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E-Book, Deutsch, Band 363, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
Bottlinger Perry Rhodan Neo 363: Die Genetische Legion
1. Auflage 2025
ISBN: 978-3-8453-5563-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Staffel: Pulsar
E-Book, Deutsch, Band 363, 160 Seiten
Reihe: Perry Rhodan Neo
ISBN: 978-3-8453-5563-4
Verlag: Perry Rhodan digital
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Im 25. Jahrhundert: Zusammen mit den Angehörigen der anderen Sternenreiche möchten die Menschen friedlich die Galaxis erkunden und fremde Welten besiedeln. Doch dann werden Perry Rhodan und seine Gefährten durch einen Notruf aufgeschreckt. Das Signal führt sie zum Pulsar Vela und dort zu einem Raum-Zeit-Riss, der sich als Zugang in einen anderen Kosmos erweist. Hier finden Perry Rhodan und Thora ihre verschollene Tochter Nathalie. Sie berichtet, dass ein mysteriöses Konzil der Sieben einen Angriff auf die Milchstraße plant. Um nach Hause zurückzukehren und die Erde vor dieser Invasion zu warnen, müssen die Freunde in eine Rüstungsfabrik der Gegner vordringen. Sie entdecken ein Geheimnis des geplanten Krieges gegen die Menschheit - die Genetische Legion ...
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1.
Als kleiner Junge war Perry Rhodan bei einem Schulausflug einmal im Submarine Force Museum unweit seiner US-amerikanischen Geburtsstadt Manchester gewesen. Mit der gesamten Klasse hatten sie dort eine Führung durch eins der U-Boote unternommen, und die Gruppe hatte in den schmalen, niedrigen Räumlichkeiten des Gefährts kaum Platz gefunden.
Die Gänge in einem SVE-Raumschiff der Laren waren nicht ganz so eng, trotzdem erinnerte das Innere der TAREK VOOR den Terraner stark an ein irdisches U-Boot. Nirgendwo war genug Platz. Schon gar nicht, wenn man es eilig hatte.
Rhodan hastete durch Korridore, die in gelbes Signallicht getaucht waren. In Verbindung mit dem Akustikalarm, der durch das gesamte Raumfahrzeug hallte, war klar, dass diese Farbe nichts Gutes bedeuten konnte. Das Blut der Laren war gelb, wahrscheinlich verwendeten sie deshalb nicht Rot, um einen Notfall zu signalisieren.
In der Zentrale hatten sich schon fast zu viele Leute versammelt. Es brauchte nur fünf Besatzungsmitglieder, um einen SVE-Raumer zu steuern. Drei davon saßen an ihren Stationen. Gucky fläzte sich auf einem der leeren Sessel und schaute sich aufmerksam alles an. Roctin-Par stand vor einem Hologramm in der Mitte und beriet sich gerade mit Thora Rhodan da Zoltral.
Rhodan schob sich hinter dem Sitz des Navigators hindurch und gesellte sich zu dem Kommandanten der TAREK VOOR und der Arkonidin. »Gibt es ein Problem?«
Der Anführer des Widerstands unter den Laren wandte sich ihm zu. »Wir wurden entdeckt. Ein anderer SVE-Raumer fliegt in eindeutiger Abfangabsicht auf unsere Position zu und wird uns in zehn Minuten erreichen. Ich habe einen Kurswechsel angeordnet, damit die Besatzung drüben nicht merkt, wohin wir unterwegs waren. Aber wir werden sie nicht abschütteln können, und unsere Energiereserven sind niedrig. Eine direkte Konfrontation können wir nicht gewinnen.«
»Deshalb bin ich der Meinung«, schaltete sich Thora ein, »dass wir nicht warten können, bis sie uns eingeholt haben. Wir müssen ihnen einen Hinterhalt legen.«
Roctin-Par deutete auf das Hologramm, das eine Sternkarte des Larengranulons präsentierte. Rhodans Translator übersetzte die im Holo eingeblendeten Texte und rechnete alle Daten in vertraute terranische Angaben um – ebenso wie das Gerät bei verbalen Zeit- oder Längenangaben automatisch zwischen den irdischen und larischen Bezeichnungen sowie Maßeinheiten umrechnete. Rhodan glaubte, an der Peripherie des Holos das Sonnensystem mit dem Planeten Xeitrass wiederzuerkennen, von dem sie gestartet waren. Inzwischen schwebte der leuchtende Punkt, der die TAREK VOOR darstellte, in der Nähe eines relativ abgelegenen Nachbarsystems, den Messwerten zufolge ein Weißer Zwerg mit zwei Planeten von der ungefähren Größe der Venus.
