Black / Blackwood | 6er Jubiläumsbox | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 6, 100 Seiten

Reihe: Irrlicht

Black / Blackwood 6er Jubiläumsbox

Irrlicht Jubiläumsbox 6 - Mystikroman
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7409-3111-7
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Irrlicht Jubiläumsbox 6 - Mystikroman

E-Book, Deutsch, Band 6, 100 Seiten

Reihe: Irrlicht

ISBN: 978-3-7409-3111-7
Verlag: Blattwerk Handel GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Der Liebesroman mit Gänsehauteffekt begeistert alle, die ein Herz für Spannung, Spuk und Liebe haben. Mystik der Extraklasse - das ist das Markenzeichen der beliebten Romanreihe Irrlicht: Werwölfe, Geisterladies, Spukschlösser, Hexen und andere unfassbare Gestalten und Erscheinungen erzeugen wohlige Schaudergefühle. E-Book 29: Im Alptraum gefangen! E-Book 30: Wer die Mächte beschwört... E-Book 31: Wo das Grauen herrscht... E-Book 33: Die Schöne und der Vampir E-Book 36: Nur der Tod lebt ewig E-Book 37: Drohung der Geister E-Book 1: Im Alptraum gefangen! E-Book 2: Wer die Mächte beschwört... E-Book 3: Wo das Grauen herrscht... E-Book 4: Die Schöne und der Vampir E-Book 5: Nur der Tod lebt ewig E-Book 6: Drohung der Geister

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Die Nordsee übte auf Benedict Trent immer eine besondere Anziehungskraft aus. Der 36jährige Kaufmann, der als Experte im Einkauf für eine große Londoner Firma arbeitete, genoß es, in langen einsamen Spaziergängen am deutschen Nordseestrand die Stimmung aufzunehmen und sich dabei zu entspannen. Sein Beruf brachte es mit sich, daß er durch die ganze Welt reiste, mit den unterschiedlichsten Menschen zusammenkam und immer neue Gegenden kennenlernte. Doch sein liebster Platz befand sich in diesem kleinen Ort, direkt an der Küste. Hier lebte er in einer Pension bei einer reizenden älteren Witwe direkt am Deich, hatte von seinem Zimmer aus einen fantastischen Ausblick auf die stets lebhafte See, und war in wenigen Minuten an einem geschützten und fast menschenleeren Strand.

Leider ließ ihm sein Beruf längst nicht so viel Zeit, wie er es sich manchmal gewünscht hätte, doch an diesem Tag gab es keine Verpflichtungen, und Benedict konnte seine Seele baumeln lassen. Mit einem guten Buch saß er geschützt zwischen zwei Dünen, genoß die Sonne und den leichten Wind und blickte ab und zu hinaus in die schier endlose Weite der Nordsee. Weit draußen zogen große Schiffe vorbei, eine teuer aussehende Yacht befand sich in relativer Nähe zum Strand, und der Mann konnte einige Gestalten an Bord sehen. Möwen kreisten unablässig über dem Wasser, und zwei Spaziergänger sammelten eifrig Muscheln. Ein Bild des Friedens und der Stille.

Doch dann hielt Benedict inne. Irgend etwas stimmte hier nicht. Suchend schweiften seine Augen über den Strand und die weit ins Wasser ragenden Wellenbrecher. Sein Blick blieb auf einem ungewöhnlichen Gegenstand hängen. Hier am Ufer wurde alles Mögliche angeschwemmt, doch das da drüben sah aus wie ein Bündel Lumpen und war selbst hier nicht alltäglich. Die Ebbe hatte eingesetzt und würde das Bündel vermutlich wieder hinaus auf die offene See ziehen.

