Bombeck | Mäuse im Klavier | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

Bombeck Mäuse im Klavier

...und andere liebe Gäste
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-95530-343-3
Verlag: Edel Elements - ein Verlag der Edel Verlagsgruppe
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

...und andere liebe Gäste

E-Book, Deutsch, 256 Seiten

ISBN: 978-3-95530-343-3
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Sie wollen wissen, wie die Maus ins Klavier kam? Und warum Amerikaner dem kontinentalen Frühstück misstrauen? Dann seien Sie herzlich willkommen bei Erma Bombeck, deren Geschichten Ihnen unweigerlich Lachtränen in die Augen treiben. Und das Herz erwärmen. Ob heiter oder besinnlich - mit ihrem unnachahmlichen Gespür für die Komik im Alltag und den ganz normalen Wahnsinn im Familienleben schaut die berühmteste Hausfrau der Welt wieder einmal ganz genau hin...

Erma Louise Bombeck, geb. 21. Februar 1927, gest. 22. April 1996, war eine US-amerikanische Schriftstellerin, welche in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch ihre humorvollen Bücher und Zeitungskolumnen große Popularität erreichte. Bombeck hatte selbst drei Kinder und begann im Alter von 37 Jahren über die Höhen und Tiefen im Leben einer Hausfrau und Mutter zu schreiben. In der Zeit von 1965 bis zu ihrem Tod 1996 wurden mehr als viertausend ihrer Kolumnen in rund 800 Tageszeitungen veröffentlicht; ihre letzte Kolumne schrieb sie sechs Tage vor ihrem Tod.
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Trautes Heim
Haushaltstipps für Eilige
»Also, wenn Sie schon so eine Zeitungskolumne schreiben«, sagte die Stimme am Telefon, »warum geben Sie Ihren Lesern dann nicht mal einen Tipp, wie man eine Nirosta-Spüle sauberhält?«
Ich murmelte etwas von wegen Ausschluss aus dem Elternbeirat aufgrund chaotischer Küchenverhältnisse und verabschiedete mich. Aber die Stimme hatte bereits in ein Hornissennest böser Erinnerungen gestochen.
Vor ungefähr fünfzehn Jahren habe ich für die regionale Zeitung tatsächlich eine Kolumne mit Ratschlägen für die Hausfrau geschrieben. Noch heute versuchen die Hausfrauen in der Umgebung, Schäden zu beseitigen, die ich damals angerichtet habe. Auf eine Frage wie »Wie pflege ich die Toilette?«, antwortete ich: »Zünden Sie täglich Räucherstäbchen an. Nach fünf Jahren sollten Sie allerdings umziehen. «
Was mich wirklich überraschte, war, wie ernst manche Frauen die Hausarbeit nehmen. Es handelt sich für einige tatsächlich um eine Lebensaufgabe. Täglich erreichten mich ihre traurigen Anfragen. »Wie reinige ich meinen Alabaster?« (»Gnädige Frau, ich wusste nicht, dass Vögel schmutzig werden.«) »Gibt es ein Mittel, um Schokolade von Polstermöbeln zu entfernen?« (»Nein, aber es gibt eines, um die Polsterung aus dem kleinen Jungen herauszuprügeln, der die Schokolade auf den Sitzgelegenheiten verspeist hat.«)
Nach mehreren Anrufen wütender Frauen, die meine kleinen Paraffinbällchen im letzten Spülwasser ausprobiert hatten, um ihren Chintzvorhängen neuen Glanz zu verleihen, versprach ich meiner Redakteurin, künftig meine Ratschläge vor Veröffentlichung bei mir zu Hause auszuprobieren. Bald herrschten bei uns Aufregung und Geschäftigkeit wie vor einem Raketenstart.
