Booth | Heimliche Küsse, gefährliches Verlangen | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2150, 144 Seiten

Reihe: Baccara

Booth Heimliche Küsse, gefährliches Verlangen


1. Auflage 2020
ISBN: 978-3-7337-2635-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, Band 2150, 144 Seiten

Reihe: Baccara

ISBN: 978-3-7337-2635-5
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Sinnliche Funken sprühen, als Mindy bei einer Hochzeitsfeier auf ihren Ex trifft. Doch sie muss Sam widerstehen! Sonst riskiert sie nicht nur ihr Herz, sondern auch ihre berufliche Zukunft. Denn Mindy hat mit ihrer Schwester gewettet: Wenn sie wieder etwas mit Sam anfängt, muss sie weiter im Edelkaufhaus der Familie arbeiten - statt endlich in die ersehnte Selbstständigkeit zu starten! Trotzdem ist Mindy gegen jede Vernunft bald hin- und hergerissen. Ist eine heimliche Woche der Lust die Lösung?

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1. KAPITEL

Mindy Eden machte in ihrem Leben weit mehr, als die Kerze an zwei Enden anzuzünden: Sie schmolz sie von allen Seiten. Ihre Tage teilte sie auf zwischen ihrer Aufgabe als Geschäftsführerin in dem Familienunternehmen Eden’s Department Store und als Gründerin des Onlineshops By Minvitation Only, kurz BMO, der individuell gestaltete Grußkarten verkaufte. Unter Mindys Leitung schrieb das Eden’s langsam wieder schwarze Zahlen, nachdem es jahrelang am Rand des Bankrotts gestanden hatte. Auch BMO wuchs rasant. Der Rubel rollte, ihre To-do-Liste war meterlang, und sie schlief ungefähr vier Stunden die Nacht. Doch sie genoss jede Minute. Das hier war nicht der Zeitpunkt, um Tempo rauszunehmen – egal aus welchem Grund.

Mindy ließ sich gerade von ihrem Fahrer zum Eden’s bringen, als ihr Handy klingelte. Sie hatte auf den Anruf von Matthew Hawkins gewartet, den sie übergangsweise als CEO für BMO eingesetzt hatte, während sie ihren Schwestern half, das Eden’s wieder auf Kurs zu bringen. „Hallo, Matthew, haben Sie Neuigkeiten für mich?“

„Ja, aber es ist nicht das, worauf wir gehofft hatten.“

„Lassen Sie mich raten. Sie wollen mehr Geld.“ BMO hatte gerade ein Gebot für ein fantastisches altes Lagerhaus in New Jersey abgegeben. Das Mercer-Gebäude war riesig, und es würde eine Mammutaufgabe werden, die ganze Firma dorthin zu verlegen. Doch es musste sein. Momentan war die Produktion auf vier verschiedene Fabriken verteilt, während sich die Verwaltung an einem fünften Standort befand, der aus allen Nähten platzte. Das Mercer bot BMO die Möglichkeit, die gesamte Lieferkette zu verschlanken, und genügend Platz, um weiter zu wachsen. Außerdem wäre es ein großartiger Standort für die Firmenzentrale.

„Ich wünschte, es wäre so einfach. Das Gebäude ist verkauft“, kam Matthew direkt zum Punkt.

„Was soll das heißen? Ich dachte, Sie hätten alles unter Kontrolle. Sie sagten, der Deal sei praktisch unter Dach und Fach.“

„Ich fürchte, uns ist Ihr Privatleben in die Quere gekommen. Genauer gesagt, Ihr Liebesleben.“

Mindy hätte Matthew beinahe gefragt, ob er noch alle Tassen im Schrank hatte. Sie hatte kein Liebesleben. Im Grunde auch kein Privatleben. Abgesehen von der Zeit, die sie mit ihren Schwestern Sophie und Emma im Eden’s verbrachte, blieb ihr keine Minute für gesellschaftliche Aktivitäten. „Ist das ein schlechter Scherz?“

„Ihr Ex Sam Blackwell hat uns das Gebäude regelrecht vor der Nase weggeschnappt.“

Mindy traf selten etwas unvorbereitet. Sie hatte ein Gespür für mögliche Probleme und war ihnen meist einen Schritt voraus. Doch das hatte sie nicht kommen sehen. Sam war vor über fünf Monaten aus ihrem Leben verschwunden, nachdem sie zum letzten Mal mit ihm Schluss gemacht und ihn aus ihrer Wohnung geworfen hatte.

