Museum für byzantinische Kunst
Das Museum beherbergt auch eine Gemäldegalerie und eine Dauerausstellung zum griechischen Unabhängigkeitskampf. Die drei Sammlungen sind Teil der Aktivitäten einer von Präsident Makarios ins Leben gerufenen Stiftung. Über 150 aus ganz Zypern zusammengetragene Ikonen geben einen Überblick über die Entwicklung dieser Kunst vom 8. bis ins 18. Jahrhundert. Der größte Schatz sind die sechs Lynthragomi-Mosaiken (5./6. Jh.) aus der Zeit vor dem Bildersturm - um 1980 von Kunsträubern aus ihrer Kirche im türkischen Machtbereich entwendet, fanden sie erst mit Hilfe amerikanischer Gerichte den Weg ins Museum.
Die ausgestellten Gemälde oft namenloser Meister (15.-19. Jh.) behandeln schwerpunktmäßig Themen aus der griechischen Mythologie und der zyprischen Geschichte sowie religiöse Motive. Höhepunkte sind eine „Schäferidylle“ von Delacroix und der Rubens zugeschriebene „Kopf eines Mädchens“. Der Kern der Sammlung wurde im Auftrag der Stiftung von Nikolas Dikeos, einem in Lyon ansässigen Kunsthändler, auf dem internationalen Kunstmarkt zusammengekauft.
Nur für Spezialisten interessant dürften die alten Landkarten und Bilder des griechischen und zyprischen Unabhängigkeitskampfes sein. Gut vertreten sind hier Pierre Bonirote, ein französischer Philhellene, und verschiedene griechische Maler, z. B. Rallis und Papaloukas.
? 2023 wegen Umbau geschlossen.
CVAR - Zentrum für bildende Kunst
Das von einer Privatstiftung getragene Centre of Visual Arts & Research (CVAR) präsentiert etwa 1500 Gemälde, Drucke, Kostüme und andere Artefakte zur Kulturgeschichte Zyperns seit dem 18. Jahrhundert. Dazu gibt es Souvenirshop und Café, für Fachleute zudem ein Forschungszentrum mit Büchern, Manuskripten, Fotos und Filmen. Zu den Highlights der in einer umgebauten Getreidemühle eingerichteten Dauerausstellung zählen die Ansichten des schottischen Malers von Keith Henderson, die Porträtsammlung zu Zyperns Königin Caterina Cornaro und für meinen Geschmack auch die politischen Karikaturen und historischen Plakate, die im Aufgang zum Obergeschoss für das Reiseland Zypern werben.
Ethnografisches Museum
Stickereien, Trachten, Möbel, land- und hauswirtschaftliches Gerät, dazu im Treppenhaus am Ende der Galerie sogar einige Musikinstrumente - alles in allem 5000 Stücke, die teilweise noch aus dem türkischen Inselteil stammen. Das großzügige Stadthaus aus dem 18. Jahrhundert war der alte Amtssitz des Erzbischofs.
? Di-Fr 9.30-16, Sa 9-13 Uhr. Eintritt 2 €. Archepiskopou Kyprianou (neben d. Bischofspalast), www.cypriotstudies.org. Museum des Befreiungskampfes
Wer keinen Überblick über die Ereignisse hat, kann mit der Sammlung wenig anfangen. Überwiegend griechisch beschriftet, wird anhand verblichener Fotos („Schau, das war Onkel Georgiou!“) der Kampf der EOKA gegen die britische Kolonialherrschaft dokumentiert. Da ein Bild der verkohlten Leiche des Nationalhelden Afxentiou, den die Briten mit einer regelrechten Treibjagd zur Strecke brachten, hier das Essgeschirr Internierter, vergilbte Zeitungsausschnitte, Briefe Gehängter. Der Rundgang endet an den Bildern der „Märtyrer“, übrigens ausnahmslos Männer, und einem nachgebildeten Galgen.
? Mo-Fr 8-14.30 Uhr. Eintritt frei. Beim Bischofspalast.
Motorrad-Oldtimer-Museum
Der Privatsammler Andreas Nikolaou hat über ein Vierteljahrhundert eine beachtliche Sammlung von 160 Motorrad-Oldtimern aufgebaut. Das älteste Stück ist lustigerweise eine New Hudson von 1914. Wir sehen die Entwicklung der Lambretta vom hässlichen Entlein LD 150 zur eleganten Silver Special, die durchaus neben dem klassischen Vespa-Roller bestehen kann.
