E-Book, Deutsch, 448 Seiten
Borison Good Spirits
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-7499-0939-1
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Liebe im Geiste der Weihnacht | Weihnachtsspuk der besonderen Art | Perfekte Holiday-RomCom für die Feiertage | Grumpy x Sunshine mit der richtigen Portion Spice
E-Book, Deutsch, 448 Seiten
ISBN: 978-3-7499-0939-1
Verlag: HarperCollins eBook
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Er ist der Geist der vergangenen Weihnacht, sie seine Zukunft
Nolan Callahan plant, auch diese Feiertage wie alle anderen davor zu verbringen: Er will die schrecklichen Menschen von Annapolis in seinem ziellosen Dasein als Geist der vergangenen Weihnacht heimsuchen.
Harriet York ist ein guter Mensch - oder zumindest versucht sie es zu sein. Sie ist durch und durch empathisch und tut immer das, was von ihr erwartet wird.
Als Nolan engagiert wird, die Antiquitätenladenbesitzerin für seinen Weihnachtsspuk heimzusuchen, hat keiner von beiden eine Ahnung, warum. Um einander zu entkommen, müssen Harriet und Nolan die Fäden entwirren, die sie miteinander verbinden - und das alles bis zum Weihnachtsabend.
Hand in Hand decken sie die Vergangenheit des jeweils anderen auf, doch warum will Nolan nicht loslassen? Und könnte Harriet der Schlüssel sein, um dem Geist der vergangenen Weihnacht eine Zukunft zu geben?
» ist ein absoluter Knaller ... Borison ist wirklich eine Klasse für sich.« Hannah Grace, Autorin von
» ist die perfekte Holiday-Romance, mit B.K. Borisons typischer Mischung aus witzigem Geplänkel, einem gemütlichen Setting, das sich anfühlt, als wäre man in die wärmste Decke eingewickelt, und einer Liebesgeschichte, bei der man am liebsten in ein Kissen schreien möchte, und das alles gekrönt mit einer Schleife aus purer Magie. Borison ist ein Geschenk für Romance-Leserinnen und spielt in einer ganz eigenen Liga« - Jessica Joyce, Autorin von
»B.K. Borison hat mit Good Spirits das Thema grumpy/sunshine auf die Spitze getrieben, und ich bin so was von dabei. Nolan ist der hundertjährige, mürrische Geist, von dem ich nicht wusste, dass ich ihn brauche. Und Harriet ist so verdammt süß, dass sie ihre Taschen immer mit Zuckerstangen vollstopft. Das passt wie die Faust aufs Auge! Aber im Grunde geht es in dieser Geschichte um gebrochene Menschen, die ihr Glück finden, um das Warten und die Sehnsucht, um Seelenverwandte und um die unwahrscheinliche Magie des Verliebtseins. Es ist der perfekte Liebesroman.« - Laurie Gilmore, -Bestsellerautorin
B.K. Borison ist die Autorin von gemütlichen, zeitgenössischen Liebesromanen mit emotional verletzlichen Charakteren und einer Kulisse, die zum Schwärmen anregt. Wenn sie nicht gerade von fiktiven Charakteren träumt, die fiktive Dinge tun, ist sie zu Hause bei ihrer Familie und kauft höchstwahrscheinlich Bücher, für die sie keinen Platz mehr hat.
Weitere Infos & Material
Kapitel 2
Nolan
Sie beobachtet mich mit stummem, erstarrtem Staunen von ihrem Platz auf der Couch aus, ihre braunen Augen weit aufgerissen, die Decke fest an die Brust gepresst. Nach der heftigen ersten Reaktion scheint sie beschlossen zu haben, so zu tun, als wäre sie unsichtbar.
Das ist völlig in Ordnung. Ich bin ein geduldiger Mann.
Außerdem erhole ich mich selbst immer noch von dem Schock, dass die Fernbedienung mir fast das Ohr abgerissen hätte. Heftige Reaktionen auf mein Auftauchen sind zwar nichts Ungewöhnliches, aber ich kann nicht behaupten, dass ich so etwas von dieser winzigen Frau in ihrem lächerlichen Pyjama erwartet hätte.
Ich drehe mich halb um und greife in den Baum hinter mir, um das schmale Teil herauszuholen, während sie noch alles verarbeitet. Ich lege das Gerät behutsam auf ihren Couchtisch.
Sie stößt ein unverständliches, brabbelndes Geräusch aus.
Reizend.
»Sie sehen …« Sie schluckt, holt kurz Luft und atmet dann wieder aus. »Sie sehen nicht aus wie ein Geist«, sagt sie schließlich.
»Nun …« Das Wort kommt mir nur stockend über die Lippen. Ich bin es nicht gewohnt, dass Menschen an meiner Existenz zweifeln, wenn ich vor ihnen stehe.