Niemals würde sie ihre letzte Unterhaltung vergessen.

Wenn du mir jetzt sagst, ich soll gehen, komme ich nicht wieder. Niemals.

Meine Schwester braucht mich mehr, als ich dich brauche.

Ganz wie du willst. Viel Glück mit deiner gestörten Familie.

Mindy hatte davor schon mehrmals mit Sam Schluss gemacht, doch er hatte sich immer wieder in ihr Leben zurückgemogelt. Diesmal hatte er sich nicht nur von ihr ferngehalten, sondern sich auch anderweitig getröstet. In der Klatschpresse waren Fotos von ihm und mehr als einer wunderschönen Frau zu sehen gewesen. Seine neuste Eroberung war Valerie Cash, die früher Model gewesen war und nun als Moderedakteurin arbeitete. Diese Affäre hatte Mindy ziemlich zu schaffen gemacht. Sie verstand nicht, warum er sich so endgültig von ihr fernhielt. Möglicherweise hatte er ihr letzten Endes geglaubt, dass er ihr nicht guttat.

„Mindy? Sind Sie noch dran?“, fragte Matthew. „Sam Blackwell, Ihr Ex-Freund.“

„Er war nie mein Freund.“ Sam hätte heftig gegen diese Bezeichnung protestiert. Er war nicht der Typ dafür – so hatte er es ausgedrückt.

„Hören Sie, mir ist es egal, welche Rolle Sam Blackwell in Ihrem Leben gespielt hat. Wir müssen uns jetzt nach einer Alternative umsehen. Vielleicht über einen Neubau nachdenken. Ich kann Termine mit Architekten vereinbaren und mir Grundstücke ansehen.“

Mindy würde das Mercer um keinen Preis einfach so aufgeben. „Sind Sie verrückt geworden? Wir reden bei einem Neubau von achtzehn Monaten, wenn wir Glück haben. So viel Zeit haben wir nicht. Und ich bin offen gestanden entsetzt, dass Sie das überhaupt vorschlagen. Diese Verzögerung könnte alles zerstören, was ich aufgebaut habe.“

„Bei allem nötigen Respekt, aber ich habe auch viel aufgebaut und in BMO investiert.“

Mindy konnte sich nur mit Mühe die Antwort verkneifen, die ihr auf der Zunge lag. BMO war ihre Firma, nicht Matthews, und er brauchte sich nichts anderes einzubilden. „Ich werde die Sache in Ordnung bringen. Ich möchte, dass Sie nichts unternehmen, bis Sie von mir hören.“

„Wie wollen Sie das anstellen? Das Gebäude ist verkauft. Wenn wir es von Blackwell zurückkaufen wollen, wird er uns eine horrende Summe abknöpfen.“

Mindy holte tief Luft. Matthew konnte gut organisieren, aber ihm fehlte der Killerinstinkt. Sie hingegen hatte Übung darin, von Sam Blackwell genau das zu bekommen, was sie wollte. Zugegeben, sie war in der Vergangenheit auch ein paarmal gescheitert, aber wenigstens kannte sie seine Tricks. „Überlassen Sie die Sache mir. Ich sage Ihnen Bescheid, wie es gelaufen ist.“

„Das ist genau genommen mein Job.“

Und genau genommen kann ich Sie feuern. „BMO ist immer noch meine Firma, und diese Angelegenheit betrifft die gesamte Zukunft des Unternehmens. Ich will die Sache so schnell wie möglich über die Bühne bringen, und ich weiß, wie ich mit Sam umgehen muss.“

„Viel Glück. Das können Sie brauchen.“

Vielen Dank für Ihr Vertrauen. „Auf Wiederhören, Matthew.“ Mindy beugte sich zu ihrem Fahrer vor. „Eine Planänderung, Clay. Wir müssen auf dem Weg zum Eden’s noch einen Halt machen. Bringen Sie mich zur achtzehnten Straße, Ecke zehnte Avenue. Nordseite.“

