Blake | Endlich die Richtige? | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 127 Seiten

Blake Endlich die Richtige?


1. Auflage 2023
ISBN: 978-3-7457-5358-5
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 127 Seiten

ISBN: 978-3-7457-5358-5
Verlag: MIRA Taschenbuch
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Wann wird Holly endlich den Richtigen finden? In Melbourne, der aufregenden australischen Metropole, muss es doch wenigstens einen Mann nach ihren Vorstellungen geben; sinnlich, attraktiv und genau wie sie auf der Suche nach der großen Liebe! Holly bittet ihre Freunde Beth und Ben, ihr zu helfen. Die beiden sind begeistert und arrangieren ein romantisches Dinner für Holly und Jake Lincoln, Bens charmanter Chef. Tatsächlich scheinen die beiden perfekt zueinander zu passen, denn Jake erobert Holly Herz im Sturm. Trotzdem zeigt sie ihm die kalte Schulter! Jake scheint nur ein Abenteuer zu suchen ...

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1. KAPITEL

„Ich werde heiraten!“, verkündete Holly. Sie war an diesem Morgen fünfzehn Minuten zu spät dran und knallte ihre Aktenmappe auf den Schreibtisch ihres Büros in der Event-Agentur „Wolke Sieben“.

„Du machst was?“, ertönte Beth’ Stimme entgeistert aus dem Lautsprecher der Telefonanlage.

Holly setzte sich an ihren Schreibtisch, schlug die Beine übereinander und entdeckte die Laufmasche in ihrer Strumpfhose. Ihre Stimmung erreichte einen erneuten Tiefpunkt. Sie nahm sich ein Paket mit einer neuen Strumpfhose von dem Vorratsstapel in der untersten Schublade des Schreibtisches und ging in das zu ihrem Büro gehörige Bad, um sich umzuziehen. Zwar musste sie laut werden, um von dort aus über die Telefonanlage von Beth verstanden zu werden, was bei ihrer gegenwärtigen Laune jedoch kein Problem war. „Ich sagte, ich werde heiraten!“

„Aber ich kann mich nicht erinnern, dass du dich in den vergangenen sechs Monaten mehr als einmal mit demselben Mann verabredet hättest“, wandte ihre Freundin am anderen Ende der Leitung verblüfft ein, „geschweige denn, dass du einem davon so nahe gekommen wärst, um ihn heiraten zu wollen!“

Hollys Assistentin Lydia wählte genau diesen Moment, um das Büro zu betreten. Sie blieb wie angewurzelt stehen, sodass aus dem Becher, den sie in der Hand hielt, der Kaffee beinahe überschwappte, und starrte fast beleidigt auf die Telefonanlage. Holly kam aus dem Bad, wieder makellos bekleidet, winkte Lydia ungeduldig zu, und diese stellte den Kaffeebecher sogleich in Reichweite für Holly auf den Schreibtisch.

Ohne um Erlaubnis zu bitten, mischte sich Lydia ganz selbstverständlich in das Privatgespräch ein. „Habe ich euch richtig verstanden? In der kurzen Zeit, die ich gebraucht habe, um Holly einen Kaffee zu machen, hat sie sich einen Bräutigam an Land gezogen?“

„Bist du das, Lydia?“, fragte Beth am anderen Ende der Leitung.

Lydia beugte sich über die Telefonanlage. „Wie geht es dir, Beth? Wann kommt das Baby?“

„Oh, es geht mir bestens, und das Baby soll ungefähr in einem Monat kommen …“

„Bitte, Mädels“, unterbrach Holly die beiden. „Hier werden gerade ganz wesentliche Entscheidungen für mein Leben getroffen.“

Lydia machte sofort eine Geste, als würde sie sich die Lippen verschließen.

