Borsch | Perry Rhodan 2229: Zuflucht der Motana | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2229, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Borsch Perry Rhodan 2229: Zuflucht der Motana

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2228-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"

E-Book, Deutsch, Band 2229, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2228-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Sie erreichen die der Freien - und halten Gericht über den Todbringer Im Jahr 1332 NGZ ist die Lage in der Milchstraße so prekär wie lange nicht mehr: Obwohl das Kristallimperium und die Liga Freier Terraner im Sektor Hayok zu einem labilen Frieden gefunden haben, ist allen klar, dass es sich nur um einen Zeitgewinn handeln kann. Perry Rhodan und Atlan, zwei der prominentesten Persönlichkeiten der Galaxis, ahnen von all den Ereignissen nichts: Sie befinden sich zwar noch in der Milchstraße, aber in einem entrückten Raum, dem 'Sternenozean von Jamondi'. Zum Nachforschen bleibt den beiden Männern bislang wenig Zeit: Gemeinsam mit einigen der menschenähnlichen Motana und Rorkhete, dem letzten Shoziden, nehmen sie den Kampf gegen die kybernetischen Zivilisation Jamondis auf. Sie entdecken den Bionischen Kreuzer SCHWERT, erhalten einen Sternenkatalog und bergen Lotho Keraete, den Boten der Superintelligenz ES. Im Sternkatalog finden sie Daten für eine ZUFLUCHT DER MOTANA...

FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
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2.


Venga fand Kischmeide, als diese sich anschickte, den äußersten Gürtel der Kantblätter hinter sich zu lassen.

»Halt!«, rief die junge Motana. »Warte!« Und dann, als käme ihr der Gedanke erst jetzt: »Majestät!«

Kischmeide, Planetare Majestät des Planeten Tom Karthay und damit Herrscherin über ein Volk von mittlerweile 180 Millionen Motana, verharrte in der Bewegung. Sie spürte, wie die feinen Härchen der Kantblätter über ihre Oberarme strichen, sie streichelten.

Die Härchen fingen den Flodder ein, der von den Winden herbeigeweht wurde; Pflanzenteile, von den unermüdlichen Stürmen Tom Karthays über den halben Globus getrieben und zu winzigen, für das bloße Auge unsichtbaren Fragmenten zerrieben. Die Kantblätter fingen sie ein, absorbierten und leiteten die Nährstoffe dem zentralen Baum der Stadt zu.

»Was gibt es, Venga?«, rief Kischmeide zurück. Ihre Stimme übertönte nur mit Mühe das Tosen des Sturms, das durch die zur Seite geschobenen Kantblätter hereindrang. »Du keuchst ja vor Anstrengung. Etwas Wichtiges, nehme ich an?«

»Ja!« Venga sprang vor Aufregung auf und ab. Sie war eine junge Motana, gerade siebzehn Jahre alt. Seit einigen Monaten diente sie der Planetaren Majestät als Botin. Kischmeide hätte es nie öffentlich eingestanden, aber Venga war ihr in dieser kurzen Zeit bereits ans Herz gewachsen, trotz ihrer Flatterhaftigkeit. Kischmeide war dazu übergegangen, wichtige Botschaften, die sie der jungen Motana anvertraute, stets einer zweiten, erfahrenen Botin zu übergeben, damit diese sie überbrachte, sollte Venga es aus irgendeinem Grund – und an Gründen mangelte es der Botin nie – nicht gelingen.

Venga spazierte mit den großen Augen eines Kindes durch die Welt – eines außergewöhnlich hübschen und langbeinigen Kindes, das Geschmack an dem anderen Geschlecht gefunden hatte. Sah sie ein hübsches Gesicht in der Menge, einen knackigen Männerhintern, vergaß sie alles um sich herum. War es gerade nicht ein Mann, der sie aufhielt, war es eine Freundin, die sie lange nicht gesehen hatte und mit der sie auf der Stelle das Wiedersehen feiern musste.

Und sollte Venga von Begegnungen dieser Art verschont werden, kam etwas anderes dazwischen: eine neu gezüchtete Pflanze, eine kuriose Begebenheit oder auch nur die Spiegelung des Lichts im Innern der Stadt. Vengas Neugierde war grenzen- und vorurteilslos.

»Also, was ist los?«, fragte die Majestät, als Venga unmittelbar vor ihr anhielt.

