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Ihr Team von Sack Fachmedien
E-Book, Deutsch, Band 2566, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
Borsch Perry Rhodan 2566: Oase der Wissenden
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2565-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
E-Book, Deutsch, Band 2566, 64 Seiten
Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage
ISBN: 978-3-8453-2565-1
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1.
»Transferkamin ist bereit, Sinnafoch!«
Kruuper erwartete den Vatrox in der großen Halle der Station. Der Okrivar stand neben der Konsole, welche die Röhre aus Licht steuerte, die in gerader Linie in die Unendlichkeit führte. Der Transferkamin schimmerte blau, verlor sich mehrere hundert Meter weiter in einem Dunst, der dem Hitzeflimmern eines Sommertags ähnelte.
Der Schutzanzug des Okrivar war schmutzig und rußig und ließ Kruuper wuchtiger und kurzgliedriger wirken, als er tatsächlich war.
»Hier, Controller!«
Kruuper hielt Sinnafoch das Steuergerät entgegen, ohne dessen Hilfe die Aktivierung des Transferkamins unmöglich war. Die Hand mit den sechs Fingern zitterte.
»Du hast keinen Wasserstoff gefunden?«, fragte der Vatrox.
»Nein. Station ist auf Sauerstoff-Stickstoff-Atmer ausgelegt.«
Mit anderen Worten, dachte Sinnafoch, sie ist kein Ort für dich!
Okrivar atmeten Wasserstoff ein und Ammoniak und Spuren von Methan aus. Die Atmosphäre, die auf den Welten und in den Raumschiffen und Stationen der Frequenz-Monarchie herrschte, war für sie pures Gift. Auf den Schlachtlichtern gab es eigens für die Okrivar eingerichtete Zonen, in denen sie eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Atmosphäre vorfanden.
In den übrigen Schiffsteilen gab es Zapfstellen, an denen Okrivar die Atemtanks ihrer Schutzanzüge auffüllen konnten.
Diese Station bot weder das eine noch das andere. Sie war zu klein oder vielleicht auch zu alt. Die Station mochte in eine Zeit zurückdatieren, in der die Okrivar noch keine Diener der Frequenz-Monarchie gewesen waren. Seitdem war sie verborgen gewesen, aus dem Polyport-Netz gefallen.
»Wie lange reicht der Vorrat deines Anzugs?«, fragte Sinnafoch.
»Nicht ganz eine Stunde ungefähr.«
Es war knapp, ein stichhaltiger Grund zu Nervosität, aber kein Anlass zu Panik. Noch nicht.
»Der Transfer wird nur dreizehn Minuten in Anspruch nehmen, in einer Stunde sind wir längst in Sicherheit«, beruhigte Sinnafoch den Okrivar. Er nahm den Controller an sich.
Es war ein unscheinbares helles Gehäuse mit abgerundeten Kanten, das gut in der Hand lag. Nichts deutete darauf hin, was die darin verborgene Technologie vermochte: Der Controller der Klasse C ermöglichte seinem Besitzer nahezu unbeschränkte Herrschaft über das Polyport-Netz. Etliche Galaxien standen demjenigen offen, der den Controller besaß und ihn zu bedienen vermochte.
Sinnafoch überprüfte die Schaltungen, die der Okrivar in Vorbereitung des Transfers vorgenommen hatte. Er hatte den Controller für Kruuper freigegeben. Wie der Vatrox es erwartet hatte, waren die Schaltungen des Okrivar präzise. Der Transferkamin war bereits justiert. Zielstation: der Handelsstern JERGALL.
Es war jener Ort, den sie hatten erreichen wollen, als ein unbekannter Defekt sie vor rund einem halben Dutzend Tagen in das Land D'Tarka verschlagen hatte, in dessen Boden diese Station gegraben war.
Es war ein merkwürdiges Land, bevölkert von merkwürdigen Wesen.
