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E-Book

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CityTrip

Brand Reise Know-How CityTrip Riga


neu bearbeitete und aktualisierte Auflage
ISBN: 978-3-8317-5374-1
Verlag: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

E-Book, Deutsch, 144 Seiten

Reihe: CityTrip

ISBN: 978-3-8317-5374-1
Verlag: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Riga, die an der Düna gelegene Hauptstadt Lettlands mit einer über 800-jährigen, wechselhaften Geschichte, ist die größte Metropole des Baltikums. Ein Spaziergang durch das Zentrum offenbart mittelalterliche Wurzeln und verspielte Jugendstilensembles, während ein Besuch im Okkupationsmuseum die Zeit hinter dem Eisernen Vorhang eindrücklich vor Augen führt. In den riesigen Hallen des Zentralmarkts kann man sich durch die Angebote probieren und abends locken Clubs und alternative Kultur im angesagten Viertel Tallinas ielas kvart?ls. Eine Bootsfahrt über den von Grün umgebenen Stadtkanal verspricht Entspannung und zum Sonnenbaden geht es an die Ostseestrände im nahen J?rmala. Dieser aktuelle Reiseführer Riga ist der ideale Begleiter, um alle Seiten der lettischen Hansestadt selbstständig zu entdecken: - Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Museen der Stadt sowie weniger bekannte Attraktionen und Viertel ausführlich vorgestellt und bewertet - Faszinierende Architektur: Jugendstilperlen, hanseatische Prachtbauten und sozialistischer Zuckerbäckerstil - Abwechslungsreicher Stadtspaziergang - Erlebnisvorschläge für einen Kurztrip - Ausflüge nach J?rmala und zum Ethnografischen Freilichtmuseum - Shoppingtipps vom traditionellen Bernsteingeschäft bis zu den schönsten Märkten - Die besten Lokale der Stadt und allerlei Wissenswertes über die lettische Küche - Tipps für die Abend- und Nachtgestaltung: vom angesagten Club bis zum Opernbesuch - Weltkulturerbe und 'Singende Revolution': das lettische Sängerfest - Riga zum Durchatmen: am Stadtkanal, am Fluss, am Strand - Ausgewählte Unterkünfte von preiswert bis ausgefallen - Alle praktischen Infos zu Anreise, Preisen, Stadtverkehr, Touren, Events, Hilfe im Notfall ... - Hintergrundartikel mit Tiefgang: Geschichte, Mentalität der Bewohner, Leben in der Stadt ... - Kleine Sprachhilfe Lettisch mit den wichtigsten Vokabeln für den Reisealltag

Martin Brand besuchte Riga zum ersten Mal im Dezember 2001. Es war kalt, die Stadt war grau und doch versprühte sie unerwartet einen hanseatischen Charme wie Lübeck oder Hamburg. Auf der stürmischen Rückreise über die Ostsee mit der Fähre fast gesunken, reist er nun seit Jahren im Sommer nach Lettland. Martin Brand hat an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaft mit Schwerpunkt auf dem östlichen Europa studiert und forscht zur Sozialpolitik in Russland. Seit vielen Jahren leitet, konzipiert und organisiert er für 'Ex Oriente Lux Reisen' Studienreisen in den Osten Europas.
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Riga entdecken


Nordische Leichtigkeit und tragische Geschichte


Riga ist die mit Abstand größte Stadt des Baltikums. Sie ist wirtschaftlicher Motor Lettlands, kulturelles Zentrum und historisches Gedächtnis, gelegen am Unterlauf des Flusses Düna, nur 20 Kilometer vom Ostseebad Jurmala {61} entfernt.

Die Altstadt lockt mit Dom {17}, Schloss {21}, Kirchen, Stadtmauer, Speicher- {7}, Gilde- und Kaufmannshäusern, verwinkelten Gassen … und immer wieder Cafés, Restaurants und kleinen Geschäften. Parks, ein Kanal {24} und ein Ensemble exzentrischer Jugendstilfassaden umschließen das historische Stadtzentrum. Was für ein Flair!

Doch Riga zeigt sich seinen Besuchern auch von einer sehr ernsten Seite: Rumbula {60}, Bikernieki {59}, die Große Synagoge {43} und das jüdische Ghetto sind Erinnerungsorte an den Holocaust. Andere Orte wie das Eckhaus des KGB erzählen vom Leid unter sowjetischer Besatzung und wieder andere vom Stolz auf die nationale Souveränität Lettlands – allen voran Milda, die Frauenfigur auf dem Freiheitsdenkmal {27}.

Corona und Russlands Krieg gegen die Ukraine haben Riga verändert. Erst verschwanden Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte, dann das sowjetische Siegesdenkmal – als Besatzungssymbol von jeher umstritten, wurde es nun abgerissen.

