Bombeck | Es darf auch mal Champagner sein | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 224 Seiten

Bombeck Es darf auch mal Champagner sein


1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-95530-342-6
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

E-Book, Deutsch, 224 Seiten

ISBN: 978-3-95530-342-6
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Haben Sie etwa geglaubt, alles würde einfacher, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind? Dachten Sie etwa, Sie seien unter erwachsenen Menschen, wenn Sie und Ihr Mann wieder 'unter sich' sind? Dann lassen Sie sich von Erma Bombeck eines Besseren belehren. Denn auf eines sollten Sie vorbereitet sein: Sind die Kinder aus dem Haus, geht der Spaß erst richtig los! Etwa wenn der Göttergatte Ihnen allmorgendlich die Zeitungsartikel vorliest, die Sie selbst schon gelesen haben. Wenn Sie nachmittags von einem Hobbyhausmann die Gewürze alphabetisch geordnet bekommen und abends ohne Wasser und Strom sind, weil der König der Heimwerker die Waschmaschine repariert ... Bleiben Sie geduldig. Warten Sie ab, bis Ihr Mann das Kaminholz angezündet hat, dann wird's gemütlich - mit der Steuererklärung auf den Knien. Aber bevor Sie sich nun in Ihr Schicksal ergeben, suchen Sie sich ein ruhiges Plätzchen, an dem Sie so schnell nicht gestört werden, entspannen Sie sich und lesen Sie, was Erma Bombeck zu alldem zu sagen hat. Sie werden sehen: mit Humor geht alles besser. Aber es darf auch mal Champagner sein...

