Bishop Blutskönigin
1. Auflage 2010
ISBN: 978-3-641-04995-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Die Schwarzen Juwelen 7 - Roman
E-Book, Deutsch, Band 7, 448 Seiten
Reihe: Die schwarzen Juwelen
ISBN: 978-3-641-04995-9
Verlag: Heyne
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Der heiß ersehnte neue Band der »Schwarzen Juwelen«!
Anne Bishop, geboren 1955, ist seit ihrer Kindheit von Fantasy-Geschichten begeistert. Sie veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten und Romane, bevor ihr mit dem preisgekrönten Bestseller »Bluttochter« der internationale Durchbruch gelang. Ihre ebenso ungewöhnliche wie faszinierende Saga DIE SCHWARZEN JUWELEN zählt zu den erfolgreichsten Werken der modernen Fantasy und begründete das Genre der Dark Romantasy. Anne Bishop lebt und schreibt in New York.
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(S. 116-117)
Sobald sie sich ein paar Schritte vom Esszimmer entfernt hatten, hakte Jaenelle sich bei Cassidy unter und zog sie in ein angrenzendes Zimmer. »Aber«, protestierte Cassidy, »das Essen -« »Kann warten.« Jaenelle ließ sie los und trat einen Schritt zurück. »Was hältst du von Grayhaven?« Cassidy zuckte mit den Schultern.
Sie wollte ihre Meinung nicht äußern. Jaenelle zog einen Schmollmund. »Wie Lucivar so schön sagt: Wenn du weiter auf diesem Knochen herumkaust, wirst du dich dran verschlucken. Also spuck es aus.« Die letzten Worte fauchte sie geradezu - und Cassidy fauchte zurück: »Hast du sein Gesicht gesehen, als ihm klarwurde, dass ich diejenige bin, die nach Dena Nehele gehen soll?« »Was meinst du mit ›gehen soll‹?« »Er will mich in seinem kostbaren Territorium nicht haben, will nicht, dass ich über sein Volk herrsche.
Und so sicher wie in der Hölle nicht die Sonne scheint, will er mir nicht dienen. Warum mache ich das also?« »Weil, unabhängig davon, was er will - oder zu wollen glaubt - sein Land und sein Volk dich brauchen«, erwiderte Jaenelle. Die Wahrheit steckte ihr in Herz und Kehle und erstickte sie fast. Sie versuchte, sie hinunterzuschlucken, weil sie beschämend war, aber die Worte brachen aus ihr hervor: »Er empfindet wie mein alter Erster Kreis.« Wie die Männer, die sich wegen einer jüngeren Königin, die sie aufregender fanden, von ihr abgewandt hatten.
Jaenelle musterte sie aufmerksam. »Ja«, sagte sie langsam, »er wird so empfinden wie dein Erster Kreis, denn er hat etwas mit ihnen gemeinsam. Er gehört nicht zu dir.« »Ich will ihn nicht als Haustier«, fauchte Cassidy. Oder als sonst irgendwas, fügte sie im Stillen hinzu. »Sei nicht dumm.« Cassidy zitterte, als sie einen Hauch von Mitternacht in Jaenelles Stimme hörte und sich daran erinnerte, mit wem sie sprach. »Verzeih mir, Lady.« Jaenelle ging zu den Fenstern hinüber und starrte eine Minute lang hinaus, bevor sie sich wieder zu Cassidy umdrehte. »Eine simple Wahrheit, Schwester«, sagte Jaenelle. »Theran Grayhaven gehört nicht zu dir.
Das wird er niemals. Er versteht das noch nicht, doch du wirst es akzeptieren müssen. Als Ersten Begleiter musst du ihn als persönliche Wache und Begleitung bei offiziellen Anlässen betrachten. Irgendwann könnt ihr vielleicht Freunde werden, aber selbst wenn nicht, könnt ihr gut zusammen auf das gemeinsame Ziel hinarbeiten, Dena Nehele wieder aufzubauen. Aber er wird nie im wirklichen Sinne ein Mitglied deines Hofes sein. Erwarte nicht, dass er das wird.« Eine seltsame Stille beherrschte den Raum. Seltsam für sie, musste Cassidy zugeben. Hexe musterte sie einfach - und wartete. »Sollen wir jetzt mit den Männern zum Essen gehen?«, fragte Jaenelle schließlich. »Oder soll ich dich entschuldigen und Prinz Theran allein nach Dena Nehele zurückschicken?«




