Black | Babylons Vermächtnis | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1

Reihe: Ein Konstantin Nikolaidis Thriller

Black Babylons Vermächtnis


1. Auflage 2021
ISBN: 978-3-96817-880-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, Band 1

Reihe: Ein Konstantin Nikolaidis Thriller

ISBN: 978-3-96817-880-6
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Eine versunkene Ruine und die Jagd nach dem verborgenen Schatz
Der furiose Abenteuerthriller voller Spannung, Geheimnisse und Action

Als verschollen geglaubte Schriftrollen aus dem 7. Jahrhundert in Syrien entdeckt werden, reist die Paläografin Ilana Shaik nach Aleppo, um die rätselhaften aramäischen Schriften zu untersuchen. Zur gleichen Zeit stößt das Team des renommierten Unterwasserarchäologen Konstantin Nikolaidis auf eine versunkene Ruine vor der Hafenstadt Alexandria. Das Team kann dort zahlreiche Goldmu?nzen bergen, die geheimnisvolle Inschriften aufweisen. Konstantin sucht Rat bei Ilana und die beiden finden zusammen heraus, dass die Mu?nzen aus der Templerzeit stammen. Doch nicht nur sie haben Interesse an den Münzen. Plötzlich befinden sie sich auf der Flucht, und die Grenze zwischen Freund und Feind verschwimmt. Wem können die beiden noch vertrauen?

Erste Leserstimmen
„Rasant, kurzweilig und rundum empfehlenswert!“
„Wer auf temporeiche Abenteuerromane steht, muss hier zugreifen.“
„Perfekte Mischung aus rätselhaften Geheimnissen, gut recherchierten geschichtlichen Hintergründen und durchgehender Spannung!“
„Sehr sympathische Protagonisten, mit denen man gerne mitfiebert.“



Joe Black wuchs in einer Provinzstadt in den Bergen auf. Schon sehr früh entdeckte er seine Leidenschaft für das Schreiben. Jahrelang bereiste er den Nahen und Fernen Osten. Er erlebte Krieg und Bürgerkrieg aus nächster Nähe. Doch auf seinen Reisen begegneten ihm nicht nur Tod und Verderben. Er traf auf Menschen, lernte ihre Riten und Religionen kennen, tauchte in ihre Kulturen ein und vertiefte sich in ihren Mythen und Geschichten. Nach seiner Rückkehr nach Europa verarbeitet Black seine Erlebnisse in seinem Debütroman.
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Weitere Infos & Material


Das Palimpsest


Jerusalem, das Heilige Land, Januar 2011

Zögerlich trat Ilana durch das Klostertor. Augenblicklich überkam sie dieses mulmige Gefühl. Die Abwesenheit ihres Vaters war allgegenwärtig. Ein Stich fuhr ihr durch das Herz. Ihr Vater hatte eine Energie ausgestrahlt, die ansteckend und gleichzeitig bestärkend gewesen war. Wann immer sie die Abtei besucht hatte, hatte er sie mit seinem einnehmenden Lächeln begrüßt.

Am liebsten hätte sie kehrtgemacht und das Kloster fluchtartig verlassen. Ihre Neugier wegen der geheimnisvollen Einladung des Abts war jedoch stärker. Ihre Füße fühlten sich bleiern an, als ihre Schritte durch das Klostergewölbe hallten.

Je weiter sie ins Innere vordrang, desto heimischer fühlte sie sich wieder, so als wäre sie nie weggewesen. Wie ein kleines Kind ging sie durch die große Klosterhalle von einer Säule zur nächsten und strich dabei über die raue Steinoberfläche.

Bald darauf erreichte sie die Treppe, die zu Abt Ibrahims Kammer hochführte. Ihr wurde schwer ums Herz. Sie verabscheute diesen Mann. Wieder blieb sie stehen und dachte daran, umzukehren. Doch sie nahm die Treppe hinauf und klopfte an die Tür, die beinahe sofort aufsprang.

Ihr stockte der Atem, als sie ihr Gegenüber erblickte. „Mike, was machst du denn hier?“

„ Michael“, erwiderte er. „Ich bin jetzt der Abt des Klosters.“

Verstört schaute sie Michael Azar, ihren ehemaligen Jugendfreund, an. Sie war voller Bewunderung, gleichzeitig empfand sie aber Mitleid. Er schien kaum älter geworden zu sein. Bis auf einen kleinen Bauchansatz sah er genauso aus wie damals. Seine dunklen Augen zogen sie immer noch in den Bann. Als sie ihn umarmen wollte, wich er zurück, drehte sich um und ging ins Zimmer hinein.

