E-Book, Deutsch, Band 2243, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Borsch Perry Rhodan 2243: Die Mediale Schildwache
1. Auflage 2014
ISBN: 978-3-8453-2242-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Der Sternenozean"
E-Book, Deutsch, Band 2243, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2242-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
Würde sie jemals wieder Ruhe finden?
Zephyda war zurück auf ihrer Heimatwelt Baikhal Cain, dem Ort, an dem sie aufgewachsen war, an dem sie den Großteil ihres Lebens verbracht hatte, eines Lebens, das ihr im Licht der letzten Monate als kurz und ereignislos erschien.
Natürlich, sie und ihresgleichen hatten im Wald von Pardahn in ständiger Gefahr gelebt. Wer unvorsichtig gewesen war, sich von der Ereignislosigkeit des Alltags hatte einlullen lassen, war schnell den Kybb-Cranar in die Hände gefallen und hatte seinen letzten Atem in der Mine des Heiligen Berges gehaucht. Der Wald hatte den Motana gehört, aber gleichzeitig hatte er einem Minenfeld geglichen, in dem man sich nur mit äußerster Vorsicht bewegen durfte.
Und doch war das Leben ruhiger gewesen, beschaulicher. Selbst wenn man in die höchsten Wipfel der Baumriesen geklettert war, die die Residenz von Pardahn beschützt hatten, hatte man nie den festen Boden unter den Füßen verloren. Die Kybb-Cranar waren die Bösen gewesen, jeder Motana hatte gewusst, dass es ein Überleben nur in der Gemeinschaft und in der Unterordnung unter die Gemeinschaft gab. Die Planetare Majestät hatte die Geschicke ihres Volkes geleitet wie Dutzende ihrer Vorgängerinnen zuvor. Ihre Wegweiserinnen – eine von ihnen Zephyda – hatten ihre Entschlüsse bekannt gemacht, die Frauen hatten sie umgesetzt und darauf geachtet, dass die Männer und Kinder nicht allzu viel Unsinn anrichteten.
Die Dinge waren gewesen, wie sie immer gewesen waren. Eingefahren in einer effizienten Routine, die dennoch Platz für Muße gelassen hatte. Die Motana hatten jede Gelegenheit genutzt, Zeit in Gesellschaft zu verbringen, das Dasein zu genießen, denn niemand hatte gewusst, ob man nicht trotz aller Vorsicht schon am nächsten Tag den Kybb-Cranar in die Hände fiele.
Und nun? Die Motana waren frei. Zephydas Streitmacht aus 61 Bionischen Kreuzern stand über Baikhal Cain, die verfluchten Kybb-Cranar waren vertrieben oder getötet. Das Crythumo, hässliches Symbol der Kybb-Macht, war aus der Haut des Planeten gebrannt. Die wenigen Kybb-Cranar, die entkommen waren, erfuhren am eigenen Leib, wie es sich anfühlte, gejagt zu werden – und sie waren, ihrer Technik beraubt, ein ungeschicktes Wild, das sich den Motana nicht lange würde entziehen können.
Wenn es jemals in Zephydas Leben einen Moment gegeben hatte, innezuhalten und das Erreichte zu feiern, war er jetzt gekommen.
Und was tat sie? Sie hastete von Besprechung zu Besprechung, pausenlos verlangte man von ihr Entscheidungen, zu jeder Stunde ...
»Zephyda!«, unterbrach sie eine Stimme. »Gut, dass ich dich finde!«
Eine der Kreuzer-Kommandantinnen stand im Türrahmen der Hütte, in die sich Zephyda verkrochen hatte, um einige Augenblicke Schlaf zu finden, bevor die Erschöpfung sie mitten im Satz umkippen ließ.
Zephyda brummte unwillig.
