Born | Lilienopfer. Dein Tod gehört mir | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Ein Jack-Diehl-Thriller

Born Lilienopfer. Dein Tod gehört mir

Der erste Fall für Jakob Diehl
1. Auflage 2022
ISBN: 978-3-7517-0609-4
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Der erste Fall für Jakob Diehl

E-Book, Deutsch, Band 1, 384 Seiten

Reihe: Ein Jack-Diehl-Thriller

ISBN: 978-3-7517-0609-4
Verlag: beTHRILLED
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Eine grausame Mordserie erschüttert Frankfurt: Die Opfer sind Frauen, ihre nackten Leichen schmückt der Täter mit blutgetränkten weißen Lilien. Die Taten haben eine verblüffende Ähnlichkeit mit einer fünf Jahre alte Mordserie, deren brutaler Täter von der Boulevardpresse »Lilienmörder« genannt wurde. Aber der Serienmörder befindet sich hinter Gittern! Handelt es sich jetzt um einen Trittbrettfahrer? Kommissar Jack Diehl vom LKA Hessen rollt den Fall, der damals den Grundstein seiner Karriere bildete, erneut auf. Doch alle Hinweise laufen ins Leere - und es werden weitere Frauen grausam ermordet aufgefunden! Schließlich stößt die Profilerin Viola Hendrick auf Ungereimtheiten und gerät selbst ins Visier des Killers ...

Stimmen unserer Leser und Leserinnen:

»Spannungsgeladen, temporeich und super gut konstruiert.« (HOPE23506, Lesejury)

»Leo Born versteht es, mit seiner Geschichte, mit seinem Schreibstil Spannung aufzubauen, die mich nicht mehr losgelassen hat. Bis fast zum Schluss hatte ich keine Ahnung, wer sich hinter dem Täter verbirgt, und was sein Antrieb war.« (LUCYCA, Lesejury)

»Teilweise hält man beim Lesen regelrecht den Atem an.« (LABELLOPRINCESS, Lesejury)

eBooks von beTHRILLED - mörderisch gute Unterhaltung!



Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Seine unkonventionelle Kommissarin Mara Billinsky hat viele Fans und auch in seiner neuen Reihe lässt der Autor LKA-Kommissar Jack Diehl gewohnt spannend auf Verbrecherjagd gehen. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.

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2


Berenice Silva Benevides schreckte hoch. Einen verwirrenden Moment lang konnte sie das Surren gar nicht einordnen. Mühsam tastete sie auf dem Nachttisch nach dem Handy, dessen Display bläulich aufleuchtete.

Sie gähnte und hielt es sich ans Ohr. »Ja?«

Die Worte prasselten förmlich auf sie ein, bis eine jähe Stille entstand.

»Okay«, sagte sie rasch, und ihr wurde bewusst, dass sie auf einmal hellwach war. »Ich mache mich sofort auf den Weg.«

Sekunden nach dem kurzen Telefonat hüpfte sie eilig ins Bad, ein Bein bereits in der Jeans. Die langen Haare wirbelten in verstrubbelten Strähnen um ihren Kopf. Kaltes Wasser ins Gesicht, Zahnbürste in den Mund, während ihr Kopf noch immer dabei war, die Informationen zu ordnen.

Sie konnte es einfach nicht glauben. Seit Wochen war alles ruhig gewesen – und nun das! Ausgerechnet jetzt, wo ihre beiden älteren Kollegen nicht zur Verfügung standen, einer im Urlaub, der andere mit Hexenschuss zu Hause. Schon seit mehreren Tagen hatte sie den nächtlichen Bereitschaftsdienst übernommen, aber nie hätte sie damit gerechnet, dass sie gebraucht werden würde.

Ihr erster Einsatz an einem Tatort. Total verrückt!

Aufregung kribbelte unter ihrer Haut, während sie im Spiegel in ihre dunklen Augen blickte und mit der Haarbürste den wilden Schopf zu bändigen versuchte. Wieso eigentlich kämmen? Keine Zeit dafür! Weg mit der blöden Bürste!

Los!, trieb Berenice sich an. Schuhe, Jacke, Rucksack, Helm. Los!

Draußen schwang sie sich auf ihre mintgrüne Vespa. Das Wohnviertel ringsum lag in tiefem Schlaf, Sterne funkelten. Fahrig scrollte sie über das Handydisplay, um mithilfe einer Navigations-App festzustellen, wo genau sie hinmusste. Sie startete den Motor und hielt vor Schreck den Atem an. Die Kameras! Hatte sie ihre geliebte Lumix und als Ersatz die Canon dabei? Ein rascher Blick in den Rucksack. Natürlich hatte sie sie eingesteckt, dazu verschiedene Objektive. Ihre Werkzeuge, ihre Schusswaffen, wie sie die Fotoapparate scherzhaft nannte. Nun war ihr jedoch überhaupt nicht nach Witzen zumute. Die Hinweise des Beamten vom Kriminaldauerdienst hatten sich schrecklich angehört.

