E-Book, Deutsch, Band 2552, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Borsch Perry Rhodan 2552: Totenspiel
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2551-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2552, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2551-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
Tot!
Es war der einzige Gedanke, zu dem Sinnafoch fähig war. Er wiederholte sich in einer endlosen Schleife, bar jeder Hoffnung, schnitt immer tiefer in das, was von dem Selbstverständnis des Vatrox geblieben war.
Seine Artgenossen: tot.
Über eine Milliarde Vatrox waren gestorben. Unsterbliche, die ein elendes Ende gefunden hatten, von eigener Hand. Perry Rhodan, die Terraner und ihre Verbündeten hatten eine Waffe gegen die Vatrox eingesetzt, gegen die jene wehrlos waren.
Hilflos hatte Sinnafoch verfolgen müssen, wie seine Artgenossen sich an ihren Körpern vergangen hatten und ihr Vamu, das aus den sterbenden Körpern flüchtete, von den Terranern eingefangen worden war. Nur mit letzter Kraft war es Sinnafoch gelungen, dem Drang, sich selbst zu entleiben, zu widerstehen und auf den Handelsstern FATICO zu flüchten.
Die Helfer der Frequenz-Monarchie: tot.
Sicherheitsschaltungen hatten angesprochen, als die Vatrox starben. Eines nach dem anderen hatten sich die Schlachtlichter der Frequenz-Monarchie selbst vernichtet. In der Glut ihrer Explosionen waren unzählige Darturka und Okrivar und Helfer anderer Völker vergangen. Mit ihrer glühenden Asche war die Macht der Frequenz-Monarchie verweht.
VATROX-CUUR: tot.
Das Psi-Wesen, seit Anbeginn der Geschichte Mentor und Hüter der Vatrox, war erloschen. VATROX-CUUR hatte nicht bestehen können, nachdem die Terraner das Vamu von so vielen Vatrox abgeschöpft hatten.
Er selbst, Frequenzfolger Sinnafoch: so gut wie tot.
Sinnafoch hatte es vermocht, seinen Körper zu retten, den Anker seines Vamu. Er hatte das Feld der verlorenen Schlacht hinter sich gelassen, war den Terranern entkommen. Doch es war nur ein Aufschub.
Sinnafoch war zum Tode verurteilt. Die Hibernationswelten waren vernichtet. Irgendwann würde dieser Körper sterben. Im Kampf, an einer Krankheit, bei einem Unfall oder einfach an seinem Alter. Dann würde Sinnafochs Vamu verwehen und kein neuer Körper würde darauf warten, dass es ihn beseelte.
Es war vorbei.
Er war tot.
»Sinnafoch!«
Die Stimme war laut und drängend. Sinnafoch kümmerte es nicht. Er war tot. Nicht einmal die Induktivzelle, die jeden seiner Gedanken las und kaum einen kommentarlos durchgehen ließ, rührte sich. Die Zelle schwieg, womöglich für immer. Es war ein Gedanke, der den Vatrox zugleich erschreckte und mit unbändiger Hoffnung erfüllte.
»Sinnafoch, zurückkomm!« Hände packten ihn an den Schultern, griffen so fest zu, dass es schmerzte.
Er öffnete die Augen, sah einen behelmten Kopf. Hinter dem Visier sah er graue Haut und einen schmalen, gespitzten Mund. Zwei Augen, schmalen Schlitzen gleich, sahen auf ihn herab.
»Weiter, Sinnafoch! Weiter wir müssen!«, sagte der Mund. »Terraner nicht Ruhe geben!«
Ein Okrivar. Er sprach merkwürdig. Es war Kruuper, der Gefährte, den Sinnafoch nicht gewollt hatte. Wenn Philip nicht gewesen wäre …
»Philip?«, flüsterte Sinnafoch. »Wo ist Philip?«
»Ruhig«, antwortete Kruuper, klopfte mit einer Hand auf den Boden, auf dem Sinnafoch lag. »Philip hier ist. Er dich trägt.«
Sinnafoch hörte ein Niesen, der »Boden« unter ihm bewegte sich. Dann schoss eine lange, warme Zunge von der Seite vor und leckte ihm über das Gesicht.