Die Kommandantin schien es nicht zu bemerken – oder nicht zu bemerken wollen. »Ist dein Funkgerät defekt?«, fragte sie. »Ich habe versucht, dich zu erreichen, aber du hast dich nicht gemeldet ...«
»Mein Funkgerät ist in Ordnung.« Zephyda versuchte, die bleierne Müdigkeit abzuschütteln. Ihr Kopf dröhnte. Schuld stieg in ihr auf. Sie hätte das Funkgerät nicht abschalten dürfen. Die Motana aktivierte es und fragte: »Was ist?«
»Es geht um die Evakuierung. Wir sind bereit.«
»Gut.«
Gut. Sie benutzte das Wort in letzter Zeit oft. »Gut«, lobte sie, wann immer eine Motana eine Aufgabe erledigt hatte. »Gut«, lobte sie auch, wenn die Betreffende nur mittelmäßige Arbeit verrichtet hatte. Mittelmäßig, hatte Zephyda gelernt, war oft gut genug. Musste gut genug sein. »Gut«, lobte Zephyda mittlerweile selbst dann, wenn die Arbeit ungenügend war und sie denselben Auftrag unter der Hand ein zweites Mal einer anderen Motana gab, damit er zufrieden stellend erledigt wurde.
Gut. In diesem Fall meinte sie es. Die Evakuierung war ihre einzige Hoffnung, damit die denkbare Rückeroberung Baikhal Cains nicht in einem Blutbad an den Motana endete.
Zephyda trat hinaus in die grelle Mittagssonne. Die Hütte, in die sie sich verkrochen hatte, lag am Rand des Landefelds. Sie war aus einfachem Holz gezimmert und musste lange vor dem Raumhafen von Baikhalis existiert haben. Wahrscheinlich hatte sie einem Obstbauern gehört. Früher, hatte sie einmal an einem Lagerfeuer gehört, waren die Vay Shessod nicht auf das Eis des Landes Keyzing beschränkt gewesen. Ganz Baikhal Cain hatte ihnen gehört.
Mehrere Bionische Kreuzer waren in weitem Abstand auf dem Feld gelandet. Ihre geschwungenen Formen ließen sie wie gewaltige Tiere erscheinen, die sich zur Rast niedergesetzt hatten. Zwischen den Kreuzern und um das Landefeld herum drängte sich Zephydas größtes Problem – und zugleich der Keim seiner Lösung.
Das Landefeld und die Hügel, die es umgaben, waren mit Motana übersät. Es mussten Zehntausende sein, und stündlich schwoll ihre Zahl an. Weite Teile des Landefelds waren unbenutzbar, weil Gruppen von Motana auf ihm kampierten und sich standhaft weigerten, ihre Plätze aufzugeben.
Die ehemals in der nahen Mine des Heiligen Berges versklavten Motana waren die Ersten gewesen, die gekommen waren. Die geschwächten Arbeiter hatten nicht einmal den Versuch unternommen, ihre alten Wohnorte zu erreichen, als spürten sie, was sie nicht wissen konnten, aber Zephyda mit eigenen Augen aus dem Orbit gesehen hatte. Nämlich, dass ihre Heimatorte nicht mehr existierten. In ihrer wahnwitzigen Jagd nach Motana-Sklaven hatten die Kybb-Cranar zügellos auf Baikhal Cain gewütet. Die ausgedehnten Wälder, die Heimat der Motana, waren zu Inseln in einem immer noch rauchenden Meer aus Asche geschrumpft. Die Kybb-Cranar hatten mit Hilfe ihrer Strahler Waldstück um Waldstück verbrannt, um die Motana, die sich darin vor ihnen versteckten, herauszutreiben.
Viele der Arbeiter waren auf dem Marsch zum Landefeld gestorben. Die Anstrengung war nach den Entbehrungen in der Mine zu groß gewesen – ein weiteres Problem für Zephyda, mussten sie doch einen Teil der knappen Ressourcen für die Beseitigung der Toten verwenden, um den Ausbruch von Seuchen zu verhindern.
Dann waren die Motana aus den Gefangenenlagern der Kybb-Cranar um Baikhalis zum Raumhafen geströmt, die meisten von ihnen in nur marginal besserer Verfassung als die Exsklaven. Auch von diesen Motana waren viele gestorben.
