Bonhoeffer / Zimmerling | Ist Dein König nicht bei Dir? | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, 208 Seiten

Bonhoeffer / Zimmerling Ist Dein König nicht bei Dir?

Bibelarbeiten und Predigten an Wendepunkten
1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7655-7564-8
Verlag: Brunnen Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Bibelarbeiten und Predigten an Wendepunkten

E-Book, Deutsch, 208 Seiten

ISBN: 978-3-7655-7564-8
Verlag: Brunnen Verlag GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Dietrich Bonhoeffer war nicht nur Theologe und Widerstandskämpfer, sondern auch Prediger und Seelsorger. Besonders in den 'Predigten an Wendepunkten', also den Predigten zu Taufe, Konfirmation, Trauung und Beerdigung, hören wir Bonhoeffer persönlich und seelsorgerlich zu Menschen sprechen. In den Bibelarbeiten beschäftigt er sich ausführlicher mit biblischen Themen und Personen, wie dem Leben König Davids, dem Wiederaufbau Jerusalems unter Nehemia, dem geistlichen Auftrag des Timotheus und weiteren. Für das eigene Geistliche Leben auch heute noch 'geistliches Schwarzbrot'!

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war ein lutherischer Theologe, profilierter Vertreter der Bekennenden Kirche und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Er war Leiter des Predigerseminars der Bekennenden Kirche in Finkenwalde und schloss sich ab 1938 dem Widerstand um Admiral Wilhelm Franz Canaris an. 1940 erhielt er zunächst Rede-, ab 1941 auch Schreibverbot. 1943 wurde er verhaftet und am 9. April 1945 als einer der letzten NS-Gegner, die mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurden, im KZ Flossenbürg hingerichtet. (Quelle Wikipedia)
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König David


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1. Christus ist der Sohn und Same Davids nach dem Fleisch und nach der Verheißung (Röm 1,3; Mt 1,1; Joh 7,42; 2 Tim 2,8; Mt 22,42). Die Genealogien Mt 1 und Lk 3, die über David auf Joseph führen, der doch nicht der leibliche Vater Jesu wurde, drücken den Verheißungscharakter der Sohnschaft nach dem Fleisch aus. Gott hat dem fleischlichen Samen Davids die Verheißung gegeben, aber damit nicht das Fleisch sich daraus eigenen Ruhm bereite, sondern die Gnade des Verheißenden allein gepriesen werde, bekundet sich die Treue Gottes gerade seiner dem fleischlichen Samen gegebenen Verheißung darin, dass die Kette der leiblichen Väter Jesu mit Joseph abbricht und Jesus als der Sohn der unbefleckten Verheißung verkündet wird. Diese Verheißung kannte David nach dem Zeugnis des Neuen Testaments – „da er ein Prophet war und wusste, dass ihm Gott verheißen hatte mit dem Eide, dass die Frucht seiner Lenden sollte auf seinem Stuhl sitzen …“ (Apg 2,30) – David weiß sich als den, durch den Christus auf die Welt kommen soll, und durch diese Verheißung, Christus sei die Frucht seiner Lenden, weiß er sich auf seinem Thron erhalten. Als der, in dem Christus schon ist, ist er zugleich sein Prophet und Zeuge. Durch die Verheißung weiß er schon von der Auferstehung Christi und bezeugt sie. Apg 2,31 „hat geredet von der Auferstehung Christi, dass seine Seele nicht dem Tod gelassen ist und sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat.“ David ist also Zeuge Christi und seiner Auferstehung – und zwar insofern von allen Propheten qualifizierter Zeuge, als er Christus in seinen Lenden trägt, als er selbst durch diese Verheißung, das heißt eben durch den Christus in ihm lebt. Also, Christus war realiter, nach Fleisch und Verheißung in David – und David war sein Zeuge.

2. Nicht nur in seiner Person, sondern auch in seinem Amt ist Christus nach dem Zeugnis des Neuen Testaments der Erbe Davids. Der Thron Davids, sein Königtum und Reich ist der Thron Christi, Sein Königtum und Sein Reich (Lk 1,32.69). Der Thron Davids ist ein ewiger Thron (2Sam 7). Die „gewissen Gnaden Davids“ (Jes 55,3) sind dem Neuen Testament das Zeugnis für die Auferstehung Christi. Gottes Treue, die er dem David schwört, ist Unterpfand und Beweis, weil im strikten Sinne Gottesbeweis, Gottes eigener Beweis der Auferstehung Christi (Apg 13,34). Der ewige Stuhl Davids ist der Stuhl des auferstandenen Christus, um der Verheißung und der Treue Gottes willen. So ist das Reich des Christus-Messias kein anderes als das Reich Davids. Beim messianischen Einzug Jesu in Jerusalem schreit das Volk: „Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt im Namen des Herrn“ (Mk 11,10). Amt und Reich Davids sind Amt und Reich Jesu Christi. In David ist Amt und Reich Christi vorgebildet. In Christus, dem Davidssohn, kommt es wieder.

3. So versteht es sich, dass das Neue Testament die Worte der Psalmen Davids als Christusworte hört: Hebr 2,12 (Ps 22,23). Hebr 10,5 (Ps 40,7 ff) heißt es sogar, dass Christus in diesem Psalm Davids in die Welt gekommen sei. Christus war real in den Worten Davids präsent, wie ja auch Jesus das Zeugnis des Alten Testaments bestätigt, David habe im Geist gesprochen (Mt 22,43; 2Sam 23,2). Christus betet am Kreuze Worte aus den davidischen Psalmen, macht sie zu seinen eigenen, bestätigt sie als die seinen – „Vater, in deine Hände“ (Lk 23,46; Ps 31,6) – „mich dürstet“ (Joh 19,28; Ps 22,16) – „Mein Gott …“ (Mt 27,46; Ps 22,2). Schließlich: Christus nennt sich selbst die Wurzel des Geschlechts, den Stamm David (Offb 22,16; 5,5). Er ist vor David, er trägt David und er ist selbst der Stamm Davids. Ergebnis: David trägt nach Person und Amt Christus in sich. Christus ist in David.