Neben Weltmarken wie BMW, Moto Guzzi und Triumph zeigt die Ausstellung auch ein wenig zyprisches Lokalkolorit: Da stehen die Maschine des EOKA-Führers Stylianos Lenas und zwei Motorräder der Eskorte von Präsident Makarios.
Postmuseum
Zugegeben, die Exponate sind etwas aus der Mode gekommen. Wer interessiert sich heute noch für Briefmarken? Mit seiner umfangreichen Markensammlung spricht das von einem freundlichen Herrn geführte Museum vor allem die alternden und schrumpfenden Gruppen der Philatelisten und Hobbyhistoriker an. Selbst Raritäten wie Queen Victoria mit dem Stempelaufdruck „Cyprus“ taugen kaum zur Geldanlage oder als Spekulationsobjekte. Ergänzend zur Briefmarkennostalgie gibt’s ein paar alte Gerätschaften wie Telefone, Telegrafen, Fernschreiber und ein Postfahrrad.
Information Es gibt ein kleines Büro mitten im Touristenviertel. Das Personal ist auch in Stressperioden freundlich und zuvorkommend. Mo-Fr 8.30-16, Sa 8.30-14 Uhr.Laiki Geitoniá, Nähe Eleftheria-Platz, Tel. 2267 4264. Verbindungen Stadtbusse: am zentralen Busbahnhof am Solomos-Platz treffen sich die Stadt- und Vorortbusse (Streckenplan am Kiosk, Auskunft unter Tel. 7777 7755, www.publictransport.com.cy). Die Kleinbusse der Linie L 1 fahren bis in den späten Abend alle 30-60 Min. durch die Altstadt. Parken Die besten Möglichkeiten findet man entlang der Stadtbefestigung, z. B. auf den Bastionen Tripoli und Constanza (außer Mi) und im Graben zwischen den Bastionen d’Avila und Constanza.
Verglichen mit den Badeorten ist das Angebot in der Hauptstadt dürftig. Touristen kommen meist nur für einen Tagesausflug, sodass die Hotelklientel überwiegend aus Geschäftsleuten und anderen besteht, die einen beruflichen Anlass für den Besuch in Nikosia haben.
Classic 9, ein kleines, modernes Hotel am Rande der Altstadt. Zimmer teilweise mit Balkon und Blick auf die Stadtmauer, zum Hotel gehören Restaurant und Bar. 94 Rigenas, Tel. 2266 4006, www.classic.com.cy. €€ Centrum 20, nettes Hotel in zentraler Lage (Fußgängerzone) und neben dem Averof (s. u.) die beste Wahl in Nikosia. Helle, geräumige Zimmer, WLAN und freundliches Personal. 15 Pasikratous, Tel. 2245 6444, www.centrumhotel.net. €€ Mein Tipp Asty 17, gut geführtes und instand gehaltenes Mittelklasse-Hotel in einem ruhigen Wohnviertel etwa eine halbe Gehstunde vom Stadtzentrum. Zimmer mit TV, Kühlschrank, WLAN, Balkon, hilfreiches Personal, Parkplatz. 12 Pringipos Karolou, Ágios Dometios, Tel. 2277 3030, www.astyhotel.com. € Das herausgeputzte Altstadtviertel Laiki Geitoniá verleitet geradewegs dazu, nach Besichtigung und Shopping hier in einem schattigen Straßenlokal eine Pause einzulegen. Wer die originellen und authentischen Restaurants bevorzugt, die oft bewusst auf Reklame verzichten, muss sich jedoch abseits der ausgetretenen Pfade bewegen.
Surfbretter auf dem Eleftheria-Platz
Plaka 18, rustikale Taverne mit Garten, bekannt für ihre Grillgerichte, berüchtigt für die üppigen Mezedes - die 30 verschiedenen Schüsselchen bringen auch zyprische Mägen schier zum Platzen. Nur abends, So Ruhetag. Pl. Makariou, Égkomi, Tel. 2235 2898, Facebook. €€€ Pyxida 26, elegantes und hervorragendes Fischlokal mit neo-klassischem Design, auch Plätze im Innenhof. Fangfrischer...