Meine Experimente führten zu ansehnlichen Ergebnissen.
Um Kalkablagerungen von Duschvorhängen zu entfernen, nehme man einfach eine gute Schere und schneide die Flecken heraus. Je mehr Kalkablagerungen, desto interessanter sehen hinterher die Duschvorhänge aus.
Um die Klaviertasten zu säubern, ziehen Sie Ihren Kindern einfach in klarem Wasser getränkte Wildlederhandschuhe über. Ich wage zu behaupten, dass die Fingerübungen nicht viel anders klingen als sonst auch, aber Sie haben hinterher saubere Klaviertasten.
Ein Sterilisationsapparat, der aus Versehen ohne Wasser erhitzt wurde, liefert interessanten Gesprächsstoff. Staubflusen unter dem Bett dienen kleinen Kindern zu stundenlanger Unterhaltung. (Übrigens auch den Schwiegereltern, bösen Nachbarn und eventuell dem Gesundheitsamt.)
Ich war der Meinung, mit meinen Ratschlägen hätte ich den Bereich der Hausarbeit ziemlich vollständig ausgeleuchtet, bis ich den Brief einer Hausfrau erhielt, die eine sehr originelle Lösung des Bügelproblems gefunden hatte. Sie schrieb: »Zwei- bis viermal im Jahr, immer vor dem Urlaub, packe ich sämtliche ungebügelt gebliebenen Sachen in eine Tüte oder Schachtel und beschrifte sie mit Ostergras, Christbaumschmuck, Flaggen für den Nationalfeiertag (regendurchnässt) oder Halloweenmasken. Sollten sie irgendwann schließlich entdeckt werden, sind die Kinder verheiratet oder haben zumindest einen eigenen Hausstand gegründet.«
Eine Frau mit Verstand!
Liebling, reich mir die Kettensäge
Ich gehöre zu den liebenden Ehefrauen, die dafür plädieren, dass das Rentenalter für Männer auf fünfundneunzig erhöht wird.
Meine Motive sind durch und durch egoistisch. Ich glaube nicht, dass ich Mr. Heimwerker länger als die bisherigen vier Stunden am Tag plus Wochenenden und Feiertage um mich herum ertragen könnte.
Die Post, die ich jeden Tag bekomme, reicht mir. Auf einer Karte stand ein klägliches Hilfe! In einem anderen Brief war mit Bleistift geschrieben: Ich werde gefangen gehalten, und zwar von einem Idioten mit einem Werkzeugkasten, in einem Haus, in dem es seit dreiundzwanzig Tagen kein fließendes Wasser gibt.
Heimwerker sind in der Regel in zwei Kategorien einzuteilen. Erstens der Unterbrechungs-Heimwerker. Das ist der, der jedes Projekt mit Begeisterung aufnimmt. Schon wenige Minuten nach einer vorgebrachten Reparaturbitte steht im Wohnzimmer ein Gerüst, daneben unzählige offene Farbtöpfe, und der Teppichboden ist mit den guten Vorhängen abgedeckt. Dann lächelt er, schlüpft in seinen Mantel und sagt: »Mir ist eben eingefallen, dass ich nach Südamerika muss, um die Tsetsefliege zu studieren. Bitte lasst alles so, bis ich wieder da bin.«
Nicht alle Unterbrecher sind so erfinderisch. Manche ziehen den Herd von der Wand weg,  schrauben die Rückverkleidung ab, hängen die Tür aus, legen die Küche mit Brettern aus und sagen dann: »Mir fehlt das richtige Werkzeug. Ich hab’ mein Bestes versucht mit dem alten Pfadfinderbeil und den einfachen Werkzeugen, die ich aus Steinen und Büffelhaut gebastelt habe. Aber wenn man für eine Sache nicht das richtige Werkzeug hat ...« (Zusätzlich zum kalten Abendessen gibt es an diesem Abend noch eine eisige Stimmung.)