»Nun?«, wiederholt sie und starrt mich verwirrt an. Neben ihr steht eine Tasse in Form eines Weihnachtsbaums, und an verschiedenen Lampen hängen so viele Zuckerstangen, dass sie wahrscheinlich eine Brandgefahr darstellen. Jeder Zentimeter des verfügbaren Raums hier ist mit Krempel vollgestopft. Dieses Haus ist eine Katastrophe, aber … weihnachtlich, schätze ich. Eine weihnachtliche Katastrophe.
Ich versuche, all meine geisterhafte Kühnheit zu mobilisieren. »Ich bin aber einer.«
»Ein Geist?«
»Ja.« Ich nicke. »Ich bin ein Geist. Oder ein Gespenst. Wie auch immer du es nennen willst.«
Als Antwort blinzelt sie mich einmal langsam an. Ihr Haar ist ein Wirrwarr wilder blonder Locken, die achtlos zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden sind. Zwei Strähnen haben sich gelöst und streichen über ihre hohen Wangenknochen. Sie drückt sich eine Faust aufs Auge, als wollte sie ihren Blick klären, lässt sie dann wieder sinken und blinzelt mich trübe an.
»Natürlich. Das leuchtet ein.« Ein leicht hysterisches Lachen dringt aus ihr heraus, als sie die Augen zur Decke verdreht. »Sie sind ein Geist«, sagt sie leise. »Er ist ein Geist.«
Ich nicke. »Ja. Ich bin ein Geist.«
Das Lächeln verschwindet allmählich von ihrem Gesicht. »Sie sind ein Geist«, wiederholt sie, und der Sarkasmus weicht der Ungläubigkeit.
»Ein Geist der vergangenen Weihnacht, ja.«
»Der geschickt wurde, um mich heimzusuchen?« Sie bohrt sich einen Finger in die Brust. »Mich?«
Ich brumme bestätigend.
»Ich werde heimgesucht? Jetzt gerade?« Sie kneift die Augen zusammen und rümpft die Nase. »Das ist … Es fällt mir schwer, das zu glauben.«
»Das ist eine ziemlich gängige Reaktion.«
»Sie suchen heim? Mich. Ich bin ein guter Mensch. Ich zahle meine Steuern. Ich füttere die Katze meines Nachbarn.« Sie kneift die Augen zusammen. »Sind Sie sich sicher, dass Sie nicht einfach nur bei mir einbrechen?«
Kopfschüttelnd deute ich ins Zimmer. »Ich bin nicht eingebrochen. Ich erscheine dort, wohin ich gerufen werde. Das ist eine unbeabsichtigte Folge des allgemeinen Spukens.«
Sie setzt sich unter ihrer Decke anders hin und verzieht nachdenklich den Mund. Auch das passiert. Der langsame Übergang von Schock zu Verwirrung zu Verleugnung. Dass die Menschen versuchen, sich mein plötzliches, unerwartetes Auftauchen logisch zu erklären. Ich dass ich nicht wie ein Geist aussehe. Ich sehe aus wie ein ganz normaler Mensch. Braune Stiefel. Dunkle Jeans. Ein warmes Flanellhemd. Mit dem ganzen Blitz-und-Donner-Programm konnte ich noch nie viel anfangen, im Gegensatz zu einigen meiner Kollegen. Kostüme sind überflüssig, wenn ich einfach aus dem Nichts auftauchen kann. Ich habe nicht vor, mir einen langen weißen Umhang zuzulegen, nur um das Ganze dramatischer zu gestalten.
Aber vielleicht sollte ich das. Es könnte die Dinge beschleunigen.
Kleine Randnotiz fürs nächste Mal.
Ihr Blick kehrt langsam zu meinem zurück, und irgendetwas an ihrem Gesichtsausdruck verursacht ein Kribbeln in meinem Hinterkopf. Ich lege den Kopf schief und betrachte sie genauer. Irgendetwas an dieser Frau kommt mir bekannt vor. Wie der Hauch einer Erinnerung, die ich nicht ganz zu fassen kriege. Oder fast wie ein … Sinneseindruck. Ein Lied, das ich schon mal gehört habe.
»Kennen wir uns?«, frage ich.