Die Geste des Okrills rührte etwas in Sinnafoch an, milderte seine Verzweiflung. Philip, das ehemalige Tier, dem er Intelligenz geschenkt hatte, stand zu ihm, ganz gleich, was geschah. Selbst wenn die Frequenz-Monarchie untergehen sollte.
Doch was nützte das? In diesen Minuten ging die Monarchie unter.
»Es ist sinnlos«, beschied Sinnafoch Kruuper. »Es ist vorbei.«
»Nicht vorbei ist«, widersprach der Okrivar. »Leben du. Leben Philip. Leben Kruuper. Wollen bleiben am Leben!«
»Ja …« Sinnafoch spürte, als er das Wort aussprach, dass es stimmte. Er wollte leben. Immer noch. Trotz der vielen Leben, die er gelebt hatte. Auch wenn seine Existenz eine Qual war. Eine Last, die mit jedem neuen Leben erdrückender wurde. Dennoch wollte Sinnafoch nicht, dass es jemals zu Ende ging. Doch wie …?
Kruuper hielt ihm ein Gerät hin. »Hier, benutz!«
Es war ein rechteckiges Gehäuse mit abgeflachten Kanten. Ein Controller der C-Klasse. Eine Steuerung, die ihrem Besitzer nahezu unbegrenzte Macht über das Polyport-Netz gewährte. Der Controller hatte ihnen die Flucht auf den Handelsstern ermöglicht. Er würde ihnen auch ermöglichen, FATICO wieder zu verlassen, weiter zu fliehen.
»Weg von Terranern!«, sagte Kruuper. »Finden uns werden hier, dann wir tot wirklich!«
Kruupers Sprache war wie üblich seltsam verschachtelt, aber Sinnafoch hatte zu schätzen gelernt, dass der Okrivar ein ungewöhnlich kluges Wesen war. Und eines ohne Illusionen. Er sah die Dinge, wie sie waren; nicht, wie er sie sich zurechtlegte. Kruupers Einschätzungen trafen zu: Die Terraner würden ihnen folgen, mit Sicherheit.
Aber wozu noch vor ihnen flüchten? Es gab keinen neuen Körper für ihn, Sinnafoch, er war so gut wie tot. VATROX-CUUR war nicht mehr, die Hibernationswelten waren vernichtet, ausnahmslos, und …
… und ein neuer Gedanke kam Sinnafoch: Die Hibernationswelten in Hathorjan waren vernichtet. Aber die Frequenz-Monarchie erstreckte sich über elf Galaxien. Andernorts mochte noch nicht alles verloren sein …
Sinnafoch nahm Kruuper den Controller aus der Hand, aktivierte ihn. Noch war nicht das ganze Polyport-Netz von den Terranern erobert. Teile waren nach wie vor frei, er musste sie nur finden. Eine Niederlage, ermahnt er sich, war erst dann eine Niederlage, wenn man sich damit abfand.
Der Vatrox überprüfte das Polyport-Netz und fand schließlich, was er suchte. In Anthuresta existierten noch Hibernationswelten. Dort gab es zwar keinen Klon seines Körpers, aber das war ein Hindernis, das überwindbar war. Man konnte neue Klone aus seinem gegenwärtigen Körper erschaffen. Oder er begnügte sich mit dem Klon eines Vatrox, dessen Vamu von den Terranern gefangen worden war. Etwas würde sich finden, und er würde weiterleben und …
»Du wieder Mut gefasst hast?«, sagte Kruuper. »Gut! Wohin jetzt?«
Sinnafoch sagte ihm den Weg.
*
Sinnafoch ritt auf Philip.