Die Botin schöpfte laut schnaufend Atem. Ihr hübsches Gesicht war feuerrot angelaufen, die langen Haare waren schweißverklebt. Ihre Uniform, die sie als Botin der Majestät auswies und ihr Vorrang auf allen Wegen verschaffte, war zerknittert. Der Brustteil war mit dunklen Flecken übersät; Kischmeide nahm an, dass es sich um Hinweise auf Art und Umfang der letzten Mahlzeit handelte. Und die Hose ... Venga hatte wieder einmal das Kunststück fertig gebracht, sie falsch herum anzuziehen.

»Die alten Frauen schicken mich«, keuchte die Botin. »Sie ...«

»Danke, das genügt.«

»Aber ... aber du hast meine Nachricht noch gar nicht gehört!«

»Das brauche ich auch nicht, ich habe sie schon hundertmal gehört.«

»Wie kannst du so etwas? Ich ...«

»Ich kenne die Worte, Venga, glaub mir. Ich kenne sie. Ich bin nicht erst seit gestern Planetare Majestät.« Kischmeide wandte sich ab und schob die Kantblätter, die vor ihr eine dichte Wand bildeten, zur Seite. Eine Windbö erfasste sie und hätte sie zurückgeworfen, hätte die Motana sich nicht mit aller Kraft an den robusten Blättern festgehalten.

Sie wandte den Kopf noch einmal zu der Botin. »Und als Majestät nehme ich mir das Recht heraus, Dinge, die ich nicht hören will, nicht zu hören.«

Mit einem Ruck zog sie sich nach vorn, begünstigt von einer wenige Augenblicke anhaltenden Flautephase. Hinter Kischmeide schlossen sich die Kantblätter, bildeten eine kompakte Mauer, das äußere Bollwerk gegen die ewigen Stürme.

Kischmeide fand sich auf einem schmalen, ungesicherten Pfad wieder, gerade so breit, dass sie ihre Füße nebeneinander aufsetzen konnte. Zu ihrer Rechten erstreckte sich der Wall der Kantblätter in alle Richtungen. Zu ihrer Linken fiel die Wand der Kantblätter nahezu senkrecht ab, Dutzende Meter tief bis zum Flusslauf, der die größte Ansiedlung Tom Karthays im Norden und Osten begrenzte.

Es war ein klarer Tag. Am Horizont zeichneten sich die Berge von Roedergorm ab, gewaltige Felsgebilde, gekrönt von weißen Spitzen. Mächtig und die Heimat dieser widerwärtigen ... Kischmeide wollte nicht daran denken. Sie hatte weiß Gott bereits genug Sorgen.

Die Motana zwang ihren Blick auf den schmalen Saumpfad zu ihren Füßen und machte sich auf den Weg. Sie verzichtete darauf, ihren Sicherungshaken in das in Hüfthöhe verlaufende Seil einzuklinken. Es war nicht windstill, aber dem schwachen Sturm widerstand sie mühelos. Wozu verfügte sie über den ausgezeichneten Gleichgewichtssinn ihres Volkes?

Dazu kam eine völlige Schwindelfreiheit – und ein Nebeneffekt ihres inzwischen fortgeschrittenen Alters: Kischmeide hatte in den Jahren, seit sie zur Planetaren Majestät aufgestiegen war, an Leibesfülle gewonnen. Und zumindest hier draußen, wo die Stadt sie nicht vor den Stürmen schütze, war ihre erhöhte Standfestigkeit von Vorteil.

Der Pfad führte in gleich bleibender Höhe um die Stadt. In unregelmäßigen Abständen zweigten weitere Wege nach oben oder unten ab, so schmal, dass nur das geübte Auge sie wahrnahm. Diese Pfade waren das Revier der Graugärtner, der einzigen Einwohner Kimtes, die die Stadt regelmäßig verließen – und zwar täglich. Ganz gleich, wie furchtbar die Stürme wüteten. Ein Sprichwort besagte, dass Kimte an dem Tag untergehen würden, an dem die Graugärtner sich nicht hinauswagten.

