Borsch | Perry Rhodan 2535: Der Seelen-Kerker | E-Book | www.sack.de
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E-Book, Deutsch, Band 2535, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Borsch Perry Rhodan 2535: Der Seelen-Kerker

Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2534-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"

E-Book, Deutsch, Band 2535, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2534-7
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Intrigen in der Frequenz-Monarchie - Sinnafoch kämpft um Macht und Einfluss Auf der Erde und den zahlreichen Planeten in der Milchstraße, auf denen Menschen leben, schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit über hundert Jahren herrscht in der Galaxis weitestgehend Frieden: Die Sternenreiche arbeiten daran, eine gemeinsame Zukunft zu schaffen. Die Konflikte der Vergangenheit scheinen verschwunden zu sein. Vor allem die Liga Freier Terraner ( LFT ), in der Perry Rhodan das Amt des Terranischen Residenten trägt, hat sich auf Forschung und Wissenschaft konzentriert. Sogenannte Polyport-Höfe stellen eine neue, geheimnisvolle Transport-Technologie zur Verfügung. Gerade als man diese zu entschlüsseln beginnt, greift die Frequenz-Monarchie über die Polyport-Höfe nach der Milchstraße. Zum Glück kann der Angriff aufgehalten werden. Perry Rhodan folgt einem Hilferuf der Terraner in das in unbekannter Ferne liegende Stardust-System. Dort erhält er eine Botschaft der Superintelligenz ES, deren Existenz von den gegenwärtigen Ereignissen akut bedroht scheint. Über das Polyport-Netz begibt sich der Unsterbliche sodann ebenfalls nach Andromeda und gerät prompt in einen mörderischen Kampf zwischen Maahks. Auch ein anderer Protagonist ist auf dem Weg in die große Nachbargalaxis: Sinnafoch, ein Frequenzfolger und damit ein mächtiger Gegenspieler Rhodans. Ihm droht allerdings wegen seines bisherigen Versagens DER SEELEN-KERKER...

FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
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Autoren/Hrsg.


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Wir waren mächtig.

Das Polyport-Netz gehörte uns, aber das genügte nicht.

Wir hatten von den Anthurianern gelernt. Wir suchten aufstrebende Völker.

Sie rangen hart um ihre Existenz. Die Hyperdepression lastete auf ihnen. Doch es gelang ihnen zu bestehen. Sie tasteten sich in den Weltraum vor, wenn auch mühselig.

Dann kamen wir. Wir halfen diesen Völkern. Wir schenkten ihnen unsere Technologie, öffneten ihnen das wahre Tor zu den Sternen.

Dankbar nahmen sie unser Geschenk an.

Doch es war kein Geschenk ...

Aus der Kosmogonie der Vatrox

2.

Ph-i-l-i-p.

Philip.

Das ist mein Name. Die Stimme, die in mir wohnt, sagt es mir. Ich spüre, dass es stimmt.

Philip.

Ich mag, wie es klingt. Philip klingt nach Abenteuer. Ich muss meinen Namen nur denken und plötzlich werde ich ganz aufgeregt. Ich sehe in mir viele Bilder, von vielen Orten und vielen Wesen.

Ein Wesen sehe ich besonders oft. Es hat zwei Beine, Arme und keine Haare. Ein Mensch, sagt die Stimme. Und dann: Mach dir nichts draus. Das liegt hinter dir.

Der Mensch – er hat einen Namen. Mir ist, als müsste ich ihn wissen, als läge er mir auf der Zunge. Aber im letzten Moment entwischt er mir immer, wie ein flinker Glasfrosch in den Sümpfen. Der Mensch hat meinen Namen oft gesagt, und es hat mir gefallen. Ich glaube, der Mensch hat mir meinen Namen gegeben, vor langer Zeit, weit weg von hier. In mir kann ich noch den Klang seiner Stimme hören. Aber er wird leiser. Bald wird er weg sein.

Das macht mich traurig.

Aber nur kurz. Ich habe jetzt eine Stimme in mir. Sie ist immer bei mir. Und die Stimme in mir sagt oft einen anderen Namen: Sinnafoch. Ihn werde ich nie vergessen. Wenn ich ihn höre, möchte ich vor Freude in die Luft springen, so laut niesen, wie ich nur kann.

