E-Book, Deutsch, 352 Seiten
Blue Gefährtin der Finsternis
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-641-05782-4
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Roman
E-Book, Deutsch, 352 Seiten
ISBN: 978-3-641-05782-4
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)
Ein mittelalterlicher Vampirroman voll dunkler Magie und großer Gefühle
Simon, ein Ritter, der in den Kreuzzügen kämpfte, ist zu einem Dasein in der Finsternis verflucht. Doch in der schönen, unabhängigen Isabel hat er eine Frau gefunden, mit der er die ewige Nacht als Vampir ertragen könnte. Da begegnet der verfluchte Ritter erneut dem finsteren Wesen, dem er den Fluch verdankt. Und Simon muss sich entscheiden. Wird er seine unsterbliche Seele retten - oder die Frau, die er liebt?
Lucy Blue lebt in Chester, South Carolina. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet sie als Assistentin für einen Staatsanwalt in den Bereichen Drogen- und Jugendkriminalität. Wenn sie nicht gerade arbeitet, näht sie gerne, malt und kocht. Sie ist Single, ist aber davon überzeugt, ihre wahre Liebe noch zu treffen.
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"15 (S. 234-235)
Der Abgesandte des Königs hatte den größten Teil des langen Spätsommernachmittags im Sonnenraum von Schloss Charmot gewartet, so lange, dass er sich schon zu fragen begonnen hatte, ob der Schlossherr und die Lady überhaupt da seien. Aber gerade als die Sonne allmählich unterging, öffnete sich die Tür, und er konnte sich beruhigen. »Guten Abend, Mylord«, sagte die Lady und vollführte einen Hofknicks vor ihm, während er sich von seinem Sitzplatz erhob. »Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich Euch warten ließ. Ich bin Isabel von Charmot.« »Mylady«, antwortete er eher benommen, während sie Platz nahm.
Die legendäre Schönheit dieses verfluchten Rittergutes war noch erlesener, als ihr Mythos es behauptete – er hatte noch nie eine so modisch blasse Frau gesehen. »Eure Anwesenheit ist höchst … bezaubernd. Aber um ehrlich zu sein, muss ich Euren Ehemann sprechen.« »Mein Ehemann ist noch anderweitig beschäftigt.« Sie bedeutete ihm lächelnd, erneut Platz zu nehmen. »Aber er wird sich uns in Kürze anschließen.« Sie nahm eine Näharbeit hoch, das perfekte Abbild häuslicher Beschaulichkeit.
»War der König ungehalten über unseren Tribut?« »Oh, nein, das Geld war willkommen«, antwortete der Abgesandte. Als früherer Schreiber hatte er seinen Titel nur aufgrund der Vorzüge seines Verstandes errungen. Die Umgangsformen und Nettigkeiten dieser geborenen Adligen machten ihn noch immer eher nervös. »Aber Seine Majestät ist ein wenig um Eure Sicherheit besorgt.« »Wie überaus freundlich.« In Wahrheit klang sie nicht beeindruckt. »Ihr dürft ihm versichern, dass ich vollkommen beschützt bin.«
»Ja, aber … was ist mit dem Schwarzen Ritter?« Er erwartete, dass sie bei der Erwähnung des Dämons, der sie so lange gefangen gehalten hatte, schreien, in Ohnmacht fallen oder zumindest in Tränen ausbrechen würde, aber sie schien keinen Stich in ihrer Näharbeit zu verfehlen. »Mein Ehemann hat ihn bezwungen«, antwortete sie mit einem weiteren gelassenen Lächeln. »Offensichtlich.« »Ja, natürlich.« Er machte sich an seinen Papieren zu schaffen. »Wunderbar … wir sind alle recht erfreut.«
Er zögerte, so einem erfreulichen Wesen gegenüber solch eine unerfreuliche Angelegenheit aufzubringen, aber das war schließlich der Hauptzweck seiner Mission, so dass es vermutlich keinen Ausweg gab. »Aber da ist immer noch die Angelegenheit der Identität Eures Ehemannes, Mylady. Oder sollte ich sagen, Euer Gnaden.« »Das solltet Ihr tatsächlich.« Der Mann, der nun im Eingang stand, passte perfekt zu seiner Lady, zumindest was die Schönheit betraf, und der Abgesandte dachte, er könne es sicher mit jedem aus der Hölle befreiten Dämon aufnehmen. »Sie ist die Herzogin von Lyan.«
»Sei nicht verärgert, Liebling«, schalt seine Lady mit einem weiteren angedeuteten Lächeln sanft. »Du musst zugeben, dass das alles eher verwirrend ist.« »Verwirrend, ja«, sagte der Abgesandte des Königs eifrig. Der sogenannte Herzog sah ihn mit einem Blick an, unter dem sich seine Eingeweide ganz plötzlich wie Pudding anfühlten. »Das ist genau das richtige Wort.« Simon setzte sich neben seine Frau. »Seine Majestät erinnert sich aus seiner Jugendzeit mit großer Zuneigung des Herzogs von Lyan.«"