Aber dann sprang der Mann auf und begann zu laufen. Was er für ein Bündel Lumpen gehalten hatte, war ein Mensch in voller Bekleidung. Langes blondes Haar tanzte im Wasser, das Gesicht war von wächserner Blässe, und vermutlich war die Person längst tot. Doch Benedict rannte auf den Wellenbrecher, stolperte mehrmals über die großen unebenen Steine und das angeschwemmte Treibgut, nur um dann festzustellen, daß er die junge Frau nicht erreichen konnte. Vielleicht lebte sie ja doch noch, auch wenn das im Augenblick unwahrscheinlich schien. Kurz entschlossen riß er sich die Jacke und die Hose vom Körper und sprang in das kühle Wasser, schwamm mit kräftigen Zügen ein Stück hinaus und bekamen endlich Stoff zu fassen, bevor der starke Ebbstrom die Gestalt wieder in das offene Meer ziehen konnte. Seine Finger tasteten nach der empfindlichen Haut am Hals und fühlten tatsächlich schwachen Pulsschlag. Trent zerrte die Frau mit sich in Richtung Ufer und schaute sich suchend um. War denn ausgerechnet jetzt kein Spaziergänger in der Nähe? Nein, wirklich nicht. Unter Aufbietung aller seiner Kräfte gelang es Benedict, mit der leblosen Gestalt den rettenden Sandstrand zu erreichen. Sofort begann er mit Maßnahmen zur Wiederbelebung und sah zu seiner Erleichterung einen Mann mit einem Hund näher kommen.

»Haben Sie ein Telefon dabei? Rufen Sie sofort einen Notarzt und einen Krankenwagen!«

Der Mann reagierte ohne zu zögern. Benedict bemühte sich weiter um die Frau und sprach dabei heftig auf sie ein.

»Nun komm schon, Mädchen, atme! Ich habe dich doch nicht da herausgeholt, nur damit du jetzt stirbst. Los, atme!«

In der Ferne war bereits das Jaulen der Sirenen zu hören, als Trent endlich Erfolg hatte. Die Brust hob und senkte sich, dann schoß ein Schwall graues Meerwasser aus dem Mund der Frau, ein röchelnder Atemzug folgte, dann kann ein ersticktes Husten.

»Gott sei Dank«, stieß der Mann hervor und legte schützend seinen Arm unter ihren Kopf. Mittlerweile begann er trotz der warmen Sonne zu frieren, wie mußte es dann erst der Frau ergehen? Benedict bemerkte jetzt, wie hübsch sie sein mußte, wenn sie nicht gerade wie eine nasse Katze aussah. Das lange blonde Haar umrahmte ein schmales Gesicht mit vollen Lippen. Die Augen besaßen lange Wimpern, die Nase war klein und wohlgeformt. Nun schlug die Frau endlich die Augen auf. Benedict sah in leuchtendes Blau, wie er es nur selten erblickt hatte.

»Bleiben Sie still liegen« sagte er ruhig. »Ein Arzt wird gleich hier sein.«

Ihr Blick war der eines verängstigten Tieres, und ihre rechte Hand griff an den Hals, wo eine silberne Kette mit einem ungewöhnlichen Anhänger zu sehen war. Er war so lang wie zwei Finger, oval geformt und besaß ein irisierendes Muster, das ständig in Bewegung schien. Die schlanke Hand der Frau schloß sich so eng darum, als hinge ihr Leben davon ab.

»Wie heißen Sie?« fragte Benedict, um sie ein wenig abzulenken.

Sie öffnete den Mund, starrte ihn dann aber nur gequält an.

»Ich weiß es nicht. – Oh, Gott, ich weiß es nicht. Ich habe meinen eigenen Namen vergessen.« Sie besaß einen kleinen Akzent in der Sprache, den Benedict für Französisch hielt, doch er konnte sich täuschen. Die Qual in ihren Augen rührte ihn zutiefst. Beruhigend strich er ihr über die Wange.

»Sie haben einen Schock erlitten, da kann das durchaus passieren. Morgen geht es Ihnen schon wieder besser, dann werden Sie sich bestimmt an alles erinnern. Wenn Sie gestatten, werde ich Sie im Krankenhaus besuchen.«

Stumm nickte sie. Ihre Hand umklammerte noch immer den Anhänger. Nun aber war der Notarzt heran und kümmerte sich um die Patientin.

