Bradford | SOUL SURVIVOR | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, Band 3, 496 Seiten

Reihe: Die Soul-Reihe

Bradford SOUL SURVIVOR

Das Finale der explosiven Trilogie vom Autor der Bestsellerserie »Bodyguard«
Deutsche Erstausgabe
ISBN: 978-3-641-22585-8
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Das Finale der explosiven Trilogie vom Autor der Bestsellerserie »Bodyguard«

E-Book, Deutsch, Band 3, 496 Seiten

Reihe: Die Soul-Reihe

ISBN: 978-3-641-22585-8
Verlag: cbj
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Das atemberaubende Finale der Action-Abenteuerserie um die unsterblichen Seelen Phoenix und Genna!

Das sichere Versteck von Genna und Phoenix, ihrem Guardian und Begleiter durch die Jahrhunderte, und ihren Verbündeten ist zerstört. Wollen sie sich vor dem schrecklichen Geheimbund der Inkarnaten retten, müssen sie sich trennen und überall auf der Welt im Verborgenen nach einem Weg suchen, deren Anführer zu besiegen. Doch Genna ist sich sicher, dass der Schlüssel dazu in ihrer Heimatstadt London verborgen liegt – dort, wo man zuerst auf sie Jagd machen wird. Nur bleibt ihr keine andere Wahl, als zusammen mit ihren engsten Freunden genau diesen Weg zu wählen, wenn sie verhindern wollen, dass die Welt wie wir sie kennen auf immer zerstört wird ...
Das explosive Finale der »Soul«-Trilogie! Vom Autor der Bestseller-Serie »Bodyguard«

Die Bände der »Soul«-Trilogie:
Soul Hunters (Band 1)
Soul Prophecy (Band 2)
Soul Survivor (Band 3)

Chris Bradford praktiziert als Autor, was er selbst »Method Writing« nennt: Für seine Arbeit an der »Bodyguard«-Serie belegte er einen Kurs als Personenschützer und ließ sich als professioneller Bodyguard ausbilden. Seine Bücher wurden in über 25 Sprachen übersetzt und erhielten mehr als 35 Jugendbuchpreise und -nominierungen. Chris Bradford lebt mit seinen beiden Söhnen in England.

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1


Ich schüttele den Schimmer ab, der mich in meine Vergangenheit als Kendra im 9. Jahrhundert zurückgeführt hat, und kehre in meine Gegenwart als Genna zurück. Einen Moment lang habe ich das seltsame Gefühl, unstofflich zu sein, während sich meine Seele wieder in meinen Körper und mein jetziges Leben einfindet. Kendras blonde Strähnen verwandeln sich in meine vertrauten hellbraunen Locken, ihre milchweiße Haut wird bernsteinfarben, und ihr kleiner, gedrungener Körperbau, der so gut zu ihrem Leben als Bauerntochter passte, wird gegen meine athletischere Figur einer Turnerin ausgetauscht.

Obwohl diese Wiedergeburt mehr als zwölfhundert Jahre zurückliegt, überkommt mich jetzt dasselbe Gefühl der Verzweiflung, das ich damals empfand.

Ich muss miterleben, wie mein Erzfeind von den Toten aufersteht.

Tanas ist kein axtschwingender Wikinger mehr, sondern lebt in diesem Leben in der Gestalt der FBI-Agentin Alex Lin weiter. Die Anführerin der Seelenjäger ist groß, durchtrainiert und skrupellos. Sie trägt eine mattschwarze Schutzweste, ihr langes dunkles Haar fällt in einem eleganten Schnitt über ihre schmalen Schultern und umrahmt ihr hageres, markantes Gesicht und ihre Pilotensonnenbrille.

»Dein angebeteter Seelenseher hat dich wieder mal im Stich gelassen«, höhnt sie und wirft einen verächtlichen Blick auf den verletzten Caleb, der sich zu ihren Füßen windet. Tanas hat seine Brust mit dem Jadedolch durchbohrt, den sie in ihrer Hand hält.

