn weiterhin stirnrunzelnd anstarrte, machte er eine auffordernde Handbewegung. »Oder warten Sie noch auf ein Frühstück?«

Fast wäre ihr herausgerutscht, dass sie für eine Nacht unschuldig in der Zelle wenigstens ein Omelette verdient hätte, doch sie konnte sich noch bremsen. Wo kam das denn plötzlich her?

Nicht ohne den Chief misstrauisch im Auge zu behalten, ließ sie sich nach oben begleiten, wo sie noch Papierkram unterschreiben musste. Nachdem das erledigt war, schob Russo sie zur Tür und tippte sich zum Abschied an den Hut.

»Bis zum nächsten Mal, Miss Kramer«, meinte er.

»Darauf können Sie lange warten.«

Bea ließ sich geradezu gegen die Tür fallen und stürmte aus dem Polizeirevier in den milden Morgen hinaus. Sie wusste, dass es reichlich übertrieben war, aber sie schloss für einen Moment die Augen und sog die Luft tief in ihre Lungen, atmete die Freiheit ein.

Wie prachtvoll die staubige Straße und der einzelne kümmerliche Baum neben dem Revier doch wirkten, wenn man die Nacht auf einer schmalen Pritsche verbracht hatte, die direkt neben einer Toilettenschüssel stand. Bea hatte noch nicht einmal verarbeitet, verhaftet worden zu sein, und nun war sie schon wieder auf freiem Fuß. Wie war das möglich?

Plötzlich begann es in ihrem Rücken zu kribbeln. Sie spürte seinen Blick auf sich, bevor sie sich zum Parkplatz umdrehte und Charlie auf seinem Bike sitzen sah. Er rauchte eine Zigarette und musterte sie mit undurchdringlicher Miene.

Er war tatsächlich gekommen, um sie abzuholen. War das sein Ernst?

Bea atmete tief durch, stieg die Stufen von der Eingangstür zum Gehweg hinunter und überlegte, ob sie einfach in die andere Richtung davongehen sollte. Aber dann fiel ihr ein, dass sie sich etwas vorgenommen hatte. Sie ließ sich nichts anmerken, hielt Charlies Blick stand und ging betont gelassen auf ihn zu.

Ein vorsichtiges Lächeln formte sich auf seinen Lippen, ehe er sich von seinem Bike erhob und die Zigarette wegschnippte. Er streckte seine Finger nach ihr aus, in dem Moment ballte sie ihre rechte Hand zur Faust. Ohne Vorwarnung holte sie aus und verpasste ihm einen Schlag gegen das Kinn, der ihn überrascht keuchen ließ. Allerdings formte sich daraufhin direkt ein Grinsen auf seinen Lippen.

Vorsichtig tastete er die Stelle ab. »Du hast einen ganz schönen Bumms drauf, Kramer. Jetzt verstehe ich das mit der gebrochenen Nase deines Ex-Typen.«

Bea wäre am liebsten in den nächsten Supermarkt geflüchtet, um ihre Knöchel in eine Tiefkühltruhe zu stecken, aber sie biss die Zähne zusammen und versuchte, den pulsierenden Schmerz zu verdrängen.

Ihm eine zu verpassen, war nicht nur schmerzhaft, sondern auch längst nicht so befriedigend, wie sie es sich vorgestellt hatte. Zumindest blieb ihm dort, wo sich die Stelle langsam blau färbte, eine Erinnerung an ihre Wut.

Als sie die Arme vor der Brust verschränkte und Luft holte, hob Charlie ergebend die Hände. »Ich kann verstehen, dass du sauer bist …«

»Sauer? Ich wurde in aller Öffentlichkeit abgeführt, von einem gereizten Polizisten befragt und habe die Nacht in einer Zelle verbracht, weil man mir vorwarf, an der Ermordung eines Menschen beteiligt zu sein. Sauer beschreibt meinen Gemütszustand nicht einmal annähernd.«

Er kam auf Bea zu, die automatisch einen Schritt...



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