»Gut gemacht«, lobte er schließlich, als die Sanitäter die Trage zum Rettungswagen brachten. »Sie ist völlig unterkühlt und hat einen schweren Schock, mehr kann ich im Moment noch nicht sagen. Sind Sie ein Freund der jungen Dame?«

Trent schüttelte den Kopf und schaute ihr hinterher. »Nein, eigentlich nicht. Ich hielt sie für ein Bündel Lumpen, das die Flut angeschwemmt hatte, bis ich die Wahrheit erkannte.«

»Das war hochanständig von Ihnen. Nicht jeder hätte sein Leben riskiert. Aber Sie sollten zusehen, daß Sie ins Trockene kommen, sonst müssen Sie selbst mit einer Lungenentzündung rechnen.«

»Ja, danke, da haben Sie wohl recht. Darf ich die junge Dame im Krankenhaus besuchen?«

»Ich wüßte nichts, was dagegen spricht. Wahrscheinlich kann sie sich morgen auch schon wieder an alles erinnern. Es wird die Polizei auf jeden Fall interessieren, wie dieser Unfall passiert ist. Es erscheint mir eher unwahrscheinlich, daß sie beim Segeln über Bord gegangen ist, dafür trägt sie nicht die richtige Kleidung. Nun ja, es gibt bestimmt eine einleuchtende Erklärung.« Der Arzt konnte nicht wissen, wie sehr er sich irrte. Die Geschichte war unglaublich, und sie war zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht beendet.

Benedict beeilte sich jetzt, in seine Pension zu kommen. Er war völlig durchgefroren, und er sehnte sich nach einem heißen Bad. Die Wirtin stellte erst einmal keine lästigen Fragen, sondern sorgte mit einem Grog dafür, daß er auch von innen aufgewärmt wurde.

Ein bunter Blumenstrauß schob sich in das Krankenzimmer, und die Patientin blickte erstaunt auf. Dann aber trat ein schüchternes Lächeln auf ihr Gesicht, als sie den Besucher hinter dem Blumenstrauß erkannte.

»Sie sind es, mein Lebensretter. Kommen Sie herein, bitte.«

Benedict trat näher und küßte ihr ungeniert die Hand. Ihre Schönheit verschlug ihm fast den Atem, auch wenn sie nur ein unansehnliches Krankenhaushemd trug.

Er bemerkte, daß auch jetzt die silberne Kette mit dem Anhänger um ihren Hals hing.

»Ich hoffe, Sie fühlen sich jetzt besser als gestern. Wollen Sie mir jetzt Ihren Namen verraten?«

Sofort verdüsterte sich das schöne schmale Gesicht. »Daran kann ich mich noch immer nicht erinnern«, flüsterte sie. »Es tut mir leid.«

»Ihnen tut es leid? Welch ein Unsinn. Sie können doch nichts dafür. Was sagen denn die Ärzte?«

Sie zuckte die Achseln. »Die retrograde Amnesie könnte durch den Schock hervorgerufen worden sein. Die Erinnerung kann schlagartig zurückkehren, oder vielleicht doch erst im Laufe der Zeit in Bruchstücken. Nichts Genaues weiß man nicht«, fügte sie ironisch hinzu.

Benedict stellte fest, daß ihr Akzent jetzt womöglich noch ausgeprägter war. Doch sie kannte sich recht gut mit den deutschen Redewendungen aus, was ein Hinweis darauf sein konnte, daß sie entweder lange hier gelebt oder eine umfassende Schulung genossen hatte. Benedicts Großmutter stammte aus Deutschland, er war daheim zweisprachig aufgewachsen und hatte seine Ferien regelmäßig hier verlebt.

Neben Englisch und Deutsch sprach er fließend Französisch und Italienisch, was ihm in seinem Beruf sehr zugute kam.

»Da Sie jetzt keinen Namen haben, gestatten Sie mir bitte, Ihnen einen zu verleihen, bis Ihnen der eigene wieder einfällt.«

»Oh, die Polizei war schon hier, und auch ein Psychiater. Man nennt mich Maria Müller, doch das ist wohl nur für die Akten. Wahrscheinlich hat man auch schon eine Nummer darangehängt.« Sie lachte unglücklich auf. »Haben Sie etwas Besseres anzubieten?«

Erst jetzt ging ihr auf, daß Trent und sie die Sprache gewechselt hatten.

»Unglaublich, wir sprechen französisch. Wie sind Sie darauf gekommen?«

»Ihr Akzent hat Sie verraten, aber das hilft wahrscheinlich noch nicht viel. Wie wäre es mit Denise?«

»Klingt falsch.«

»Wieder ein kleiner Hinweis. Und was halten Sie von Charlotte?«

»Gefällt mir wesentlich besser.«

»Dann bleiben wir vorerst dabei. Was ist denn das letzte, woran Sie sich erinnern können?«

»Nichts, gar nichts«, erklärte...



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