E-Book, Deutsch, Band 2206, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Borsch Perry Rhodan 2206: Gesang der Hoffnung
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2205-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
E-Book, Deutsch, Band 2206, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2205-6
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
Du musst den Blues in der Seele spüren, im Herzen. Ihn Tag für Tag leben. Du musst Beleidigungen einstecken, den Staub der Straße schmecken. Du musst in den Knast wandern, viele Male. Erst dann weißt du, was der Blues ist.
Louisiana Red; altterranische Blues-Legende
1.
2. November 1331 NGZ
Wenigstens konnten sie sich nicht verirren.
Perry Rhodan wandte dem Heiligen Berg den Rücken zu, seit Stunden schon, dennoch spürte er seine Präsenz. Der Berg, die Erinnerung an das, was dort geschehen war, türmten sich zu einer Last, die sich auf seine Schultern legte, so schwer, dass seine Beine, aufgerissen und zerschrammt vom Fels des Berges, ihm den Dienst zu versagen drohten.
Doch der Terraner marschierte weiter, den Blick starr auf die Schultern seines Gefährten gerichtet, der ihnen einen Weg durch das Gestrüpp dieser namenlosen Steppe bahnte. Atlan trug nur einen Stiefel. Der linke hatte sich in Fetzen aufgelöst, das Opfer scharfer Gesteinskanten und messerscharfer Pflanzenblätter. Atlan humpelte, belastete den rechten, geschützten Fuß, setzte den linken, blutverschmierten immer nur kurz auf.
Der Arkonide machte trotz der Verletzungen keine Anstalten, das Tempo zu verlangsamen.
Die Männer hatten nicht mehr gesprochen, seit sie im Morgengrauen das Grab aufgeschichtet hatten, dennoch glaubte Perry Rhodan zu spüren, was Atlan antrieb.
Es war, was auch ihn weitermachen, dem Durst und der Hitze trotzen ließ: Es war die Angst.
Rhodan musste nur den Arm heben, um ihren Auslöser zu ertasten. Er bestand aus einem rauen Metall, das in seinem Grau unpoliertem Aluminium ähnelte und zu einem daumenhohen Kranz geformt war. Der Kranz lag um Perry Rhodans Hals, ein zweiter, identischer um Atlans. Die Kybb-Cranar hatten sie den beiden Männern angelegt, so, wie sie es bei allen taten, die sie zur Arbeit in den Minen des Heiligen Bergs zwangen.
Krin Varidh.
Perry Rhodan hatte nicht herausgefunden, was der Name bedeutete. Wozu die Krin Varidh dienten, hatte er dagegen verstanden – mit jeder Faser seines Körpers, als der Kranz nach Sonnenaufgang sein Gift in die Hälse der Flüchtenden gepumpt hatte. Er und Atlan hatten nur dank der schützenden Wirkung ihrer Zellaktivatoren überlebt, wenn auch knapp. Wie knapp, führte ihm Atlans angeschwollener und verfärbter Hals vor Augen, das Spiegelbild seines eigenen geschundenen Körpers.
Der Arkonide hielt an.
»Ist es Zeit?«, fragte Rhodan. Das Schon wieder?, das sich in seinen Gedanken formte, sprach er nicht aus.
»Ja.«
»Einen Augenblick.«
Perry Rhodan hob die flache Hand gegen die Stirn, um seine Augen gegen die Mittagssonne abzuschirmen, und drehte sich. Er hatte die Drehung zur Hälfte vollendet, als er stehen blieb. Sein Blick blieb an einem Kegel hängen, der sich übergangslos aus der flachen Landschaft erhob. Selbst aus der Entfernung von zehn, fünfzehn Kilometern war offensichtlich, wieso die Einwohner Baikhal Cains ihn den »Heiligen Berg« nannten.