Er hatte wieder gewissen Lebensmut gefasst, aber noch schienen ihm seine Kräfte ebenso brüchig wie seine Entschlossenheit. Sinnafoch war sich nicht sicher, ob ihn die eigenen Beine tragen würden.
Außerdem hatte er Besseres zu tun. Sinnafoch konzentrierte sich auf den Controller, während der Okrill und der Okrivar ihre nächste Umgebung im Auge behielten.
Der Controller war ein mächtiges Werkzeug. Sinnafoch steuerte damit den Handelsstern FATICO – der verlassen war – und vermochte tief in das Polyport-Netz zu greifen.
Der Vatrox programmierte ihr Ziel: Es war der Handelsstern JERGALL in der Galaxis Anthuresta, nicht weit von der siebten Hibernationswelt.
Sinnafoch und seine Begleiter gelangten ohne Zwischenfall zu der Halle mit dem Transferkamin – ein Unterschied zu gewöhnlichen Polyport-Höfen.
Statt der üblichen vier Röhren öffnete sich in der Halle nur ein einziger Transferkamin. Die Konstrukteure des Handelssterns hatten ihre Gründe dafür gehabt, und für seine Zwecke genügte ein einziger Transferkamin.
Sinnafoch versetzte Philip einen Klaps, und der Okrill lief zu der Plattform am Eingang der Röhre, von der aus der Transfer beginnen würde. Kruuper mit seinen kurzen Beinen blieb hinter ihnen zurück und erreichte die Plattform erst später und heftig keuchend.
Der Vatrox hob den Controller, um den Transfer einzuleiten, als auf dem Display eine Meldung erschien. »Transferportale freigeschaltet«, las Sinnafoch.
Der Vatrox zögerte. Portale? Er hatte nur einen einzigen Transfer programmiert. Neugierig geworden, rief er weitere Informationen ab. Der Controller erzeugte ein Hologramm in Augenhöhe des Vatrox.
»Schlachtturm erfasst«, kam die Meldung. Dann eine zweite: »Feindschiff erfasst.« Ein Feindschiff? Wieso hier?
Der Controller schien davon auszugehen, dass er auch das unbekannte Schiff transferieren wollte. Deshalb die Portale und nicht nur eines.
Sinnafoch rief die Daten auf. Ein Raumschiff erschien. Es gehörte den Terranern. Nein, dem Terraner. Perry Rhodan. Zwei seiner drei Module – eine Kugel und ein daraus hervorragender Zylinder – waren tatsächlich von Traktorstrahlen erfasst worden.
Die Unterlichttriebwerke des Terranerschiffs waren kleine, glühende Sonnen, die mit voller Kraft versuchten, den Raumer aus dem Griff der Traktorstrahler zu befreien. Vergeblich. Die Macht der Traktorstrahlen war den Triebwerken des Schiffs weit überlegen.
Das Terranerschiff war verloren. Spontan bestätigte Sinnafoch den unausgesprochenen Vorschlag des Controllers.
Ein Schlund hatte sich bereits in der Sonnentarnung des Handelssterns geöffnet. Er schimmerte blau und hatte einen vielfachen Durchmesser des Terranerschiffs.
Nun verschluckte der Schlund den Terraner.
Grimmige Zufriedenheit erfasste Sinnafoch. Sie war nicht gerechtfertigt. Abertausende Schlachtlichter waren an diesem Tag vernichtet worden, Milliarden unsterbliche Artgenossen gestorben, VATROX-CUUR erloschen. Und ihm war es gelungen, ein einziges Terranerschiff in eine Falle zu locken. Es war eine Randnotiz, selbst wenn sich Perry Rhodan an Bord aufhalten sollte, ohne Bedeutung für den Ausgang des Ringens zwischen Vatrox und Terranern.
Doch für den Frequenzfolger war es ein Symbol. Sinnafoch war nicht mehr länger nur ein gehetztes Wild, er reagierte nicht mehr nur auf den Feind. Er...