Erma Louise Bombeck, geb. 21. Februar 1927, gest. 22. April 1996, war eine US-amerikanische Schriftstellerin, welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch ihre humorvollen Bücher und Zeitungskolumnen große Popularität erreichte. Bombeck hatte selbst drei Kinder und begann im Alter von 37 Jahren über die Höhen und Tiefen im Leben einer Hausfrau und Mutter zu schreiben. In der Zeit von 1965 bis zu ihrem Tod 1996 wurden mehr als viertausend ihrer Kolumnen in rund 800 Tageszeitungen veröffentlicht; ihre letzte Kolumne schrieb sie sechs Tage vor ihrem Tod.
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Liebling, lass uns streiten
Ich habe mich nach der Hochzeit enorm umgewöhnen und mich auf einen Mann einstellen müssen, der sich einer Welt der Freizeitgestaltung weder anpassen kann noch will.
Dieses Problem ist allerdings weit verbreitet. Viele Frauen sind mit unheilbaren Workaholics verheiratet und haben die größten Schwierigkeiten, sie einmal im Jahr für zwei Wochen in den Urlaub zu schleppen, damit sie einfach mal gar nichts tun.
Nichts leichter als das, könnte man meinen.
Ich nahm meinen Mann für zwei Wochen an einen Strand mit. Dort breitete er schnell ein großes Badetuch aus, öffnete seine Aktentasche und verglich die Kontoauszüge mit den Eintragungen im Scheckheft.
In einem eleganten Großstadthotel, in das ich ihn entführte, verbrachte er die ganze Woche damit, den Fernsehapparat auf dem Zimmer auseinanderzunehmen, weil es auf dem Bildschirm schneite.
Einmal ging ich mit ihm sogar in einen Nachtklub, in dem dürftig bekleidete Mädchen tanzten – total gegen den Takt. Eines davon kam an unseren Tisch, setzte sich ihm verführerisch auf den Schoß und kitzelte ihn unterm Kinn.
Da wandte er sich zu mir und meinte: »Die Feuerversicherung für unser Haus ... Wir sollten sie auf Neuwertversicherung umstellen lassen.«
Eine Freundin riet mir, ich sollte mit ihm zelten gehen. »Damit ein Mann sich völlig entspannen kann und zur Natur zurückfindet, gibt es nichts Besseres als die Wildnis!«
Denkste!
Nach drei Tagen Wildnis hatte er die Reifen der Hinterräder auf die Vorderräder montiert, drei Luftmatratzen geflickt, eine kleine Brücke gebaut, acht Streugutfässer mit Asche gefüllt und für jeden, der das Zelt betrat, ein kompliziertes System der Entsandung erfunden.
Er fuhr in die Bücherei und informierte sich darüber, wie der Fluss in der Nachbarschaft hieß und warum er so hieß. Er schrieb einen Brief an den Herausgeber der Lokalzeitung, las uns allen den Garantieschein für die Zeltlampe vor, organisierte eine Baseballmannschaft und rieb das ganze Zelt mit Wachs ein.
Er ordnete meine Konserven nach dem Alphabet, malte das Wort Gas auf die Propangasflaschen und hängte unsere Fleischvorräte an einem Baum auf, damit Menschen und Bären es nicht erreichen konnten. Die Waschbären fraßen es dann doch.
Nach diesen Erfahrungen sagte ich: »Bunkie, lass dir sagen, wir passen nicht zusammen.«
»Wie kommst du jetzt darauf?«
»Ich bin eine genusssüchtige, temperamentsprühende Zelda, und du bist ein introvertierter, gehemmter, pedantischer Dr. Schiwago, der seine Unterwäsche abends über einen Bügel hängt.«
»Aber ich amüsiere mich doch sehr gut«, beteuerte er ernsthaft.
»Ist dir klar, dass ich die einzige Frau auf der Welt bin, die am Neujahrsmorgen erwacht und keinen Kater vom vorhergehenden Abend hat? Keine abgebrochenen Absätze auf den Treppenstufen, keine Party-Papierhütchen hinter der Kommode und keinen Geschmack im Mund wie von einem nassen Putzlappen? Nichts als die Erinnerung an einen über einem Glas lauwarmer Limo dösenden Vater Kronos. Auf manchem Elternabend war es schon aufregender.«
»Das stimmt nicht«, sagte er. »Was haben wir voriges Silvester getan?«
»Von 7 Uhr bis halb neun habe ich unserem Hund Kaugummi aus den Schnurrbarthaaren gezupft. Um halb elf bist du in deinem Stuhl eingeschlafen, und ich habe eine Kieselerdelösung getrunken, für festere Fingernägel. Um 22 Uhr 45 bin ich an den Kühlschrank gegangen, weil ich mir einen Drink machen wollte. Die Kinder hatten aber alle Flaschen geleert, und die Nachbarn hatten die Eiswürfel aufgebraucht. Ich goss uns zwei Gläser lauwarme Limo ein, ging wieder ins Wohnzimmer und trat dich gegens Schienbein. Da bist du mit einem Ruck aufgewacht und hast gefragt: »Wusstest du, dass um Mitternacht alle Pferde ein Jahr altern?« Um viertel vor zwölf schrillte dein Wecker. Da hast du dreimal mit den Fingern geschnippt, einmal das Verandalicht ein- und wieder ausgeschaltet und »Prosit Neujahr!« gerufen. Ach, ich wollte, wir wären wie Dan und Wanda.«