»Darüber diskutieren wir gerade«, sagte Roctin-Par. »Es gibt nicht viele Orte, an denen man ein SVE-Raumschiff verstecken kann.«
»Vor allem nicht hier, wie es aussieht«, stimmte ihm Rhodan zu. »Ein Asteroidenfeld wäre praktisch oder ein Gasriese mit unzähligen Monden oder ...«
»Wie wäre es mit der Korona dieser Sonne?« Thora deutete auf den Weißen Zwerg. »Ihr Licht wird das Eigenleuchten der Strukturvariablen Energiezelle unserer TAREK VOOR überdecken. Und die weiteren Emissionen des Sterns werden die Messinstrumente jedes Verfolgers immerhin so weit durcheinanderbringen, dass der Überraschungseffekt auf unserer Seite sein sollte.«
Roctin-Par rieb sich das ledrig anmutende Kinn, eine Geste, die ein schabendes Geräusch erzeugte. Dann drehte er sich zu seiner Mannschaft um und gab einige Befehle.
Auf weiteren Anzeigen konnte Rhodan verfolgen, wie die TAREK VOOR ihren Kurs änderte und direkt auf den Weißen Zwerg zuhielt.
»Ich gebe zu«, sagte der Lare, »ich habe nicht viel Erfahrung darin, meine eigenen Leute zu bekämpfen. Wie können wir den Überraschungseffekt am besten nutzen? Wie gesagt, unsere Energiereserven sind begrenzt. Wenn unser Gegner mehr als zwei oder drei Treffer erzielt, verbrauchen wir zur Abwehr mehr Energie, als wir produzieren, und das halten sie erheblich länger durch als wir.«
»Das ist ganz einfach«, sagte Rhodan. »Wir werden nicht getroffen. Sie werden nicht mal in unsere Nähe kommen, wenn wir die TAREK VOOR versteckt halten und Glühwürmchen verwenden, um sie anzugreifen.«
Roctin-Par blinzelte ihn irritiert an. »Glühwürmchen?«
»Ihre Beiboote«, erläuterte Rhodan. Er hatte sich inzwischen wohl zu sehr an den von Gucky geprägten Begriff gewöhnt.
»Ah«, machte Roctin-Par. »Ich bezweifle, dass das sinnvoll ist. Unsere Besatzung ist nicht groß genug, um sie zu bemannen, also müssten wir stattdessen Fernlenksphären ausbilden. Das verbraucht zwar weniger Energie, allerdings ist die Positronik, die diese Kampfsonden steuert, nicht ... Sagen wir, sie erfüllt nicht meine üblichen Ansprüche.«
»Gibt es eine Möglichkeit, diese Kampfblasen manuell zu steuern?«, fragte Rhodan.
»Theoretisch«, bejahte Roctin-Par. »Allerdings hat niemand an Bord eine entsprechende Ausbildung.«
Rhodan grinste. »Da, wo ich herkomme, gelte ich als ziemlich guter Pilot.«
Wenig später saß Rhodan an einer der freien Arbeitsstationen in der Zentrale. Gucky hatte ihm Platz gemacht und vertrieb sich die Zeit damit, einigen der Besatzungsmitglieder über die Schultern zu schauen. Rhodan hatte schon festgestellt, dass der Mausbiber sich seit der Flucht von Xeitrass langweilte. Er und Aveline Celestaris hatten zuvor viel Zeit miteinander verbracht, aber die als Umbrakinetin bezeichnete Mutantin wich derzeit Nathalie Rhodan da Zoltral kaum von der Seite. Die beiden Frauen schienen sich gut zu verstehen. Nun, gerade hatte Rhodan leider auch keine Zeit für seinen alten Freund.
Roctin-Par ging zu der Wand neben Rhodans Sessel. Da ein SVE-Raumer großteils aus Formenergie bestand, konnte sich sein Inneres ganz nach Gutdünken ändern. Dasselbe galt für zahlreiche Kontrollen und andere Gegenstände, die man verwenden konnte, um mit dem Raumschiff zu interagieren. Nun sahen sie gemeinsam zu, wie sich eine brillenartige Form aus der Zentralewandung stülpte. Je mehr sie Gestalt annahm, desto mehr erinnerte sie Rhodan an ein altmodisches irdisches Virtual-Reality-Kopfgeschirr. Schließlich pflückte der Lare das Gerät von der Wand und gab es Rhodan.