„Tut mir leid, Darling“, meldete sich Beth vergnügt. „Aber Lydia ist schuld. Du weißt genau, dass ich mich nicht zurückhalten kann, wenn mich jemand nach dem Baby fragt. Bitte, rede jetzt weiter.“

„Danke.“ Holly atmete tief ein. „Heute Morgen, als ich gerade am letzten Block in der Lonsdale Street entlangging, hat mich dieser … Mann praktisch platt gewalzt. Mein Aktenkoffer landete in der Gosse, die Kulis rollten über die Straße, und meine wichtigen Unterlagen flatterten über den Gehweg. Und als ich dann auf Händen und Knien meine Sachen wieder einsammelte, besaß dieser Typ auch noch die Frechheit, mir zu sagen, ich solle besser aufpassen!“

„War er süß?“, erkundigte sich Lydia sofort.

Nein, süß war nicht der treffende Ausdruck. Holly rief sich seine braunen Augen in Erinnerung. Die dunklen Schatten der Erschöpfung darunter hatten unwillkürlich ihr Mitgefühl geweckt. Aber sein finsterer Blick, als er erkannte, dass sie alles fallen gelassen hatte, hatte derartige Gefühle rasch wieder erstickt. Trotz seines gereizten Tons hatte seine Stimme einen tiefen, warmen Klang gehabt … mit einem Anflug von amerikanischem Akzent. Nein, süß traf es wirklich nicht.

„Groß“, antwortete Holly zögernd. „Dunkles, zerzaustes Haar. Grübchen in beiden Wangen. Hat angenehm geduftet. Aber das tut nichts zur Sache.“

„Tut nichts zur Sache?“, widersprach Beth über das Telefon. „Er klingt perfekt!“

„Das meine ich auch“, pflichtete Lydia ihr bei.

Und Beth, die einen starken Hang zum Esoterischen hatte, fügte schwärmerisch hinzu: „Gerade wenn man aufhört zu suchen, findet er dich. Es ist Kismet .“

Holly verdrehte die Augen. „Er hat mich nicht gefunden, Beth, sondern mich ausgeschimpft und verletzt. Sieh her!“ Sie zeigte Lydia eine kleine Schürfwunde an ihrem Knie, und ihre Assistentin machte ein mitfühlendes Gesicht.

„Und den Burschen willst du heiraten?“, fragte sie dann etwas verwirrt.

„Nein! Ihr habt beide nicht verstanden, worum es geht. Diese schreckliche Episode hat mir die Augen geöffnet. Mein geselliges Leben beschränkt sich ausschließlich auf den Besuch von Partys, die wir organisieren. Anstatt Männer kennen zu lernen, lerne ich nur männliche Partylöwen kennen. Die führen mich mit ihrem attraktiven, charmanten und selbstbewussten Auftreten in die Irre, aber sie sind nichts als Blender. Der ‚Gentleman‘ von vorhin war sehr attraktiv, kompromisslos und rücksichtslos und somit die Verkörperung all dessen, was den Männern, die ich kennen lerne, fehlt. Das ist eine narrensichere Theorie.“

„Ich muss zugeben, ich bin verwirrt“, sagte Lydia. „Wenn es nicht der Typ ist, wen, in aller Welt, willst du dann heiraten?“

„Das ist ja der Punkt … Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Ben ihn für mich finden wird.“

„Mein Ben?“, fragte Beth übers Telefon.

„Natürlich. Siehst du denn nicht, dass das der einzige Weg ist? Ben arbeitet für eine große Firma und hat viele Angestellte unter sich, zumeist junge Männer, die er selbst ausgesucht hat und somit besser kennt als jeder andere. Er kann mir jemanden aussuchen, den er selber gut leiden mag, und dann werden wir vier auf immer die besten Freunde sein. Du weißt schon … man lebt Tür an Tür, lädt sich gegenseitig zum Grillen ein, geht gemeinsam auf Campingtour …“

„Aber du hasst Camping!“

„He, Beth, ich scherze nicht. Du musst doch zugeben, der Plan ist perfekt.“

„Und das alles, weil du auf der Straße mit einem sehr attraktiven, gut riechenden Burschen mit Grübchen zusammengeprallt bist?“, fragte Beth, immer noch ungläubig.