Eigentlich hatte sie diesem Moment entgegengefiebert, jetzt allerdings war ihr das Herz bis in ihre Sneaker gerutscht. Sie fuhr los und beschleunigte forsch. Hoffentlich machte keiner dumme Sprüche, weil sie kein Auto besaß.

Es war erst zwei Monate her, dass Berenice auf die Stellenausschreibung geantwortet hatte, eine Kurzschlusshandlung, ohne sich Gedanken zu machen, ob etwas daraus werden könnte. Zwei schnelle Vorstellungsgespräche später war sie eingestellt worden. Das war alles. Als wäre es ein weiterer Praktikumsposten bei einem Fotografen oder ein Junior-Art-Director-Job in einer Werbeagentur. Dabei gehörte sie nun dem Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts Wiesbaden an. Und heute würde sie ... Nicht so viel denken!, sagte sie sich. Konzentrier dich!

Eine knappe halbe Stunde später gelangte sie ans Ziel. Die Industriehalle schälte sich aus der Nacht. Berenice verlangsamte und brachte die Vespa zum Stehen. Absperrbänder, Streifenwagen mit flirrendem Blaulicht, eine schwarze Limousine des Kriminaldauerdienstes, Schutzpolizisten, zivile Beamte. Sie stoppte und zog den Helm herunter.

Die Luft war klar und kühl. Ein Maschendrahtzaun rostete vor sich hin, überall wucherte Unkraut. Das große Doppeltor der Halle war geschlossen, doch ein Seiteneingang stand offen.

Berenice näherte sich. Angespannt und aufgekratzt wies sie sich aus. Nicht etwa einer der wichtigen Kriminalbeamten oder ein erfahrener Kollege des Erkennungsdienstes, sie würde die Erste sein, die dem Opfer ganz nahe kam. Erst musste sie Fotos machen, um alles exakt so festzuhalten, wie die Leiche vorgefunden worden war, danach würden die Experten Spuren sichern.

Nur Männer waren anwesend, wie Berenice nebenbei wahrnahm, als Kollegen eine Schneise bildeten, um sie durchzulassen. Schutzkleidung aus Kunststoff wurde ihr in die Hände gedrückt. Rasch schlüpfte sie in den Ganzkörperoverall, zupfte nervös am Mundschutz und an der Kapuze herum.

Sie betrat die Halle. Bewegte sich auf das Grauen zu. Hielt die Luft an. Konzentrier dich!, schärfte sie sich erneut ein. Um Himmels willen nicht nachdenken, Gedanken gar nicht erst zulassen, Emotionen ausblenden.

Unter den Einweghandschuhen waren ihre Finger im Nu schweißnass. Sie spürte die Blicke der hinter ihr stehenden Männer. Auch deren Erwartung, Berenice müsse sich übergeben. Sie biss kurz die Zähne zusammen und kaute dann so heftig auf der Unterlippe herum, dass sie Blut auf der Zungenspitze schmeckte.

Totenlichter waren im Halbkreis arrangiert worden, sodass eine milchige Helligkeit auf die Leiche fiel, die rücklings auf dem Boden lag. Die Gliedmaßen waren vom Körper abgespreizt, der Mund leicht geöffnet. Sie war völlig nackt, abgesehen von einer aufgesetzten Sonnenbrille, die der gesamten Szenerie etwas noch Bizarreres verlieh.

Oh Gott! Berenices Knie wurden weich, aber sie fasste sich. Nicht grübeln, sondern funktionieren.

Sie nahm die Kamera aus dem Rucksack, zog den Riemen über den Kopf, schaltete die Kamera ein, nahm die Objektivschutzkappe ab.

Weiße Haut, von Blut verschmiert. Klick!

Ziffern, mit Blut auf die Stirn gemalt. Klick!

Wörter, eher kurze Zeilen, mit Blut auf den Bauch gemalt. Klick!

Um die Tote herum – eine Flut aus Blütenblättern. Weiße Blätter, viele davon dunkelrot verfärbt, weil sie mit Blut getränkt waren. Klick!

