E-Book, Deutsch, 192 Seiten
Brendel Schluss mit Essverboten!
1. Auflage 2018
ISBN: 978-3-86470-545-8
Verlag: Plassen Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Warum Sie sich Ihre Ernährung nicht länger von Pharmalobby & Co diktieren lassen sollten
E-Book, Deutsch, 192 Seiten
ISBN: 978-3-86470-545-8
Verlag: Plassen Verlag
Format: EPUB
Kopierschutz: 0 - No protection
Detlef Brendel ist Autor von Büchern wie 'Wirtschaft im Würgegriff: Wie das Kartellamt Unternehmen blockiert' und 'Die Zucker-Lüge'. In seinen Büchern beschäftigt er sich mit kontrovers diskutierten Themen, der Frage der Steuerung öffentlicher Meinungen und den Grenzen staatlicher Regulation. In seinem neuen Buch deckt er die manipulativen Hintergründe der Anti-Zucker-Kampagnen auf und enttarnt als Erster als Grundlage aktueller Ernährungsempfehlungen eine mangelhafte Studie aus dem Jahr 1947.
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KAPITEL 1
WARUM DIESES BUCH?
Die Dosierung ist extrem. Täglich wird in der Medienberichterstattung gesunde Ernährung angemahnt. Täglich wird die Menschheit mit Negativ-Meldungen über Nahrungsmittel, deren Bestandteile und deren Potenzial, den Körper und vielleicht auch den Geist erkranken zu lassen, traktiert. Ist ein Buch, das diese allgegenwärtigen und variantenreichen Erkenntnisse als Ernährungs-Wahn charakterisiert, erlaubt? Warum schreibt jemand ein Buch, das auf der Basis seriöser wissenschaftlicher Fakten und sauberer Recherche speziell das Thema Zucker analysiert? Ein alternatives Buch könnte so einfach und verlockend sein. Man könnte darin behaupten, die zerstörerische Droge Zucker würde zu geistiger und körperlicher Impotenz und letztlich zu tödlichem Krebs führen. Begeisterte Leser würden zustimmen. Man könnte prognostizieren, die Bevölkerung würde an durch Zucker verursachter Herzverfettung dahinsiechen und nur Strafsteuern und gesetzlich verankerte Müslirezepte könnten diesen Exodus noch aufhalten. In Talkshows zur Rettung der Menschheit würden abstruse Forderungen zur Bevormundung der Verbraucher mit Applaus quittiert. Zustimmung und Auflage wären solchen Büchern, weil sie dem Zeitgeist entsprechen, sicher. Man muss nur in den lauten Chor derjenigen einstimmen, die Zucker als ungesund, als Verursacher von Übergewicht und zahlreichen Krankheiten, als Droge oder sogar als Gift verunglimpfen. Und Zucker ist nur das prominenteste Beispiel. Fett, Fleisch, Eier, Belastungsspuren im Trinkwasser, Giftstoffe im Tee und vielleicht grundsätzlich die in großen Fabrikationen hergestellten Nahrungsmittel – es gibt so viele attraktive Themen, mit denen man ideologisch motivierten Applaus erzielen könnte.
Was verleitet also einen Autor dazu, sich dem plebiszitären Shitstorm derjenigen auszusetzen, deren Vorurteile sich nach Jahren der Zucker-Diskriminierung von unbegründeten Meinungen zu überzeugten Ideologien gewandelt haben? Warum analysiert er, dass viele der heute gepflegten Ernährungs-Ideologien das Resultat von wirtschaftlich erfolgreichen Predigern sind, die sich Angststörungen ihrer jeweiligen Anhänger nutzbar machen? Es ist erstens die Überzeugung, dass auch in einer durch Vorurteile belasteten Situation eine sachliche Diskussion möglich sein muss. Es ist zweitens die Überzeugung, dass der sogenannte Zeitgeist ein schlechter ist, wenn er jeglicher sachlichen Grundlage entbehrt. Und es ist drittens die Überzeugung, dass die permanenten Angriffe auf unsere Ernährung und speziell den Zucker durch Interessen getrieben werden, die nicht mit den Interessen der Verbraucher deckungsgleich sind.
