E-Book, Deutsch, Band 1924, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Booth Diese unvergesslich heiße Nacht
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-7337-2177-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1924, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2177-0
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Es war die beste Liebesnacht ihres Lebens! Aber als die Dämmerung anbricht, schleicht Melanie sich aus dem fremden Apartment. Ohne dem schlafenden Mann mehr als ihren Vornamen verraten zu haben. Es darf nur ein One-Night-Stand sein ... Doch man sieht sich immer zweimal: Ausgerechnet ihre PR-Firma soll Adam Langford vor den Schlagzeilen retten, damit er mit weißer Weste das Familienimperium übernehmen kann. Und 'No Sex' steht explizit im Vertrag, so will es sein Vater. Dafür ist es allerdings zu spät! Denn Adam ist der Mann, mit dem sie die Nacht ihres Lebens verbracht hat ...
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
2. KAPITEL
„Ja, das sagen viele.“ Aufgrund ihrer Nervosität klang ihre Stimme viel zu hoch. Melanie griff nach einer Heftmappe und vertiefte sich in den Inhalt.
Eigentlich hielt Adam sich für einen Experten, was die verborgenen Botschaften in den Worten einer Frau betraf. Aber er konnte es einfach nicht fassen, dass sie wirklich versuchte, ihre erste Begegnung zu ignorieren. „Haben Sie vielleicht schon mal für mich gearbeitet?“
Sie zuckte die Schultern und konsultierte ihr Notizbuch. „Daran würde ich mich ganz bestimmt erinnern.“
„Hatten wir ein Date?“
Sie zögerte. „Nein, das hatten wir nicht.“
Rein technisch gesehen war das keine Lüge, denn sie hatten ja wirklich kein Rendezvous gehabt. Er holte zu einer weiteren Frage aus. „Kann es sein, dass ich bei Ihnen einen Akzent entdecke?“
Sie biss sich auf die Lippen und richtete sich auf. Doch sie vermied weiterhin jeglichen Augenkontakt mit ihm, was wahrlich eine Schande war. Denn ihre kristallblauen Augen waren wunderschön.
„Das kann sein. Ich komme aus Virginia.“
„Ich habe mal eine Frau aus Virginia auf einer Party getroffen. Sie war ein richtiger Knaller. Vielleicht ein wenig verrückt. Wenn ich mich nur an ihren Namen erinnern könnte!“ Er rieb sich das Kinn, nahm einen weiteren Schluck Wein und kam um die Kücheninsel herum, um sich auf dem Barhocker neben ihr niederzulassen.
„Manchmal ist es gar nicht so einfach, sich an alle Leute zu erinnern, die man einmal getroffen hat“, sagte Melanie und fügte hastig hinzu: „So, jetzt würde ich gern mit der Arbeit beginnen. Zuerst zu den Interviews …“
Sie schlug das betreffende Kapitel in ihrem Ordner auf und zeigte es ihm. Stirnrunzelnd sah Adam sich die Seite mit den vielen Namen und Informationen an. „Kein Wunder, dass meine Assistentin heute Nachmittag in Panik geraten ist. Ich meine … normalerweise arbeite ich achtzehn Stunden am Tag. Können Sie mir sagen, wann ich Zeit für all diese Geschichten finden soll?“
„Ihre Assistentin hat vorgeschlagen, Ihren Zeitplan umzustrukturieren. Die meisten Interviews und Fotoaufnahmen werden entweder bei Ihnen zu Hause oder im Büro stattfinden. Ich werde mir alle Mühe geben, Ihren Bedürfnissen Rechnung zu tragen.“
Im Moment hatte er nur das Bedürfnis nach einem zweiten Bourbon, sobald sie den Wein ausgetrunken hatten. Eigentlich hatte er gar keine Lust mehr, die Scharade weiter aufrechtzuerhalten. Und Melanies beharrliche Weigerung, sich zu der Vergangenheit zu bekennen, war äußerst frustrierend. Adam wollte endlich die Frage beantwortet wissen, die ihn seit mehr als einem Jahr quälte. Wie war es möglich, dass eine Frau eine unglaublich leidenschaftliche Nacht mit ihm verbringen und dann einfach verschwinden konnte? Und – was noch wichtiger war – warum sollte sie das tun?
