E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Tiffany
Bond Süße Küsse zum Dessert
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-6774-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, 144 Seiten
Reihe: Tiffany
ISBN: 978-3-7337-6774-7
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Süß wie die Sünde ist das Dessert, das Piper für Ian zusammengemixt hat. Verlangend streckt er die Hand nach der Schüssel aus und taucht den Zeigefinger in die dunkle Soße. Sanft streichelt er mit dem Finger über Pipers Hals und leckt anschließend die flüssige Schokolade genüsslich ab. Kleine Schauer der Erregung laufen über ihre Haut, und sie glaubt vor Lust zu vergehen. Doch Ian quält sie weiter mit seinem sinnlichen Spiel. Er zieht mit der Schokoladensoße süße Linien über ihren flachen Bauch und leckt sie dann wieder ab. Aber dann kann auch er sich nicht mehr zurückhalten. Vergiss das Dessert, sagt er sich. Er will ja nur Piper. Ihre Küsse. Ihre Zärtlichkeit. Ihre Leidenschaft. Fasziniert von ihrer Schönheit, lässt er seine bewundernden Blicke über ihren Körper wandern. Und ein Hunger erwacht in ihm, den nur sie stillen kann ...
Kurz bevor Stephanie Bond ihr Studium der Informatik abschloss, schlug einer ihrer Dozenten vor, es mit dem Schreiben zu versuchen. Natürlich hatte dieser eher akademisches Schreiben im Sinn, doch Stephanie Bond nahm ihn wörtlich und veröffentlichte ihre ersten Liebesromane. Nach dem großen Erfolg ihrer Bücher widmete sie sich ganz dem Schreiben und wurde darauf mehrfach ausgezeichnet. Heute lebt Stephanie Bond mit ihrem Ehemann und ihrem Laptop in Atlanta, Georgia.
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1. KAPITEL
Brautjungfer bis in alle Ewigkeit! Piper Shepherd klemmte den Telefonhörer zwischen Schulter und Ohr, während sie sich im Spiegel betrachtete. Sie hielt sich ein gelbes Satinkleid an und fand, dass es ganz gut zu ihrem kurzen dunklen Haar paßte. „Ich persönlich finde, dass Zitronengelb genau zu einer Hochzeit im August paßt, Justine.“
Ihre Freundin am anderen Ende der Leitung seufzte und war offenbar nicht überzeugt. „Mutter sagt, Gelb wirkt nicht schön auf Fotos. Außerdem hatten bei Barbara die Brautjungfern schon Gelb an.“
Piper verzog das Gesicht. „Wirklich?“ Sie warf das Kleid aufs Bett und zog ein langes, schulterfreies Kleid in Lavendel aus dem Schrank, um es sich unter das Kinn zu klemmen. „Wie wäre es mit Lila?“
„Also … nein, das würde nicht zu Stewarts Jackett passen. Hatten die Brautjungfern bei Sarah nicht schon lilafarbene Kleider an?“
Stirnrunzelnd holte Piper ein grünes Minikleid hervor. „Wirklich? Und was ist mit Grün? Das paßt doch hervorragend zu Stewarts rotem Haar. Vielleicht ein kurzes Kleid?“
„Nicht so gut“, befand Justine. „Grün läßt mich immer blass aussehen, und Joanns Brautjungfern waren schon in Grün.“
Allmählich bekam Piper Kopfschmerzen. „Ach, ja?“ Sie legte das Kleid weg und sah zum Kleiderschrank. „Mauve?“
„Hatte Carol.“
„Hellrot?“
„Cindy.“
„Dunkelblau?“
„Trug das nicht deine Mutter?“
„Bei welcher Hochzeit?“
„Mit Roger, glaube ich.“
Mühsam verkniff Piper sich eine bissige Bemerkung und ging die Kleider weiter durch. „Dunkelrot? Ocker? Gold?“
„Janice, Tina und Jennifer.“
Entnervt fuhr sie sich durchs Haar. „Meine Güte, Justine, kannst du dich denn noch an jede Farbe erinnern, die jemals auf irgendeiner Hochzeit vorkam?“
„Das fällt mir nicht schwer. Im Gegensatz zu dir liebe ich Hochzeiten. Wenn du weniger über deine hohen Hacken jammern und dich mehr mit den Junggesellen auf den Hochzeitsempfängen beschäftigen würdest, wärst du selbst auch längst verheiratet. Von den dreiundzwanzig Mädchen unseres Colllegejahrgangs bist du der letzte Single, ist dir das klar?“
Nachdenklich runzelte sie die Stirn. „Stimmt gar nicht. Tillie ist auch noch übrig.“ Trösten konnte sie das allerdings nicht, denn Tillie war dicklich und litt ständig unter eingebildeten Krankheiten.
