Blake | Entführt von dem reichen Griechen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 162018, 144 Seiten

Reihe: Julia

Blake Entführt von dem reichen Griechen


1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-7337-1032-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 162018, 144 Seiten

Reihe: Julia

ISBN: 978-3-7337-1032-3
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Die Halskette mit den Rubinen, der Familienschmuck - geraubt aus seinem Safe! Xandro Christofides ist maßlos wütend, aber zumindest weiß er, wer der Dieb war: sein Mitarbeiter Ben Woods. Weil der verschwunden ist, setzt er Bens atemberaubende Schwester Sage unter Druck. Eiskalt erpresst er sie, mit ihm nach Griechenland zu kommen. Hier werden sie gemeinsam abwarten, bis Ben sich bei ihr meldet. Aber der griechische Tycoon hat nicht mit der Leidenschaft gerechnet, die sein schöner Lockvogel in ihm weckt ...



Mit dreizehn Jahren lieh sich Maya Blake zum ersten Mal heimlich einen Liebesroman von ihrer Schwester und sofort war sie in den Bann gezogen, verlor sich in den wunderbaren Liebesgeschichten und begab sich auf romantische Reisen in die Welt der Romanhelden. Schon bald träumte sie davon, ihre eigenen Charaktere zum Leben zu erwecken und ihnen Happy Ends zu schenken. Als es ihr gelang, einen Verlag von einer ihrer Geschichten zu überzeugen, wurde ihr Traum endlich Wirklichkeit. Heute lebt Maya Blake gemeinsam mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern im Südosten Englands ein Leben zwischen Büchern. Wenn sie sich nicht gerade in eines davon vergräbt, genießt sie es, Zeit mit ihrer wunderbaren Familie zu verbringen, schwimmen zu gehen und durch die Welt zu reisen.

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2. KAPITEL

Der Rhythmus der Schritte war perfekt auf die Musik abgestimmt. Nun ja … fast perfekt. Nur wenigen Menschen wäre die winzige Verzögerung aufgefallen, aber Xandro hörte sie bereits nach wenigen Sekunden.

Als kleiner Junge hatte er kaum etwas besessen außer einem schlechten Ruf und Schulden, aber die Musik hatte ihn immer begleitet.

Nachdem seine Großmutter in ihrer kleinen Hütte in der Bronx an ihrem schwachen Herzen gestorben war, hatte seine Mutter ihre Tradition weitergeführt. Deshalb begann sein Tag mit Arien von Maria Callas und endete mit großartigen Opern längst verstobener Komponisten.

Aus der Bibliothek lieh er sich Opernverfilmungen in Schwarzweiß oder schaute sich die Filme von den Ballettaufführungen seiner Mutter an, die seine Großeltern hastig in ihren Koffer gepackt hatten, bevor sie mit ihrer achtzehnjährigen schwangeren Tochter an Bord des Schiffs nach New York gegangen waren: der Tochter mit der wunderschönen Stimme und den Träumen von einer Karriere als Ballerina, die ein mieser Bastard rücksichtslos zerstört hatte.

Aber er war nicht wegen Musik und Tanz nach Washington gekommen. Der Raum, in dem er jetzt stand, war nur schwach beleuchtet, der einzige Scheinwerfer auf das Tanzpaar auf der Bühne gerichtet. Nur wenige andere Zuschauer verteilten sich in dem Saal, die gesuchte Person sah er nicht darunter.

Er war Tausende Meilen geflogen, um Sage Woods, die Schwester des Diebs, zu finden. Archie hatte keine Zeit gehabt, ihm ein aktuelles Bild von ihr zu beschaffen. Darum musste er mit einem vorliebnehmen, das vor zehn Jahren aufgenommen worden war und sie als zehnjähriges Mädchen zeigte.

Doch dank ihres makellosen Gesichts und ihrer leuchtend roten Haare sollte sie leicht auszumachen sein. Wenn sie sich nicht drastisch verändert hatte, müsste er sie entdecken.

Xandro trat an die Seite und wartete darauf, dass Tänzer und Besucher den Saal verließen. Dann griff er nach seinem Handy.

