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Borsch | Perry Rhodan 2584: Der Okrivar und das Schicksal | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 2584, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

Borsch Perry Rhodan 2584: Der Okrivar und das Schicksal

Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"
1. Auflage 2011
ISBN: 978-3-8453-2583-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Perry Rhodan-Zyklus "Stardust"

E-Book, Deutsch, Band 2584, 64 Seiten

Reihe: Perry Rhodan-Erstauflage

ISBN: 978-3-8453-2583-5
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Zwei Vatrox im tödlichen Duell - jedes Mittel ist ihnen dabei recht In der Milchstraße schreibt man das Jahr 1463 Neuer Galaktischer Zeitrechnung - das entspricht dem Jahr 5050 christlicher Zeitrechnung. Seit einiger Zeit tobt der Kampf um die Polyport-Höfe, der mehrere Galaxien umspannt. Die sogenannten Polyport-Höfe sind Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit, mit denen sich gigantische Entfernungen überbrücken lassen. Als die Frequenz-Monarchie aus einem jahrtausendelangen Ruheschlaf erwacht, beanspruchen ihre Herren, die Vatrox, sofort die Herrschaft über das Transportsystem und mehrere Galaxien. Die Terraner und ihre Verbündeten wehren sich erbittert - und sie entdecken die Achillesferse der Vatrox. Rasch gelingen ihnen entscheidende Schläge in der Milchstraße sowie in Andromeda. Allerdings sind damit nicht alle Gefahren beseitigt. Mit den Vatrox hängen zwei rivalisierende Geisteswesen zusammen, die weitaus bedrohlicher für die Menschheit sind. Gleichzeitig droht eine weit schlimmere Gefahr: der Tod von ES, jener Superintelligenz, mit der Perry Rhodan und die Menschheit auf vielfältige Weise verbunden sind. Rhodan muss anscheinend das PARALOX-ARSENAL finden, um ES helfen zu können - aber dazu gibt es bisher keine verwertbare Spur. Gleichzeitig ist der Vatrox Sinnafoch gegen die Menschheit aktiv. Und so begegnen einander DER OKRIVAR UND DAS SCHICKSAL...

FRANK BORSCH Seit über einem Dutzend Jahren gehört Frank Borsch zu dem Kreativ-Team, das die größte Science-Fiction-Serie der Welt publiziert: Sowohl als Redakteur wie auch als Autor war und ist er für PERRY RHODAN tätig. Bereits 1998 gab der Autor sein Debüt in der PERRY RHODAN-Schwesterserie ATLAN, von Februar 2001 bis November 2007 verstärkte er als Redakteur das PERRY RHODAN-Team in Rastatt. Seit März 2004 gehört er dem festen Autorenstamm von PERRY RHODAN an. Der Serie ist Frank Borsch bereits seit seiner Kindheit verbunden: Im Alter von zehn Jahren entdeckte er PERRY RHODAN bei einer Bekannten seiner Mutter. 1977 stieg er als regelmäßiger Leser in die vierte Romanauflage ein und ließ sich für die nächsten zehn Jahre von den Weiten des Kosmos verzaubern. Dabei begeisterte er sich im besonderen für die Romane des PERRY RHODAN-Autors William Voltz, vor allem wegen seiner vielschichtigen Charaktere. Es dauerte nicht lange, bis die Begeisterung des Teenagers auf andere Science Fiction übergriff. Auch heute noch schätzt er Autoren wie Alfred Bester, Philip K. Dick und Ursula LeGuin. Den 1966 in Pforzheim geborenen Frank Borsch verschlug es nach seinem Zivildienst für zehn Monate in den Nahen Osten und nach Asien. Er studierte bis 1996 Englisch und Geschichte in Freiburg, wo er heute auch lebt. In dieser Zeit arbeitete er in verschiedenen Bereichen: als Wäschereifahrer, Paketpacker am Fließband und Pflegehelfer. Zudem wirkte er an der Erstellung eines Umwelthandbuchs für Osteuropa mit und war Webmaster an der Universität. Der Höhepunkt seines Studiums war sicherlich sein Aufenthalt in Belfast, wo er von 1991 bis 1992 irische Kinder in Deutsch unterrichtete. 'Das größte Abenteuer waren nicht irgendwelche Terroristen oder Bomben, sondern die irischen WG-Genossen', fasst er diese Zeit zusammen. Im Dezember 1996 nahm er an einem der von PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick geleiteten Science-Fiction-Seminare der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel teil - mit unerwarteten Folgen. Wolfgang Jeschke, Fricks Co-Dozent und Cheflektor des Heyne-Verlags im Bereich Science Fiction, engagierte Borsch vom Fleck weg als Übersetzer. Für Borsch war es der Startschuss ins Abenteuer Selbständigkeit. Für Heyne übersetzte er ein knappes Dutzend Romane, für Marvel Deutschland zahlreiche Comics. Die verbleibende Zeit nutzte er für das Schreiben von Romanen und Kurzgeschichten sowie jahrelang als Journalist mit Spezialgebiet Internet. Sein Interesse an der Science Fiction ist in dieser Zeit nie erlahmt - im Gegenteil: 'Wir leben ja schon längst in einer Science-Fiction-Welt. Es merkt nur kaum einer.' In den Jahren 2006 bis 2008 erschien im Heyne-Verlag seine Trilogie 'Alien Earth' - ein Porträt unserer Welt in fünfzig Jahren. 'Alien Earth' wurde für den renommierten Kurd-Lasswitz-Preis nominiert, das Theaterhaus Jena inszenierte den ersten Teil der Trilogie als Theaterstück. Nachdem er den Jubiläumsband 2500 verfasst hat, widmet Frank Borsch sich wieder verstärkt der PERRY RHODAN-Serie. Daneben bleibt sogar noch Zeit für andere Projekte wie das Schreibcamp, eine Autorenwerkstatt, die er zusammen mit seinem Kollegen Michael Marcus Thurner gegründet hat.
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Autoren/Hrsg.