„Im Moment steht das wichtigste Interview beim Metropolitan Style-Magazin an“, fuhr sie fort. „Sie wollen eine Homestory von Ihnen bringen – inklusive Fotos. Ich möchte dafür einen professionellen Raumausstatter engagieren, damit alles perfekt aussieht. Um Jack sollte sich ein Hundefriseur kümmern.“
Adam war überhaupt nicht angetan von der Idee, dass ein Raumausstatter in seinem Apartment herumwerkelte. Aber er würde auf gar keinen Fall zulassen, dass irgendjemand Hand an Jack legte. „Jack hasst Hundefriseure. Außer meinem eigenen, und der ist immer Wochen im Voraus ausgebucht.“ Natürlich würde er für ihn einen Termin freimachen, wenn Not am Mann war. Aber hier ging es mehr ums Prinzip.
„Ich werde mein Bestes tun. Doch wenn er nicht zu haben ist, brauchen wir eben jemand anderen. Jack ist sehr wichtig. Die Leute lieben Hunde. Durch ihn werden Sie viel sympathischer erscheinen.“
„Und dieser Raumausstatter ist auch überflüssig“, fügte er hinzu, ihren Einwand ignorierend. „Mein Apartment ist perfekt.“
„Aber auf den Fotos muss es so aussehen, als wäre es ein richtiges Heim und keine Junggesellenbude.“
Endlich sah er seine Chance gekommen. Sie wusste also, wie sein Apartment aussah. Und warum? Weil er sie darin schon einmal verführt hatte. „Was ist mit meiner Sammlung von Bierbüchsen in der Küche? Und mit meinem Schlafzimmer? Werden dort auch Fotos gemacht? Ich habe nämlich ein rundes Bett, genau wie James Bond.“
„Das stimmt doch gar nicht!“, erwiderte Melanie empört und hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Alle Farbe wich aus ihrem Gesicht, und ihr Herz fing so laut zu pochen an, dass sie glaubte, er würde es hören.
„Woher wollen Sie das wissen?“, fragte er triumphierend.
Nervös rutschte sie auf dem Hocker hin und her. „Äh …“
„Ja? Ich warte.“
„Worauf denn?“
„Darauf, zu erfahren, woher Sie wissen, wie mein Apartment aussieht. Ich warte darauf, dass du es mir selbst sagst, Mel.“
Frustriert ließ Melanie die Schultern sinken. Sie hätte sich für ihre eigene Dummheit ohrfeigen können. Das sah ihr gar nicht ähnlich. Normalerweise hielt sie sich strikt an die Wahrheit. „Du erinnerst dich also an mich.“
„Natürlich. Was hast du denn gedacht?“
Sie kam sich wie der letzte Idiot vor. „Nun, wenn man deinen Ruf als Womanizer bedenkt, war das nicht sehr wahrscheinlich.“
„Ich vergesse keine Frau.“
Das klang so überzeugend, dass sie es einfach glauben musste. Er hatte sie also nicht vergessen – genauso wenig wie sie ihn.
„Dein Haar ist anders“, bemerkte er.
Ihr Puls ging immer schneller. Offensichtlich entging ihm nichts. „Ja, ich habe es schneiden lassen.“
„Und getönt. Siehst du, ich erinnere mich noch genau daran, wie es aussah, als du bei mir im Bett lagst.“ Er stand auf, ging um die Insel herum und schenkte sich erneut Wein ein. Seine Wut war ihm deutlich anzusehen. „War es wirklich kein Problem für dich, den Job anzunehmen, obwohl wir miteinander geschlafen haben? Ich nehme an, davon hast du meinem Vater nichts erzählt, oder? Denn in diesem Fall hätte er dich mit Sicherheit nicht engagiert.“
Adam hatte natürlich recht. Aber sie hatte das Geld gebraucht, denn ihr früherer Partner hatte sie mit einer astronomisch hohen Büromiete alleingelassen, als er aus der Firma ausgestiegen war. Leider war er auch noch ihr Freund – ihr Beinahverlobter – gewesen. Er hatte sie verlassen, weil er sich in eine Klientin verliebt hatte.