Am liebsten will ich immer bei Sinnafoch sein. Aber das geht nicht, sagt die Stimme. Hab Geduld, sagt sie. Du musst erst wieder zu Kräften kommen. Die Operation war schwierig. Die Ärzte haben noch nie einen Okrill gesehen. Es hat Komplikationen gegeben.

Was sind K-o-m-p-l-i-k-a-t-i-o-n-e-n?, frage ich. Ich kenne das Wort nicht. Ich kenne viele Wörter nicht. Ich weiß vieles nicht. Das weiß ich, seit die Stimme bei mir ist. Und obwohl ich weiß, dass ich vieles nicht weiß, weiß ich, dass ich mehr weiß als früher.

Die Operation ist nicht nach Plan verlaufen, sagt die Stimme. Ein Okrill wie du besitzt keinen Induktionsdamm. Die Ärzte haben das Unmögliche möglich gemacht. Und du brauchst dir keine Gedanken zu machen, dass du das Wort nicht kennst. Du lernst.

Ja.

Die Stimme in mir kann meine Gedanken lesen. Das ist gut so, sagt sie. Sie ist mein Freund, mein Lehrer. Sie will mir helfen. Und je mehr sie über mich weiß, desto besser kann sie mir helfen.

Beim Lernen.

Lernen.

Ich habe gleich verstanden, was das Wort bedeutet. Als hätte etwas in mir nur darauf gewartet, dass es jemand sagt.

Die Stimme hat es gesagt. Dafür bin ich ihr dankbar. Deshalb ist sie mein Freund. Lernen ist ... ich weiß kein Wort dafür. Es fühlt sich gut an. Ich fühle mich stärker mit jedem neuen Wort, das ich lerne.

Du lernst gut, sagt mein Freund, und es tut gut. Und damit du lernst, musst du denken.

Das tue ich, antworte ich.

Ja, und ich bin sehr beeindruckt von deinen Gedanken. Aber du musst auch lernen, richtig laut zu denken.

Was ist richtig laut denken?

So zu denken, dass nicht nur ich es verstehe.

Du meinst sprechen.

Stille.

Dann sagt die Stimme: Du bist außergewöhnlich klug, Philip.

Mir wird ganz warm, beinahe so warm, als würde die Stimme den Namen Sinnafochs sagen.

Sprechen ist die höchste Stufe des lauten Denkens, sagt die Stimme. Du wirst sie vielleicht eines Tages erklimmen, aber vorher müssen die Okrivar deinen Organismus genauer verstehen. Erst dann werden sie wieder eine Operation wagen und deine Stimmbänder anpassen.

O-k-r-i-v-a-r, denke ich. O-r-g-a-n-i-s-m-u-s, O-p-e-r-a-t-i-on. Beginnen alle schwierigen Wörter, die ich nicht kenne, mit O?

Die Stimme lacht, aber es ist ein gutes Lachen, kein Auslachen. Alle Indizien deuten darauf hin, nicht wahr? Aber der Schein trügt, die Häufung ist ein Zufall. Und dann sagt die Stimme: Du bist der interessanteste Freund, den ich seit langer Zeit hatte.

Du hattest andere Freunde vor mir? Es macht mich traurig. Freundschaft ist für immer. Ich weiß es. Nein, ich habe es gewusst. Ich denke an den Menschen ohne Haare. Sein Name fällt mir wieder nicht ein. Er muss mein Freund gewesen sein. Aber das ist jetzt egal, das war vorher. Freundschaft ist doch nicht für immer. Sie ist für den Moment. Und dieser ist Sinnafoch.

Den einen oder anderen, sagt die Stimme. Aber keinen wie dich.

Erzähl mir von ihnen!, bitte ich. Ich mag Geschichten.

Später. Erst bist du an der Reihe, Philip. Sieh zum Tisch.

Ich tue es. Ich tue alles, um was mein Gedankenfreund mich bittet. Ein Stück Metall liegt auf dem Tisch. Es war vorher nicht da.

Was ist das?, frage ich.

Hol es!, sagt die Stimme.

