Breuch / Müller | Fachpflege Nephrologie und Dialyse | E-Book | sack.de
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Breuch / Müller Fachpflege Nephrologie und Dialyse



5. Auflage 2014, 545 Seiten, eBook
ISBN: 978-3-437-16914-4
Verlag: Urban & Fischer Verlag - Nachschlagewerke
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Breuch / Müller Fachpflege Nephrologie und Dialyse

Gut gerüstet für den Einsatz in der Dialyse Modernste Dialysetechnik heute: Wie bleiben Sie als Pflegende auf dem aktuellen Stand? Das bewährte Fachbuch 'Fachpflege Nephrologie und Dialyse' bietet das Wissen der Spezialisten, orientiert am Curriculum für die Fachweiterbildung - in allen Details, exakt auf den Arbeitsalltag und alle Ausnahmen zugeschnitten. Alle Kapitel sind gezielt auf die praktische Umsetzbarkeit pflegerischer Anforderungen ausgerichtet: Das betrifft die detaillierte Darstellung komplexer Sachverhalte und die Nennung von 'Best-Practise'-Vorgaben. Punktiert und kompakt finden Sie alle wichtigen Themen von der Physiologie bis hin zu medikamentösen Therapien. Eine verständliche und anschauliche Schreibweise stellt sicher, dass auch Einsteiger die komplexen Zusammenhänge der Nephrologie und Dialyse verstehen. Alte Hasen können mit diesem Werk ihr Wissen auffrischen oder vertiefen. So werden Ihnen als Fachkraft die nötigen 'Werkzeuge' an die Hand gegeben, um Patienten das Leben mit und an der Dialyse zu erleichtern. Das erwartet Sie in 'Fachpflege Nephrologie und Dialyse': Alle Grundlagen der Nephrologie und Dialyse von Anatomie bis Wasseraufbereitung Pflege aller Patientengruppen von Akutversorgung bis Vorbereitung zur Transplantation Alle Dialyseverfahren im Detail von Hämo- bis Peritonealdialyse

Weitere Infos & Material


1;Front Cover;1
2;Fachpflege Nephrologie und Dialyse;4
3;Copyright;5
4;Geleitwort;6
5;Vorwort;7
6;Vita der Herausgeber;8
7;Inhaltsverzeichnis;9
8;Einführung;16
8.1;Strukturen der nephrologischen Weiterbildung;17
8.2;Aufbau der nephrologischen Weiterbildung;18
9;KAPITEL 1 - Anatomie und Physiologie der Niere;22
9.1;1.1 Lage und Anatomie der Nieren;22
9.2;1.2 Feinbau der Niere;23
9.3;1.3 Funktionen der Niere;25
10;KAPITEL 2 - Nierenerkrankungen;30
10.1;2.1 Diagnostik von Nierenerkrankungen;30
10.2;2.2 Krankheitsbilder und deren Therapie;40
10.3;2.3 Langzeitkomplikationen von Nierenerkrankungen;59
10.4;2.4 Diabetes mellitus und Niereninsuffizienz;73
10.5;2.5 Arterielle Hypertonie und Niereninsuffizienz;85
10.6;2.6 Medikamentöse Therapie bei Niereninsuffizienz;93
10.7;2.7 Prävention;103
11;KAPITEL 3 - Die Pflege von Menschen mit dialysepflichtiger Niereninsuffizienz;106
11.1;3.1 Pflegewissenschaftliche Grundlagen nephrologischer Pflege;106
11.2;3.2 Nephrologische Pflege nach dem Modell der „Fördernden Prozesspflege“;116
12;KAPITEL 4 - Sozialrechtliche Aspekte;136
12.1;4.1 Der gesetzliche Krankenversicherungsschutz SGB V;136
12.2;4.2 Das Schwerbehinder­ten­gesetz SGB IX;139
12.3;4.3 Renten und Rentenantragsstellung SGB VI;140
12.4;4.4 Die häusliche Versorgung hilfsbedürftiger Patienten;141
13;KAPITEL 5 - Psychologische Aspekte in der Betreuung von Dialysepatienten;144
13.1;5.1 Der menschliche Organismus: eine Einheit;144
13.2;5.2 Die Situation des Dialysepatienten;145
13.3;5.3 Die Kommunikation;147
13.4;5.4 Die Gesprächsführung;152
13.5;5.5 Der Umgang mit Patienten in schwierigen Lebenssituationen;154
14;KAPITEL 6 - Blutreinigungsverfahren;158
14.1;6.1 Historische Entwicklung der Blutreinigungsverfahren;158
