E-Book, Deutsch, Band 1968, 144 Seiten
Reihe: Baccara
Brand Dieses Feuer, das man Liebe nennt
1. Auflage 2017
ISBN: 978-3-7337-2364-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
E-Book, Deutsch, Band 1968, 144 Seiten
Reihe: Baccara
ISBN: 978-3-7337-2364-4
Verlag: CORA Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark
Eva schäumt vor Wut, als ihr Kyle Messena diesen frechen Vorschlag macht! Aber leider hat er recht: Ihn zu heiraten bedeutet die Lösung aller Probleme. Nur eins allerdings bleibt: Kyle ist der attraktivste Mann, den sie kennt. Schon einmal ist Eva in seinen Armen schwach geworden - das darf ihr kein zweites Mal passieren! Denn sie weiß, dass Lust bei Kyle nichts mit Liebe zu tun hat. Also kommt in ihren Ehevertrag natürlich eine No-Sex-Klausel. Aber schon in der Hochzeitsnacht beginnt ein gefährliches Spiel mit dem Feuer ...
Fiona Brand ist eine Autorin aus Neuseeland. Derzeit lebt Sie an der wunderschönen 'Bay of Islands', einem subtropischen Paradies zum Angeln und Tauchen. Dort genießt Sie die traumhafte Natur zusammen mit ihren beiden Söhnen, zwei Wellensittichen und einem Goldfisch. Sie liebt Bücher seit sie alt genug ist Seiten umzublättern Mit dem Schreiben begann Sie aber erst nach der Geburt ihres zweiten Kindes. Vor der Karriere als Schriftstellerin, arbeitete sie acht Jahre für den 'New Zealand Forest Service' Ihre Hobbys sind vielfältig und umfassen neben Lesen, Wandern, Kochen, Gartenarbeit und Filme mit der Familie schauen natürlich auch Shopping!
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1. KAPITEL
Kyle Messena blinzelte im Licht der Sonne, als das Brautauto neben der kleinen Kirche über der Bucht von Dolphin Bay anhielt. Die Tür öffnete sich, und die Braut, in einen weißen Traum aus Tüll und Seide gehüllt, stieg aus der Limousine. Ihr Gesicht wurde von einem Schleier verdeckt, aber das Sonnenlicht ließ ihr mahagonifarbenes Haar aufleuchten, wodurch Kyles Herz einen Moment aussetzte, denn dieses Haar war ihm schmerzlich vertraut.
Adrenalin pumpte durch seine Adern, und die Zeit schien stillzustehen. Wie konnte es sein, dass Eva Atraeus heute mit diesem Mann vor den Altar trat, der sie nur ihres Geldes wegen heiratete? Kyle hatte doch alles dafür getan, diese Hochzeit zu verhindern.
Mit zwei großen Schritten trat er aus dem Schatten der alten Eiche in den strahlenden Sonnenschein des neuseeländischen Sommertages, als der Wind, der vom Meer her wehte, den Schleier der Braut für einen Moment lüftete.
Es war nicht Eva.
Erleichterung durchströmte ihn, und er spürte, wie die Anspannung etwas nachließ.
Diese Anspannung, die ihn immer begleitete und es ihm unmöglich machte, eine Beziehung einzugehen, seit seine Frau und sein kleiner Sohn vor Jahren ums Leben gekommen waren. Und er hatte ihren Tod nicht verhindert.
Dann plötzlich war er vor einigen Monaten mit der Aufgabe betraut worden, die Erbin des Atraeus-Vermögens gemäß dem letzten und sehr strengen Willen ihres Adoptivvaters zu verheiraten. Wenn Eva ihr Erbe antreten wollte, musste sie entweder einen Mann aus der Messena-Familie heiraten – zum Beispiel Kyle selbst – oder einen Mann, der sie wirklich liebte und nicht auf ihr Geld aus war. Diese Verpflichtung hatte Kyle seitdem viele schlaflose Nächte bereitet.
Es gefiel ihm ganz und gar nicht, Evas Treuhänder zu sein. Ihm war nur allzu bewusst, dass dies ein letzter Schachzug seines gerissenen Großonkels Mario war, ihn doch noch dazu zu bringen, die Frau zu heiraten, die Kyle einmal gewollt hatte. Doch es hatte sich nie etwas zwischen ihnen ergeben.
