E-Book, Deutsch, 336 Seiten
Bowman Ich werde wieder bei dir sein!
1. Auflage 2016
ISBN: 978-3-95447-153-9
Verlag: AMRA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Wiedergeburt in der Familie
E-Book, Deutsch, 336 Seiten
ISBN: 978-3-95447-153-9
Verlag: AMRA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Carol Bowman, geboren am 14. Oktober 1950, ist Mutter von zwei Kindern und eine international bekannte Therapeutin, Vortragsrednerin und Autorin. Sie studierte am Simmons College in Boston und schloss ein Coaching-Studium an der Villanova University mit dem Master of Science ab. Nach zwei Jahrzehnten der praktischen Anwendung von Rückführungsmethoden und ständigen Fortbildung ist sie heute eine Koryphäe auf dem Gebiet der Reinkarnationsforschung. Mit »Mama, ich war schon einmal erwachsen!« schrieb sie das erste nicht-akademische Werk über spontane Rückführungen bei Kindern. Es wurde zu einem Klassiker, der bisher in sechzehn Sprachen herauskam. Fünf Jahre später ließ sie ein Buch über Wiedergeburt in der Familie folgen: »Ich werde wieder bei dir sein!« Sie war zu Gast in allen einschlägigen TV- und Radiosendungen der USA, unter anderem bei Oprah Winfrey, Good Morning America, Unsolved Mysteries, A&E, ABC Primetime, der Art Bell Show, sogar im Discovery Channel und bei der BBC in England. Sie lehrte in Norwegen, Belgien, Kanada und den Niederlanden sowie am Omega Institute und an der Edgar Cayce Foundation. Mit ihrem Ehemann Steve lebt sie in Media im US-Bundesstaat Pennsylvania. Ihre beiden Kinder, die den Grundstein für ihre Arbeit legten, sind inzwischen erwachsen und führen erfolgreich ihr eigenes Leben in New York City und Philadelphia.
Autoren/Hrsg.
Weitere Infos & Material
1
Rückkehr in die Familie
Dylan war erst zwei Jahre alt, als seine Mutter Anne zum ersten Mal ein auffälliges Verhalten an ihm bemerkte. An einem Herbstabend bereitete sie in der Küche das Abendessen zu, während er im Flur saß und spielte. Plötzlich hörte sie ihn sagen: »Ich rauche auch.« Diese seltsame Bemerkung überraschte sie, denn sie klang so gar nicht wie das fröhliche Geplapper, das ihr Sohn sonst beim Spielen von sich gab. Sie spähte zu ihm hinüber und sah, dass er zwei Finger dicht beieinander zu seinen Lippen führte und anschließend wieder sinken ließ. Es sah exakt so aus, als ob er einen Zug von einer Zigarette nehmen wollte. Dylan sagte erneut: »Ich rauche auch.« Bevor Anne darauf reagieren konnte, sah er zu ihr herüber und klopfte auf die Vordertasche seiner Hose: »Hier bewahre ich meine Zigaretten auf«, sagte er. Das verwirrte Anne noch mehr, denn in der ganzen Familie gab es niemanden, der rauchte. Deshalb konnte sie sich nicht vorstellen, dass Dylan mit diesem Verhalten jemanden imitierte.
Kurz darauf passierte erneut etwas Seltsames. Es war wieder zur Abendessenszeit. Anne bereitete das Essen zu und Dylan spielte im Flur mit seinen »Pogs«, kleinen Pappscheiben, die bei Kindern ein begehrtes Sammelobjekt waren. Dylan erregte ihre Aufmerksamkeit, als er rief: »Sieben! Ich habe die Sieben gewürfelt!« Er kniete auf dem Boden, hielt die kleinen Pappscheiben in der Faust und warf sie dann wie ein professioneller Spieler mit einem seitlichen Schwung des Handgelenks nach oben. Danach warf er seine kleinen Hände triumphierend in die Luft. Erneut schrie er: »Sieben! Ich habe die Sieben gewürfelt!«
Anne schüttelte verwirrt den Kopf. Wo hatte er das bloß her? Sie war sich ziemlich sicher, dass Dylan in seinem kurzen Leben noch nie jemanden beim Craps oder bei irgendeinem anderen Glücksspiel beobachtet hatte. Er war erst zwei Jahre alt und durfte, wie sie selbst am besten wusste, im Fernsehen nur zwei Sendungen sehen: die Sesamstraße und Barney und seine Freunde. Doch wie es wohl die meisten vielbeschäftigten Eltern tun würden, hakte sie das Gesehene bald als eine weitere der vielen Skurrilitäten ab, mit denen Kinder uns täglich überraschen.
