Blake | Entführt auf die Insel der Träume | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2462, 144 Seiten

Reihe: Julia

Blake Entführt auf die Insel der Träume


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-1446-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2462, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1446-8
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Ein schwacher Moment kann ein ganzes Königreich zu Fall bringen. Das weiß Prinz Zakary Montegova nur zu gut. Weshalb er sich keine Gefühle erlaubt. Bis er in heißer Leidenschaft für seine Assistentin Violet entbrennt. Das Verlangen zwischen ihnen ist stärker als jede Vernunft. Mit dramatischen Folgen für ihn, seinen Thron und sein Herz! Doch seinen Antrag lehnt Violet ab. Zakary handelt: Er entführt die bezaubernde Schönheit auf sein entlegenes Inselparadies in der Karibik. Kann er sie unter Palmen zu einem Ja verführen?



Mit dreizehn Jahren lieh sich Maya Blake zum ersten Mal heimlich einen Liebesroman von ihrer Schwester und sofort war sie in den Bann gezogen, verlor sich in den wunderbaren Liebesgeschichten und begab sich auf romantische Reisen in die Welt der Romanhelden. Schon bald träumte sie davon, ihre eigenen Charaktere zum Leben zu erwecken und ihnen Happy Ends zu schenken. Als es ihr gelang, einen Verlag von einer ihrer Geschichten zu überzeugen, wurde ihr Traum endlich Wirklichkeit. Heute lebt Maya Blake gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Südosten Englands ein Leben zwischen Büchern. Wenn sie sich nicht gerade in eines davon vergräbt, genießt sie es, Zeit mit ihrer wunderbaren Familie zu verbringen, schwimmen zu gehen und durch die Welt zu reisen.

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1. KAPITEL

Violet Barringhall rang sich ein Lächeln für den adrett gekleideten Boten ab, bevor sie ihre Wohnungstür wieder schloss. Widerwillig sah sie den dicken Umschlag an, den er ihr überreicht hatte.

Sie brauchte nicht hineinzusehen, um zu wissen, von wem er kam. Das goldene Wappen, das auf dem weißen Kuvert prangte, war unverkennbar. Dazu musste man nicht einmal über jahrelange Erfahrungen mit der Familie verfügen, die dieses Emblem voll Stolz und unverhohlener Überheblichkeit trug.

Zumal Violet momentan einer täglichen Extraportion ebenjener Arroganz ausgesetzt war – in Form von Seiner Königlichen Hoheit Prinz Zakary Philippe Montegova, dem Absender des Briefs, den sie in der Hand hielt.

Denn sie war seit drei Monaten sein Mädchen für alles. Es war die reinste Hölle. Der Prinz kommandierte sie ständig herum und stellte völlig überzogene Ansprüche an sie. Er verlangte sich selbst Höchstleistungen ab und erwartete, dass sein Umfeld es genauso machte.

Er war Geschäftsführer des Montegova-Fonds, einer Stiftung, die sich um die Wirtschaftsinteressen Montegovas im Ausland ebenso kümmerte wie um wohltätige Zwecke und Umweltschutzmaßnahmen rund um den Globus. Unter seiner Ägide hatte es die Stiftung zu internationalem Ruhm gebracht.

Nach dem Tod seines Vaters vor über zehn Jahren bestimmte seine Mutter, die Königin, zusammen mit ihm und seinem Bruder, dem Kronprinzen Remi Montegova, die Geschicke des Landes. Gemeinsam hatten sie das kleine, aber sehr wohlhabende Königreich am Mittelmeer noch weiter vorangebracht.

Während andere sich damit zufriedengegeben hätten, über mehrere Milliarden zu verfügen und respektiert und verehrt zu werden, arbeitete Zak wie ein Getriebener. Er gab stets hundert Prozent. Das galt auch für sein Liebesleben; er wechselte mit atemberaubender Geschwindigkeit die Partnerinnen.

Doch daran wollte Violet lieber nicht denken. Überhaupt hätte sie Zak Montegova gern für immer aus ihrem Gedächtnis getilgt.