Der Heilige Berg musste noch aus vielen hundert Kilometern Entfernung sichtbar sein, den Seefahrern des Khalischen Ozeans als Orientierungspunkt dienen. So wie jetzt ihm und Atlan auf der Flucht vor den Kybb-Cranar.
Nur, dass die Seefahrer die Nähe des Heiligen Berges suchen würden. Der Terraner und der Arkonide dagegen ...
Rhodan spürte die Hand seines Freunds auf der Schulter. Atlan trat neben ihn. »Du denkst an Jadyel, nicht wahr?«
Jadyel war der Motana, der als einziger der Zwangsarbeiter den Mut aufgebracht hatte, mit ihnen aus der Mine des Heiligen Berges zu fliehen. Sie hatten seine Leiche unter einem Haufen Steinen zurückgelassen. Jadyel, geschwächt von der Zwangsarbeit und ohne den Schutz eines Zellaktivatorchips, hatte dem Gift des Krin Varidh nichts entgegenzusetzen gehabt. Und er hatte ihnen den klaren Rat gegeben, zum Wald von Pardahn zu fliehen. Nur dort könne man ihnen helfen.
Rhodan nickte. »Ja, natürlich. Er war ein tapferer Mann, er hat sein Schicksal nicht verdient. Ich denke an ihn – und die vielen tausend Motana, die noch in den Minen schuften. Sie sind zum Tode verurteilt.«
»Wir auch, wenn wir nicht zusehen, dass wir hier wegkommen.« Der Griff von Atlans Hand wurde fordernd.
Rhodan gab ihm nach. Der Terraner nahm dem Freund seine zur Schau gestellte Forschheit nicht übel. Es war Atlans Art, mit Schmerz umzugehen, ihn nicht an sich herankommen zu lassen. Der Arkonide handelte, um die düsteren Gedanken in Schranken zu halten.
Die Männer setzten ihre Flucht fort. Rhodan übernahm jetzt die Spitze. Die Ebene war denkbar flach; von keinem Hindernis getrübt, verlor sich der Blick im Dunst. Das Land lag unter einem dichten Pflanzenteppich, dominiert von einer Art Gebüsch mit hellgrünen Blättern, die Rhodan an Salatblätter erinnerten. Schlaff und weich hingen sie herab – und versteckten die Dornen.
Rhodan wusste nicht recht, ob der Begriff auf die Pflanzentriebe passte, die bereits an einem halben Dutzend Stellen in seinem Körper steckten. Sie besaßen keine Widerhaken, aber sie ließen sich nicht entfernen, hatten sie sich erst einmal ins Fleisch gebohrt. Wie ein Korkenzieher wanden sie sich tiefer, beinahe, als ob sie Würmer wären, nicht Pflanzenteile, und brannten wie Feuer, schlimmer als die Druckstellen der Krin Varidh. Jeder Versuch, die Dornen zu entfernen, hatte bisher damit geendet, dass sie hinterher noch tiefer im Fleisch steckten.
Das Gewirr der Dornbüsche wurde zusehends dichter. Zum Ausgleich verringerten sich die wenigen Meter durchmessenden Lichtungen und schmalen, sich windenden Pfade mit der widerwärtigen Neigung, im Nichts zu enden. Rhodan und Atlan kamen nur in einem unregelmäßigen, oft gegenläufigen Zickzack voran. Wäre der Umriss des Heiligen Berges nicht gewesen, sie hätten sich heillos verlaufen.
Aber sie lernten. Nach einiger Zeit hatte Rhodan den Trick heraus, wie er Zweige aus dem Weg biegen konnte, ohne von Dornen durchbohrt zu werden: indem er die Finger in die Korkenziehergewinde schob. Jetzt vermochten sie wenigstens kleinere Hindernisse aus Dornbüschen zu passieren.