Ein paar Monate später entwickelte Dylan jedoch ein neues, extremes Verhalten, das sich nicht so einfach ignorieren ließ. Zu seinem dritten Geburtstag hatte er eine Spielzeugpistole geschenkt bekommen. Von diesem Zeitpunkt an bestand er darauf, die Pistole ständig mit sich zu tragen. Wenn er sie verlor oder jemand sie ihm wegnahm, brach er in hysterische Anfälle aus. Er nahm die Pistole mit ins Bett und in die Badewanne, trug sie tagsüber in seinem Hosenbund mit sich herum und steckte sie sogar beim Schwimmen in den Bund seiner Badehose. Dabei hing er nicht unbedingt an dieser speziellen Spielzeugpistole – jede andere tat es auch. Bevor er das Haus verließ, überprüfte er stets, ob er die Pistole dabei hatte. Wenn er entdeckte, dass er sie vergessen hatte, schrie er so lange, bis man ihm eine andere gab. Als er seine Eltern einmal auf eine Beerdigung begleitete, fiel ihm zu spät auf, dass die Pistole nicht da war. Er weinte so heftig, dass er einen Hustenanfall bekam und kaum noch Luft kriegte. Dabei verursachte er einen solchen Aufruhr, dass seine Eltern ihn schließlich zurück ins Auto bringen mussten. Es dauerte eine ganze Zeit, bis Dylan sich so weit beruhigt hatte, dass sie nach Hause fahren konnten.
Nach diesem Vorfall hortete die gesamte Familie in allen möglichen Verstecken Spielzeugpistolen: in ihren Handtaschen, in ihren Häusern und sogar in den Handschuhfächern ihrer Autos – alles nur, um einen erneuten hysterischen Anfall von Dylan zu verhindern. Doch als er fünf wurde und bald in die Schule kommen sollte, verursachte seine Besessenheit zum ersten Mal echte Probleme. Dylan war kaum davon zu überzeugen, seine Pistole zu Hause zu lassen. Erst als seine Mutter ihm sagte, dass es gegen das Gesetz sei, mit einer Pistole zur Schule zu gehen, gehorchte er widerwillig.
Pop-Pop
Ich hörte Dylans Geschichte zum ersten Mal, als ich seine Tante Jenny auf einer Party traf. Jenny hatte gerade mein Buch Mama, ich war schon einmal erwachsen! gelesen und wollte unbedingt mit mir über ihren jetzt fünf Jahre alten Neffen sprechen, denn sie begann zu glauben, dass dieser die Wiedergeburt ihres Großvaters sei. Sie erklärte mir, dass sie schon länger offen für die Möglichkeit der Reinkarnation war, bisher aber nicht gewusst hatte, dass ein Kind ein wiedergeborenes Familienmitglied sein konnte. Doch vor diesem Hintergrund ergaben Dylans auffällige Verhaltensweisen endlich einen Sinn.
Sie erzählte mir die ganze Geschichte:
Unsere komplette Familie tat Dylans Verhaltensweisen zunächst als amüsante kleine Spleens ab. Wir lachten darüber. Niemand kam auf die Idee, dass es für sein Benehmen einen Grund geben könnte. Aber als ich dann Ihr Buch gelesen hatte, fielen alle Puzzleteile an den richtigen Platz.
Mein Großvater – wir nannten ihn Pop-Pop – war während der Großen Depression Streifenpolizist in Philadelphia. Später arbeitete er als Gefängniswärter. Er hatte stets eine Pistole dabei und bewahrte auch immer eine in seinem Haus auf. Er schlief auch stets mit einer Pistole neben seinem Bett. Das vergaß er nie.
