Brenke | Heilen mit Kälte und Wärme | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: TRIAS

Brenke Heilen mit Kälte und Wärme

Mit der heilsamen Kraft der Thermotherapie Schmerzen lindern und Krankheiten vorbeugen
1. Auflage 2024
ISBN: 978-3-432-11793-5
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark

Mit der heilsamen Kraft der Thermotherapie Schmerzen lindern und Krankheiten vorbeugen

E-Book, Deutsch, 128 Seiten

Reihe: TRIAS

ISBN: 978-3-432-11793-5
Verlag: Enke
Format: EPUB
Kopierschutz: 6 - ePub Watermark



Gesund mit Sauna, Eisbad und Infrarotkabine

Es müssen nicht immer Medikamente sein! Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass sich viele Beschwerden auf natürliche Weise behandeln lassen: Hydro- und Kryotherapie, also der Einsatz von Wasser und Kälte, hemmen gefährliche Entzündungen, die für Krankheiten wie Rheuma, Arthrose oder sogar für Depressionen verantwortlich sind. Sowohl Warm- als auch Kaltreize wirken positiv auf Muskelspannung und Durchblutung, aber auch auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und sind beide erfolgreich in der Schmerztherapie. Effekte zeigen sich nach kurzer Zeit: ein stärkeres Immunsystem mit weniger grippalen Infekten, stabilerer Kreislauf, bessere Stimmung und vor allem weniger Schmerzen.

  • Was hilft wann? Finden Sie ganz einfach die passende Anwendung, ob zur Vorbeugung oder gezielten Behandlung.
  • Vielfältige Methoden: von klassischen Kneipp-Güssen über wärmende Wickel bis hin zum extremen Kaltreiz beim Winterbaden.
  • Praktische Tipps: der richtige Saunaablauf, Verhalten bei Hitzewellen uvm.

Gezielte Heilimpulse setzen mit Kälte und Wärme.

Brenke Heilen mit Kälte und Wärme jetzt bestellen!

Zielgruppe


Gesundheitsinteressierte


Autoren/Hrsg.


Weitere Infos & Material


Wissenswertes über die Hydrotherapie


Kaltes oder warmes Wasser zu Heilzwecken ist schon seit der
Antike bekannt. Durch technische Neuentwicklungen haben sich
die Einsatzmöglichkeiten vervielfacht.

Hydrotherapie ist die Anwendung von Wasser als Wärme- bzw. Kälteträger zu Heilzwecken. Da Wärme und Kälte nicht immer an Wasser gebunden sein müssen, wird in der Medizin oft auch der Sammelbegriff »Hydro- und Thermotherapie« benutzt. Wasser kann je nach Temperatur fest, flüssig oder dampfförmig sein. Wasser in fester Form (Eis) wird Kryotherapie genannt, flüssiges Wasser kommt bei Bädern, Güssen, Wickeln, Auflagen und Ähnlichem zum Einsatz. Wasser in dampfförmiger Form begegnet uns zum Beispiel beim Kopfdampfbad oder in Kurorten als Dampfstrahl, vorwiegend zur Behandlung akuter Rückenschmerzen.

Als Hausmittel können Wärme und Kälte zwar auch bei akuten Erkrankungen angewandt werden, die Domäne der Hydrotherapie sind aber die chronischen Leiden. Hier werden die Reize kurmäßig als sogenannte Reizserie angewandt. Langfristig lösen sie erwünschte Anpassungsprozesse im Körper aus.

In der heutigen Zeit werden besonders aktive Maßnahmen wie sportliche Betätigung, Krankengymnastik und Trainingstherapie propagiert und zur Vorbeugung und Heilung bei unterschiedlichen Krankheiten empfohlen. Wärme- und Kälteanwendungen und damit die Hydrotherapie gehören wie zum Beispiel auch Massagen zu den passiven Maßnahmen. Vermutlich ist das mit ein Grund dafür, dass sie wie viele andere passive Maßnahmen aus dem Bereich der Physiotherapie zu Unrecht eine geringere Wertschätzung erfahren. Dabei wird verkannt, dass Wärme und Kälte tiefgreifende Wirkungen auf viele Funktionskreise haben, nicht nur auf die unmittelbar betroffene Thermoregulation. Diese hat zum Beispiel Vorrang gegenüber der Herz-Kreislauf-Regulation. Die Körperkerntemperatur hat nur eine geringe Schwankungsbreite und ihre Konstanthaltung ist offenbar von höherer Priorität als zum Beispiel ein gleichbleibender Blutdruck. Hydrotherapeutische Reize beeinflussen daher auch das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel, das Immunsystem und andere Organsysteme. Außerdem schaffen die »passiven Anwendungen« wie die Hydrotherapie durch die häufig mit ihnen verbundene Schmerzlinderung und bessere Beweglichkeit oft erst die Voraussetzung für den Einsatz »aktiver« Therapien.

