Bowen | Cottage mit Mord | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 8

Reihe: Ein Fall für Constable Evans-Reihe

Bowen Cottage mit Mord

Ein unterhaltsamer Wales-Krimi mit skurrilen Figuren
2. Auflage 2022
ISBN: 978-3-98778-136-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection

Ein unterhaltsamer Wales-Krimi mit skurrilen Figuren

E-Book, Deutsch, Band 8

Reihe: Ein Fall für Constable Evans-Reihe

ISBN: 978-3-98778-136-0
Verlag: dp DIGITAL PUBLISHERS GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection



Die Cosy Crime-Reihe rund um Constable Evans bietet wieder spannende Lesestunden!

Als Constable Evan Evans in den Bergen von Llanfair ein wunderschönes Hirtenhaus entdeckt, sind er und seine Verlobte begeistert. Es sind nur noch wenige Monate bis zu ihrer Hochzeit und sie können es kaum erwarten, ihr gemeinsames Leben zu beginnen. Doch seine Entdeckung geht weit über die Schönheit eines Berggipfels und eines gemütlichen Traumhauses hinaus … Als Evan das Skelett eines Kindes im Vorgarten begraben findet, will er nicht ruhen, bis er dessen Identität aufdeckt hat. Das Skelett ist Jahrzehnte alt, aber sein Fund fällt auf unheimliche Weise mit dem aktuellen Fall eines vermissten Mädchens zusammen. Obwohl er von seinen Detektivkollegen entmutigt wird, taucht Evan in das Geheimnis der beiden vermissten Kinder ein. Und er merkt schnell, dass die Lösung des vergangenen Falls möglicherweise einen entscheidenden Einblick in den Aufenthaltsort jenes Kindes gibt, das heute vermisst wird …

Dies ist eine überarbeitete Neuauflage des bereits erschienenen Titels Cottage mit Mord.

Weitere Titel dieser Reihe
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Erste Leser:innenstimmen
„ein weiterer spannender Fall für Constable Evan Evans“
„Der angenehme Schreibstil und das überraschende Ende machen den Krimi zu einem wahren Leseerlebnis!“
„unterhaltsamer Cosy Krimi im idyllischen Wales“

„Die Romane von Rhys Bowen machen einfach Spaß!“
„walisisches Flair, skurrile Charaktere und ein solider, aufregender Fall“



Rhys Bowen wurde in Bath, England, geboren, studierte an der London University, heiratete in eine Familie mit historischen königlichen Verbindungen und verbringt nun ihre Zeit im Norden von Californien und Arizona. Zunächst schrieb sie Kinderbücher, doch auf einer Reise in ihre malerische walisische Heimat fand sie die Inspiration für ihre Constable-Evans-Krimis. Diese Kriminalgeschichten sind mittlerweile Kult und wurden mehrfach mit Preisen ausgezeichnet.
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Kapitel 1


Suzanne Bosley-Thomas saß in ihrem Auto und starrte in die kahle Landschaft. Schnee bedeckte die Gipfel entlang des Wanderweges „Snowdon Horseshoe“ und bleierne Wolken versprachen weiteren Schneefall. , dachte sie.

„Gott, ich hasse es hier“, sagte sie laut. „Ich wünschte, ich wäre gar nicht hergekommen.“

Du musst nicht reingehen, flüsterte eine Stimme in ihrem Kopf. Starte den Motor und fahr gleich wieder nach Hause. Niemand wird je erfahren, dass du hier warst. Der Gedanke war so verlockend, dass ihre Hand zum Autoschlüssel wanderte. Doch dann zog sie den Schlüssel heraus, ließ ihn in ihre Handtasche fallen und zog den Reißverschluss ihres Anoraks bis zum Kinn zu. Sie konnte nicht riskieren, draußen zu bleiben und nicht an dieser Farce teilzunehmen. Es stand zu viel auf dem Spiel.

Der Wind blies so kräftig, dass er ihr beim Aussteigen beinahe die Autotür aus der Hand riss. Er nahm ihr den Atem und ließ ihre Augen tränen, während sie über den Parkplatz zum Hotel eilte. Als sie einen ersten Blick darauf erhaschte, zuckte sie überrascht zusammen und fragte sich kurz, ob sie halluzinierte.

Das ähnelte mit seinen geschnitzten Holzbalkonen und den Geranienkästen einem riesigen Schweizer Chalet. Es sah völlig anders aus als die simplen, grauen Steinhäuser der Dörfer, durch die sie durchgekommen war. Die schneebedeckten Berge im Hintergrund passten gut zur Schweizer Kulisse.