14.2;6.2 Gefäßzugänge;169
14.3;6.3 Physikalische Grundlagen;200
14.4;6.4 Wasseraufbereitung und Dialysierflüssigkeiten;206
14.5;6.5 Der Dialysator;225
14.6;6.6 Gerätetechnik und gesetzliche Grundlagen;238
14.7;6.7 Vorbereitung des Patienten;272
14.8;6.8 Antikoagulation;279
14.9;6.9 Komplikationen und Notfallmanagement in der Dialyse;289
14.10;6.10 Effektivität der Behandlung;306
14.11;6.11 Ernährung für Menschen mit Niereninsuffizienz;312
14.12;6.12 Hygiene;332
15;KAPITEL 7 - Blutreinigungsverfahren im Einzelnen;350
15.1;7.1 Hämodialyse (HD);350
15.2;7.2 Heim-Hämodialyse (HHD);381
15.3;7.3 Hämofiltration (HF);388
15.4;7.4 Hämodiafiltration (HDF);392
15.5;7.5 Kontinuierliche Nierenersatztherapien;396
15.6;7.6 Spezielle Aspekte der Akutdialyse;403
16;KAPITEL 8 - Peritonealdialyse;410
16.1;8.1 Funktionsweise der Peritonealdialyse;410
16.2;8.2 Funktion des Peritoneums als semipermeable Membran;410
16.3;8.3 Physikalische Prinzipien;412
16.4;8.4 Indikationen/Kontraindikationen für die Peritonealdialyse;413
16.5;8.5 Vor- und Nachteile der Peritonealdialyse;414
16.6;8.6 Der PD-Katheter;415
16.7;8.7 Der Beutelwechsel;417
16.8;8.8 Zusammensetzung der Peritonealdialyselösungen;418
16.9;8.9 Behandlungsverfahren der PD;419
16.10;8.10 Patientenschulung;421
16.11;8.11 Kontrolle der Effektivität;423
16.12;8.12 Komplikationen der Peritonealdialyse;426
17;KAPITEL 9 - Nierentransplantation;434
17.1;9.1 Vorbereitung des Empfängers zur Nierentransplantation;435
17.2;9.2 Immunologische Aspekte der Nierentransplantation;438
17.3;9.3 Transplantationsgesetz;440
17.4;9.4 Die Organspende;442
17.5;9.5 Transplantation – Nachsorge des Empfängers;451
17.6;9.6 Lebendspende;454
17.7;9.7 Aktueller Stand;455
18;KAPITEL 10 - Spezielle extrakorporale Blutreinigungsverfahren;458
18.1;10.1 Hämoperfusion/Hämodiaperfusion;458
18.2;10.2 Apherese-Verfahren;462
18.3;10.3 Leberunterstützungs­therapien;486
19;KAPITEL 11 - Spezielle Aspekte der Nierenersatztherapie bei Kindern und Jugendlichen;496
19.1;11.1 Chronisches Nierenversagen (CNV);496
19.2;11.2 Akutes Nierenversagen (ANV);497
19.3;11.3 Diagnostik;497
19.4;11.4 Nierenersatztherapie bei Kindern;499
19.5;11.5 Komplikationen der chronischen Niereninsuffizienz bei Kindern;503
19.6;11.6 Ernährung;505
19.7;11.7 Psychosoziale Aspekte;506
19.8;11.8 Nierentransplantation bei Kindern;506
20;KAPITEL 12 - Rahmenbedingungen nephrologischer Fachpflege;508
20.1;12.1 Professionelle nephro­logische Pflege im Kontext;508
20.2;12.2 Prozesse der nephrologischen Versorgung;510
20.3;12.3 Selbstmanagement Patient und Pflege;512
20.4;12.4 Beratung und Schulung;514
20.5;12.5 Qualitätsmanagement­systeme im Gesundheitswesen;515
21;Anhang;528
21.1;Abkürzungsverzeichnis;528
21.2;Anerkannte Weiterbildungsstätten;529
21.3;Abbildungsnachweis;531
21.4;Literaturverzeichnis;532
21.5;Sachregister;536
22;IBC;544


Kapitel 1 Anatomie und Physiologie der Niere
Eckhard Müller Da die Nephrologie die „Lehre von der Niere“ ist, müssen wir uns zu Beginn mit dem Organ, um das sich alles dreht, näher befassen: der Niere. 1.1 Lage und Anatomie der Nieren