Einige Unterbrecher erkennt man schon von Weitem. Das sind die, in deren Fenstern im Winter Fliegengitter und im Sommer Sturmläden eingehängt sind. Sie säen das Gras im Winter und montieren bei Gewitter die Fernsehantenne.
Die zweite Kategorie ist der ewige Bastler. Er schläft so gut wie gar nicht. Und er schiebt nichts auf morgen, was er heute kann besorgen. Schlichte Einwände wie: »Aber wir essen jetzt zu Abend«, oder: »Die Gäste sind schon da«, oder: »Bitte, ich dusche gerade« stoßen auf taube Ohren. Er prescht voran wie eine Herde wilder Büffel.
Einer dieser ewigen Bastler, ein Mann aus dem Mittleren Westen, wurde gebeten, hinter der Waschmaschine einen einfachen Stecker in eine einfache Steckdose zu stecken. Er schwang sich auf die Waschmaschine, wobei er prompt mit dem Fuß den Wählknopf für das Waschprogramm abbrach. Dann beugte er sich nach hinten, schob den Stecker halb hinein, und schon fiel in der Küche der Strom aus.
Als hätte er eins gewischt bekommen, fuhr er zurück und krachte gegen den Ventilator, der daraufhin zerbrach. Dabei ließ er seine Taschenlampe in den Spalt zwischen Waschmaschine und Wand fallen. Obendrein stieß er sich den Kopf am Regalbrett und verhakte sich mit seiner Gürtelschnalle, sodass das Druckventil für das heiße Wasser geöffnet wurde.
Wenn ich Geschichten wie diese höre, frage ich mich allerdings, ob fünfundneunzig nicht vielleicht doch noch zu großzügig angesetzt ist.
Die amerikanische Wäscheleine
Jedes Mal, wenn ich Sonne auf meinem Gesicht spüre und der Wind mir sanft den Rock bauscht, lege ich die rechte Hand auf mein Herz und betrauere den Untergang des hausfraueneigenen Nachrichtensenders: der amerikanischen Wäscheleine.
Wie der amerikanische Büffel, die irischen Tenöre und eine Tasse Kaffee für fünf Cents stirbt auch die Wäscheleine praktisch aus. Und mit ihr das großartigste Kommunikationsmedium, das die Welt je gesehen hat.
Als ich klein war, zogen die Nachbarn am Tag ihres Einzuges die Wäscheleine auf. Und wir schauten und erfuhren: »Wie viele Personen? Mädchen oder Jungen? Alter? Hübsche Unterwäsche?« (Mama pflegte zu sagen, man könne eine Frau nach der Unterwäsche beurteilen, die sie auf die Leine hängt, und ihr Temperament verrate sich durch ihr Verhalten, wenn die Wäscheleine riss.)
Als ich einen eigenen Hausstand hatte, las ich aus der Montagswäsche unserer Nachbarn wie eine Zigeunerin aus dem Kaffeesatz.
Neue Windeln: »Sie hat das Baby mit nach Hause gebracht.«
Marineuniform: »Sein Urlaub wurde bewilligt.«
Zusätzliche Bettwäsche: »Die Schwiegereltern aus Kansas City sind da.«
Schlafsäcke: »Sie hat endlich ein Sommerlager für die Jungs gefunden.«
Decken: »Vorsicht! Sie haben einen Virus.«
Trainingshosen: »Also, das war ja auch Zeit.«
Vorhänge und Kissenbezüge: »Sie fängt jedes Jahr früher an.«
Gummistiefel und Fischernetze: »Ich würde den Kerl sitzenlassen.«
Großer Badezimmerteppich: »Geltungssüchtig!«
Die Wäscheleine war mehr als ein flatterndes Nachrichtenmagazin. Sie war ein Spielfeld für Hausfrauen. Sie rannten um die Wette, jede wollte ihre Wäsche als Erste aufhängen. Wenn die Sonne über einer leeren Wäscheleine aufging, hatte das etwas damit zu tun, ob eine Ehe glücklich oder unglücklich war. So schien es wenigstens.
Aber auch Geschicklichkeit und...



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