Aber das war vorerst nicht möglich. Sie war vertraglich dazu verpflichtet, ihm während ihrer Tätigkeit für die Stiftung jederzeit auf Abruf zur Verfügung zu stehen. Und auch wenn sie Vorbehalte gegenüber Zak hatte, durfte sie nicht vergessen, dass die Arbeit für die Stiftung ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt in ihrem Lebenslauf war und nicht nur ihren Abschluss als Stadtplanerin perfekt ergänzte, sondern sie obendrein ihrem Ziel näher brachte, im Umweltschutz zu arbeiten. Das war auch der Grund dafür, dass sie die vorübergehende Versetzung nach New York ohne langes Zaudern angenommen hatte, obwohl ihr die Entscheidung nicht leichtgefallen war.

Denn abgesehen davon, dass sie jedes Mal im Erdboden versinken wollte, wenn sie an die vergangenen Erfahrungen mit Zak zurückdachte, spielte Violets Arbeit für seine Stiftung ihrer Mutter direkt in die Hände, die ihre Töchter unbedingt mit Männern der High Society verkuppeln wollte.

Obwohl die Geschichte mit Zak schon einige Jahre her war, hatte Violet die Angelegenheit noch immer nicht vergessen können. Wie ein ständig wiederkehrender Albtraum spielte sich die Szene jedes Mal vor ihrem inneren Auge ab, wenn sie mit Zak zusammen war.

Sie dachte an die herablassenden Worte, mit denen er sie an ihrem achtzehnten Geburtstag im Garten ihrer Mutter zurückgewiesen hatte, bevor er in der Gewissheit, dass sie zum Kreis seiner Verehrerinnen gehörte, davonstolziert war. Bei der bloßen Erinnerung daran errötete sie.

Kurz nach jenem denkwürdigen Abend vor sechs Jahren war ihr Vater an einem Herzinfarkt gestorben, und nicht lange darauf hatte sie erfahren, dass das luxuriöse Leben ihrer Familie auf Lügen aufgebaut gewesen war.

Die erschreckende Tatsache, dass der Graf und die Gräfin Barringhall nicht so wohlhabend gewesen waren, wie sie vorgegeben hatten, sondern dass sie kurz vor dem Bankrott gestanden hatten, war öffentlich bekannt geworden. Obwohl Violet damals weit weg von zu Hause an der Uni gewesen war, hatte man sie verhöhnt und über sie getratscht. Die sozialen Medien hatten ihren Teil dazu beigetragen, die Geschichte vom Absturz der Barringhalls auf der ganzen Welt zu verbreiten.

Nach Abschluss ihres Studiums hatte sich Violet in die Arbeit für den International Conservation Trust gestürzt. Und weil die gehobenen Posten bei der Umweltschutzorganisation stets an erfahrene Kollegen gingen, hatte sie die befristete Stelle bei Zak angenommen und ihrer Entsendung nach New York gern zugestimmt, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Und das, obwohl ihr klar war, dass ihre Mutter nichts unversucht ließ, sie unter die Haube zu bringen.

Zu gern hätte Violet ihrer Mutter Margot, die eng mit der Königin von Montegova befreundet war, begreiflich gemacht, dass ihre Bemühungen vergeblich waren. Zak Montegova hatte Violet bereits vor sechs Jahren unmissverständlich gezeigt, was er für sie empfand. Und auch während der vergangenen Wochen hatte er sie deutlich spüren lassen, dass sie für ihn so gut wie gar nicht existierte.

Darum fragte sie sich, warum er ihr einen Brief in ihre kleine Wohnung in Greenwich Village geschickt haben mochte. Sie schob einen Finger unter die Lasche und öffnete das Kuvert.

Es enthielt eine ebenso knappe wie herrische Nachricht:

Meine Sekretärin ist erkrankt. Sie werden mich an ihrer Stelle zur Wohltätigkeitsveranstaltung des Umweltschutzvereins begleiten, die in einer Stunde beginnt. Ein Chauffeur ist kurz vorher bei Ihnen. Ich möchte nicht enttäuscht werden.

Im letzten Satz schwang jener mahnende Unterton mit, der ihr in den vergangenen Wochen so viele schlaflose Nächte bereitet hatte wie zuvor kaum etwas in ihrem Leben.

Es war ihr ungeheuer wichtig, sich in jeder Hinsicht vorbildlich zu verhalten. Denn so konnte sie vielleicht verhindern, dass man den Verdacht bestätigt sah, sie sei ebenso eine Schmarotzerin mit Selbstbedienungsmentalität wie ihre Eltern. Bislang hatte es sich als relativ zermürbend erwiesen; die sozialen Medien und die Prestigesucht ihrer Mutter hielten die Gerüchteküche beständig am Kochen.