„Surreal“, murmelte sie. „Surreal“ beschrieb gut, wie sie sich gerade fühlte. An der Eingangstür aus Ätzglasscheiben zögerte sie erneut. , wiederholte die Stimme in ihrem Kopf.

Sie atmete tief durch, wischte sich das Haar aus dem Gesicht und trat ein. Wärme und sanfte Musik empfingen sie. Das Foyer war ein großer, offener Bereich. Ein steinerner Kamin nahm den Großteil einer Wand ein. Ihr Blick glitt über den Empfangstresen aus Messing und poliertem Holz zur breiten, mit Teppich bedeckten Treppe. Hier hatte man keine Kosten gescheut. Als sie die Gruppe entdeckte, erstarrte sie. Drei Männer saßen an dem runden Kaffeetisch beim Feuer – das waren sie, oder? Ja, sie erkannte ihren Bruder, Henry. Er sah aus wie ihr Vater in dem Alter. Die Ähnlichkeit war so verblüffend, dass sie erschauderte und zur Eingangstür blickte. Es regnete jetzt, Schneeregen prasselte gegen das Glas.

„Kann ich Ihnen helfen, Madam?“, fragte die junge Frau an der Rezeption. Im selben Augenblick sah einer der Männer auf und sagte: „Da ist sie ja.“ Er stand auf. „Suzie!“, rief er und kam herüber, um sie zu begrüßen. „Du musst Suzie sein. Du hast dich kein bisschen verändert. Meine Güte, deine Hände sind ja eisig. Komm ans Feuer.“

„Verdammtes Wales“, sagte sie und lachte verlegen, als er ihre Hand nahm. „Es war hier nicht immer so kalt, oder?“

„Wir waren immer im August hier und ich glaube, im August schneit es selbst in Wales nicht. Komm her und wärm dich auf. Wir haben eine frische Kanne Tee. Willst du auch etwas essen?“

„Ein Tee wäre wunderbar, danke.“ Sie hockte sich auf die Kante des Ledersessels, den er für sie herangezogen hatte. „Entschuldige bitte, wenn das sehr unhöflich klingt, aber ich weiß nicht genau, wer du bist.“

Der Mann lachte. Er hatte ein attraktives Gesicht, wie man es üblicherweise in einer Parfumwerbung sehen würde, regelmäßige, weiße Zähne und eine tolle Bräune. Dunkle Locken hingen über seinen Kragen, etwas zu lang, um gesellschaftlich akzeptabel zu sein. Er trug einen Designer-Pullover, gestrickt und mit senkrechten Streifen. Suzanne hatte so einen in einer Modezeitschrift gesehen und wusste, dass sie schrecklich teuer waren.

„Ich bin dein verloren geglaubter Cousin Val, Herzchen“, sagte er. „Du würdest eine miese Ermittlerin abgeben, Mädchen. Deinen Bruder musst du erkannt haben, was nur noch zwei von uns übriglässt, und einer ist ein Priester.“

Suzanne errötete, als sie zum dritten Mann blickte und sah, dass er tatsächlich einen Priesterkragen trug.

„Es tut mir leid“, sagte sie, als er sich ebenfalls erhob. „Dann musst du mein Cousin Nick sein. Ich wusste nicht, dass du Priester geworden bist.“

„Na ja, wir hatten nicht gerade häufig Kontakt, oder?“ Nick streckte ihr seine Hand entgegen. Er hatte ein freundliches, offenes Gesicht und zeigte ihr ein schüchternes, jungenhaftes Lächeln. „Schön dich wiederzusehen, Suzanne.“

„Mummy hat mir nur erzählt, dass du vor Jahren nach Kanada gezogen bist.“

„Genau“, sagte er und jetzt fiel ihr auch der kanadische Akzent auf. „Ich ging sofort nach Toronto, als ich mit der Universität fertig war. Ein paar Jahre später zog ich nach Montreal und beschloss, mich fürs Priesteramt ausbilden zu lassen. Ich bin jetzt seit fünf Jahren Priester.“

„Diese Familie hat weiß Gott einen geweihten Menschen nötig gehabt“, sagte Val und lachte wieder.

Suzannes Blick war zu ihrem Bruder gewandert, der bislang noch kein Wort gesagt hatte. Er lächelte nicht. Jetzt, da sie die Gelegenheit hatte, sein Gesicht zu betrachten, stellte sie entsetzt fest, wie alt er wirkte. Er konnte nicht älter als siebenunddreißig sein, aber er sah aus wie ein Mann mittleren Alters. Sein Haar wurde an den Seiten grau, so wie das ihres Vaters, und tiefe Sorgenfalten hatten sich in seine Stirn gegraben. Er bemerkte, dass sie ihn anstarrte und nickte ihr mit ernstem Blick zu.