Dem sachlich orientierten Leser soll es Lust auf die Lektüre machen. Und den selbst durch Tatsachen nicht zu irritierenden Ideologen soll an dieser Stelle eine kurze Skizze dessen, was auf den folgenden Seiten zu erwarten ist, als Warnung dienen. Das Buch will Ernährungsmythen aufdecken und zu einem wieder unbeschwerten Umgang mit der Nahrung animieren. Das Buch ist nicht primär eine ernährungswissenschaftliche Betrachtung des Themas Zucker. Die medizinisch unstrittige Erkenntnis, dass Zucker für unser Leben eine existenzielle Bedeutung hat, muss, weil durch eine Vielzahl von Fachpublikationen belegt, nicht durch ein weiteres Buch bekräftigt werden. Und gegen den Zucker gibt es keine wissenschaftlich validen Fakten, die ein sachlich ehrliches Buch füllen könnten. Die Behauptungen der Zucker-Gegner werden deshalb nicht vorrangig unter dem Gesichtspunkt der Ernährung gewürdigt, sondern vor allem unter dem Aspekt ihrer Absicht und ihrer Herkunft. Warum beharren Menschen auf einer Lüge, für die sie keine schlüssigen Belege haben? Warum sind Menschen bereit, ihre Mitmenschen durch falsche Informationen in eine Richtung zu lenken, die eventuelle Probleme nicht löst, sondern sogar zu kontraproduktiven Entwicklungen führt? Warum entwickelt sich ein Meinungsklima, das die Freude an Ernährung nimmt und den Genuss als schädlich erscheinen lässt? Welche politischen Gefahren resultieren aus der Verunsicherung der Verbraucher und dem Meinungsdiktat von Interessengruppen, die für sich in Anspruch nehmen, dass ihre ideologischen Vorstellungen die alleinigen Leitplanken für das richtige Leben sind?
Dieses Buch analysiert einen gigantischen Fake und seine Konsequenzen. Es ist eine beeindruckende Irreführung der Menschen, bei der viele mitmachen, weil es ihnen gut erscheint und sie angeblichen Fachleuten vertrauen. Und man kann es schließlich seit Jahren immer wieder lesen. Die Medien sind Mitgestalter der großen Verunsicherung, entweder als Komplizen von Ernährungsdiktatoren, Anti-Zucker-Gurus oder als Opfer der Defizite an sachlicher Information. Wissenschaftlich fundierte Grundlagen gibt es weder für die Diskriminierung des Zuckers noch für die Glaubenskriege, mit denen Ernährung, Nahrungsmittel und Lebensmittelwirtschaft zunehmend überzogen werden.
Zahlreiche Protagonisten haben für sich aber auch die Vorteile für das eigene Wohlergehen erkannt. Mediziner wollen mit spektakulären Theorien Geld verdienen. Wissenschaftler lassen sich zu Interessenvertretern von Industrien machen, denen sie helfen, mit Angriffen auf den Zucker und die Ernährung insgesamt milliardenschwere Märkte aufzubauen. Ernährungsunternehmen versuchen, den Trend zu nutzen, um sich gegen Wettbewerber durchzusetzen. Und Organisationen, die sich als Schützer der Menschheit gerieren, schreien lauthals, um Geld zu verdienen und ihre Ideologien durchzusetzen, die bei kritischer Betrachtung oft einen durchaus menschenverachtenden Charakter haben.