Doch in den letzten drei Jahren seines Lebens war Pop-Pop sehr krank. Er war sein ganzes Leben lang Kettenraucher gewesen und litt nun an einem Lungenemphysem und einer Herzerkrankung. Es war klar, dass er letztendlich daran sterben würde. Doch sogar während seiner schweren Krankheit hörte er nicht auf zu rauchen, obwohl er am Ende kaum noch atmen konnte. Das Letzte, was wir von ihm hörten, als er auf einer Trage aus dem Haus gebracht wurde, war seine Frage nach einer Zigarette. Er starb auf dem Weg ins Krankenhaus.
Das Seltsame ist, dass Pop-Pop seine Zigaretten genau so aufbewahrte, wie Dylan es Anne gezeigt hatte – in der vorderen Hosentasche. Die meisten Menschen stecken ihre Zigaretten in eine Brusttasche, damit sie nicht zerdrückt werden. Nicht so Pop-Pop. Und Pop-Pop liebte das Glücksspiel, ganz besonders Würfelspiele. Während der Großen Depression spielten seine Freunde und er bei jeder sich bietenden Gelegenheit Craps hinter einem leer stehenden Haus.
Nachdem ich dieses Bild vervollständigt hatte – Dylan, der so tat, als ob er rauchte und Craps spielte –, fragte ich meine Mutter (Pop-Pops Tochter) nach Pop-Pops letzten Lebenstagen. Sie erzählte mir etwas, das ich vorher noch nie gehört hatte: Eines Tages putzte meine Großmutter das Haus, während Pop-Pop ein Nickerchen machte. Dabei fand sie Pop-Pops Pistole, die unter dem Sofakissen im Wohnzimmer versteckt war. Er hatte sie von ihrem ursprünglichen Platz auf seinem Nachttisch entfernt und dorthin gebracht. Das machte ihr große Angst, denn sie befürchtete, dass er sie irgendwann dazu benutzen würde, seinem Leid ein Ende zu setzen. Sie rief ihren Sonn an, der kam, um die Pistole abzuholen und sie im Fluss zu versenken. Als Pop-Pop das herausfand, wurde er sehr zornig. Ich glaube nicht, dass er jemals richtig über dieses Ereignis hinwegkam.
Als ich die Geschichte meiner Mutter hörte, bekam ich Herzklopfen und eine Gänsehaut. Ich dachte sofort: »Mein Gott – da gibt es einen Zusammenhang! Das ist der Grund für Dylans Besessenheit in Bezug auf Pistolen!« Inzwischen bin ich überzeugt davon, dass Dylan mein Großvater ist – sein eigener Urgroßvater. Ich denke, er will sicherstellen, dass seine Pistole immer in Reichweite ist. Das ist seine Reaktion darauf, dass sie ihm in einem früheren Leben weggenommen wurde.
Nachdem ich diese Geschichte gehört hatte, stimmte ich Jenny zu: Es war möglich, dass Pop-Pop als sein eigener Urenkel zurückgekehrt war. Dylans seltsame Verhaltensweisen, die im Kontext seines jetzigen Lebens und seiner beschränkten Lebenserfahrung überhaupt keinen Sinn ergaben, waren im Kontext von Pop-Pops Leben sogar überaus sinnvoll.
In vielen der Reinkarnationsfälle, die ich untersucht habe, zeigen kleine Kinder Verhaltensweisen und Spielgewohnheiten, die ihr Verhalten und ihre Angewohnheiten in einem früheren Leben widerspiegeln. Dylans Besessenheit in Bezug auf Pistolen, das Rauchen und das Würfelspiel passt in dieses Muster. In einigen Fällen sind solche ungewöhnlichen Verhaltensweisen für Eltern der erste Anhaltspunkt dafür, dass ein Kind sich an ein früheres Leben erinnert. In einem Fall lag zum Beispiel ein Kind, das in einem früheren Leben Kfz-Mechaniker gewesen war, häufig auf dem Rücken unter der Couch und gab vor, Autos zu reparieren. Ein anderes kleines Mädchen, von dem man annahm, dass es die Wiedergeburt seiner Großmutter war, nähte mit Begeisterung und tat ständig so, als sei es Schneiderin – das Schneidern war die lebenslange Beschäftigung der Großmutter gewesen. Auffällige Verhaltensweisen dieser Art treten besonders in der frühen Kindheit im Alter von bis...




