Binswanger | Reden über Trieb, Sexualität und Gender | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 231 Seiten

Reihe: Beiträge zur Sexualforschung

Binswanger Reden über Trieb, Sexualität und Gender

Grundlagen für die psychotherapeutische Praxis
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-8379-6182-9
Verlag: Psychosozial-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection

Grundlagen für die psychotherapeutische Praxis

E-Book, Deutsch, 231 Seiten

Reihe: Beiträge zur Sexualforschung

ISBN: 978-3-8379-6182-9
Verlag: Psychosozial-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Vielfalt wissenschaftlicher und therapeutischer Konzepte im Bereich von Sexualität und Gender geht mit Widersprüchlichkeiten einher. Ralf Binswanger entwickelt ein methodisches Modell aus psychoanalytisch-sexualwissenschaftlicher Perspektive, das mehr Klarheit beim Reden über Sexualität ermöglicht. Er betrachtet die erwachsene manifeste Sexualität unter zwei getrennten Gesichtspunkten: Sexualität per se und Sexualität in actu. Der erste Aspekt erschließt die konzeptionelle Gleichartigkeit von Homosexualität und den traditionell als »pervers« bezeichneten Sexualitäten mit der Heterosexualität. Sie alle werden als »erwachsene Sexualorganisationen« definiert. Der zweite beschreibt jedes einzelne sexuelle Fantasieren und Verhalten als eine widersprüchliche Einheit von Funktionen - der libidinösen Triebbefriedigung einerseits und einer Reihe nicht-sexueller Funktionen andererseits. Der Autor überträgt dieses Modell auf Gender, wendet es auf Freuds Partialtriebtheorie an und präzisiert darauf aufbauend Begriffe, die bisher uneinheitlich verwendet wurden, wie »Sexualisierung«, »Erotisierung«, »Sublimierung«, »latente Homosexualität« oder »Homophobie«. Aus diesen Begriffsklärungen ergeben sich wichtige theoretische und psychotherapeutische Konsequenzen.

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Weitere Infos & Material


Geleitwort

1 Einleitung
1.1 Zum Aufbau des Buches
1.2 Danksagung

Erster Teil
Mehr Klarheit beim Reden u¨ber Sexualität und Gender

2 Mehr Klarheit beim Reden u¨ber Sexualität
Ein dynamisches Modell zur Strukturierung
sexualwissenschaftlicher Diskurse
2.1 Einleitung
2.2 Sexualität per se und Sexualität in actu
2.3 Zwischenbilanz: Konsequenzen des Modells fu¨r die therapeutische Praxis
2.4 Exkurs: ICD-11
2.5 Vertiefung des Modells I: Sexualität in actu
2.6 Vertiefung des Modells II: Sexualität per se
2.7 Schlussfolgerungen
2.8 Zusammenfassung der Diskussion u¨ber
»Mehr Klarheit beim Reden u¨ber Sexualität« in der Zeitschrift fu¨r Sexualforschung

3 (K)ein Grund zur Homosexualität
Ein Plädoyer zum Verzicht auf psychogenetische Erklärungsversuche von homosexuellen,
heterosexuellen und anderen Orientierungen
3.1 Einleitung
3.2 Zwei Gesichtspunkte im Diskurs u¨ber Sexualität
3.3 Schluss

4 Sexualität und Gender: Das gleiche Modell fu¨r beides?
4.1 Einleitung
4.2 Fragestellung
4.3 Mein umfassendes Modell zur Sexualität
4.4 Übertragung des Modells auf Gender
4.5 Gender in actu im Einzelnen
4.6 Schlussfolgerung
4.7 Praktische Anwendung meiner Modelle zu Sexualität und Gender, mit Fallbeispiel 1

Exkurs
Mehr Klarheit beim Reden u¨ber Psychoanalyse

5 Meine methodischen und inhaltlichen Schwerpunkte innerhalb der verschiedenen
Strömungen der Psychoanalyse
5.1 Zwei materielle Gegebenheiten der individuellen Menschwerdung
5.2 Dialektische Methode
5.3 Kopernikanische Wende?