Blut strömt aus der Wunde des weißhaarigen und faltigen Caleb – und auch aus seinem Mund. Verwirrt blickt er zwischen Tanas und mir hin und her. »A-a-aber die Prophezeiung hat sich er-erfüllt… Du solltest sein!«

Tanas schüttelt den Kopf. »O Caleb! Nach deinem ersten schwachen Versuch vor so vielen Jahrhunderten solltest du es eigentlich besser wissen und nicht auf falsche Prophezeiungen vertrauen.«

»Nein! Die Seelenprophezeiung ist wahr!«, beharrt Caleb. »Der Seelenheiler Empote und ich haben es vorausgesehen … Genna ist die einzig wahre Seele … Sie hat den Funken entzündet, als sie auf die dunkelste Probe gestellt wurde …« Caleb wendet sich mit flehenden Augen an mich.

Ich senke beschämt den Kopf. Ich fühle mich wie eine Betrügerin. Das Schicksal der Ersten Nachkommen lag in meinen Händen, und als die Zeit gekommen war, konnte ich unseren Feind nicht besiegen. Genau wie Mercia bin ich nicht diejenige, die in der Seelenprophezeiung vorhergesagt wurde.

Tanas lacht grausam. »Wollt ihr Nachkommen es denn nie lernen? Meine Seele kann nicht getötet werden. Nur ich habe die Macht, Seelen zu zerstören.«

Nachdem sie die unheilige Beschwörungsformel ihres Rituals gesprochen hat – –, schreit sie ein letztes Mal und rammt das Jademesser tief in Calebs Herz. Blaue Blitze züngeln um Tanas’ Hand und Dolch. Calebs sternenklare blaue Augen weiten sich im Todeskampf und leuchten für einen kurzen Moment auf, bevor das Licht seiner Seele für immer erlischt. Er sackt leblos zu Boden, sein Stock mit dem Löwenkopf klappert über die weißen Marmorplatten der zerborstenen Glaspyramide Havens.

»NEIN!«, schreie ich, als mich ein feuriger Schmerz durchzuckt. Die übrigen überlebenden Nachkommen – Santiago, Viviana, Sun-Hi, Tasha, Thabisa und ihr kleiner Sohn Kagiso – erleiden alle dieselben Qualen.

Der plötzliche Verlust des Lichts hinterlässt bei mir Orientierungslosigkeit und ein flaues Gefühl im Magen. Der sternenlose Nachthimmel senkt sich wie ein Leichentuch auf mich herab und meine Knie geben nach. Phoenix, mein Guardian, streckt die Hand aus, um mich zu stützen. Unser Oberster Guardian, Goggins, lässt seine Maori-Kriegskeule fallen und fängt die schon recht betagte Viviana auf, während die anderen Guardians und Seelenkrieger sich zusammenschließen, um ihren geschwächten Schützlingen zu helfen. Plötzlich ertönt ein klägliches Miauen rings um die Pyramide. Nofretete trauert um ihren geliebten Caleb und alle anderen Katzen Havens vereinen sich mit ihr zu einem Klagegesang.

Heiße Tränen rinnen mir über die Wangen und ich blicke Tanas hasserfüllt an. »Warum hat dich die Lichtbombe nicht getötet? Diese Intensität des Lichts hättest du auf keinen Fall überleben können!«

Tanas grinst amüsiert. »Musst du das noch fragen, Genna? Schließlich habe ich nicht umsonst unzählige Male gelebt und bin unzählige Male gestorben. Ich habe aus meinen früheren Fehlern gelernt.« Sie nickt in Tareks Richtung, der Thabisa mit ihrem Baby hilft. »Tareks früherer kleiner Einsatz der Leuchtgranate hat mich vor der Gefahr gewarnt, also habe ich mich entsprechend vorbereitet.« Stolz tätschelt sie ihren Kampfanzug. Dessen Oberfläche ist seltsam zweidimensional und abgrundtief schwarz, wie ein in Raum und Zeit gerissenes Loch. »Dieser Kampfanzug wurde hauchdünn mit speziellem Nano-Carbon beschichtet, das fast hundert Prozent aller Lichtwellen absorbiert. Und diese hier –«, sie nimmt ihre Sonnenbrille ab, sodass ihre schlangenartigen dunklen Augen zu sehen sind, »– haben eine di-elektrische Spiegelschicht, die den Großteil des Lichts reflektiert. Das schützt mich vor eurer Lichtexplosion.« Sie zieht eine dünne Augenbraue hoch. »Ich muss allerdings zugeben, dass ich auf eine derartige Explosion nicht vorbereitet war.«