„Es war, als hätte er mir bei unserem Zusammenprall etwas Vernunft eingebläut.“

„Er hat dir wohl eher eine Gehirnerschütterung verpasst“, meinte Lydia respektlos, was Holly mit einem ungnädigen Blick quittierte.

„Der Typ muss ja ein toller Hecht gewesen sein, um ausgerechnet dich zu veranlassen, vom Heiraten zu reden“, meldete sich Beth über die Telefonanlage.

„Was soll das heißen … ausgerechnet mich?“

„Komm schon, Holly. Ich kenne keine Frau, die so beherrscht und unabhängig ist wie du. Du meine Güte, du hast in deinem Schreibtisch im Büro sogar einen Stapel Ersatzstrumpfhosen in verschiedenen Farben!“

Hollys Blick schweifte unwillkürlich zu besagtem Stapel. Sie stieß die Schublade mit dem Fuß zu.

„Und plötzlich willst du dein zukünftiges Glück in die Hände eines anderen Menschen legen“, fuhr Beth fort.

„Ben ist nicht irgendjemand, das weißt du genau. Ich traue ihm zu, dass er eine gute Wahl treffen wird.“

„Ich kann nicht glauben, dass du es wirklich ernst meinst“, gestand Beth. „Aber gut, komm heute Abend zum Essen zu uns, damit wir meinen armen, ahnungslosen Mann überfallen können.“

„Danke, Beth. Du bist die beste Freundin auf der Welt.“

„Dass du mir es bloß nicht vergisst!“

Nachdem Beth das Gespräch beendet hatte, ging auch Lydia zur Tür. Auf der Schwelle drehte sie sich aber noch einmal um und fragte: „Hat er dir geholfen, deine Sachen wieder aufzuheben?“

Holly, die sich bereits den Unterlagen auf ihrem Schreibtisch zugewandt hatte, blickte auf. „Wie? Ja, er hat praktisch sofort sein Gepäck abgestellt und sich gebückt, um mir zu helfen. Aber dabei hat er mich ausgeschimpft, weshalb das auch ohne Bedeutung ist.“

„Und du bist mit gesenktem Kopf und in Gedanken schon ganz bei deinen heutigen Projekten vor dich hin gegangen, ohne auf irgendetwas zu achten, stimmt’s?“

„Sicher …“

„Aber das ist auch ohne Bedeutung, richtig?“

Holly warf Lydia einen giftigen Blick zu, was diese jedoch nicht abschreckte.

„Ein großer dunkelhaariger, gut aussehender Fremder rennt dich um und geht dann in die Knie, um dir zu helfen. Und du hältst das für schlecht. Ich dagegen würde den Rest des Tages verträumt aus dem Fenster sehen, wenn mir so etwas passieren würde. Leider habe ich nicht so viel Glück. Ich musste mich auf dem Weg hierher mit einer Horde Schüler in die U-Bahn quetschen.“ Lydia seufzte dramatisch, und Holly lächelte wider Willen.

„Dir ist doch klar, dass ich dein Boss bin und es deshalb dein Job ist, mich gebührend zu bedauern, oder?“

„Und ich dachte, es sei mein Job, dir Kaffee zu bringen, auf Stühlen zu stehen, sodass du mich mit Stoffen behängen kannst, und alle Anrufe von irgendwelchen Männern abzuwimmeln, mit denen du am Abend zuvor ein langweiliges Date verbracht hast.“

„Natürlich“, antwortete Holly nach kurzem Überlegen, „das auch.“

Lydia verließ den Raum und ging zurück an ihren Schreibtisch, um zumindest eine Weile verträumt aus dem Fenster zu sehen und sich vorzustellen, sie würde die Lonsdale Street entlanggehen und mit großen dunkelhaarigen, gut aussehenden...



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