„Hallo, Suzie. Schön, dich wiederzusehen. Wie ist es dir ergangen?“

„Ich kann mich nicht beklagen, Henry.“

„Arbeitest du noch immer für Dings?“

„Ja, ich arbeite noch für Dings.“

„Wie heißt er denn?“, fragte Val. „Was soll die Geheimnistuerei?“

„Gar nichts. Wenn ich mich recht entsinne, tat Henry immer so, als könnte er sich nicht an die Namen meiner Freunde erinnern.“ , dachte sie.

„Ich weiß, dass es dieser Archäologe ist, aber ich kann mich wirklich nicht an seinen Namen erinnern. Tut mir leid“, sagte Henry. „Er hat diese Bücher über Tunesien geschrieben, nicht wahr?“

„Toby Handwell. Dieser Tage Sir Toby Handwell.“

„Ist er noch verheiratet?“, fragte Henry und lehnte sich vor, um nach seiner Teetasse zu greifen.

„Warum? Stehst du auf ihn?“

Die beiden anderen Männer lachten, und sie stellte mit einem Anflug von Vergnügen fest, dass sie ihren Bruder aus dem Konzept gebracht hatte. Sie würde ihm nicht mehr so ein einfaches Ziel wie früher bieten.

„Hier, trink etwas Tee, ehe er kalt wird.“ Nick reichte ihr eine Tasse. „Milch und Zucker?“

„Keinen Zucker bitte. Der ist schlecht für die Figur.“

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass du dir darum Sorgen machen musst“, sagte Val. „Du siehst fantastisch aus. Genau wie die Teenagerin aus meiner Erinnerung. Im Gegensatz zu unserem alten Henry hier, der aussieht, als müsste er alle Sorgen der Welt auf seinen Schultern herumschleppen.“

„Meine Tätigkeit als Anwalt ist recht anstrengend. Und seit Dad diese Position abgetreten hat, scheine ich die Familiengeschäfte übernehmen zu müssen. Die Sache mit Großvaters Anwesen und den Grundstücken hier ist sehr kompliziert.“

„Dann hat er ein Testament gemacht, ja?“ Suzanne versuchte, nur leicht interessiert zu klingen. „Geht es darum?“

„Sein Testament wurde schon vor Jahren aufgesetzt. Alles ganz unkompliziert. Ich bekomme Maes Gwyn. Alles andere wird verkauft und ihr bekommt das Geld zu gleichen Teilen.“

„Um was geht es da eigentlich noch? Abgesehen von dem Hof meine ich“, wollte Val wissen. „Ich habe keine Ahnung, wie viel Geld Großvater hat. Wenn man ihn ansieht, würde man glauben, er hätte keine zwei Pennies in der Tasche. Trägt er immer noch diese schreckliche Stoffmütze?“

„Allerdings.“ Henry lachte. „Hört mal, ich sollte euch das eigentlich nicht erzählen. Der Alte ist noch nicht tot und es sieht nicht so aus, als würde er bald sterben.“

„Dann hast du ihn schon gesehen?“, fragte Nick.

„Ja, ich bin auf dem Hof untergekommen.“

„Ist das so? Warum hat er uns dann nicht eingeladen?“, wollte Suzanne wissen.

„Ich habe mich selbst eingeladen. Ich dachte, wenn ich den Hof eines Tages erbe, sollte ich ein Gefühl dafür haben, wie er geführt wird.“

„Bewirtschaftet er ihn in seinem Alter immer noch selbst?“, fragte Nick.

„Er hat einen Betriebsleiter eingestellt, aber er ist noch überraschend fit“, sagte Henry. „Natürlich hat er die meisten seiner Schafe beim Ausbruch der Maul- und Klauenseuche verloren, aber er ist eifrig bei der Nachzucht.“

„Du denkst doch nicht ernsthaft darüber nach, eines Tages auf Maes Gwyn zu leben, oder?“, fragte Suzanne und starrte ihren Bruder an.

„Großvater will nicht verkaufen und es ist ein gutes Grundstück. Vielleicht ziehe ich mich früher aus meiner Rolle als Anwalt zurück. Den Landjunker zu spielen, klingt eigentlich ganz nett.“

„Aber könntest du das, nach allem, was passiert ist?“, fragte Nick. „Ich musste lange darüber nachdenken, ob ich auch nur für einen Besuch hierher zurückkommen will.“

„Ich auch“, gestand Suzanne. „Ich hätte beinahe gewendet und wäre direkt wieder nach Hause gefahren.“

„Ach kommt schon, ihr zwei. Das ist lange her“, sagte Val. „Es war furchtbar, aber wir...



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