Die Sonne erreichte ihren Zenit. Rhodan und Atlan gestatteten sich auf einer Lichtung eine Pause. Es war ihre erste. Sie rissen sich Streifen von ihren Hosen, die sie sich wie Turbane um den Kopf wickelten, um sich vor den heißen Strahlen Cains zu schützen. Rhodan wünschte, dass sie wenigstens eine Flasche mit Wasser bei sich hätten, doch die Männer besaßen nur, was sie am Leib trugen: die zerschlissenen Reste ihrer Kleidung.
»Weißt du, an was mich dieses Gestrüpp erinnert, Perry?«, fragte Atlan. Der Arkonide war auf der Suche nach Schatten bis auf eine Handbreit an ein Dornengebüsch herangekrochen.
Rhodan zuckte die Achseln. »Nein, woran?«
»Die Macchia am Mittelmeer, auf Terra.«
Rhodan beäugte das Gestrüpp aus zusammengekniffenen Augen. »Hm, die Farben kommen hin, zumindest für den Frühling. Die Undurchdringlichkeit auch. Aber die Höhe ist etwas kümmerlich, oder? Das Zeug reicht nur bis an die Brust.« Er strich sich den Schweiß von der Stirn. »Und außerdem, was bringt uns der Vergleich?«
»Wirst du gleich sehen!« Atlan legte sich auf den Bauch – und verschwand.
Einige Augenblicke später hörte Perry ihn rufen. Der Terraner erhob sich und sah Atlan, der ihm aus einigen Metern Entfernung über ein dornenbewehrtes Blättermeer zuwinkte.
»Es ist ganz einfach!«, rief der Arkonide. »Du musst dich ganz eng an den Boden drücken, dann geschieht dir nichts. Diese Dornen reichen nur bis auf Kniehöhe.«
Rhodan befolgte Atlans Anweisung. Kurz darauf tauchte er einige Schritte von dem Arkoniden entfernt wieder aus dem Pflanzengewirr auf.
»Siehst du, es klappt!«
Von diesem Moment an waren die Männer in der Lage, die Richtung ohne größere Umwege einzuhalten.
Gemeinsam krochen sie nach Westen – der Freiheit entgegen, wie sie hofften.
*
Rhodan hörte die Turbinen des Gleiters als Erster. Ohne sich umzusehen, packte er den Arkoniden an den Schultern und riss ihn herunter.
Atlan stieß einen überraschten Schrei aus. Rhodan spürte, wie sich die Muskeln des Freundes reflexhaft anspannten, doch der Griff kam zu überraschend: Terraner und Arkonide gingen zu Boden, verschwanden zwischen den Dornenbüschen.
Ein Korkenzieherdorn bohrte sich in Rhodans Oberschenkel. Mit Mühe gelang es dem Terraner, einen Schmerzensschrei zu unterdrücken.
Beinahe im selben Moment passierte sie der Gleiter. Rhodan schätzte die Entfernung in der Horizontalen auf zwei- oder dreihundert Meter, die Flughöhe der Maschine auf vielleicht hundert Meter. Die beiden Männer konnten mühelos Abzeichen und die Fühler der verschiedenen Instrumente auf dem bauchigen Rumpf erkennen.
Der Gleiter strebte dem Horizont entgegen, ohne Geschwindigkeit oder Kurs zu verändern.
»Frachtmaschine«, flüsterte Atlan. »Wahrscheinlich vollautomatisiert und für den einen Zweck programmiert, den Schaumopal aus der Mine abzutransportieren. Von der haben wir nichts zu befürchten.«
»Ich bete, dass du Recht hast.«
Sie warteten ab, bis der Frachtgleiter aus der Sicht verschwunden war, dann setzten sie ihren Weg fort. Der ersten Maschine folgten in unregelmäßigen Abständen bald weitere. Jedes Mal flüchteten sich die Männer in die Sicherheit der Dornbüsche – so trügerisch diese auch war: Beiden war klar, dass selbst ein simpler Infrarotfühler sie in Sekundenschnelle aufspüren würde.
In der Abenddämmerung brach der Strom der Frachtgleiter schließlich ab. »Das war's«,...