»Was ist an Dan und Wanda denn Besonderes?«
»Wanda hat mir erzählt, dass sie und Dan tiefsinnige Gespräche miteinander führen.«
»Na großartig«, gähnte er.
»Es ist großartig! Haben wir eigentlich jemals ein tiefsinniges Gespräch miteinander geführt?«
»Ich glaube nicht«, meinte er.
Aber wissen wollte ich es doch wenigstens und fragte:
»Was ist eigentlich ein tiefsinniges Gespräch?«
»Mach keine Witze. Das weißt du doch.«
»Eben nicht. Was ist es?«
»Na, eben ein gehaltvolles Gespräch.«
»Zum Beispiel über den Ölpreis oder die Dritte Welt?«
»Genau.«
»Und was ist damit?«
»Womit?«
»Mit dem Ölpreis und der Dritten Welt?«
»Es braucht nicht unbedingt ein Gespräch über den Ölpreis oder die Dritte Welt zu sein«, erläuterte er geduldig. »Es kann auch eine Diskussion über ein interessantes Thema aus deinem Alltag sein.«
»Ich habe mir gestern die Beine rasiert.«
»Das ist nur für dich interessant.«
»Stimmt nicht. Ich hab dazu deinen Rasierapparat benutzt.«
»Wenn du hin und wieder Zeitung lesen würdest, wären deine Themen aktueller.«
»Okay, ich weiß auch etwas ganz Aktuelles. Gestern habe ich gelesen, dass in Neapel eine Frau polizeilich gesucht wird, die einem schlafenden Mann mit der Schere die Nase abgeschnitten hat. Was hältst du davon?«
»Das ist ungewöhnlich.«
Ein paar Minuten später startete ich einen neuen Versuch: »Angenommen, es wäre in der amerikanischen Botschaft passiert, die Frau wäre eine Spionin gewesen, und die Nase, in der Geheimdokumente über ein Ölembargo zwischen Saudi-Arabien und den Industriestaaten versteckt wären, gehörte dem Präsidenten?«
»Bitte rede lieber wieder Belangloses, ja?«, bat er.
»Dabei fällt mir ein«, sagte ich, »hast du gestern den Artikel gelesen, in dem es hieß, Eheleute seien unfähig, voreinander ihre Meinungen klar und deutlich zu formulieren? Es wurde dort als das ewige Mir-wurscht-das-ist-deine-Sache oder auch als das Mach-was-du-willst-mir-soll-es-recht-sein bezeichnet. Du sagst das auch oft, und deshalb weiß ich nie, wie du über gewisse Dinge denkst.«
»Ich habe den Artikel nicht gelesen«, sagte er.
»Soweit ich mich erinnere, wurde darin der Vorschlag gemacht, Mann und Frau sollten ihre Reaktionen mit Codenummern bezeichnen – von eins bis zehn. Wenn du mich zum Beispiel fragst: ›Willst du ins Kino?‹, sollte ich nicht achselzuckend sagen: ›Meinetwegen‹, sondern: ›Ich bin fünf dafür, eigentlich acht, gerade bei diesem Film, aber im Moment haben wir so wenig Geld, dass ich nur drei bin, es für so etwas auszugeben.‹«
»Klingt ganz vernünftig.«
»Dann versuchen wir es doch mal. Worauf hast du heute Abend Lust?«
»Auf Raquel Welch!«
»Quatsch. Ich rede vom Essen, du Witzbold!«
»Wie soll ich das wissen, bevor ich es auf dem Teller habe?«
»Darum geht es ja. Mach doch einen Vorschlag. «
»Also gut. Leber wäre zehn bei mir.«
»Ich hasse Leber. Bei mir wäre Leber minus zwei, und das weißt du genau. Wie wär’s mit Hackbraten? «
»Hackbraten ist bei mir sechs, ohne Fleisch und mit zu viel Semmelbröseln zwei. Aber wenn du schwache neun dafür bist, schick ich eins der Kinder zum Metzger, der bei mir ein ganz oberer Zehner ist.«
»Könntest du nicht ausnahmsweise mal ein Neuner bei Hackbraten sein?«, stöhnte ich.
»Da haben wir’s! In 27 Ehejahren bist du nie über deine mickrige Zwei hinausgekommen, wenn ich andeutete, ich hätte ganz gern mal Leber.«
»Schrei nicht so. Die Nachbarn brauchen  nicht zu hören, wie wir unsere Zweier und Dreier aushandeln. Wie wär’s mit einem Omelette?«
»Klingt nach einem stabilen Achter.«
»Also gut. Dann sind wir einer Meinung. Bloß haben wir keine Eier im Haus. Ich muss also einkaufen fahren.«
»Der Wagen ist neun. Die Batterie streikt, er springt nicht an. Damit käme das Omelette ungefähr auf vier.«
»Schön, dann bleibt uns nur noch Erdnussbutter. Das ist entschieden eine Drei, minus eins, weil sie kalt ist. Was den Nährwert anbelangt, ist sie an sich zwei, aber plus vier, weil es kein Rest ist, und minus drei, weil sie dick macht. Das Endergebnis wäre fünf. Was meinst du...



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