Kischmeide gab im Allgemeinen nicht viel auf Sprichwörter, stellten sie doch ihrer Meinung nach nichts weiter dar als den verbrämten und überhöhten Unsinn früherer Generationen. Doch in diesem einen fand sie ein Samenkorn der Wahrheit: Ohne die unermüdliche Arbeit der Graugärtner wäre Kimte tatsächlich zum Untergang verurteilt. Das komplizierte Zusammenspiel der verschiedenen Pflanzen, die das Grundgerüst der Stadt bildeten, bedurfte ständiger Überwachung. Verwilderte auch nur ein kleiner Teil des Kantblätterpanzers, der nächste Orkan hätte die Bresche zielsicher aufgespürt und die Stadt verheert.

Die Majestät winkte einem Graugärtner, der in einiger Entfernung über ihr an einem Kantblatt arbeitete. Ein Sturm hatte das Blatt eingerissen. Der Gärtner nähte die Wunde, ähnlich, wie er die Wunde einer Motana genäht hätte, nur dass sein Werkzeug ungleich gröber war. Der Mann winkte fröhlich zurück und tauchte die Hand anschließend in einen Topf mit Salbe, die er über die Wundränder strich.

Er und seinesgleichen hatten längst aufgehört, sich über die einsamen Spaziergänge der Majestät zu wundern. Anfangs, hatte Kischmeide sich zutragen lassen, hatten die Graugärtner sie verlacht, inzwischen war der Spott aufrichtigem Respekt gewichen. Kischmeide ließ ihren Spaziergang entlang der Außenhaut der Stadt nur bei schlimmstem Orkewetter ausfallen, gewöhnliche Stürme konnten sie nicht schrecken. Die Graugärtner begriffen die einsamen Touren der Planetaren Majestät mittlerweile als Verbeugung vor ihrer Arbeit.

Und auch in dieser Auffassung liegt der Same der Wahrheit, dachte Kischmeide.

Die Planetare Majestät schätzte die Arbeit der Graugärtner – ebenso wie die ihrer Wegweiserinnen, die ihr mit Rat und Tat zur Seite standen, die der Baumpfleger, die dafür sorgten, dass die Basis der Stadt nicht abstarb, und natürlich – ihr Werdegang ließ es nicht anders zu – die der Grauarchitekten, die die Grenzen Kimtes beständig nach außen trieben, um Platz für das wachsende Gemeinwesen zu schaffen.

Doch die Spaziergänge dienten nicht der Begutachtung der Arbeit anderer, sondern der Verrichtung ihrer eigenen. Nirgends sonst gelang es ihr so gut, die Flut ihrer Pflichten und Aufgaben zu ordnen, die zahllosen – unweigerlich unverzüglich zu erfüllenden – Wünsche, mit denen man sie tagtäglich konfrontierte. Hier draußen, wo die Stürme Tom Karthays ihr in den Ohren rauschten, fand sie eine Ruhe wie an keinem anderen Ort. Hier schöpfte sie seelische Kraft, um ihr Amt auszufüllen.

Das Amt verlangte ihr alles ab, angefangen bei den alltäglichsten, grundlegenden Fragen, und mochten sie auf Außenstehende noch so banal wirken: nach dem Ausbau des Müllentsorgungssystems der Stadt beispielsweise. Ein Teil ihrer Beraterinnen sah keine Notwendigkeit dazu. Ein anderer prophezeite, dass die Bewohner Kimtes in wenigen Jahren in ihrem eigenen Müll ersticken würden, schritte man nicht unverzüglich zur Tat. Da waren aber auch die privaten Streitigkeiten um Pflanzen, die in den Bereich des Nachbarn wuchsen, und Ähnliches. Jeder der Kontrahenten war von der überragenden Wichtigkeit seines Anliegens überzeugt und ebenso davon, dass ausschließlich die Planetare Majestät über seinen Fall befinden konnte.

Und über allem hing die große Sorge: Tom Karthay war ein Versteck, der einzige Ort im Sternenozean von Jamondi, an dem die Motana noch in Freiheit lebten. Nach der Blutnacht von Barinx hatten die Flüchtlinge an diesem Ort, aus dem später die Stadt Kimte heranwachsen und erblühen sollte, ihre Behelfsquartiere aufgeschlagen. Sie waren vor den Kybb-Cranar geflohen. Sollten die Igelwesen jemals auf Tom Karthay stoßen, würden die Tage der freien Motana gezählt sein. Es erwartete sie die Sklaverei oder der Tod. Kischmeide wusste nicht, welches von beidem sie im...



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