„Ist das ganz unten beim Pier sechzig, Ms. Eden?“

„Ja, genau da.“ Mindy ließ sich in die Polster sinken und schaute aus dem Fenster. Dabei atmete sie tief ein und aus und versuchte, ihre Anspannung zu senken. In den vergangenen fünf Monaten hatte sie sich oft gefragt, ob Sam Blackwell irgendwann wieder in ihrem Leben auftauchen würde. Nun blieb ihr nichts anderes übrig, als in seines hineinzustürmen. Sie würde es ihm nicht durchgehen lassen, dass er aus dem Hintergrund Chaos in ihrem Leben anrichtete. Er musste ihr dabei schon in die Augen sehen.

„Ich brauche nicht länger als fünfzehn Minuten“, sagte sie, als Clay vor Sams Bürogebäude hielt.

„Ist gut. Ich warte.“

Mindy stieg aus dem Wagen und atmete tief die klare Oktoberluft ein, tankte damit auch ein wenig Selbstvertrauen. Dann marschierte sie mit hocherhobenem Kopf, Sonnenbrille auf der Nase, in das Gebäude hinein. Da es vor den Aufzügen weder ein Drehkreuz noch einen Wachmann gab, konnte sie ungehindert am Empfang vorbeigehen, ohne dass jemand sie ansprach. Mindy hatte vor langer Zeit gelernt, dass einem niemand Fragen stellte, wenn man so auftrat, als würde man sich auskennen. Sie wollte Sam keine Minute Vorsprung verschaffen, um sich auf ihre Ankunft vorzubereiten. Schnell überflog sie die Anzeigetafel und drückte den Knopf für den siebten Stock. Alleine im Fahrstuhl holte sie erst einmal tief Luft und redete sich Mut zu. „Du schaffst das. Sam Blackwell kann dir nichts anhaben. Weder persönlich noch beruflich.“

Mit einem Ping öffneten sich die Türen des Fahrstuhls, und Mindy betrat den Empfangsbereich, über den eine umwerfend gut aussehende Frau wachte, die Mindy nicht kannte. Auf der schwarzverkleideten Wand hinter dem Schreibtisch stand in chromglänzenden Buchstaben „S. Blackwell Enterprises“. Die Einrichtung war modern und elegant, und es lag nicht einmal eine Büroklammer am falschen Platz.

„Kann ich Ihnen helfen?“, fragte die Empfangsdame kühl.

„Mindy Eden. Ich möchte Sam sprechen.“

„Erwartet er Sie?“

Einen Augenblick lang überlegte Mindy, ehrlich mit einem Nein zu antworten, doch Sam musste eigentlich mit ihrem Besuch rechnen. Er ging nicht einfach los und schnappte jemandem ein Gebäude vor der Nase weg, ohne auf eine Reaktion vorbereitet zu sein. „Ja, das tut er.“

Die Empfangsdame nahm das Telefon und ließ Mindy nicht aus den Augen, während sie mit Sam sprach. „Ja, Mr. Blackwell. Natürlich“, sagte sie, bevor sie wieder auflegte. „Er ist gleich bei Ihnen.“

Eine Ewigkeit verging, während der Mindy im Empfangsbereich auf und ab lief. Sie war viel zu aufgedreht, um still zu sitzen. Der Gedanke daran, Sam wiederzusehen, machte sie nervös; eine Reaktion, die sie ganz schnell in den Griff bekommen musste. Sie würde bei diesem Treffen ihren Willen durchsetzen und ihm auf keinen Fall die Kontrolle überlassen.

Sie hatte sich fast selbst überzeugt, als Sam Blackwells angenehm eindrucksvolle Gestalt von über einem Meter neunzig vor ihr auftauchte.

„Mindy.“ Der Klang seiner tiefen, weichen Stimme drang an ihr Ohr und schien sich von dort in ihrem gesamten Körper auszubreiten. Wie so oft, wenn Sam sich morgens im Bett umgedreht und seinen durchtrainierten Körper an ihren gepresst hatte, um sie aufzuwecken. Sam war unersättlich. Immer wollte er von allem mehr. Nun verspürte Mindy bei seinem Anblick das...



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