Zwar war es Archie in Rekordzeit gelungen, Sage Woods in Washington aufzuspüren, aber Xandro war nicht in der Stimmung, Gnade walten zu lassen. Dazu bedeutete die Kette ihm zu viel … Er erinnerte sich an die Freude auf dem Gesicht seiner Mutter, wann immer sie die Halskette getragen hatte: bei seiner Abschlussfeier, an dem Abend, als er sie zum Dinner ausgeführt hatte, nachdem er die Verträge für sein erstes Hotel unterzeichnet hatte.

Unvermittelt musste er an seine aktuellen Verhandlungen denken, die gerade ins Stocken geraten waren. Wäre er abergläubisch, hätte er das dem Diebstahl der Kette zugeschrieben.

Was die Sache auch nicht besser machte, war, dass Archie mittlerweile herausgefunden hatte, wie Benjamin Woods den Tresor geknackt hatte. Er hatte sich in den Computer des Sicherheitschefs gehackt.

Xandro hatte davon abgesehen, Woods’ Eltern in Virginia zu besuchen, sondern war gleich nach Washington gekommen. Seine Instinkte sagten ihm, dass die Schwester für sein Vorhaben besser geeignet war. Außerdem hatten die Arbeitskollegen, die Archie befragt hatte, erzählt, dass Woods häufig über seine Schwester gesprochen hatte.

Als Xandro gerade Archies Nummer wählte, um sich Sage Woods’ Aufenthaltsort bestätigen zu lassen, hielt er inne. Eine Person in einem schwarzen Trikot schlüpfte durch eine Seitentür in den Saal und ging auf die Bühne.

Das flammendrote Haar verriet ihm sofort, wer sie war. Aus dem Mädchen auf seinem Foto war eine atemberaubende Frau geworden, nach der die meisten Männer sich umgedreht hätten.

Auch Xandro erstarrte. Beim Anblick von Sage Woods stockte ihm der Atem.

Ihr langer schlanker Hals saß auf schmalen, aber perfekt geformten Schultern. Ihre Arme schwangen anmutig im Takt, als sie sich über die Bühne bewegte.

Ihre Körperhaltung war fantastisch. In dem Augenblick, als sie sich zu den leeren Sitzen des Zuschauerraums umdrehte, spürte Xandro ein Feuer in sich auflodern. Wann, fragte er sich abwesend, habe ich lange genug innegehalten, um eine so wunderschöne Frau zu bewundern.

Die Welt, in der er lebte, bot ihm eine unendliche Zahl an natürlichen und künstlichen Schönheiten. Doch der Großteil von ihnen verbarg sich hinter Fassaden, um maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. Die Frau vor ihm – die glaubte, allein zu sein – trug weder Make-up noch Schmuck. Selbst auf Schuhe hatte sie verzichtet. Und doch konnte er den Blick nicht von ihr abwenden. Er musterte ihre schlanke Taille, die femininen Hüften, die durchtrainierten Oberschenkel, die langen, perfekt geformten Beine und die zarten Knöchel.

Während er sie heimlich betrachtete, zog sie einen kleinen MP4-Player aus ihrer Tasche. Sie runzelte die Stirn, als sie das Kabel entwirrte und dann in jedes Ohr einen Stecker schob.

Xandro verschränkte frustriert die Arme vor der Brust, als sie das Gerät an ihrem Oberarm befestigte. Denn einerseits erschien ihm diese Art der Musikwidergabe unpraktisch, und andererseits hörte er nun nichts mehr.

Dann kam der Moment, als sie aus dem absoluten Stillstand förmlich zu explodieren schien. Seine Arme sanken herunter, abermals stockte ihm der Atem.

Fasziniert von der Kraft und ihrer Körperbeherrschung, die jahrelanges, hartes Training verriet, stand er reglos da.

Er hatte keine Ahnung, wie lange er dort verharrte. Irgendwann schrien seine Lungen nach Sauerstoff. Er atmete tief ein und schüttelte den Kopf, um wieder klar denken zu können.

Sage verstand es perfekt, modernen Tanz mit klassischem Ballett zu vereinen, während sie zu der Musik tanzte, die nur sie hören konnte. Was hätte er gegeben, um die Musik zu hören! Weil er keine Ahnung hatte, welche Art Musik sie dazu brachte, sich so schön und sinnlich zu bewegen.

„Entschuldigen Sie? Kann ich Ihnen helfen?“

Er war so in Gedanken versunken, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass sie aufgehört hatte zu tanzen. Ganz zu schweigen davon, dass er aus dem Schatten herausgetreten war und jetzt vor der Bühne stand und zu ihr hinaufblickte.