Aber Riga lässt sich nicht unterkriegen. Mit dem Zuzeum ist ein neues Kunstzentrum entstanden, das Okkupationsmuseum {3} wurde nach jahrelanger Renovierung wiedereröffnet und viele neue Cafés und Restaurants sind entstanden. Willkommen in Riga – Laipni lugti Riga!

Dolce Vita in den Gassen von Rigas Altstadt (004rg Abb.: mb)

Willkommen in Riga


Riga ist für Gäste leicht zu erschließen. Fast alle Orte, die für Touristen von besonderem Interesse sind, liegen zentral und können bequem zu Fuß erkundet werden. Riga ist auch nicht anstrengend: In der historischen Altstadt finden sich jede Menge Lokale und Biergärten zum Pausieren, und um die Altstadt herum zieht sich ein Gürtel von Grünanlagen und Parks. Kurz: Riga ist bestens geeignet für einen individuellen Citybummel zu bekannten Sehenswürdigkeiten und versteckten Kleinoden.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Ziele für Riga-Touristen befinden sich in der Altstadt, an dem an sie angrenzenden Boulevardring und in der sich daran anschließenden Neustadt. Man erreicht sie bequem zu Fuß und ist deshalb nicht unbedingt auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen.

In der historischen Altstadt finden Besucher nicht nur bedeutende Sehenswürdigkeiten wie das Schwarzhäupterhaus {2}, die Petrikirche {9} oder den Dom {17}, sondern jede Menge Kneipen, Bars und Restaurants, ein lebhaftes Nachtleben sowie unzählige Läden für Bernsteinschmuck, lettisches Kunsthandwerk und andere Souvenirs.

Eine der beliebtesten Straßen zum Flanieren ist die Kalku iela [D/E5], die vom Rathausplatz {1} durch die Altstadt bis zum Freiheitsdenkmal {27} führt. Das Denkmal steht am Stadtkanal {24}, einer grünen Oase um die Altstadt herum, und am Boulevardring mit seinen repräsentativen Gebäuden im Stil des Historismus wie der Nationaloper {25} oder dem Nationalen Kunstmuseum {34}. Mit der Straßenbahn Nr. 7 lässt sich die Altstadt umrunden – vom Nationaltheater {35} im Norden bis zum Zentralmarkt {39} im Süden.

Wer Riga wegen seiner weithin bekannten Jugendstilbauten besucht, findet diese in der Neustadt, vor allem in der Alberta iela (Albertstraße) {37} und der Elizabetes iela (Elisabethstraße) {38}. Nicht vergessen werden sollten aber auch die Jugendstilvillen in der Gartenstadt Mežaparks {57} und im Seebad Jurmala {61}. Ihren ganz eigenen Reiz haben auch die vielen Holzhäuser, die es bis heute in Riga gibt, vor allem in der Moskauer Vorstadt, auf der Insel Kipsala {48} und im Kalnciems-Viertel jenseits der Düna (–>). Zu den Sehenswürdigkeiten außerhalb der Altstadt und der Neustadt empfiehlt es sich, mit der Straßenbahn, dem Bus oder dem Trolleybus zu fahren.

Rigas kreative Szene tummelt sich auf der Miera iela und im benachbarten Tallinas ielas kvartals {55}. In den letzten Jahren haben sich dort und in der näheren Umgebung zahlreiche Kunstgalerien, kreative Werkstätten, eigenwillige Geschäfte, Cafés und Clubs angesiedelt – und manche sind auch schon wieder verschwunden. Mit der Straßenbahnlinie 11 gelangt man vom Zentrum aus in einer guten Viertelstunde dorthin.

Wer ein ruhiges Riga jenseits des Touristentrubels in der Innenstadt sucht, dem seien Ausflüge in die Moskauer Vorstadt, auf die Insel Kipsala {48} oder auf die linke Seite der Düna empfohlen. Dort finden sich durchaus charmante Viertel, die nicht an jeder Ecke herausgeputzt sind, dafür aber ihr ganz eigenes Flair entwickeln.

Kurztrip nach Riga


Wer Riga in drei Tagen besucht, den erwartet ein abwechslungsreiches Programm: In der alten Hansestadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, locken eine historische Altstadt mit Kopfsteinpflastergassen, alte Kontore und Speicher, farbenfrohe Jugendstilbauten und der osteuropäische Charme eines riesigen Marktes für Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Von dort beziehen auch viele der unzähligen Rigaer Restaurants ihre Lebensmittel, um sie frisch zuzubereiten. Und selbst für Badeurlauber hat Riga mit kilometerlangen, feinen Sandstränden in unmittelbarer Nähe einiges zu bieten.

Stadtspaziergang

Wer nur einen Tag Zeit hat oder die schönsten Ecken Rigas an einem Tag zu Fuß erkunden möchte, dem sei der Stadtspaziergang (–>) ans Herz gelegt. Er führt per pedes durch die Altstadt, das Jugendstilviertel und die um den Stadtkern gelegenen Grünanlagen.