„Tut mir leid, Tillie hat sich vor drei Wochen verlobt.“
„Mit wem?“, brachte Piper krächzend hervor.
„Sie war so häufig im Krankenhaus, dass sie sich einen der Ärzte geangelt hat. Der Diamant an ihrem Verlobungsring ist riesig.“
Panik stieg in Piper auf. Sogar Tillie mit ihren Allergien, der Schlaflosigkeit, den ständigen Kopfschmerzen und dem ewigen Gejammer hatte einen Mann abbekommen. Und einen reichen noch dazu. Seufzend blickte sie auf die Uhr. Sie hatte ihrer Großmutter, die demnächst umziehen wollte, versprochen, ihr beim Einpacken einiger Sachen zu helfen.
„Piper, bist du noch da, oder ziehst du gerade Bilanz über dein Leben?“
„Ich bin noch dran“, erwiderte sie mürrisch. „Und mit einunddreißig bin ich noch nicht im richtigen Alter für den Senioren-Club.“
„Die Leute fangen schon an, über dich zu reden, Piper.“ Justine seufzte dramatisch.
„Möglich, dass ich etwas wählerisch bin“, gestand sie zögernd ein.
„Hör mir gut zu, Piper, warte nicht zu lange, sonst sind die besten schon alle vergeben.“
„Justine, du sitzt zweihundert Meilen von hier in Tupelo. Da gibt es massenweise passable Männer. Ich stecke in Mudville, und ist dir bei deinem Besuch auch nur ein einziger aufgefallen, der es wert ist, dass ich mich um ihn bemühe?“
„Das stimmt allerdings. Du solltest wirklich in eine größere Stadt ziehen.“
„Leider sitzt Blythe Industries hier im Ort, und sie haben nicht vor, eine Filiale in der Großstadt zu eröffnen.“
Verächtlich stieß Justine die Luft aus. „Ach, und es gibt in ganz Mississippi keine andere Firma, die eine Food-Designerin braucht?“
„Vielleicht schon, aber dann wäre ich zu weit von Granny entfernt, und du musst zugeben, ich habe einen phantastischen Job.“
„Stimmt, die meisten Frauen würden nicht einmal Geld dafür haben wollen, dass sie neue Desserts erfinden dürfen.“
„So leicht ist das gar nicht, Justine. Es geht nicht nur darum, Sahne, Eier und Zucker zu verrühren.“
„Schon gut, Piper. Zurück zum Thema. Selbst in deinem Nest wird es doch wohl wenigstens einen Mann geben, der in Frage kommt. Du musst nur ein bißchen deine Fühler ausstrecken. Sehen und gesehen werden.“
„Ich weiß nicht recht, ob es mir Spaß macht, bei der Vorführung neuer Trecker gesehen zu werden.“
„Überleg mal. Hast du einen gutaussehenden Mitarbeiter? Wie ist dein Chef?“
Ihr Assistent Rich sah wirklich gut aus, aber er hatte ihr anvertraut, dass er schwul war. Und ihr Chef Edmund Blythe war verheiratet und alt genug, um ihr Vater zu sein. „Die kommen nicht in Frage.“
„Dir bleiben ganze drei Monate, um einen Tanzpartner für die Hochzeit zu finden. Denn die Männer auf der Hochzeitsparty sind alle schon vergeben.“
Piper ließ sich auf die Kleider auf ihrem Bett fallen. „Na, das wird ja ein Kinderspiel“, antwortete sie spöttisch. „Gerade in Mudville reißen die Männer sich darum, sich feinzumachen und auf einen Ball zu gehen.“
„Lass den Kopf nicht hängen. Sicher hat jede glücklich verheiratete Frau eine List angewendet, um sich ihren Mann zu angeln. Nimm Stewart zum Beispiel. Er hat sich drei Jahre Zeit gelassen, und als ich ihm erzählt habe, ich hätte ein Jobangebot in Tennessee, ist er sofort vor mir auf die Knie gefallen.“
Nachdenklich sah Piper an die Decke. „Ich wußte gar nichts von einem Angebot in Tennessee.“
„Das gab es auch gar nicht.“ Justine seufzte laut. „Piper, willst du denn immer allein bleiben?“
Bedrückt schüttelte sie den Kopf. „Nein“, gestand sie kleinlaut.