Sosehr er auch dagegen ankämpfte, er konnte sich dennoch der Anziehung, die Eva noch immer auf ihn ausübte, nicht entziehen. Er konnte nicht zulassen, dass diese Frau, die er bis heute nicht vergessen konnte, jemand anderen heiratete. Deshalb hatte er die Aufgabe einfach nicht ablehnen können.
Ein weiterer Windstoß wehte den Schleier der Braut zur Seite, und Kyle sah jetzt deutlich ihr rundliches Gesicht. Auch waren ihre Haare viel heller als Evas lange, dunkle Mähne, die ihn schon damals, als sie noch Teenager waren, magisch angezogen hatte.
Kyle wandte sich zum Gehen. Jetzt, wo er Evas neueste Hochzeitspläne erfolgreich durchkreuzt hatte, hatte er hier nichts mehr verloren. Doch dann fuhr ein kleiner weißer Sportwagen mit dem Schriftzug „Perfect Wedding“ – Evas Firma – in die letzte freie Parklücke, und Kyle wusste, er würde nirgendwohin gehen.
Eva Atraeus stieg aus dem Wagen. Sie trug ein elegantes zartrosa Kostüm, das ihre weiblichen Kurven wunderbar umschmeichelte. Mit der einen Hand presste sie ihr Mobiltelefon gegen das Ohr, während sie mit der anderen nach ihrer Handtasche angelte. Dann ging sie auf ihren High Heels irritierend sexy und mit schwingenden Hüften auf die Kirchentür zu. Mit einem Meter siebzig war Eva für den Laufsteg deutlich zu klein, aber ihr atemberaubender, kurviger Körper, ihre hohen Wangenknochen und ihre exotischen dunklen Augen hatten sie zu einem erfolgreichen Fotomodell gemacht. Die Klatschreporter der Zeitungen rissen sich um sie, und sie machte alle Männer verrückt, Kyle eingeschlossen.
Eva verlangsamte jetzt ihren Schritt, und Kyle wusste, dass sie ihn entdeckt hatte. Als sich die Tür hinter dem letzten Gast der Hochzeitsgesellschaft geschlossen hatte, beendete Eva ihr Telefonat und änderte die Richtung. Sie trat in den Schatten der Eiche, stopfte ungeduldig ihr Telefon in die Tasche und funkelte Kyle wütend an. „Was machst du auf meiner Hochzeit?“
Kyle schluckte die bissige Bemerkung herunter, die ihm auf der Zunge lag. Er wusste, sie wollte ihn mit dem Ausdruck „meine Hochzeit“ provozieren. Obwohl dies tatsächlich ihre Hochzeit hatte sein sollen. Kein Wunder, dass sie sauer auf ihn war. Er hatte ihre Pläne durchkreuzt, indem er dem Bräutigam einen lukrativen Job in Dubai angeboten hatte. Die Tatsache, dass der sofort zugegriffen und zusätzlich noch ziemlich erleichtert gewirkt hatte, hatte Kyle das Gefühl gegeben, das Richtige getan zu haben. „Du hättest keine Hochzeit planen sollen, die von vornherein zum Scheitern verurteilt war.“
Ihre dunklen Augen sprühten Funken. „Und was, wenn ich Jeremy geliebt hätte?“
Kyle hob spöttisch eine Augenbraue. „Nach vier Wochen?“
„Du weißt genauso gut wie ich, dass es noch viel schneller passieren kann …“ Sie wurde rot, kramte hektisch in ihrer Handtasche nach einer Sonnenbrille und schob sie sich auf die Nase. „Aber jetzt verrate mir mal, was du auf einer privaten Hochzeit machst. Oder bist du hier, um zu streiten?“
Er verschränkte die Arme vor der Brust. „Wenn du glaubst, du kannst mich rauswerfen, vergiss es. Ich bin ein Gast des Bräutigams, ich manage sein Aktienportfolio.“
Eva holte tief Luft, und Kyle beobachtete fasziniert, wie sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. Dieses bezaubernde Lächeln, das Titelblätter und Poster geziert hatte und Männerherzen höherschlagen ließ. „Das ist ziemlich armselig, sogar für dich.“
„Aber es funktioniert.“
„Und ich dachte schon, du wärst hier, um sicherzugehen, dass ich nicht im letzten Moment noch irgendeinen Ehemann für mich aus dem Hut gezaubert habe.“
Der Duft ihres Parfums stieg ihm in die Nase, und er widerstand dem Impuls, näher an sie heranzutreten. „Ich habe gar nicht die Absicht, dich am Heiraten zu hindern.“
Sie legte den Kopf schief und warf ihm einen eisigen Blick zu. „Nein, du willst mich nur daran hindern, den Mann meiner Wahl zu heiraten.“
„Du musst eben sorgfältiger wählen.“ Innerhalb der vergangen Monate hatte Eva drei potenzielle Ehemänner angeschleppt. Alle drei waren knapp bei Kasse und nur zu bereit gewesen, den Ehevertrag zu unterschreiben, in dem das Ende der Ehe bereits festgeschrieben war: auf den Tag genau zwei Jahre nach der Hochzeit – so wie es Mario in seinem Testament festgelegt hatte. Ebenso wie Kyles moralische Verpflichtung, gegen diese Verbindungen sein Veto einzulegen.