Eigentlich, wie die sachliche Analyse zeigen wird, geht es auch gar nicht um den Zucker. Mit ihm lässt sich nur so gut argumentieren, weil er als Baustein in vielen Lebensmitteln und fast allen wohlschmeckenden Nahrungsmitteln steckt. Er ist der ideale Hebel für diejenigen, die gegen die heutige Ernährungswirtschaft zu Felde ziehen. Er ist der leicht merkfähige Begriff, um die Verbraucher zu erreichen. Was den Menschen nicht schmeckt, taugt schließlich nicht für den ideologischen Kampf. Beim schmackhaften Zucker ist das etwas anderes. Er ist die Vokabel, mit der neue Krankheitsbilder geschaffen werden sollen, um dann in willigen Märkten mit Erfolg Schlankheitspillen oder Drogen gegen angebliche Drogenabhängigkeit zu verkaufen. Der Zucker ist kein Problem, sondern der arme Sündenbock in einer Strategie mit gewaltigen wirtschaftlichen Interessen. Deshalb steht er als Beispiel im Mittelpunkt der Betrachtung. Er wird am lautesten angegriffen, er soll ein Universal-Verursacher von Krankheiten sein und über seine fiskalische Bestrafung wird sogar in der Politik eine ahnungslose Diskussion angestrengt. Zugleich ist er aber auch der Baustein in der Ernährung, der für eine Vielzahl von Genüssen zuständig ist. Und Genuss ist ein wesentlicher Aspekt der positiven Ernährung.
Die massive Front gegen den Zucker ist facettenreich und scheint bei den Gegnern die Fantasie immer wieder neu zu beflügeln. Behauptungen schaffen jedoch keine Wahrheiten. Zucker ist keine Droge wie Kokain. Der wohlschmeckende Nahrungsmittelbaustein erzeugt keine Sucht. Zucker ruft keine zwangsläufig letalen Krankheiten hervor. Zucker ist nicht der alleinige Verursacher von Übergewicht oder anderen sogenannten Wohlstandskrankheiten. Die medizinische Forschung hat mit Hunderten von wissenschaftlichen Arbeiten dagegen mehr als ausreichend belegt, dass Kohlenhydrate in der Ernährung und speziell der daraus gewonnene Zucker zu den wichtigsten Bausteinen des Lebens zählen. Deshalb gibt es auch keine Studie, die beweisen soll, dass Zucker nicht lebensgefährlich ist. Sie wäre so unsinnig wie eine Studie, die beweisen soll, dass der Organismus nicht durch das zum Überleben wichtige Wasser keinen Schaden nimmt – es sei denn, man ertrinkt darin. Kein seriöser Wissenschaftler käme auf die Idee, beweisen zu wollen, dass diese Bausteine des Lebens nicht krank machen. Vieles kann natürlich die Gesundheit schädigen, wenn zu viel davon konsumiert wird. Eine extreme Menge Kleie kann den Organismus ebenso zum Zusammenbruch bringen wie eimerweise getrunkenes Wasser. Gefährlich ist darum aber keines von beiden.
Strategisch geschickt wird das populäre Stichwort „Verbraucherschutz“ genutzt, um immer wieder die Verunsicherung der Verbraucher zu legitimieren. Vor wem ist der Verbraucher zu schützen? Vor der Lebensmittelwirtschaft, die ihn mit hochwertigen Produkten versorgt? Vor Nahrungsmitteln und Nährstoffen, die der Körper für seine Funktionsfähigkeit braucht? Oder vielleicht vor denjenigen, die mit Hetzparolen oder obskuren Ernährungstheorien Geld verdienen wollen und die danach trachten, uns jeden Genuss zu verbieten?
Die Realität ist beruhigend. Wir essen nicht, wie irreführend behauptet wird, extrem viel Zucker, und Zucker macht überdies nicht krank oder süchtig. Es ist eigentlich nicht kompliziert, sich mit Zucker figurbewusst und gesund zu ernähren. Und Zucker hat auch noch keinen Menschen süchtig gemacht. Wer anderes behauptet, dem fehlt jeder Beweis. Ersatzweise wird argumentiert: Gezuckerte Lebensmittel schmecken uns gut, und das ist schlecht. Wohlgeschmack...