Zweiter Teil
Mehr Klarheit beim Reden u¨ber Trieb

6 Freuds Partialtriebtheorie aktualisiert
6.1 Leitlinien bei der Lektu¨re
6.2 Eine strategische Schlu¨sselstelle
6.3 Das Problem der Desexualisierung
6.4 Bestimmte Neurosen sowie (Homo- und andere) »Phobien« als Negativ erwachsener Sexualorganisationen
6.5 Illustration an Freuds drei Formen des Masochismus
6.6 Begriffsbestimmungen
6.7 Morgenthalers Dialektik zwischen »dem Sexuellen« und der »Organisierten Sexualität«
6.8 Die Umgangssprache verfu¨hrt zu Missverständnissen
6.9 Vier Ebenen der Argumentation

7 Zur Analyse und Therapie bestimmter Neurosen
7.1 Illustrationen unter Beizug psychoanalytischer Literatur
7.2 Folgerungen fu¨r die psychotherapeutische Praxis

8 Zur Neuformulierung des Perversionsbegriffs
8.1 Perversionskonzepte in der psychoanalytischen Literatur
8.2 Fallbeispiel 2: Außereheliche Promiskuität als perverse sexuelle Aktivität
8.3 Achtung Giftschrank: Pädophilie und pädosexuelle Aktivitäten

9 Die Dynamik zwischen den Gesichtspunkten
Sexualität per se und Sexualität in actu

Literatur


Binswanger, Ralf
Ralf Binswanger ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Er ist am Psychoanalytischen Seminar Zürich als Psychoanalytiker, Supervisor und Dozent tätig sowie in eigener Praxis in Zürich.

Stand: September 2023

Dannecker, Martin
Martin Dannecker war bis 2005 als Professor für Sexualwissenschaft und stellvertretender Direktor am Institut für Sexualwissenschaft des Klinikums der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main tätig. Er arbeitet in Berlin als Dozent und Lehrtherapeut der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS), deren langjähriger Vorsitzender und Vorstandsmitglied er auch war. Als Pionier der Schwulenbewegung hat er einen enormen Beitrag zur Emanzipation und Entstigmatisierung schwuler und queerer Menschen geleistet. Er ist Mitherausgeber der Buchreihe »Beiträge zur Sexualforschung«.

Stand: November 2023

Richter-Appelt, Hertha
Hertha Richter-Appelt ist Psychologische Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin (DPV). Sie hat ein Studium der Psychologie und Statistik sowie ein Studium des Konzertfaches Violoncello an der Musikhochschule Wien absolviert. Es folgten eine Weiterbildung in Verhaltenstherapie am Middlessex Hospital London sowie die Arbeit als Postdoc-Stipendiatin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Bern und Konstanz. Seit 1979 ist sie tätig am Institut für Sexualforschung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Zuletzt bis zur Pensionierung 2014 war sie stellvertretende Direktorin des Instituts für Sexualforschung. Sie war beteiligt an drittmittelgeförderten Forschungsprojekten und hat umfangreichen Publikationen zu den Themen Psychoendokrinologie der weiblichen Sexualität, sexuelle Traumatisierungen, Geschlechtsdysphorie (Trans- und Intersexualität) aufzuweisen. Von 1998 bis 2014 war sie zunächst stellvertretende und dann Frauen- bzw. Gleichstellungsbeauftragte der medizinischen Fakultät der Universität Hamburg. Zuletzt verfasste sie Programmtexte für die Konzerte des Internationalen Mendelssohn-Festivals für Kammermusik in Hamburg.

Stand: März 2019

Preuss, Wilhelm F.
Wilhelm F. Preuss, geb. 1952, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, von 1992 bis 2017 am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie tätig als Sexualtherapeut, als Forensischer Psychotherapeut und als Transgender-Therapeut, arbeitet jetzt in freier Praxis.

Stand: März 2019

Hill, Andreas
Andreas Hill ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensischer Psychiater und Sexualwissenschaftler. Von 2000 bis 2008 war er Oberarzt am Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Seit 2009 arbeitet er in eigener Praxis in Hamburg, zudem seit 2017 in Teilzeit als leitender Arzt an der Klinik für Forensische Psychiatrie der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.

Stand: März 2019

Schweizer, Katinka
Katinka Schweizer ist Sexualwissenschaftlerin, Psychologische Psychotherapeutin und seit 2020 Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der MSH Medical School Hamburg. Studium der Psychologie und Theologie an den Universitäten Tübingen, Landau, Oxford und Hamburg, Promotion und Habilitation an der Universität Hamburg mit Forschungsarbeiten zu Geschlechtsidentitäten, Coping und Anerkennung von Intersex/Varianten der Geschlechtsentwicklung (VdG). Sie ist als Supervisorin in der Aus- und Weiterbildung für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie tätig und seit 2019 Erste Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfs).

Stand: November 2021



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