Seine Verwirrung verwandelte sich in Verärgerung. Er war aus einem einzigen Grund hier – und der lautete nicht, sich von der Tanzvorführung einer Fremden verzaubern zu lassen.

„Sind Sie Sage Woods?“ Er hörte selbst, wie grob seine Worte klangen.

Xandro stand nahe genug vor ihr, um zu erkennen, wie sie zusammenzuckte. Rasch ließ sie ihren Blick über ihn wandern, während sie die Stecker aus ihren Ohren nahm.

„Das kommt darauf an“, erwiderte sie schließlich mit fester, ein wenig rauchiger Stimme.

„Auf was?“

„Auf den, der fragt. Und darauf, dass Sie mir sagen, weshalb Sie hier sind.“

Er schob die Wirkung, die ihre Stimme auf seine verwirrten Sinne hatte, beiseite. „Das hier ist ein Theater, keine geheime Regierungseinrichtung. Ich brauche keine Erlaubnis, um hier zu sein.“

„Aber im Augenblick findet hier eine private Übungsstunde statt, die ich gebucht und bezahlt habe. Und über der Tür hängt ein Schild, auf dem steht: Kein Publikum erlaubt.“

„Dann müssen die Sicherheitsvorkehrungen sehr lasch sein“, erwiderte er schulterzuckend. „Denn ich stehe ja hier.“

Ihre Anspannung wuchs. Sie ließ den Blick zur Tür und wieder zurück zu ihm wandern. „Sie tragen einen dreiteiligen Anzug und einen Gesichtsausdruck, der verrät, dass irgendjemand Ihnen auf die Füße getreten ist. Wenn Sie also nicht für die Rolle des mürrischen CEO in einer Broadwayshow vortanzen wollen, sind Sie hier falsch. Und bevor Sie auf die Idee kommen, sich irgendeine Ausrede auszudenken … glauben Sie mir, ich weiß von allen Castings, die in den nächsten drei Monaten stattfinden. Sie gehören nicht hierher. Gehen Sie, bevor ich den Sicherheitsdienst rufe.“

Unter anderen Umständen hätte er ihren Mut bewundert. „Sind Sie Fremden gegenüber immer so misstrauisch?“

„Ja.“

„Und warum ist das so, Miss Woods?“

„Sind Sie nicht ein wenig voreilig? Ich habe nicht gesagt, dass ich die bin, für die Sie mich halten.“

„Streiten Sie es ab, und ich gehe.“

„Wir beide wissen, dass das nicht stimmt.“

„Tun wir das?“

Ihre Augen verengten sich fast unmerklich. „Sie scheinen kein Mensch zu sein, der ein Nein akzeptiert, denn Sie sind immer noch hier und stehlen mir meine Trainingszeit.“

„Wie … scharfsinnig von Ihnen. Sind Sie jetzt bereit, mit den Spielchen aufzuhören?“

„Ich habe nicht gespielt“, entgegnete sie steif.

Xandro schlenderte an den Rand der Bühne und freute sich insgeheim, dass sie einen Schritt zurücktrat. „Gut. Ich auch nicht. Mein Name ist Xandro Christofides. Geben Sie mir die Antworten, die ich brauche, dann lasse ich Sie weitertrainieren.“

„Sie lassen mich?“

„Ja.“ Vielleicht war es einfach Unachtsamkeit, die seinen Tonfall noch weiter verhärtete. Oder die überraschende Erkenntnis, dass Sage Woods etwas mit seiner Mutter gemeinsam hatte. Dazu gesellte sich der Schmerz, der selbst achtundvierzig Stunden nach dem Diebstahl noch nicht nachgelassen hatte.

So oder so beabsichtigte er, die Angelegenheit schnell hinter sich zu bringen. „Oder Sie entscheiden sich für die weniger zufriedenstellende Möglichkeit, weichen meinen Fragen aus und verschwenden meine Zeit. Dann werde ich wiederum überlegen müssen, was ich dagegen unternehmen kann.“

Sie atmete scharf ein. Ihre Wangen röteten sich. „Ich verschwende Ihre … Für wen, zur Hölle, halten Sie sich?“

„Ich habe mich...



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