1. Tag: Hanseatisches Flair und Jugendstil


Vormittags

Ein Wochenende in Riga beginnt natürlich in der historischen Altstadt. Sie erstreckt sich am linken Ufer der Düna (lettisch: Daugava) auf gerade einmal einem Quadratkilometer, ist aber für Touristen und Einheimische gleichermaßen der Anziehungspunkt schlechthin. Dennoch findet man hier auch fast menschenleere kleine Gassen.

Die wichtigste Achse durch die Altstadt bildet die Kalku iela [D/E5], die sich vom Freiheitsdenkmal {27} bis zum Rathausplatz {1} zieht. Der Rathausplatz mit Rigas vielleicht meistfotografierter Sehenswürdigkeit, dem Schwarzhäupterhaus {2}, ist ein guter Ausgangspunkt zur Erkundung der Altstadt. Für einen ersten Eindruck lohnt es sich, von hier zu den anderen repräsentativen Plätzen der Altstadt, zum Livenplatz {15} und zum Domplatz {16}, zu laufen. Orientiert man sich dann an den großen Gotteshäusern der Rigaer Altstadt, dem Dom {17}, der Petrikirche {9} und der Johanniskirche {10}, hat man zumindest das Herz des historischen Stadtkerns schon ganz gut erkundet. Vom Turm der Petrikirche, in dessen Spitze man per Aufzug gebracht wird, eröffnet sich ein imposanter Blick über die Dächer des alten Rigas.

Davon, dass Riga eine alte Hansestadt ist, zeugen noch heute viele Speicher und Handelshäuser. Am südöstlichen Rand der Altstadt stehen zahlreiche Speicherhäuser {7} aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Sehenswert sind auch die Drei Brüder {19} mit dem ältesten Handelshaus im Norden der Altstadt oder das im 17. Jahrhundert in prächtigem Barockstil erbaute Reuternhaus {8}, das als Kontor, Wohnung und Warenlager diente.

Überbleibsel der alten Festungsanlage um Rigas Altstadt lassen sich ebenfalls besichtigen: Die markanteste Erscheinung dieser alten Festungsanlage ist der Pulverturm {23} am Nordrand der Altstadt, in dem sich heute das durchaus sehenswerte Kriegsmuseum befindet. An ihn schließt sich die Fußgängerzone Torna iela {22} mit Überresten der alten Stadtmauer an. Zur ehemaligen Festungsanlage gehört auch das Rigaer Schloss {21} im Nordwesten der Altstadt.

Nach dem Rundgang durch die Altstadt bietet sich ein Mittagessen in einem der vielen Restaurants der Altstadt an, zum Beispiel im Milda mit seiner lettisch-litauischen Küche.

Nachmittags

Der Nachmittag steht ganz im Zeichen des Jugendstils. Zwar gibt es auch in der Rigaer Altstadt die einen oder anderen Jugendstilbauten, die glanzvollsten Häuser aus der kurzen Bauphase vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs stehen jedoch in der Alberta iela (Albertstraße) {37} und der Elizabetes iela (Elisabethstraße) {38} in Rigas Neustadt, wo sich eine prächtig verzierte Fassade an die nächste reiht. Rigas Architektur steht den Zentren des Jugendstils wie Paris, Brüssel, Barcelona oder Wien in nichts nach. Vor allem die Bauwerke von Michail Eisenstein (s. Exkurs –>) sind exzentrische, oft fotografierte Meisterwerke der Architektur.

Eindrücke aus dem Inneren einer Jugendstilwohnung bekommt man im Jugendstilmuseum.

Bevor es für den Abend zurück in die Altstadt geht, empfiehlt sich auf dem Rückweg noch ein Besuch der Galleria Riga. Denn auf dem Dach der Einkaufsgalerie befindet sich eine Terrasse, von der man bei einem kühlen Bier oder fruchtigen Cocktail einen herrlichen Blick über Riga genießen kann.

Abends

Das Nachtleben...


Martin Brand besuchte Riga zum ersten Mal im Dezember 2001. Es war kalt, die Stadt war grau und doch versprühte sie unerwartet einen hanseatischen Charme wie Lübeck oder Hamburg. Auf der stürmischen Rückreise über die Ostsee mit der Fähre fast gesunken, reist er nun seit Jahren im Sommer nach Lettland. Martin Brand hat an der Freien Universität Berlin Politikwissenschaft mit Schwerpunkt auf dem östlichen Europa studiert und forscht zur Sozialpolitik in Russland. Seit vielen Jahren leitet, konzipiert und organisiert er für "Ex Oriente Lux Reisen" Studienreisen in den Osten Europas.



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