„Jeremy war der perfekte Mann für mich. Er war attraktiv, sympathisch und hatte einen guten Job. Er …“
„… hatte rein finanzielle Motive für diese Ehe.“
Eva musterte ihn gereizt. „Er musste ein paar Schulden begleichen. Was ist daran verwerflich?“
„Mario hätte sich im Grabe umgedreht, wenn du jemanden geheiratet hättest, der spielsüchtig ist.“
Die ersten Takte des Hochzeitsmarsches ertönten aus der Kirche und unterbrachen die eisige Stille, die sich zwischen ihnen breitgemacht hatte. „Vielleicht solltest du den richtigen Mann für mich aussuchen, damit er auch den hohen Ansprüchen von Kyle Messena gerecht wird. Aber du musst dich beeilen, denn ich muss ihn spätestens nächsten Monat heiraten. Dank deiner Einmischung habe ich noch genau drei Wochen Zeit, und danach komme ich dreizehn Jahre lang nicht an mein Erbe.“
Kyle war fest entschlossen, sich von Eva nicht einschüchtern zu lassen, aber als er ihre bitteren Worte hörte, fühlte er sich doch ein wenig schuldig.
Frauen, ihre Gefühle und Beziehungen im Allgemeinen hatten ihm schon immer Probleme bereitet. Er fühlte sich weit mehr zu Hause in der strengen Welt des Militärs oder der kühlen Logik, die im Bankhaus seiner Familie herrschte. Er konnte mit Waffen umgehen, taktische Operationen leiten und auf dem Parkett der Finanzmärkte seinen Mann stehen. Aber nie wieder wollte er sich den schmerzhaften Schuldgefühlen aussetzen, die Liebe und die Verantwortung für einen anderen Menschen unweigerlich mit sich brachten. „Nichts liegt mir ferner, als dir dein Erbe vorzuenthalten.“
Evas Lächeln verschwand. „Natürlich nicht“, sagte sie und ihre Stimme klang heiser. „Aber du tust es gerade.“
Und damit drehte sie sich auf dem Absatz herum und ging zu ihrem Wagen.
Kyle runzelte die Stirn. Evas Stimme hatte geklungen, als ob sie kurz davor wäre, in Tränen auszubrechen, und das sah ihr überhaupt nicht ähnlich. In den vielen Jahren, seit sie sich kannten, hatte er sie nur zweimal weinen sehen. Auf Marios Beerdigung im vergangenen Jahr hatte sie natürlich geweint. Das andere Mal lag beinahe elf Jahre zurück, damals war Kyle gerade neunzehn gewesen. Es war der Morgen danach – als Mario ihnen beiden die Hölle heißgemacht hatte wegen ihrer romantischen Nacht am Strand.
In Kyle stiegen Erinnerungen hoch. Eine warme Sommernacht, der Vollmond über dem Meer und in der Ferne die leise Musik von der Familienfeier im Hotel dort in der Bucht. Eva hatte die Arme um seinen Nacken geschlungen, und er hatte den Duft ihrer Haut eingeatmet. Einen Augenblick lang hatte er wie erstarrt dagestanden. Dann hatte er sich zu ihr hinuntergebeugt und endlich das getan, wonach er sich den ganzen Sommer lang gesehnt hatte – sie geküsst …
Wenn Mario nicht gekommen wäre, um nach Eva zu sehen, hätten sie weit mehr getan, als sich bloß zu küssen. Sein Gespräch mit Mario in jener Nacht war ebenso kurz wie deutlich gewesen. Eva war hinreißend und sah mit siebzehn bereits sehr erwachsen aus. Doch sie hatte Schlimmes durchgemacht und war...