„Dann fang an, etwas dagegen zu unternehmen.“
„Schon verstanden, können wir jetzt das Thema wechseln?“
„Aha!“, verkündete Justine begeistert. „Gerade ist mir die perfekte Farbe für meine Brautjungfern eingefallen: Lachsfarben.“
Piper unterdrückte ein Stöhnen, sprang vom Bett und durchsuchte ihren Kleiderschrank. Burgunder, Türkis, Moosgrün, Silber, Hellblau, Rosa und Orange. Aber nichts in Lachsfarben.
Ian Bentley blinzelte verwirrt und sah auf den breiten Goldring, der mit zwei Reihen funkelnder Diamanten verziert war. Dann blickte er über den Tisch hinweg zu Meredith. „Dich … heiraten?“
„Ja, sicher.“ Sie zuckte mit den Schultern, und ein Lächeln umspielte ihre rotglänzenden Lippen. „Ich habe für meine hohen Verkaufszahlen eine Europareise gewonnen, aber da darfst du nur als Ehepartner mit.“
Eingehend betrachtete Ian ihr schönes Gesicht und die langen blonden Haare. Ihren Erfolg verdankte sie sicher nicht zuletzt ihrem Aussehen. Meredith diente als beste Werbung für die Kosmetikprodukte ihrer Firma, die sie an unterschiedliche Einzelhandelsketten verkaufte. „Verzeih mir, Meredith, aber eine gemeinsame Reise erscheint mir nicht als ausreichender Grund für eine Ehe.“
Lachend winkte sie ab. „Das weiß ich doch, Dummkopf, aber wegen dieser Reise habe ich gründlich nachgedacht. Wieso sollten wir nicht heiraten? Die meisten Nächte verbringen wir ohnehin gemeinsam, vorausgesetzt, keiner von uns ist gerade unterwegs. Da ist die Ehe doch der nächste logische Schritt.“ Sie beugte sich vor und berührte seine Hand. „Komm schon, Ian, wir werden beide nicht jünger.“
Zunächst fühlte Ian sich nur unwohl, doch dann überkam ihn regelrechtes Entsetzen. Innerhalb von Sekunden hatte diese harmlose Verabredung zum Lunch sich in etwas verwandelt, das sein Leben verändern würde. Meredith war eine elegante Frau. Sie kleidete sich tadellos, war eine leidenschaftliche Geliebte, und Ian war sehr gern mit ihr zusammen. Aber liebte er sie auch?
Würde ich es überhaupt bemerken, wenn ich jemanden richtig liebe? fragte er sich. Früher hatte er sich fest vorgenommen zu heiraten und Vater zu werden, noch bevor er Vierzig wurde. Aber jetzt näherte er sich unaufhaltsam dieser Schallgrenze und wartete immer noch auf die Frau seines Lebens.
Allmählich wirkte Meredith nicht mehr so begeistert. „Also, Ian, du siehst aus, als hättest du in eine Zitrone gebissen.“
Er richtete sich auf seinem Stuhl etwas auf, drehte die kleine Schmuckschachtel in den Fingern und suchte nach den richtigen Worten. „Du hast mich ein bißchen überrumpelt, Meredith. Das ist alles.“
Sie neigte den Kopf zur Seite. „Das haben Überraschungen nun einmal so an sich.“
Er lachte gezwungen, und ihm brach der Schweiß aus.
„Steck ihn schon an“, drängte sie ihn und trank einen Schluck Wein. „Und zwar auf den linken Ringfinger, wie jeder gute amerikanische Ehemann, damit du dich an das Gefühl gewöhnst.“
Sein Blick fiel auf den Ring, und er fragte sich, wie so ein kleines Ding, auch wenn es so teuer wie dieses Exemplar war, dermaßen gefühlsbeladen sein konnte. „Er ist sehr schön“, sagte er leise, obwohl er ihm etwas zu protzig erschien. Langsam steckte er ihn sich an den linken Ringfinger und lächelte gepreßt. „Paßt perfekt.“
„Du musst mir nicht sofort antworten. Trag ihn ein paar...




