Blue | Gefangene der Dunkelheit | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 384 Seiten

Blue Gefangene der Dunkelheit

Roman
1. Auflage 2012
ISBN: 978-3-641-06156-2
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Roman

E-Book, Deutsch, 384 Seiten

ISBN: 978-3-641-06156-2
Verlag: Blanvalet
Format: EPUB
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Begierde und Rache, Hass und Leidenschaft ...
Auf dem Schlachtfeld hat der normannische Krieger Tristan DuMaine dem Tod schon oft die Stirn geboten. Nun treibt ihn die Suche nach Ruhe in sein Gutshaus im Grenzland. Doch Rebellen überfallen ihn und zwingen ihn zur Heirat mit der schönen, rachsüchtigen Siobhan Lebuin, deren Vater von Normannen ermordet wurde. Als Siobhan Tristan zu töten versucht, rettet ihn der Vampir Simon - mit einem Biss. Tristan schwört Rache. Doch die Leidenschaft, die Siobhan in ihm weckt, treibt die beiden in ein tödliches Spiel ...


Lucy Blue lebt in Chester, South Carolina. Neben ihrer Tätigkeit als Autorin arbeitet sie als Assistentin für einen Staatsanwalt in den Bereichen Drogen- und Jugendkriminalität. Wenn sie nicht gerade arbeitet, näht sie gerne, malt und kocht. Sie ist Single, ist aber davon überzeugt, ihre wahre Liebe noch zu treffen.

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18 (S. 232-233)

Meister Nicholas lief Gefahr, über seine schlaue Zunge zu stolpern, so eifrig war er bemüht, der Herzogin zu schmeicheln. »Euer Gnaden, Ihr ehrt dieses Haus«, sagte er und drängte sie zu einem Sessel. »Aber ich fürchte um Eure Sicherheit. Die Seuche, vor der die Wachen Euch und Euren Gefolgsmann an den Toren gewarnt haben, ist kein Spaß.« »Ich fürchte keine Seuche, Meister«, antwortete die Herzogin. Sie schaute über seine Schulter zu Siobhan und lächelte, als teilten sie ein Geheimnis. »Es heißt, sie befiele nur die Sündigen, richtig?« »Ja, Euer Gnaden«, stimmte er mit einem Lachen zu, das eher gezwungen klang.

»So heißt es in der Tat.« Er wandte sich wieder an Siobhan. »Lord Tristan sollte hier sein, Mylady«, sagte er mit einer Spur Tadel in der Stimme. »Er darf gewiss gestört werden …« »Nein, Meister«, unterbrach ihn die Herzogin. »Lord Tristan und mein Ehemann gehören demselben Orden an, und ich versichere Euch, er darf nicht gestört werden.« Sie war wunderschön, das zarteste, weiblichste Wesen, das Siobhan jemals in ihrem Leben erblickt hatte. Neben diesem Traumbild war ihre eigene Verkleidung ein Witz. »Aber wenn Ihr mir meinen Diener Orlando holen würdet, wäre ich Euch äußerst verbunden.«

»Ich, Mylady?«, fragte Meister Nicholas überrascht. »Ja, bitte.« Sie lächelte Siobhan erneut zu. »Ich möchte mit Lady Siobhan allein sprechen.« Sie behielt ihr anmutiges Lächeln bei, während er sich verbeugte und »Natürlich« murmelte. Aber sobald er fort war, erhob sie sich und schloss die Tür hinter ihm. »Geht es ihnen gut?«, fragte sie und wandte sich wieder an Siobhan. »Eurem Tristan und Simon – geht es ihnen gut?« »Ja«, antwortete Siobhan, noch immer verblüfft über die Veränderung. »Sie … es geht ihnen vermutlich gut.« »Und Kivar?«, fragte sie. »Ist er erschienen?«

»Ich … ich glaube nicht.« Alles an dieser seltsamen Frau, angefangen von ihrem perfekt frisierten roten Haar bis zu den Spitzen ihrer edel gepunzten kleinen Stiefel, ließ Siobhan sich wie ein Maultier im Geschirr eines Zelters fühlen. Und doch war sie hier und sprach mit ihr, als wären sie schon lange Freundinnen. »Ich weiß nicht, wer das ist«, räumte sie ein. »Ihr wisst nicht …?« Die Herzogin sank auf einen Stuhl, als hätten ihre Beine unter ihr nachgegeben. »Aber habt Ihr nicht …? Lady Siobhan, wie seid Ihr zu den Malen an Eurer Kehle gekommen?« »Tristan hat mich gebissen«, gestand sie.

»Ich weiß, dass er ein Vampir ist.« Sie setzte sich ebenfalls hin. »Und Euer Ehemann vermutlich auch, obwohl er es mir nie erzählt hat. Tatsächlich glaube ich nicht, dass ich überhaupt je mit ihm gesprochen habe.« Zu spät erinnerte sie sich an Silas’ Lektionen. »Euer Gnaden«, fügte sie hinzu. »Bitte, um Himmels willen«, erwiderte die andere Frau lachend und offensichtlich erleichtert. »Wir haben die gleichen Probleme, Mylady. Nennt mich Isabel.«

»Isabel«, wiederholte sie und erwiderte das Lächeln. »Ich bin einfach Siobhan.« Sie merkte, dass sie diese Herzogin wider Willen mochte, und eine seltsame Art von Sehnsucht ergriff sie. Sie hatte noch nie in ihrem Leben eine Freundin gehabt, und Isabel hatte recht – sie hatten einige der gleichen Probleme. Wie wunderschön es gewesen wäre, mit allen ihren Sorgen herauszuplatzen, sie zu vergleichen und zu hören, was dieses kluge, hübsche Wesen an ihrer Stelle tun würde. Aber das war natürlich unmöglich. »Um Eure Frage zu beantworten, Isabel, denke ich, dass es unseren beiden Dämonen gut geht«, sagte sie stattdessen. »Sind sie irgendwie in Gefahr?« Sie sah einen flüchtigen Moment einen verhaltenen Ausdruck in den haselnussbraunen Augen der Frau aufblitzen, aber ihr Lächeln verschwand nicht. »Ich hoffe es nicht«, sagte sie lachend.



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