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1.


Kruuper

Durant behagte Kruuper nicht. Vom ersten Augenblick an.

Der Okrivar erwartete sie, als sie in der Forschungsstation aus dem Transferkamin traten.

»Willkommen in TZA'HANATH, Statthalter Sinnafoch!«, rief er, und seine Stimme hallte über das weitläufige Transferdeck. Aufrichtige Freude schwang darin mit. Freude – und der monotone Singsang, mit dem Okrivar das Handelsidiom sprachen. Ein Singsang, der Kruuper von der Heimat künden sollte, von Geborgenheit, von der unvergleichlichen Glückseligkeit, endlich wieder einen Artgenossen zu treffen.

Eigentlich.

»Dein Besuch, Sinnafoch«, fuhr Durant fort, »ist uns eine Ehre, die ich nicht in Worte zu fassen vermag. Mir bleibt nur eine Geste!«

Der Okrivar sank in die Knie und versuchte den Kopf zu senken. Letzteres vergeblich. Okrivar hatten keinen Hals und konnten daher das Haupt nicht neigen. Dennoch war die Geste unverkennbar: Darturka, Soldaten, erwiesen in dieser Weise ihrem Feldherrn die Ehre.

Die Geste war grotesk. Lachhaft. Kruuper ließ sie frösteln.

Durant trug wie Kruuper einen Schutzanzug, der ihn vor der giftigen Sauerstoff-Luft der Vatrox schützte, doch in anderer Ausführung. Kein Kampfanzug – Durant trug keinen Strahler am Gürtel, aber der Schnitt erinnerte an eine Uniform. Kruuper hatte noch nie einen Anzug wie den Durants gesehen.

Okrivar waren keine Kämpfer. Sie trugen schlichte Anzüge, wie er selbst, ganz Funktion. Und ihre Funktion war, den Vatrox zu dienen. Unauffällig, ja unsichtbar.

Sich herauszustellen war für einen Okrivar unerhört. Es gehörte sich nicht.

Sinnafoch mussten ähnliche Gedanken wie Kruuper beschäftigen. Der Vatrox musterte das Wesen, das vor ihm kniete, aus orangefarben leuchtenden Augen, dann befahl er scharf: »Steh auf! Sofort!«

»Aber n… natürlich, Statthalter!« Durant stand auf. Er schwankte gewaltig, als hätte der Vatrox ihn mit einem Schlag aus dem Gleichgewicht gebracht.

»Du bist Durant, Chefwissenschaftler dieses Segments von TZA'HANATH?«

»Ja, Statthalter!«

»Du hast meine Befehle erhalten?«

»Ja!«

»Hast du sie ausgeführt?«

»Natürlich!«

»Worauf warten wir dann noch?«

Mit jeder Frage Sinnafochs schien der Chefwissenschaftler kleiner und kleinlauter zu werden, verwandelte sich in einen Diener nach dem Geschmack der Vatrox: eilfertig und unterwürfig.