Ich lasse meine Zunge hervorschnellen, greife das Metall. Es ist warm, wie ich es gesehen habe.

Was ist das?, frage ich noch mal. Ich drehe das Metall mit der Zunge hin und her, betaste und beäuge es. Es ist biegsam, als wäre es kein Metall.

Ein Gedankenaufzeichner.

Was macht er?

Er zeichnet die Gedanken auf, die du laut denkst.

Ich weiß nicht, warum, aber mir ist dabei nicht wohl. Wozu soll das gut sein?

Du kannst dir deine eigenen Gedanken später noch einmal anhören, sagt die Stimme. Das kann sehr instruktiv sein, dir beim Lernen helfen.

Ich lerne gut, sagte ich, du hast es eben gesagt.

Du kannst noch besser lernen. Und außerdem kann der Gedankenaufzeichner deine Gedanken in Worte umwandeln, in Sprache. Eines Tages wenigstens.

Ich verstehe meine Gedanken auch so.

Du schon. Aber denk an andere, an Sinnafoch.

Sinnafoch! Mir wird ganz heiß. Ich drücke den Aufzeichner gegen mein Herz.

Ich merke, du verstehst, sagt die Stimme.

Sinnafoch, sage ich. Ich will bei ihm sein.

Das wirst du, bald.

Wie lange ist bald?

Sobald du wieder zu Kräften gekommen bist.

Wann ist das?

Du bist wie ein Kind, sagt die Stimme. Du fragst und fragst und fragst.

Ist das schlimm?

Es ist fordernd. Und erfrischend. Bei anderen Freunden ... lassen wir das. Schlaf, Philip, im Schlaf schöpfst du Kräfte.

Und wenn ich wieder wach bin?

Sehen wir weiter. Schlaf jetzt, Philip.

Ich schlafe.

*

Kann ich jetzt zu ihm?

Ich habe geschlafen. Ganz lange. Ich fühle mich stark.

Vielleicht, antwortet mein Gedankenfreund. Fragen wir den Arzt.

Wo ist der Arzt?

Beweg dich, dann kommt er.

Ich strecke mich, rolle über den Boden. Es tut gut. Neben mir stehen Betten. Menschen und andere Wesen brauchen sie, um zu schlafen. Ich weiß es von früher. Nur dass ich früher keinen Namen für die Dinge kannte. Aber nun habe ich einen Freund, der immer bei mir ist und mir hilft. Er weiß Namen für alle Dinge, auch für die, die man nicht sehen oder mit der Zunge betasten kann.

Die Tür geht auf. Ein Wesen kommt herein. Es hat dicke Kleider an und auf dem Kopf einen Helm, durch den man sehen kann. Ich kann kaum etwas erkennen, seine Wärme ist nur dämmrig. Es ist klein.

Meine Zunge wird feucht. Das tut sie immer, wenn Beute in der Nähe ist. Ich weiß, dass das Wesen keine Beute ist. Es hat Kleider an. Aber er ist so klein wie Beute.

Wer ist das?, frage ich.

Der Arzt, der dich operiert hat.

Er sieht seltsam aus.

Er ist ein Okrivar, sagt mein Freund.

Das ist also ein Okrivar. Wieder ein O-Wort, das ich besser verstehe.

Das habe ich nicht gemeint, sage ich. Wieso hat er so viele Kleider an? Es ist nicht kalt. Ich kann ihn kaum sehen.

Das ist ein Schutzanzug, erklärt mein Freund. Er bedeckt den ganzen Körper.

Wovor schützt er sich?

Vor der Luft an Bord. Okrivar atmen andere Luft als du. Ohne Schutzanzug würde er sofort sterben.

Ist das nicht unbequem? Ich mag keine Kleider. Ich brauche keine. Es muss schlimm sein, wenn man welche braucht. Was ist, wenn man sie verliert?

Eigentlich ja, aber er tut es mit Freuden.

Mit Freuden? Wieso?

Er tut es für Sinnafoch.

Das verstehe ich.

Ich sehe mir den Arzt an. Er ist ebenfalls ein Freund von Sinnafoch. Er hat die Operation gemacht. Er hat gemacht, dass ich einen Freund in meinem Kopf habe. Ich mag...



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