Ilana dachte daran, wie sie sich früher heimlich getroffen und die Altstadt von Jerusalem über die Dächer hinweg vom einen bis zum anderen Ende überquert hatten. Allzu präsent war ihr der Moment, in dem sich ihre Lippen das erste Mal berührt hatten. Er war ihre erste große Liebe gewesen … bis Vater Ibrahim davon erfahren hatte. Er hatte Mike ein Stipendium in Russland verschafft und ihn schwören lassen, den Kontakt zu ihr abzubrechen. Wie alt war sie damals gewesen? Gerade einmal fünfzehn Jahre. Ilana hatte das Kloster danach verlassen müssen.

Unzählige Male hatte sie später versucht, Mike zu erreichen, und ihm zahlreiche Briefe geschrieben. Eine Antwort war jedoch ausgeblieben. Jahrelang hatte sie von einem Wiedersehen geträumt – so hatte sie es sich allerdings nicht vorgestellt.

Sie kämpfte gegen die Tränen an. Rasch fuhr sie sich mit der Hand übers Gesicht. Die mit weißgrauem Zementputz bedeckten Wände des Gewölbes drohten, sie zu ersticken. Durch ein kleines rundes Fenster in der südwestlichen Wand schickte die mittägliche Sonne ihre Strahlen und erhellte den Raum. In der Mitte stand ein antiker Schreibtisch aus dunklem Holz und davor zwei abgenutzte dunkelrote Ledersessel. Ilana ließ sich in einen der Sessel fallen und schaute Abt Michael, der sich ihr gegenüber in den zweiten Sessel setzte, direkt in die Augen.

„Was ist aus dir geworden?“, wollte sie wissen.

„Damals waren wir sehr jung. Gott wird uns hoffentlich unsere Sünden vergeben.“

Seine Antwort traf sie wie ein Schlag.

In diesem Augenblick hörte sie jemanden an der Tür. Vater Ibrahim betrat den Raum. Die Jahre hatten ihren Tribut gefordert. Sein Haar war fast komplett ergraut. Trotzdem machte er einen agilen Eindruck.

Übertrieben freundlich begrüßte er sie. „Guten Tag, meine Tochter. Wir haben uns lange nicht mehr gesehen. Ich hoffe, es geht dir gut!“

, dachte Ilana,

„Ich bin zufrieden“, erwiderte sie knapp. „Wie ich sehe, sind Sie nicht mehr der Abt hier.“

Vater Ibrahim begab sich gemessenen Schrittes hinter den Schreibtisch und setzte sich. Dann beugte er sich nach vorn, stützte die Ellenbogen auf den Tisch und faltete die Hände wie zum Gebet.

„Ja, das stimmt, meine Tochter.“ Er seufzte, als trüge er eine schwere Last auf den Schultern. „Gott hat mich mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, alle Klöster im Heiligen Land zu betreuen. Diese Bürde habe ich natürlich gern auf mich genommen.“

, schoss es Ilana durch den Kopf.

Die lange Nase und der kleine Mund mit den spitzen Vorderzähnen verliehen Vater Ibrahim ein vampirähnliches Aussehen und unterstrichen noch dazu seine Boshaftigkeit. Die arrogante Körperhaltung vervollständigte das Bild.

„Ich bin mir sicher, dass Sie der Richtige dafür sind“, gab sie zynisch zurück.

„Meine Tochter“, Ibrahim räusperte sich, „du bist offenbar immer noch verärgert über das, was einst vorgefallen ist. Aber es war, aus damaliger wie aus heutiger Sicht, die richtige Entscheidung. Hätte ich mich nicht eingemischt, wäre Vater Michael nie Abt geworden.“

Der Priester sah sie schweigend an, als suchte er Verständnis in ihrem Gesicht. Wut stieg in ihr auf. Sie ballte die Hände zu Fäusten, bis sich ihre Fingernägel schmerzhaft in ihr Fleisch bohrten. Kurz öffnete sie den Mund, um etwas zu entgegnen, in letzter Sekunde überlegte sie es sich jedoch anders.

Ihr Blick huschte zu Abt Michael hinüber. Ein verlegenes Lächeln umspielte seine vollen Lippen. Sie erinnerte sich unweigerlich daran, wie weich und warm sie gewesen waren.

Ilana schüttelte unmerklich den Kopf, um den Gedanken zu vertreiben.