Hinzu kommt ein eher psychologischer Aspekt, der erklärt, weshalb uns besonders das warme Wasser so angenehm ist. Das Leben ist aus dem Wasser entstanden; auch der Mensch verbringt die erste Zeit seines Lebens geschützt und geborgen im Fruchtwasser der Gebärmutter seiner Mutter. Das ist sicher auch ein Grund dafür, dass in vielen Fällen besonders warmes Wasser das Gefühl der Geborgenheit, der Ruhe und des Schutzes vermittelt. 37 °C warme Bäder können zum Beispiel Ängstlichkeit und Schmerzen während der Wehen schwangerer Frauen deutlich reduzieren.(1) Vielleicht erklärt das auch die zeitweise große Beliebtheit von Entbindungen im Wasserbecken.

Noch länger als die Anwendung von warmem Wasser zu Heilzwecken werden Kaltreize empfohlen. Das mag auch damit zusammenhängen, dass es in früheren Zeiten nicht immer einfach war, warmes Wasser in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben. Warme Quellen sind zum Beispiel seltener als natürlich vorkommendes kaltes Wasser.

Im Altertum wurden von Hippokrates, Celsus und Galen kalte Getränke zur Behandlung von Fieber empfohlen; Eis wurde zur Therapie von Entzündungen und Blutungen verwandt.

Spektakulär erscheinen erste Amputationen mit Eisanwendungen zur Senkung der Schmerzempfindlichkeit in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Der leitende Militärarzt unter Napoleon, Larrey, beschrieb fast schmerzfreie Amputationen in einem der Kriege von 1807 bei Temperaturen von kälter als –10 °C (Schlacht von Preußisch-Eylau). Weite Verbreitung fand diese Methode der Schmerzausschaltung aber erst Ende des 19. Jahrhunderts, als es technisch möglich war, Kälte künstlich zu erzeugen.

Reportagen und Berichte über das Eisbaden


In den letzten Jahrzehnten hat sich eine extreme Sportart etabliert – das Eisbaden oder Winterschwimmen, also das Baden in einem natürlichen Gewässer bei winterlichen Temperaturen.

Die Entwicklung des heute betriebenen Sports verlief in der letzten Zeit in den einzelnen Ländern unterschiedlich. Mancherorts hat sich das Eisbaden aus dem Rettungsschwimmen heraus entwickelt, was erklärt, warum das Abschwimmen vorgegebener Strecken oder bestimmte Aufenthaltszeiten im Wasser angestrebt werden. An anderen Orten wie im Osten von Deutschland stand der Gedanke an Freizeit und Abhärtung im Vordergrund und die Aufenthaltsdauer im Wasser richtet sich nur nach dem eigenen Wohlbefinden. Dieses Vorgehen ist wesentlich ungefährlicher und daher zu begrüßen.

Reportagen über das Eisbaden und andere extreme Aktionen in Kälte sind zu bestimmten Jahreszeiten auch im Fernsehen sehr beliebt. So berichtete »arte« 2023 über den russischen Abenteurer Fedor Konyukhov, der zwei Wochen auf einer driftenden Eisscholle am Nordpol zubrachte und Bilder malte. Er wurde von dem russischen Eisbrecher »50 Jahre Sieg« dorthin gebracht und wieder abgeholt. Für Touristinnen und Touristen des Eisbrechers gehört Eisbaden am Nordpol zum Programm – allerdings geschieht das in Schutzanzügen. Wachposten bewachen dabei das Geschehen, da eine Gefahr von hungrigen Eisbären ausgeht.(2)

Die Finnin Elina Mäkinen


Ebenfalls 2023 brachte »arte« einen Bericht über das Baden im Eiswasser – nun aber ohne Schutzanzug. Dabei wurde über die junge Elina Mäkinen aus Kuusamo in Finnland berichtet, die das Eisbaden täglich für mehrere Minuten (jedoch nicht länger als 10 Minuten) betreibt. Schon als Kind begann sie mit diesem Sport. In dem Bericht ist zu sehen, dass sie sich zunächst im zugefrorenen Wasser auf Spitzbergen ein Loch in die dicke Eisdecke bohrte und sägte. Bei anderen Versuchen war das Loch groß genug, um darin zu schwimmen. Die Lufttemperatur betrug –20 °C, bei einem Versuch auch –30 °C, die Wassertemperatur 0 °C. Als problematisch schätzte die junge Frau besonders die Gefahr von Erfrierungen beim Aussteigen aus dem Wasser ein. Sie hatte eine Decke und Filzstiefel am Rand des Eislochs platziert, um den Kontakt mit dem Eis kurz zu halten und nicht am Eis festzufrieren.