Sinnafoch hatte dort nur kurze Zeit bei Bewusstsein verbracht. Unmittelbar nach der Ankunft war er in ein Koma gefallen, aus dem er erst vor wenigen Stunden erwacht war. Während des Komas war sein Geist tief in die Vergangenheit zurückgekehrt. Sinnafoch, der auf Dutzende Leben zurückblickte, hatte seine erste Wiedergeburt, sein zweites Leben, von Neuem erlebt.
Über die Ursache konnte der Vatrox nur Vermutungen anstellen. Die gewaltige Explosion von Psi-Materie, welche die Terraner in Hathorjan ausgelöst hatten, mochte der Auslöser gewesen sein. Oder die Fehlfunktion des Polyport-Netzes hatte sein Koma verursacht. Oder das Trauma der Niederlage gegen die Terraner in Hathorjan. Oder eine Kombination der unterschiedlichen Faktoren.
Was immer der Fall sein mochte, Sinnafoch hatte sich an ein Leben voller Leid erinnert. Es hatte viele gute Gründe gegeben, es zu vergessen. Das Vergessen hatte ihm viel Schmerz erspart. Aber zu einem hohen Preis. Mit dem Schmerz hatte er auch die Lehren seines zweiten Lebens vergessen.
Deliachlan … er war ein D'Tar gewesen. Ein Soldat unter Abermilliarden, ein Werkzeug, dessen Existenz in den grandiosen, viele Galaxien umspannenden Plänen der Frequenz-Monarchie, wenn überhaupt, allenfalls einen vernachlässigbaren Wert besaß. Aber Deliachlan war Sinnafoch wie ein Bruder gewesen. Ein Gefährte, der ihm bis in den Tod und darüber hinaus treu geblieben war. Und wie Sinnafoch ihn in den Dutzenden von Leben, die auf sein zweites gefolgt waren, nicht mehr gefunden hatte …
Sinnafochs Blick fiel auf den Okrivar, der ihm gegenüberstand und der sein Zittern vergeblich zu verbergen suchte. Kruuper war ein plumpes Wesen, das einem Vatrox kaum zur Brust ging. Ein Untergebener, der den Satzbau des Handelsidioms selbst nach Jahren im Dienst der Frequenz-Monarchie nur unvollkommen beherrschte – und sich zugleich als messerscharfer Denker erwiesen hatte, als phantasievoller Tüftler, dem keine Reparatur unmöglich war, keine Aufgabe zu komplex.
Der Vatrox spürte eine Berührung an den Fingern, feucht und warm. Es war die Zunge Philips, der lautlos an Sinnafoch herangeschlichen war. Der Vatrox ballte die Hand zur Faust und schlug mit aller Kraft auf Philips Schnauze. Es war ein Streicheln.
Philip war ein Okrill und stammte von der Extremwelt Oxtorne in der Milchstraße. Einst war er das Haustier eines terranischen Agenten gewesen, ein gezähmtes Raubtier. Aus einer Laune heraus hatte Sinnafoch dem Oxtorner sein Tier genommen – und als man ihm kurz darauf eine neue Kriegsordonnanz verweigerte, hatte der Vatrox aus einer zweiten Laune heraus Philip eine Induktivzelle einpflanzen lassen, wie er sie selbst trug.
Was als zynischer Scherz, als subtile Geste der Auflehnung begonnen hatte, hatte unerwartete Ergebnisse gezeitigt: Im Zusammenspiel mit der Induktivzelle war in Philip Intelligenz erwacht. Der Okrill war wie ein Kind, unschuldig und von einer unstillbaren Neugierde beseelt.
Der Okrivar und der Okrill waren zu Gefährten Sinnafochs geworden, die sich beinahe mit Deliachlan messen konnten. Nur den beiden hatte der Vatrox es zu verdanken, dass er sich jetzt anschickte, das Land D'Tarka lebend zu verlassen. Kruuper und Philip schuldete er dieses Leben – das womöglich sein letztes war. Die Hibernationswelten Hathorjans waren verloren, und mit ihnen waren die Genproben Sinnafochs vernichtet worden, aus denen nach seinem Tod neue Körper hätten geklont werden können.