Kruuper behagte dieser Durant sogar weniger als der anmaßende, der sie begrüßt hatte.

»Auf nichts, Statthalter, gar nichts«, versicherte Durant und versuchte sich an einer weiteren Verbeugung. »Wenn du und deine Begleiter mir folgen wollen …«

Durant drehte sich um und ging los – aber dabei blinzelte er mit einem seiner drei Augen in Kruupers Richtung. Es war etwas, das Sinnafoch und den Übrigen verborgen bleiben würde, aber für Kruuper unmissverständlich war: eine vertrauliche Begrüßung unter Okrivar, die mehr sagte als Worte oder eine Verbeugung.

Sie hätte Kruuper in einen Taumel der Freude versetzen sollen. Nach langer Zeit endlich wieder einer aus seinem Volk, ein natürlicher Gefährte. Doch der Taumel blieb aus. Stattdessen stieg Sorge in Kruuper auf, ein furchtbarer Verdacht. Hatte das Schicksal ihm Durant geschickt? Stellte jener, der ein Gefährte sein sollte, womöglich eine neue, furchtbare Prüfung für ihn dar?

Durant ging neben Sinnafoch her und redete auf den Vatrox ein. »Ich bin sicher, du wirst zufrieden sein!«, sagte er und wedelte dabei mit den kurzen Armen. Es war keine Okrivar-Geste, Durant hatte sie den Vatrox abgeschaut. »Dein Befehl war uns ein Ansporn. Die besten Köpfe der Frequenz-Monarchie arbeiten an der Aufgabe, die du uns gestellt hast. Unsere Arbeiten haben außerordentliche Fortschritte gemacht.«

»Das hoffe ich«, reagierte Sinnafoch knapp.

Kruuper kannte den Vatrox inzwischen gut genug, um zu wissen, dass er Durant nicht mochte. In seinen vielen Leben hatten zu viele willfährige Diener versucht, seine Gunst zu erringen, als dass Durant auch nur im Entferntesten Aussichten auf Erfolg gehabt hätte.

Sie ließen das Transferdeck hinter sich. Kruuper musste sich zwingen, nicht einfach stehen zu bleiben oder sogar zurückzurennen. Er wollte nicht an diesem Ort sein. Aber es war aussichtslos. Die Transferkamine, die während des Transports rot leuchteten, hatten wieder das Blau angenommen, das Bereitschaft signalisierte. Und in wenigen Augenblicken würde das Blau verschwinden, wenn die Kamine sich ausschalteten. Die Flucht über das Polyport-Netz war ihm versperrt.

Selbst wenn es Kruuper gelungen wäre, einen Transfer zu erschleichen, es hätte ihm nichts genutzt. Die Frequenz-Monarchie beherrschte das Polyport-Netz. Ein Ort innerhalb der Monarchie war so schlecht wie der andere. Sinnafoch würde ihn rasch finden. Das Schicksal würde dafür sorgen.

Der Korridor, der am Rand des Transferdecks verlief, erinnerte Kruuper an eine geschäftige Straße in einer Großstadt. Vatrox, Okrivar, Darturka und die Angehörigen Dutzender weiterer Völker eilten, getragen von energetischen Gleitbändern, ihren Zielen entgegen. Jeder einzelne Handelsstern, aus denen TZA'HANATH bestand, war riesig, in gewisser Weise ein Querschnitt durch die Frequenz-Monarchie.

Durant führte sie auf ein gelb leuchtendes Gleitband. Kruuper sah zu, dass er es als Letzter betrat.

Er wollte von den unterwürfigen Bezeugungen des anderen Okrivar nicht mehr mitbekommen als unbedingt notwendig. Ganz konnte er sich ihnen nicht entziehen.

Durant redete viel und laut, und die Tatsache, dass Sinnafoch nur einsilbig oder gar nicht auf seine Andeutungen und Ankündigungen einging, stachelte den Chefwissenschaftler nur dazu an, noch mehr zu reden.

Einen Moment lang, während das Transferdeck rasch hinter ihnen zurückblieb, tat Kruuper der Artgenosse leid. Es war ein großer Moment für Durant. Sinnafoch war der Statthalter VATROX-DAAGS in Anthuresta. Es war eine einmalige Gelegenheit für den Chefwissenschaftler, sich vor dem Vatrox zu beweisen, seine große Chance. Zumindest musste Durant das glauben. Er konnte nicht ahnen, dass Sinnafoch längst ein Getriebener war.