„Sie haben nach mir geschickt, Vater Ibrahim?“

Wenn ihm die Abneigung in ihrer Stimme aufgefallen war, ließ er es sich nicht anmerken. Er stand auf und lief im Raum auf und ab, die Hände hinter dem Rücken verschränkt.

„Ja“, antwortete er. „Ein alter Freund von mir, Doktor Rahman, leitet die Bibliothek von Aleppo. Dort hat man bei Restaurierungsarbeiten bislang verschollen geglaubte Schriftrollen gefunden. Allem Anschein nach stammen sie aus dem sechsten oder siebten Jahrhundert nach der Geburt unseres Herrn Jesus Christus.“ Er legte eine Pause ein. „Also aus frühislamischer Zeit. Die Schriftrollen sind teilweise in arabischer und aramäischer Sprache verfasst.“ Wieder hielt er inne, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen.

Jetzt hatte er Ilanas volle Aufmerksamkeit.

„Die Schriften wurden in den Achtzigerjahren des letzten Jahrhunderts in der Ruine des Klosters Qal?at Sim?an gefunden und werden seitdem in der Bibliothek von Aleppo aufbewahrt.“ Vater Ibrahim verstummte.

Im Gewölbe herrschte gespanntes Schweigen.

Das Kloster war eine der bedeutendsten Pilgerstätten im Norden Syriens im Gebiet der antiken toten Städte. Die Schriften mussten daher von unschätzbarem Wert sein.

„Meine Tochter“, fuhr Ibrahim fort.

Sie hasste es, wenn er sie so nannte.

„Verstehst du die Bedeutung dieser Schriftrollen?“

Sie nickte. „Wieso hat man sie damals nicht analysiert und bis …?“

Vater Ibrahim unterbrach sie. „Genau zu diesem Punkt wollte ich gerade kommen. Man vermutet, dass der alte Direktor der Bibliothek sie unter Verschluss gehalten hat. Zumindest hat man die Rollen nach seinem Ableben in seinem Büro versteckt gefunden.“

Ilanas Augen weiteten sich. „?“

„Ja“, erwiderte er. „Jetzt bittet uns Doktor Rahman um Hilfe bei der Übersetzung der in aramäischer Sprache verfassten Schriften.“

„Uns?“, fragte sie und verdrehte die Augen.

„Die Kirche. Aber ich habe ihm dich als Expertin vorgeschlagen, denn es gibt dafür keine bessere Wissenschaftlerin. Dein Ruf auf dem Gebiet der semitischen Paläografie eilt dir voraus.“

„Wobei genau brauchen Sie meine Hilfe?“, fragte Ilana argwöhnisch.

„Der Doktor hat mir berichtet, dass er Schwierigkeiten damit hat, die Texte sowohl zu lesen als auch zu verstehen.“

„Welche Art von Schwierigkeiten?“

Vater Ibrahim kehrte zurück zu seinem Schreibtisch. Aus einer Schublade holte er ein Blatt Papier hervor. Kurz schaute er darauf, dann schob er es zu ihr hinüber. Es zeigte die Abbildung einer Schriftrolle. Ilana zog das Blatt zu sich heran. Ihre Hände zitterten vor Aufregung und ihr Herz hämmerte wie wild in ihrer Brust. Kunstvoll gewundene Buchstaben verzierten das Pergament, das offenbar aus Tierhaut hergestellt worden war. , dachte sie, das war zu der damaligen Zeit üblich gewesen.

Auf den ersten Blick war sie nicht in der Lage, die Schrift zu entziffern.

„Das ist Garschuni!“, stieß sie überrascht hervor. „Eine Schrift, mit der normalerweise Arabisch mit aramäischen Buchstaben geschrieben wurde.“

„Meine Tochter“, unterbrach Vater Ibrahim sie erneut, „du kannst dir vorstellen, wie bedeutsam diese Dokumente für die Kirche sein könnten. Sie könnten die Geschichte in einem anderen Licht erscheinen lassen. Ich würde es daher außerordentlich begrüßen, wenn du diese Aufgabe übernehmen und Abt Michael regelmäßig berichten würdest.“

Die Kirche war Ilana vollkommen egal, doch die Schriftrollen entfachten ihre wissenschaftliche Neugier.

„Die Mönche haben damals die aramäische Sprache als heilig betrachtet. Aus diesem Grund wurden sogar andere Sprachen mit dieser geschrieben, wie beispielsweise Sogdisch, Türkisch, Persisch, Malayalam und die kurdischen...



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