Berenice stellte sich mit gespreizten Beinen über die Frau und – klick, klick, klick! Sie entschied sich für einen größeren Abstand. Alles zusammen im Suchfenster: Lichter, Blütenblätter, Leiche. Die Stille wurde nur gestört, wenn sie den Auslöser drückte. Sie bewegte sich wieder näher heran. Jedes Hämatom, jeder Kratzer, jeder Blutstropfen. Das unentwegte Klicken war ihr nie so laut, so intensiv erschienen. Sie würde die Kamera niemals wieder Schusswaffe nennen, das wusste sie genau.

Noch ein Stück näher heran. Sie beugte sich dicht über das Gesicht der Toten. In den leicht spiegelnden Gläsern der Sonnenbrille schimmerten ihr eigener Kopf mit der Kapuze und ihre Hände, die den Fotoapparat hielten. Sie drückte auf den Auslöser.

Langsam senkte sie die Kamera, hielt sie nur noch locker mit der linken Hand. Sie wusste nicht, weshalb, aber sie konnte die Augen nicht von der Brille lassen.

»Wie sieht's aus, Kollegin?«, drang eine Stimme zu ihr durch, der sie kaum Beachtung schenkte, so konzentriert war sie. »Haben Sie genug? Wir müssten uns jetzt auch mal eingehender mit der Dame befassen.«

Die Brille. Was war damit?

»Kollegin, gehen Sie mal rüber, bitte«, forderte dieselbe Stimme sie auf. Sie gehörte einem der Männer des Erkennungsdienstes.

Ohne dass Berenice es eigentlich wollte, bückte sie sich erneut. Ihre rechte Hand bewegte sich auf die Brille zu.

»Hey, was machen Sie? Nichts anfassen! Lassen Sie uns das ...«

Doch sie hatte bereits mit den vom Handschuh verhüllten Fingerspitzen nach der Brille gegriffen. Behutsam zog sie sie vom Gesicht.

Schwarze Höhlen starrten sie an. Höhlen ohne Augen.

»Verfluchte Scheiße!«, hörte sie wieder den Mann neben sich.

Sie legte die Brille vorsichtig neben dem Leichnam ab. Ihre Hand schloss sich fest wie nie zuvor um die Kamera. Sie spürte, wie sich ihr der Magen umdrehte, ihre Kehle war wie ausgetrocknet.

Die beiden schwarzen leeren Öffnungen.

Sie schluckte hart, blinzelte, ihre Knie waren schon wieder weich.

Klick! Klick! Klick!

***

Zurück im Freien, riss Berenice sich den Mundschutz vom Gesicht. Sie schnappte nach Luft. Ihr Magen rotierte noch immer. Sie versuchte ganz ruhig zu atmen. Nur nicht kotzen, dachte sie. Nein, sie wollte sich vor den anderen auf keinen Fall eine Blöße geben.

Langsam entfernte sie sich von der Halle. Sie streifte die Handschuhe ab. Die kalte Luft tat gut, sie fühlte sich etwas besser. Ein Motorgeräusch ertönte, laut und durchdringend. Sie sah zu, wie ein gelber Sportwagen auftauchte und neben den übrigen Fahrzeugen geparkt wurde. Ein Porsche. Berenice hob die Augenbrauen. Wie konnte jemand ernsthaft ein derartiges Auto fahren? Gerade in der heutigen Zeit? Ein Mann stieg aus, und sie betrachtete seine Silhouette. Nachdem er in der Industriehalle verschwunden war, drehte sie sich um, den Blick wieder auf die Dunkelheit jenseits des zweckmäßigen, wohl schon länger leer stehenden Gebäudes gerichtet.

Sie stellte sich neben eine einsame Birke und ließ eine Minute verstreichen, froh darüber, allein zu sein. Die Sonne ging bereits auf und schickte zaghaft einen dünnen zartrosa Schein über den Horizont. Ein irritierend schöner Anblick. Beinahe erschien es ihr, als ob alles nur ein böser Traum gewesen wäre und jetzt das echte Leben...


Born, Leo
Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Seine unkonventionelle Kommissarin Mara Billinsky hat viele Fans und auch in seiner neuen Reihe lässt der Autor LKA-Kommissar Jack Diehl gewohnt spannend auf Verbrecherjagd gehen. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.

Leo Born ist das Pseudonym eines deutschen Krimi- und Thriller-Autors, der bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat. Seine unkonventionelle Kommissarin Mara Billinsky hat viele Fans und auch in seiner neuen Reihe lässt der Autor LKA-Kommissar Jack Diehl gewohnt spannend auf Verbrecherjagd gehen. Der Autor lebt mit seiner Familie in Frankfurt am Main.



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