Der Vatrox hatte sich zu den höchsten Höhen aufgeschwungen, die für seinesgleichen möglich waren, aber es war im Moment der größten Not in der Geschichte der Frequenz-Monarchie geschehen – wahrscheinlich sogar im Moment des Untergangs, wenn es Sinnafoch nicht bald gelänge, die Terraner und ihre Verbündeten zurückzuschlagen. Und selbst wenn es der Vatrox schaffte, die Terraner zu bezwingen, blieb noch VATROX-VAMU …

Durant konnte nicht ahnen, dass er seine Unterwürfigkeit auf den Falschen zielte. In seinem Eifer war der Chefwissenschaftler ganz auf Sinnafoch konzentriert und übersah jedoch, dass der Vatrox selbst lediglich ein Diener war.

Dabei war der Herr des Statthalters zum Greifen nahe. VATROX-DAAG persönlich begleitete Sinnafoch. Doch die Entität verbarg sich. Sie hatte den Okrill Philip übernommen, der auf seinen acht Beinen wie ein treues Tier zu Füßen des Vatrox kauerte, während das Gleitband sie durch diesen Handelsstern von TZA'HANATH trug.

Die Tarnung war perfekt. Der Okrill war einst tatsächlich ein Tier gewesen. Sinnafoch hatte ihn in einer seiner grausamen Launen seinem ursprünglichen Herrn, einem Menschen, gestohlen, nur um Philip kurz darauf, aus einer weiteren Laune heraus, eine Induktivzelle in das Gehirn einpflanzen zu lassen.

Intelligenz war in Philip erwacht, und der Okrill war Kruuper rasch zum Gefährten geworden. Dem einzigen, den er je gehabt hatte.

Diese Zeit war Vergangenheit. VATROX-DAAG hatte sich des Okrills bemächtigt. Ob Philip noch existierte? Kruuper vermochte es nicht zu beurteilen. VATROX-DAAG ließ keine Regungen erkennen. Philip mochte längst ausgelöscht sein, erdrückt von der übermächtigen Entität.

Oder vielleicht klammerte sich Philip in irgendeinem Winkel seines Gehirns an sein Selbst. Es war möglich. Philip war zäh. Nur: Kruuper wusste nicht, ob er es ihm wünschen sollte. Der Tod konnte eine Gnade sein.

Kruupers Blick wanderte weiter. Hinter VATROX-DAAG stand Vastrear. Er war ein Vatrox wie Sinnafoch und vom selben Schlag wie der Statthalter: verschlagen, überaus intelligent, unerschütterlich von sich selbst eingenommen und unberechenbar. Vastrear war jederzeit zu Taten von selbstloser Barmherzigkeit fähig, aber ebenso zu unbarmherzigen Grausamkeiten.

VATROX-DAAG hatte Vastrear Sinnafoch untergeordnet. Zu welchem Zweck, wollte sich Kruuper nicht erschließen. Die beiden Vatrox ähnelten einander zu sehr, als dass sie miteinander hätten auskommen können. Vastrear und Sinnafoch aneinanderzuketten, hieß, einen Mord heraufzubeschwören.

Hinter Vastrear folgte Bhustrin, die Kriegsordonnanz des Vatrox. Bhustrin war ein kleines Wesen, flink wie ein Schemen und schweigsam.

Trotz seiner durchsichtigen Haut, die Einblick in sein körperliches Inneres gewährte, blieb Kruuper verschlossen, was in Bhustrins Gedankenwelt vorging. Der Okrivar sah zu, dass er auf Abstand zu der Kriegsordonnanz blieb. Er spürte die Wut, die in Bhustrin glühte. Sie war heißer als die eines Darturka vor dem Gefecht. Und gefährlich. Eine falsche Geste, ein falsches Wort würde genügen, um sie ausbrechen zu lassen.

Unmittelbar auf die Kriegsordonnanz, stets in einer trotzigen, herausfordernden Pose, folgte der Grund für die Wut Bhustrins: Satwa.

Satwa hatte Bhustrin von seinem Platz verdrängt. Das allein hätte für die Kriegsordonnanz genügt, um sie zu hassen. Aber da war noch mehr: Satwa war ein Mensch. Nicht vom selben Zweig wie Perry Rhodan und die Terraner, aber vom selben Stamm. Als sogenannte...



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