Die paarig angelegten Nieren liegen beidseits der Wirbelsäule im hinteren Bauchraum unterhalb des Zwerchfells in Höhe des 12. Brust- bis ca. 3. Lendenwirbels (Abb. 1.1). Sie befinden sich außerhalb des Bauchfells (Peritoneum), d. h. retroperitoneal. Wegen der darüber befindlichen Leber liegt die rechte Niere meist etwas tiefer. Die Milz oberhalb der linken Niere verdrängt diese in der Regel nicht. Jede der bohnenförmigen braunroten Nieren wiegt ca. 120–200 Gramm und ist ja nach Körpergröße etwa 4 cm dick, 5–6 cm breit und 11 cm lang. Die Nieren haben einen oberen und unteren Pol, eine nach vorne (ventral) und eine nach hinten (dorsal) gerichtete Fläche, eine konvexe Außenseite und eine konkave Innenseite, in deren Krümmung sich die Nierenpforte (Hilus) befindet. Gefäße, Nerven und Harnleiter münden in der Nierenpforte in die Nieren bzw. führen aus ihr heraus. Die Nieren selber sind von einer festen, fibrösen Kapsel umhüllt und in eine Fettschicht eingebettet. Mit dieser und den an jedem oberen Nierenpol gelegenen Nebennieren (endogene Drüsen, die unter anderem Stress- und Geschlechtshormone produzieren), stecken sie gemeinsam wiederum in einen Bindegewebssack (Faszia Gerota). Abb. 1.1 Anatomischer Lageplan. [L190] Auf einem Längsschnitt durch eine Niere (Abb. 1.2) kann man eine äußere Rindenschicht und eine innere Markschicht erkennen. Die Rinde ist fein gekörnt, das Mark bildet zum Hilus hin kegelförmige, etwas streifige Ausläufer, die Markpyramiden. Die Spitze dieser Pyramiden nennt man Nierenpapillen. Jede Nierenpapille ragt in einen trichterförmig erweiterten Hohlraum, den Nierenkelch. Die Nierenkelche führen den Harn in das Nierenbecken. Von dort aus transportiert der Harnleiter den Harn weiter in die Harnblase, von der aus die Harnröhre den Urin aus dem Körper entlässt. Abb. 1.2 Nierenpräparat. [E730-2] Die Blutversorgung erfolgt jeweils über die aus der Aorta entspringende Nierenarterie (Arteria renalis), die sich bereits vor dem Hilus in einen vorderen und hinteren Hauptstamm aufteilt, der jeweils wiederum Segmentarterien für die einzelnen Nierenabschnitte abgibt. Auch diese verzweigen sich weiter und finden ihr kapilläres Ende in den Vasa afferentia (1.2) der Nierenkörperchen. Die daraus austretenden Vasa efferentia münden schlussendlich im Bereich des Hilus in die Vena renalis, die in die untere Hohlvene führt. Die Nervenversorung der Nieren erfolgt sympathisch aus dem Plexus coeliacus und parasympathisch aus dem N. vagus. Neben der schmerzempfindlichen Nierenkapsel verlaufen einige Nerven aus dem sakralen Nervengeflecht, weswegen Schmerzen aus den Nieren oft in den Rücken, die Leistenregion oder die Genitalien ausstrahlen. 1.2 Feinbau der Niere
Feinbau und Funktion der Niere bedingen einander und lassen sich am besten vom Gefäßsystem ausgehend betrachten. Bereits erwähnt ist die arterielle Blutversorgung aus der Arteria renalis. Die genannte Endstrombahn der Nierenarterie sind die „Blut zuführenden“ Vasa afferentia (Einzahl: Vas afferens), die in ein arterielles Gefäßknäuel, das Glomerulum münden. Alle Glomerula (oder Glomeruli) sind jeweils von einer Kapsel (Bowman-Kapsel) umhüllt. Aus den Gefäßen wird Flüssigkeit (Primärharn) in den Raum zwischen den Gefäßen und der äußere Kapselschicht gepresst. Glomerulum und Bowman-Kapsel bilden gemeinsam die Nierenkörperchen, von denen es in der jeder Niere etwa eine Million gibt. Von einer Bowman-Kapsel geht das Nierenkanälchen (Tubulus) als Abflussweg für den Primärharn ab. Der erste Teil dieses Nierenkanälchens ist stark gewunden und befindet sich noch in der Nierenrinde (proximales Konvolut). Diesem schließt sich die Henle-Schleife an, ein U-förmiger, sehr schmaler Abschnitt der Nierenkanälchen, der bis ins Nierenmark hineinreicht. Im Anschluss an einen aufrechten dickeren Teil wandert das Nierenkanälchen in gewundener Form wieder zurück in die