Und dann, als Zephydas Ressourcen eigentlich schon komplett ausgeschöpft waren, hatte der eigentliche Zustrom eingesetzt. Die Motana verließen überall auf Baikhal Cain ihre Verstecke und zogen zum Raumhafen von Baikhalis, wo die Bionischen Kreuzer waren, ihre Befreier.
»Wie viele sind es?«, fragte Zephyda die Kreuzer-Kommandantin. Sie kannte ihren Namen nicht. Früher wäre es für Zephyda undenkbar gewesen, mit Motana zu tun zu haben, ohne ihre Namen zu kennen. Aber inzwischen war es eher die Regel als die Ausnahme geworden. Es waren einfach zu viele Gesichter, als dass eine gewöhnliche Sterbliche sie sich alle hätte merken können. Und außerdem, was machte es schon? Was zählte, war die Funktion der Frau und dass sie sie erfüllte.
»Wir wissen es nicht genau. Über 70.000«, antwortete die Frau. Sie hatte etwas Harsches, Männliches an sich, gepaart mit der unerschütterlichen Zuversicht, die nur jenen zu Eigen war, die noch nie gescheitert waren. »Täglich kommen ungefähr noch einmal 5000 dazu. Wir rechnen aber damit, dass diese Zahl weiter steigen wird. Aus dem Orbit machen unsere Kreuzer immer neue Gruppen aus, die nach Baikhalis aufgebrochen sind, manche haben sich auch aufgemacht, die Meere von anderen Kontinenten zu überqueren. Und wahrscheinlich ist das nur ein Bruchteil der tatsächlichen Zahl. Viele Motana trauen der neuen Freiheit noch nicht und schleichen sich eher heran, als dass sie marschieren.«
Zephydas Funkgerät summte. Sie überprüfte die Kennung des Anrufers – es war eine untergeordnete Motana – und ignorierte das Geräusch.
»Wie geht der Bau der Auffanglager voran?«
»Nach Plan. Die Kapazitäten schließen zum tatsächlichen Bedarf auf. Wenn wir die alten Kybb-Lager benützten, wären wir bereits ...«
»Nein, das kommt nicht in Frage.« Die Lager. Die Kybb-Cranar hatten dort versucht, diejenigen Motana, die ein besonderes Psi-Potenzial besaßen, aus ihren Gefangenen herauszufiltern. Viele Tausende hatten die brutale Auslese nicht überlebt, als »Ausschuss« war den Kybb-Cranar ihr Schicksal gleichgültig gewesen.
Die Lager waren nahezu intakt geblieben. Ein guter Teil der Flüchtlinge hätte auf der Stelle in ihnen unterkommen können, hätte dort, wenn auch auf primitivem Niveau, Unterkunft, Trinkwasser und sanitäre Anlagen vorgefunden.
Aber allein der Gedanke, die Motana nach ihrer Befreiung als Erstes zurück in die Todeslager zu schicken ... er war obszön.
Die Motana hatten bereits zuviel erlitten. Sie verdienten eine bessere Zukunft, und Zephyda schuftete 15 von 19 Stunden, aus denen ein Baikhal-Cain-Tag bestand, um sie ihnen zu schaffen.
Die beiden Frauen hielten jetzt auf die Mitte des Landefelds zu, auf den Platz, an dem die SCHWERT niedergegangen war. Rhodan erwartete Zephyda und die Übrigen in einer halben Stunde. Er wolle ihnen einen Entschluss verkünden, hatte der Terraner nur auf ihre Nachfrage geantwortet, als er sie am Morgen über Funk benachrichtigt hatte.
Die Flüchtlinge machten ihnen Platz, sahen ihnen schweigend aus großen, tief in den Höhlen liegenden Augen nach, als könnten sie ihren Sinnen nicht trauen. Zephyda und ihre Begleiterin schienen ihnen von einer anderen Welt zu kommen. Was sie auch...




