Blackman | Boys Don't Cry | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 302 Seiten

Reihe: Baumhaus

Blackman Boys Don't Cry


1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8387-0826-3
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 302 Seiten

Reihe: Baumhaus

ISBN: 978-3-8387-0826-3
Verlag: Baumhaus
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dante hat gerade seinen Abschluss gemacht. Er träumt von der Zukunft, da steht seine Exfreundin mit einem Baby vor der Tür - seinem Baby! Als Melanie verschwindet, muss Dante allein klarkommen. Emma stellt sein Leben komplett auf den Kopf, doch zum Glück sind da noch Dantes pragmatischer Vater und sein jüngerer Bruder. Der Männerhaushalt meistert das Leben mit Baby so gut es geht. Und Dante lernt, seine neue Rolle anzunehmen.

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" (S. 157-158)

Am nächsten Morgen stand ich als Dritter in der Schlange, die vor der Arztpraxis darauf wartete, dass geöffnet wurde. An der Tür hing ein Schild, Buggys müssten im Eingangsbereich abgestellt werden und könnten nicht mit ins Sprechzimmer genommen werden, also nahm ich Emma schon einmal heraus und hielt sie auf dem Arm, während ich mit der anderen Hand den Buggy zusammenklappte. Wo kam bloß diese landesweite Buggy-Abneigung her?

Zum Glück musste ich nicht allzu lange vor der Tür warten. Die beiden Leute vor mir meldeten sich an der Rezeption an und gingen dann direkt ins Wartezimmer. »Was kann ich für dich tun?«, fragte die Sprechstundenhilfe, als ich dran war. »Ja, hallo. Ich würde Emma gern hier bei einem Arzt anmelden.« Emma beäugte die Sprechstundenhilfe höchst interessiert. »Bist du denn schon hier registriert?«, fragte die Dame. »Ja, ich schon.« Ich nannte Namen und Adresse und sah zu, wie sie mit kurzsichtigen Augen auf den Bildschirm zu ihrer Linken starrte. »Und wie alt ist … ähm … Emma?« »Nächsten Montag wird sie ein Jahr alt«, informierte ich sie. Die Sprechstundenhilfe blickte stirnrunzelnd erst den Bildschirm und dann mich an.

»Hast du ihre Versichertenkarte, ihre Geburtsurkunde und ihr Vorsorgeheft dabei?« »Mmmh? Ähm … nein. Welches Vorsorgeheft?« »Das Heft, in dem alle bisherigen Untersuchungen erfasst sind.« Auf meinen verständnislosen Blick hin führte die Sprechstundenhilfe aus: »Impfungen, Geburtsgewicht, Größe und solche Sachen. Und außerdem brauche ich von der Person, die sie anmeldet, den Lichtbildausweis und einen Adressnachweis.« »Einen Lichtbildausweis?« »Einen Pass oder einen Führerschein, und eine aktuelle Betriebskostenabrechnung, auf der deine Adresse vermerkt ist.«

Mist! Ich hatte allen Ernstes geglaubt, ich wäre in einer Minute wieder draußen. »Ich habe nichts davon dabei«, sagte ich kopfschüttelnd. »Ich dachte, sie brauchen bloß Namen, Adresse und Geburtsdatum.« Die Frau hinter dem Tresen lächelte mich mitleidig an. »Leider nein. Vielleicht könntest du dafür sorgen, dass deine Mutter selbst kommt und das Kind anmeldet, wenn sie alle nötigen Dokumente beisammen hat?« »Meine Mutter ist tot«, entgegnete ich. »Oh.« Die Frau wirkte verlegen. »Dann vielleicht dein Vater? Könnte er kommen und deine Schwester registrieren lassen?« Oh Gott.

»Emma ist meine Tochter. Mein Vater ist ihr Großvater«, sagte ich, um einen sachlichen Tonfall bemüht. »Deine Tochter?« Geht das schon wieder los, seufzte ich innerlich. »Ja, meine Tochter.« »Und du bist …« Die Sprechstundenhilfe wandte den Blick wieder zum Bildschirm. »Du bist siebzehn.« »In zwei Wochen werde ich achtzehn.« »Aha, verstehe. Vielleicht könnte die Mutter der Kleinen mit den nötigen Unterlagen vorbeikommen und …«

»Dürfen männliche Wesen solche Sachen denn nicht erledigen?«, fragte ich ungehalten. »Doch, doch, natürlich. Ich meinte ja bloß, vielleicht ist die Mutter im Besitz der nötigen Unterlagen und könnte kommen und …« »Emmas Mutter ist nicht mehr da«, erklärte ich und ärgerte mich wahnsinnig darüber, dieses Gespräch überhaupt führen zu müssen. »Ich sorge für meine Tochter und ich möchte sie nur hier beim Arzt anmelden.« »Wenn du mir sämtliche Dokumente bringst, die ich aufgezählt habe, ist das auch kein Problem«, sagte die Sprechstundenhilfe. Inzwischen hatte ich größte Lust, meinen Kopf mehrmals auf den Tresen zu knallen."



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