Nierenrinde (distales Konvolut) und berührt dort zuletzt wieder das Vas afferens (juxtaglomerulärer Apparat). Die Länge eines Nierentubulus beträgt etwa 2 cm. Die Tubuli sind von einem dichten Gefäßnetz umgeben, das aus den Vasa efferentia (= Blut abführende Arterien) des Glomerulums entspringt und einen intensiven Stoff- und Flüssigkeitsaustausch ermöglicht. Ein Nierenkörperchen mit anschließendem Tubulus nennt man Nephron (Abb. 1.3). Schließlich münden die Nierenkanälchen mehrerer Nephrone in Sammelrohre von größerem Durchmesser, die ebenfalls etwa 2 cm lang sind. Aus den Sammelrohren fließt der Harn durch das Nierenmark und im Bereich der Pyramidenspitzen in die Nierenkelche. Abb. 1.3 Nephron. [L190] Mesangium nennt man Bindegewebszellen innerhalb und außerhalb des Nierenkörperchens, dessen Zellen (Mesangiozyten) die Kapillarwände stabilisieren, die aber auch an der Informationsweiterleitung bei Regulationsvorgängen (tubuloglomeruläres Feedback) beteiligt sind. Die extraglomerulären Mesangiumzellen sind Bestandteil des juxtaglomerulären Apparates. Im Rahmen des tubuloglomerulären Feedbacks wird die Filtration des Nephrons reguliert. Bei Zunahme des NaCl-Gehalts im distalen Konvolut kommt es über eine Sensorfunktion der Macula densa, Teil des juxtaglomerulären Apparats im distalen Tubulus, zu einer Reduktion der glomerulären Filtrationsrate desselben Nephrons. Dabei induziert das Mesangium eine Verengung des Vas afferens. Dieser Mechanismus schützt das Einzelnephron vor Hyperfiltration. 1.3 Funktionen der Niere
1.3.1 Harnbildung
Die Nieren übernehmen regulative Aufgaben im Elektrolythaushalt, im Wasserhaushalt (Volumenregulation) und im Säure-Basen-Haushalt und dienen außerdem der Entgiftung des Körpers. Damit die Nieren alle diese genannten Aufgaben erfüllen können, müssen sie sehr gut durchblutet sein. Pro Minute werden sie von rund 1 Liter Blut durchströmt. Primärharn Im Glomerulum herrscht recht unabhängig vom arteriellen Blutdruck ein Druck von ca. 50 mmHg. Dieser wird durch die Fähigkeit der Niere zur Autoregulation des eigenen Blutdrucks aufrecht gehalten. Er führt dazu, dass aus den Gefäßschlingen Primärharn abgepresst wird (Glomeruläre Filtration: 0,12 Liter pro Minute = 170 Liter pro Tag). Der Primärharn enthält neben Wasser auch im Blutplasma gelöste Substanzen bis zu einer gewissen Molekülgröße, da nur klein- und mittelmolekulare Substanzen den glomerulären Filter passieren. Hochmolekulare (große) Substanzen wie z. B. Eiweiße werden nicht filtriert. Betrachten wir dazu das Glomerulum noch etwas näher: Die Bowman-Kapsel besteht aus zwei Schichten, einem die Kapsel formenden äußeren Plattenepithel und einer den Kapillaren direkt anliegenden inneren Schicht aus spezialisierten Podozyten. Zwischen Kapillaren und Podozyten liegt eine gemeinsame dünne Basalmembran als Filterschicht; gemeinsam fungieren die drei als Blut-Harn-Schranke (glomerulärer Filter). Sowohl die Mikroanatomie dieser Schranke als auch ihre chemische Zusammensetzung entscheidet darüber was glomerulär filtriert wird und was nicht (Selektion nach Größe und elektrischer Ladung der Moleküle). MERKE Filtrationsdruck zwischen Kapillare und Kapsel: a. hydrostatischer Druck („Blutdruck“) presst Flüssigkeit ab. b. kolloidosmotischer (Wasserbindungssog von Teilchen im Blut als negativer Druck) Druck hält Flüssigkeit zurück. Der hydrostatische Druck im Glomerulum ist recht konstant. Da Flüssigkeit...


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