Also musste Violet sich mit harter Arbeit und vollem Einsatz ihren Platz in der Arbeitswelt erkämpfen. Musste denen, die wie Zakary Montegova an ihr zweifelten, beweisen, dass sie sich irrten. Und wenn sie dafür einen Abend lang seine Sekretärin spielen musste.

Außerdem war die Veranstaltung eine einmalige Gelegenheit, ihren Horizont zu erweitern und andere Umweltschützer zu treffen. Warum also dachte sie vor allem an Zak? Warum klopfte ihr Herz wie verrückt bei der Vorstellung, ihn heute noch einmal zu sehen?

Als ihr Telefon klingelte, schreckte sie auf; sie ahnte, wer dran war, und richtig, es war ihr königlicher Arbeitgeber.

„Hallo?“

„Sie haben meine Nachricht erhalten?“

Es ärgerte sie, dass seine Stimme und sein leichter Akzent ihre Finger zittern ließen. „Ich bin sicher, dass Sie bereits Rückmeldung von dem Boten haben, der mir den Brief ausgehändigt hat, Eure Hoheit“, antwortete sie ein wenig schnippisch, weil es sie ärgerte, dass er ihren Puls so mühelos zum Rasen brachte.

Aber das war schon so, seitdem sie ihn mit zwölf zum ersten Mal zu Gesicht bekommen hatte. Damals hatte sie ihn zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Sage von ihrem Schlafzimmerfenster aus beobachtet. Sie hatte ihn gerade zum ultimativen Märchenprinzen auserkoren, als er hochgeguckt und ihr in die Augen gesehen hatte. Sie hatte sich vorgestellt, dass er sie aus diesem Elternhaus erlösen würde, in dem ständig getuschelt wurde und die Gespräche stets verstummten, wenn sie und ihre Schwestern den Raum betraten.

Später hatte sie das natürlich albern gefunden. So etwas gab es nur in Büchern. Sie hatte es nicht nötig, gerettet zu werden. Schon gar nicht von einem arroganten Prinzen wie diesem, der sie über das Lenkrad seines Sportwagens hinweg so geringschätzig und unterkühlt angesehen hatte.

Seine Königliche Perfektion reagierte nicht sofort auf ihre Spitze, und sein Schweigen zerrte an Violets ohnehin bereits überstrapazierten Nerven. Er hatte schon immer ein Talent dafür gehabt, sie dazu zu bringen, sich blöd vorzukommen.

Aber nur, weil du es zulässt!

Während sie sich mit zwölf oder achtzehn beeilt hätte weiterzureden, zwang sie sich nun, den Mund zu halten. Doch ihr Herz klopfte wie verrückt, ihre Hände wurden feucht, und sie musste daran denken, wie sie ihn damals einen Moment lang aus der Ruhe gebracht hatte.

Es machte sie rasend, dass sie diesen kurzen Augenblick nicht endgültig vergessen konnte. Diese kleine Kostprobe von Zak, an die sie sich nach all den Jahren noch so lebhaft erinnerte.

„Der Austausch mit Boten fällt nicht in meinen Aufgabenbereich, also verzeihen Sie mir meine Unwissenheit“, antwortete Zakary und holte sie damit ins Hier und Jetzt zurück. Und zu der Tatsache, dass er mit Staatsoberhäuptern und den Chefs der einflussreichsten Firmen der Welt kommunizierte – und sich nicht mit dem gewöhnlichen Fußvolk abgab. „Aber es freut mich, dass die Dringlichkeit meines Anliegens deutlich geworden ist. Dann sind Sie sicher aufbruchbereit?“

„Nein, bin ich nicht. Ich habe Ihre Nachricht erst vor fünf Minuten erhalten. Ich habe noch nicht einmal überlegt, was ich anziehe.“

„Dann überlegen Sie schnell, Violet. Ich bin in zwanzig Minuten bei Ihnen.“

„Was? Da stand doch, dass ich in einer Stunde abgeholt werde.“

„Es hat eine kurzfristige Änderung gegeben. Das ist auch der Grund für meinen Anruf. Ein...



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