»Es reagiert auf Handbewegungen«, erläuterte Roctin-Par. »Sobald Sie es aufsetzen, werden Sie sehen, was ich meine. Wir haben noch genug Energie, um zwei Rotten mit Kampfsonden auszubilden. Ich empfehle aber nicht, mehr als eine auf einmal steuern zu wollen.«
»Ich übernehme die andere«, sagte Thora sofort.
Bevor Rhodan das Steuergerät über seine Augen zog, bemerkte er noch, wie seine Frau sich ebenfalls einen Sitzplatz suchte. Dann nahm eine Rasterdarstellung des umgebenden Weltraums sein gesamtes Sichtfeld ein. Die TAREK VOOR war eine Kugel in der Mitte.
Zur Rechten wölbte sich der Horizont des Weißen Sterns, in dessen Korona sie inzwischen eingetaucht waren. Rhodan blickte sich nach dem anderen SVE-Raumer um und entdeckte ihn mithilfe der Fernortung der TAREK VOOR ganz am Rand des Systems. Das fremde Larenschiff hatte abgebremst und driftete nur noch langsam näher. Wahrscheinlich war die Besatzung damit beschäftigt, Sensormessungen auszuwerten, um herauszufinden, wohin die TAREK VOOR verschwunden war. Es würde nicht lange dauern, bis die Verfolger die Position des Rebellenraumschiffs ermittelt hatten.
»Bereit?«, fragte Roctin-Par.
»Soweit das möglich ist«, gab Rhodan zurück. Es würde einen Moment dauern, sich mit der Steuerung der Larentechnik vertraut zu machen.
»Bildet eine Rotte Kampfsphären aus!«, wies Roctin-Par seine Zentraleoffiziere an. »Macht sie so energieeffizient wie möglich.«
Kurz nach ihrer Ankunft im Nakkengranulon hatten Rhodan und seine Begleiter zum ersten Mal gesehen, wie sich Glühwürmchen aus der Formenergiehülle eines SVE-Raumers lösten. In der abstrakten taktischen Darstellung des brillenartigen Fernsteuergeräts war der Anblick weniger beeindruckend. Stattdessen fiel ihm auf, wie sich der Umfang der TAREK VOOR im Verlauf des Prozesses verringerte. Als hätten die zwölf kleineren Punkte, die neben dem SVE-Raumer erschienen, ihre Masse direkt aus der Hauptsphäre entliehen. In gewisser Weise war das ja sogar der Fall.
»Wir sind nun bei einem Durchmesser von dreiundsechzig Metern«, sagte Roctin-Par. »Verbrauchte Energie bedeutet ein Schrumpfen unseres Raumschiffs. Ab einer Reduktion auf fünfzig Meter droht die Explosion der Bordaggregate. Die zweite Sondenrotte wird uns weitere sechs Meter Durchmesser kosten. Mehrere Feindtreffer hätten denselben Effekt.«
Rhodan nickte. »Verstanden. Die TAREK VOOR darf auf keinen Fall getroffen werden. Wir haben nicht viel Spielraum.« Vor allem, wenn man bedachte, dass die anschließende Weiterreise noch mal Energie kosten würde, bevor sie die Hyperspeicherbänke des Raumschiffs wiederaufladen konnten.
Zusammen mit den zwölf kleinen Fernlenksphären glommen verschiedene neue Anzeigen in Rhodans Sichtfeld auf. Er erkannte Werte für Position, Geschwindigkeit, Kursvektoren, Energiepegel und Strukturstabilität, die allesamt terranische Zahlen und Maßeinheiten verwendeten. Auch das Kopfgeschirr passte viel besser auf den Schädel eines Menschen als auf den eines Laren. Offensichtlich hatte Roctin-Par es bewusst so konzipiert.
»Bewegen Sie die rechte Hand hin und her, um die Flugrichtung der Rotte zu verändern«, sagte Roctin-Par. »Wenn Sie die Hand zur Faust ballen, feuern Sie. Die Höhe der linken Hand reguliert die Geschwindigkeit. Standardmäßig steuert man alle zwölf Kampfkugeln in einer...