»Das weiß ich nicht«, sagt sie mit schwacher Stimme. Sie rutscht auf der Couch so zur Seite, dass das Licht aus einem anderen Winkel auf sie fällt. Das Gefühl verschwindet. »Sagen Sie es mir. Sind Sie außer einem Einbrecher auch noch ein Stalker?«
Als Antwort verdrehe ich die Augen. »Ich bin nicht in dein Haus eingebrochen, Harriet. Ich habe meine Magie eingesetzt.«
»Magie«, wiederholt sie skeptisch. »Ihnen ist schon klar, dass die Methode nichts an dem eigentlichen Einbruch ändert, oder?«
Ich kneife mir in die Nase. »Können wir bitte das Thema Einbruch hinter uns lassen?«
»Das hätten Sie wohl gerne, was?«
Ja, hätte ich. Und wie. Diese Aufgabe hat gerade erst begonnen, und ich bin bereits genervt. Normalerweise stellt sich dieses Gefühl erst bei der zweiten oder dritten Erinnerung ein. Dass ich meine Weihnachtszeit damit verbringe, die schlimmsten Vertreter der Gesellschaft heimzusuchen, hat meine rauen Kanten im Jenseits nicht gerade abgeschliffen.
Mir entgleitet die sorgfältige Kontrolle über einen Teil meiner Magie, sodass die Lichter im Raum kurz aufflackern. Ihre Augen werden groß.
»Machen Sie das noch mal«, haucht sie.
»Nein.«
»Warum nicht?«
Weil es nicht beabsichtigt war, aber das muss sie nicht wissen. »Weil du nicht das Sagen hast.«
Das scheint einen Funken Rebellion in ihr zu entfachen. Sie setzt sich aufrechter auf die Couch, sodass die Decke, die sie um ihre Schultern gewickelt hat, ein wenig verrutscht.
»Ich will Beweise«, fordert sie.
»Wofür?«
»Für Ihre … Geisterhaftigkeit. Haben Sie irgendeine Art von Bescheinigung?« Eine schlanke Hand taucht unter der Decke auf und hält eine Zuckerstange. Das Ende läuft spitz zu. »Eine … Dienstmarke vielleicht?«
»Eine Geisterdienstmarke?«
»Ich weiß nicht, wie solche Dinge funktionieren.«
»Wir tragen keine Dienstmarken mit uns rum. Und auch sonst keine Nachweise.«
Ihr Blick wird schmal. »Wie außerordentlich praktisch.«
Ich zucke mit den Achseln. »Dann werde ich das bei der nächsten Mitarbeiterversammlung ansprechen.«
»Mitarbeiterversammlung? Gibt es noch mehr von Ihnen?«
Ich nicke. Uns gibt es zu Hunderten. Sie glaubt doch nicht etwa, dass es nur einen einzigen Geist der vergangenen Weihnacht gibt, der die schlimmsten Übeltäter heimsucht. Das wäre eine unmögliche Aufgabe.
»Okay, gut. Das ist in Ordnung. Das hier ist in Ordnung«, flüstert sie vor sich hin. Ihre Augen huschen nach oben und dann weg. Zurück und wieder weg. Beim dritten Mal bleibt ihr Blick schließlich hängen.
»Tun Sie irgendwas Gespenstisches«, fordert sie.
Meine Güte. Diese Frau. »Nein.«
»Beweisen Sie, dass Sie ein Geist sind«, beharrt sie. »Tun Sie etwas, das nur ein Geist tun würde. Machen Sie noch mal diese Sache mit dem Licht.«
Ich verschränke die Arme vor der Brust. »Ich bin nicht zu deiner hier.«
Sie wird aufmüpfig. »Das würde jemand sagen, der kein Geist ist.«
»Ich bin gerade in deinem Wohnzimmer aufgetaucht. Das sollte doch wohl genügen.«
»Sie sind hinter dem Baum hervorgetreten«, stellt sie klar. »Es ist durchaus möglich, dass Sie durch die Haustür hereingekommen sind.«
Demonstrativ drehe ich den Kopf und starre auf das Schloss an ihrer Tür. Die Kette ist immer noch vorgelegt. »Das bin ich nicht.«
»Dann durchs Fenster.«
»Das Fenster ist auch verriegelt.«
Ihre Augenbrauen schießen nach oben, während sie angestrengt nach einer Erklärung sucht.
»Vielleicht träume ich ja sehr intensiv«, sagt sie mit schwacher Stimme. Sie kneift sich in die Innenseite ihres Handgelenks.
Ich grinse. »Das tust du nicht.«
Sie stößt einen genervten Seufzer aus. »Sie sind ein bisschen zu jung, um ein Geist zu sein.«
»Sagt wer?« Ich zucke mit den Achseln. »Ich bin jung gestorben.«
»Und Ihre Stimme. Was hat es damit auf sich?«
Ich ziehe eine Augenbraue hoch. »Mein Akzent?«
Sie nickt.
»Ich bin als Ire gestorben.«
Ihre Augenbrauen ziehen sich zusammen. »Und jetzt sind Sie kein Ire mehr?«
»Doch, ich bin immer noch Ire.«
»Warum suchen Sie dann nicht irgendein nettes Mädchen in Irland heim?«
»Ich weiß es nicht. Das hier ist der Ort, der mir zugewiesen wurde.« Ich kratze mich am Kinn....