4. Das prophetische Zeugnis kommt darin mit dem neutestamentlichen überein, dass es in David den sieht, den Gott wiedererwecken wird als den Messias seines Volkes. In David ist der Messias vorgebildet – der Messias wird ein neuer König David sein (Hes 34,23 ff; Hos 3,5; Jer 30,9.21; etwas anders Jer 33,15; Jes 9,7; 11,1; 55,3; Sach 12,8 ff).

5. Das einhellige Zeugnis der Propheten und des Neuen Testaments erkennt in David den im Alten Bund vorgebildeten Messias. Christus ist in ihm, und nur dadurch ist er, was er ist. Wie der Opferkult der Schatten war, der von dem geschichtlichen, einmaligen Opfer Christi auf den Alten Bund fiel, aber nicht nur „Schatten“, sondern zugleich „Vorbild“ (Hebr 8,5, „Vorbild und Schatten“!, vgl. 10,1), so muss nun analog David als „Vorbild und Schatten“ des Messias verstanden werden. Schatten gibt es nur, wo es Körper gibt. Biblisch heißt das, dass es Schatten nur gibt, weil es Inkarnation, Fleischwerdung des Wortes Gottes gibt. David ist der Schatten des fleischgewordenen Messias. Von der Inkarnation her fällt der Schatten auf David. Damit ist die Inkarnation als das Prius verstanden. Um der Inkarnation willen und von der Inkarnation her ist David messianischer König. Wie aber zwischen Körper und Schatten ein dimensionaler Unterschied besteht, so besteht er auch zwischen Christus und David. Die Dimension der Fleischwerdung ist das ?p????????, das Himmlische, das von oben her, die Dimension des Schattenbildes David ist das Irdische. Wie aber das himmlische vor dem irdischen ist, so ist Christus vor David.

„Vorbild“ ist David insofern, als in ihm im Laufe der Heilsgeschichte Christus vorgebildet ist, als zeitliches Vorher. Wie der Schatten das Bild des Körpers ist, so ist die Gestalt David ein Bild Christi. Ein Bild muss in seiner Ganzheit, in seinen Umrissen gezeigt werden können. Es kann angesehen werden. Indem David „Bild“ Christi ist, ist er nicht Wortzeugnis, sondern eben Bildzeugnis. Damit wird eine andere Schicht der Beziehung von Altem Testament und Neuem Testament aufgedeckt. Hinter der Schicht des Wortzeugnisses steht die Schicht des Bildzeugnisses. Nach der Unterscheidung der alten Dogmatik ist David ein Personaltypus Christi. Und es muss nun dort, wo das neutestamentliche Zeugnis ernstgenommen wird, bei der Auslegung der Davidsgeschichten darum gehen, David in seiner Person, seinem Amt, seinem Wort und seiner Geschichte als den, , als Vorbild und Schatten Christi . David ist nur insofern wichtig, als er Zeugnis von Christus ist, nicht , sondern für Christus und so für die Kirche Christi.

Die Geschichte und das Problem Davids ist von Anfang an durch die Tatsache . Nichts wissen wir vorher von ihm, das erste Wort über ihn fällt in dem Befehl Gottes an Samuel, David, den Gott sich erwählt hat zum König, zu salben (1Sam 16,1). Gottes Erwählung und die Salbung zum König gehen jedem anderen Wort über David voraus. David ist wichtig und interessant allein als der von Gott von den säugenden Schafen (Ps 78,71) wegberufene, erwählte und gesalbte König. Durch die wird David biblische Gestalt. Dass David abgesehen von seiner Salbung von keinerlei Interesse und Bedeutung war, zeigt gerade der Bericht, demgemäß er dem Samuel anfangs gar nicht mit vorgeführt wird (1Sam 16,11). Er ist der Jüngste und hütet die Schafe. Und dementsprechend wird er auch nachher von seinem älteren Bruder Eliab ausgescholten und verachtet (1Sam 17,28), der die Salbung nicht ernst nimmt. Mit der empfängt David , der bei ihm bleibt „von dem Tag an und fürder“ (1Sam 16,13). Noch in seinen letzten Worten bezeugt es David (2Sam 23,2), dass Gottes Geist durch ihn geredet hat – und das neutestamentliche Zeugnis bestätigt es (Apg 2,30; Mt 22,43). Der Geist der Salbung ist der Geist des Königtums. Es ist der eine Geist Gottes, mit dem David gesalbt wurde – „Der Geist des Herrn ist bei mir darum, dass er mich gesalbt hat“ (Lk 4,18), ist der Geist, der bei der Taufe auf Jesus herabkommt und ihn zum messianischen König versiegelt. Der Geist, der am messianischen Königsamt hängt, kann nicht zugleich auf einem andern, Verworfenen, bleiben. Darum „wich der Geist des Herrn von Saul“ (1Sam 16,14), und – seltsam genug! – Saul wird wahnsinnig. Die gesamte nun folgende Verfolgung Davids durch Saul ist nur als die Tat des vom „bösen Geist“ besessenen (1Sam 16,14.23) wahnsinnigen Saul, der bei der Zauberin von Endor endet, zu begreifen. Zwar vermag es der gesalbte David zeitenweise Saul zu erquicken, dass es besser mit ihm wird und der böse Geist von ihm wich (1Sam 16,23) – aber der Geist Gottes bleibt auf David.

Die Salbung führt David sofort in den Kampf mit den Mächten der Welt. Es geht hier...



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