Tanas weist mit einer Hand auf das Chaos um sie herum. Havens Pyramide ist nur noch eine Ruine, die Sonnenkollektoren sind zerborsten, Glasscherben liegen wie Schnee verstreut. Der Hauptaltar und sein kristallener Schlussstein sind in tausend Stücke zerbrochen und haben einen gezackten Stumpf hinterlassen. Überall liegen die Leichen der Inkarnaten – der namenlosen FBI-Agenten, Polizisten, Soldaten, Lastwagenfahrer, Landarbeiter und vieler anderer unglücklicher Seelen, die Tanas für ihre dunkle Sache rekrutiert hat. Um sie herum verstreut liegen ihre Waffen.

Ich starre wie betäubt auf die Verwüstung und kann immer noch nicht fassen, dass Tanas es geschafft hat, dem Tod auf so raffinierte Weise ein Schnippchen zu schlagen, da bemerke ich, wie Damien sich bewegt. Er stöhnt und streckt steif seine muskulösen Glieder. Die rabenschwarzen Haare des jungen Seelenjägers fallen aus seinem kreideweißen Gesicht und geben den Blick auf eine zerbrochene Sonnenbrille frei, die der Brille Tanas’ gleicht. Ausgerüstet mit demselben mattschwarzen Kampfanzug wie sein Meister, rappelt er sich schwankend auf.

»Na, das war ein Knaller!« Er schüttelt die Glassplitter von seiner Jacke und seinen Haaren.

»Du bist noch am Leben?« Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter. Dass Tanas überlebt hat, ist schon schlimm genug, aber dass der beharrlichste seiner Seelenjäger auch noch am Leben ist, übersteigt mein Fassungsvermögen.

Damien legt seine zerbrochene Sonnenbrille ab und grinst mich an. »Oh, danke. Es ist herzerwärmend zu wissen, dass du dich so sehr sorgst, Genna.«

Phoenix, der sein römisches Gladius vom Boden aufhebt, stellt sich zwischen uns. »Bleib zurück, Damien, oder ich schlitze dich auf der Stelle auf.«

Damien wedelt missbilligend mit dem Finger. »Ts, ts! Ich würde mich nicht so voreilig in einen Kampf stürzen, Phoenix. Vor allem, weil du nicht den Hauch einer Chance hast.«

Die scharfe Spitze eines Gladiatorendreizacks presst sich seitlich gegen Phoenix’ Hals. Das andere Ende der Waffe hält niemand anderes als Schlagring, die muskulöse junge Jägerin, die eine Sammlung gemeingefährlicher Ringe an ihren Fingern trägt und die Fieseste aus Damiens skrupelloser Bande ist. Ich schaue mich um und entdecke, dass auch die anderen aus der Bande noch leben – der drahtige und schnelle Blondie und der muskulöse, schiefnasige Schlägertyp. Nur Spider, das hagere Mädchen mit dem Tattoo einer Schwarzen Witwe am Hals, fehlt. Vermutlich ist sie immer noch mit ihrer eigenen Stilett-Klinge an der Wand der Schimmerkuppel festgenagelt, das Ergebnis ihres Zweikampfes mit Phoenix.

»Weg mit der Waffe, sonst mach ich einen Grillspieß aus dir«, knurrt Schlagring, wobei sie mit dem Dreizack noch fester zustößt, bis Blut an Phoenix’ Hals austritt.

Widerwillig lässt Phoenix das Schwert los und der Gladius fällt klappernd auf den Marmorboden. Der Lärm weckt weitere Inkarnaten in Schutzausrüstung, insbesondere die in Umhänge gehüllten Hohepriester Tanas’ und eine ausgewählte Gruppe von FBI-Agenten und...


Bradford, Chris
Chris Bradford praktiziert als Autor, was er selbst »Method Writing« nennt: Für seine Arbeit an der »Bodyguard«-Serie belegte er einen Kurs als Personenschützer und ließ sich als professioneller Bodyguard ausbilden. Seine Bücher wurden in über 25 Sprachen übersetzt und erhielten mehr als 35 Jugendbuchpreise und -nominierungen. Chris Bradford lebt mit seinen beiden Söhnen in England.



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