„Ich hatte gehofft, wir könnten das diskret behandeln. Am besten, wir akzeptieren beide, dass es eine einmalige Sache war, die nicht mehr vorkommen wird, und konzentrieren uns stattdessen auf die Arbeit.“
„Eine einmalige Sache? War es das für dich? Denn du kommst mir nicht vor wie eine Frau, die irgendwelche fremden Männer aufreißt. Glaub mir, mit dieser Sorte kenne ich mich aus.“
„So habe ich es nicht gemeint.“
„Was ist denn mit dem Vertrag, den du unterzeichnet hast? Da gibt es doch einen Passus, der eine persönliche Beziehung zwischen dir und deinem Kunden verbietet, oder?“
„Genau deshalb hielt ich es ja für das Beste, unsere Vergangenheit zu ignorieren. Ich brauche diesen Job, und du musst dein Image aufpolieren. Das ist eine Win-win-Situation für uns beide.“
„Du brauchst den Job. Das heißt, es geht um Geld.“
Melanie nickte. „So ist es. Dein Vater ist ein einflussreicher Mann. Wenn er mich weiterempfiehlt, könnte mir das eine Menge Türen öffnen.“
„Und was würdest du tun, wenn ich mich weigern würde, mit dir zu arbeiten?“
Sie schluckte. Tatsächlich hatte er sie in der Hand. Wenn er nicht mitspielte, wäre die Sache erledigt. Also hoffte sie auf sein Mitgefühl. „Hör zu, ich kann verstehen, dass du sauer bist. Dieser Skandal ist schrecklich, und die Tatsache, dass ich gehofft habe, du würdest mich nicht wiedererkennen, macht es auch nicht besser. Das war dumm von mir, und ich möchte mich dafür entschuldigen. Aber ich bitte dich, bedenke auch den Standpunkt deines Vaters. Er macht sich Sorgen, dass dein guter Ruf unter dieser Geschichte gelitten hat, und will dir nur helfen.“
Eine Weile herrschte Schweigen. Adam schien tief in Gedanken versunken. Dann nickte er knapp. „Gut, ich nehme deine Entschuldigung an.“
„Danke.“ Sie holte erleichtert tief Luft.
„Und ja, es war sehr dumm von dir zu glauben, dass ich dich nicht wiedererkennen würde. Ausgesprochen idiotisch sogar.“
In diesem Moment begann ihr Magen laut und deutlich zu grummeln.
„Oh, entschuldige bitte“, sagte sie verlegen.
„Kein Problem.“ Adam ging zum Kühlschrank und holte eine große Schüssel hervor, die mit einem Tuch bedeckt war. „Meine Köchin hat mir Sauce Marinara gemacht, bevor ich sie nach Hause geschickt habe. Die Pasta dauert nur ein paar Minuten.“
„Soll ich dir helfen?“ Eilfertig sprang sie vom Hocker.
Er sah sie ungläubig an. „Wobei? Beim Wasserkochen? Nein, nicht nötig. Setz dich bitte wieder hin.“
„Na gut.“ Sie kam seiner Aufforderung nach und sah ihm dabei zu, wie er Wasser in einen großen Topf einließ und ihn auf den ultramodernen Herd setzte. Er gab noch ein wenig Salz und Olivenöl dazu und stellte die Flamme hoch.
„Wenn du so weitermachst, kann ich dich gleich für die nächste Kochshow buchen“, scherzte sie.
„Du solltest erst mal mein Frühstück sehen“, erwiderte er und erhitzte die Sauce. „Ich hätte dir an jenem Morgen ja gern mein weltberühmtes Rührei serviert. Aber du musstest dich ja unbedingt...