Auch sonst birgt das Schwimmen bei derartigen Temperaturen nach Meinung von Experten in der Dokumentation Risiken. Kälteexposition belastet das Herz und kann die Bronchien verengen. Die Blutgefäße der Haut stellen sich ebenfalls eng. Blutdruck und Puls steigen kurzfristig an, Herzrhythmusstörungen könnten ausgelöst werden. Die Eisschwimmerin Elina meint, dass sie in einem größeren Becken länger aushalten würde, da sie dort schneller schwimmen und mehr Wärme produzieren könne. Das Aufwärmen nach dem Bad sollte langsam erfolgen, damit der Kreislauf nicht überfordert wird. Oft benutzt sie dazu die Sauna. Die folgende Aussage der Sportlerin ist bemerkenswert: »Winter und Kälte sind für mich sehr wichtig. Kälte ist mein Allheilmittel. Sie tut meiner Seele gut und hilft gegen den Stress. Sie lindert Verspannungen im Körper und kurbelt den Kreislauf an. Außerdem kann ich jeden Tag in einem anderen Eisloch schwimmen, in einer anderen Umgebung sein. Das ist Teil des Vergnügens.« Nach dem Eisbad besteht in der Regel ein bis zu einer Stunde anhaltendes Muskelzittern. 15 Minuten Zittern sollen übrigens so effektiv sein wie eine Stunde Training im Fitnessstudio.

Die Extremsportlerin versuchte sich auch daran, als erste Finnin die »Eismeile« vor Spitzbergen zu schwimmen, was rund 30 Minuten Schwimmen bei extremer Kälte bedeuten würde. Das erfordert hohe körperliche Leistungsfähigkeit und Kälteresistenz. Elina reagiert weniger stark beim Kontakt mit kaltem Wasser als ein Ungewohnter, ihr Risiko sieht sie vielmehr in der 2. Phase, beim Abkühlen der Muskeln und Nerven, was die Leistungsfähigkeit reduziert. Das lässt sich nicht trainieren, kalte Nerven funktionieren ebenso wie ausgekühlte Muskeln nicht mehr. Einen Schutz könnte mehr Körperfett bieten, ebenso ein Neopren-Anzug oder das Auftragen von Fett wie Lanolin (Fett aus der Schafswolle). Die Abkühlung der Extremitäten kann gravierender sein als eine Hypothermie (Abfall der Körpertemperatur auf unter 35–36 °C), weil bei Abkühlung der oberflächlichen Muskeln und Nerven die Fähigkeit zum Schwimmen noch vor Einsetzen der Hypothermie verloren gehen kann. Die Funktionsfähigkeit von Nerven und Muskeln nimmt bereits bei leichtem Auskühlen ab. Den Versuch, die Eismeile auf Spitzbergen abzuschwimmen – was prinzipiell lebensbedrohlich sein kann –, hat Elina abgebrochen.

In Oulu in Finnland gibt es ein Labor für Thermophysiologie des finnischen Instituts für Arbeitsmedizin. Hier wurde die Sportlerin Elina daraufhin untersucht, wie sich die Kälte auf ihre Leistungsfähigkeit auswirkt. So wurden zum Beispiel die maximale Druckkraft der Hand sowie motorische Fähigkeiten und intellektuelle Leistungsfähigkeit wie sprachlogisches Denken vor und nach Kälteexposition gemessen. Außerdem wurde unter ärztlicher Überwachung getestet, wie lange sie unter Laborbedingungen in einem Eiswasserbecken aushalten kann. Nach 45 Minuten Eisbad wurde der Versuch abgebrochen, die Körperkerntemperatur war auf 35 °C gesunken. Unter 35 °C würde man von einer Hypothermie sprechen, erkennbar an geistiger...


PD Dr. med. Rainer Brenke ist Facharzt für Innere Medizin, Dozent für Naturheilverfahren für Ärzte und Experte auf den Gebieten Hydrotherapie, Sauna und Lymphologie. Seit Jahrzehnten forscht er zur Wirkung von Wärme- und Kältetherapie, auch in seiner Funktion als beratender Arzt des Dt. Saunabundes. Dr. Brenke studierte Humanmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin und absolvierte die Facharztausbildung zum Internisten an der Charité Berlin. Danach war er viele Jahre als Assistenzarzt, Forschungsbeauftragter und zuletzt 1. Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Physikalische Medizin und Rehabilitation in der Charité tätig. Von 1994 bis 2000 arbeitete er als Chefarzt der Abteilung Naturheilverfahren und Ärztlicher Direktor des Kreiskrankenhauses Simbach am Inn in Niederbayern, von 2000 bis 2011 hatte er die gleiche Position in der Hufeland-Klinik in Bad Ems inne. Seit 2011 bietet Dr. Brenke Weiterbildungen für Physiotherapeuten in Berlin besonders im Bereich Lymphologie an.



Ihre Fragen, Wünsche oder Anmerkungen
Vorname*
Nachname*
Ihre E-Mail-Adresse*
Kundennr.
Ihre Nachricht*
Lediglich mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Wenn Sie die im Kontaktformular eingegebenen Daten durch Klick auf den nachfolgenden Button übersenden, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Ihr Angaben für die Beantwortung Ihrer Anfrage verwenden. Selbstverständlich werden Ihre Daten vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben. Sie können der Verwendung Ihrer Daten jederzeit widersprechen. Das Datenhandling bei Sack Fachmedien erklären wir Ihnen in unserer Datenschutzerklärung.