»Kruuper hat alle Systeme überprüft«, sagte der Okrivar. Er benutzte niemals »ich«, sprach von sich immer in der dritten Person. Als plage ihn die Furcht, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, so sehr, dass er es vorzog, sich selbst zu verleugnen. »Funktionstüchtig, ohne Ausnahme. Sinnafoch, Philip und Kruuper brechen auf?«
»Gleich«, vertröstete ihn Sinnafoch.
Der Vatrox war noch nicht bereit. Er musste Abschied nehmen von dieser Welt. Er blickte entlang der waagerechten energetischen Röhre. Der Transferkamin. Er schimmerte blau und führte in einer perfekten Geraden in die Territorien der Frequenz-Monarchie, zurück in das wirkliche Leben …
… eine zweite Linie kam Sinnafoch in den Sinn. Die Kante, mit der das Land D'Tarka endete. Vor wenigen Minuten hatte er mit F'har, dem genialen Erfinder der D'Tar, dort gesessen und die Beine in die Unendlichkeit baumeln lassen. Die Kante war wie mit einem riesigen Messer geschnitten und schien gerade. Doch das war eine Täuschung. Die Kante war gekrümmt.
Das Land D'Tarka war kein gewöhnlicher Planet, sondern eine künstliche Struktur. Man hatte sie erschaffen, indem man einen Planeten in seiner Mitte durchtrennt – oder ihn in Scheiben geschnitten hatte.
Sinnafoch hielt letztere Möglichkeit für wahrscheinlicher. Einen Planeten in Scheiben zu schneiden schien ihm das effizientere Verfahren. Aus einer Welt ließen sich damit gleich mehrere erzeugen.
Eine dritte Möglichkeit war der komplett künstliche Aufbau, beispielsweise durch eingesammelte und verdichtete interstellare Materie, Staub aus Sternentstehungsgebieten oder dergleichen.
Doch egal, welche der Möglichkeiten zutraf, es bedeutete, dass die Erschaffer des Landes D'Tar über eine Technologie verfügt haben mussten, die jener der Frequenz-Monarchie ebenbürtig war, wenn nicht sogar überlegen. Allein durch den glühenden Kern eines Planeten zu schneiden und ihn kontrolliert abkühlen zu lassen, ohne dass die Scheibe ihre Form verlor, stellte zahllose technische Anforderungen. Ähnliches galt für das Einsammeln und die Weiterverarbeitung von Sternenstaub.
Das Land D'Tar war eine künstliche Struktur.
Eine Welt, die sich der herkömmlichen Vorstellung entzog.
Und eine verborgene Welt, die zugleich an das Polyport-Netz angebunden war!
Wer mochte sie erschaffen haben? Die Anthurianer?
Und welcher Zufall hatte die Bewohner in das Land D'Tarka geführt? Er musste lange zurückliegen. Die D'Tar besaßen keine Aufzeichnungen über ihre Herkunft. Eigentlich war ihr Volk längst ausgestorben, verdrängt von den Darturka, den Soldaten der Frequenz-Monarchie, die man auf der Basis ihrer Gene gezüchtet hatte.
Sinnafoch rief über den Controller ein Holo auf. Es erinnerte den Vatrox an einen Kugelsternhaufen, unzählige Lichtpunkte, die sich aneinanderdrängten, umschwärmt von Punkten. Jedes der Lichter stand für einen Transferkamin, einen Knotenpunkt im Polyport-Netz. Einen Ort, den sie innerhalb von Minuten, allenfalls Stunden von ihrem Standort aus erreichen konnten. Es waren exakt 20.000.
Die große Mehrzahl der Punkte drängte sich in unmittelbarer Nähe des Landes D'Tarka. Handelte es sich dabei um weitere...




