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Bringezu / Schreiner | Lehrbuch der Entstauungstherapie | E-Book | www.sack.de
E-Book

E-Book, Deutsch, 287 Seiten

Bringezu / Schreiner Lehrbuch der Entstauungstherapie

Band 1: Grundlagen, Beschreibung und Bewertung der Verfahren
2. Auflage 2006
ISBN: 978-3-540-31192-8
Verlag: Springer-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)

Band 1: Grundlagen, Beschreibung und Bewertung der Verfahren

E-Book, Deutsch, 287 Seiten

ISBN: 978-3-540-31192-8
Verlag: Springer-Verlag
Format: PDF
Kopierschutz: Adobe DRM (»Systemvoraussetzungen)



Physiotherapeuten, Masseure und Ergotherapeuten finden in diesem zweibändigen Werk alles, was sie über Physikalische Entstauungstherapie und ihre praktische Anwendung wissen sollten. Sie lernen sämtliche Verfahren und deren Einsatz im Behandlungsalltag kennen und praktisch anzuwenden. BAND 1 enthält die praxisrelevanten medizinischen Grundlagen. Die vergleichende Bewertung bietet Orientierungshilfe für deren Einsatz in der Praxis. Optisch betonte "Gedächtnisstützen" und durchgehend farbige Illustrationen erleichtern es Lernenden und Praktikern, die Fülle der Inhalte zu verarbeiten und bei Bedarf im Praxisalltag aufzufrischen.

Geschrieben für: Physiotherapeuten (Masseure und Krankengymnasten), Ergotherapeuten in der Weiterbildung

Schlagworte:
Brustamputation
Lymphödeme
Manuelle Lymphdrainage
Sportmedizin
Unfallheilkunde

Bringezu / Schreiner Lehrbuch der Entstauungstherapie jetzt bestellen!

Weitere Infos & Material


1;Geleitwort;7
2;Vorwort zur 2. Auflage;9
3;Vorbemerkungen zum Konzept des Buchs;11
4;Beitragsautorinnen und –autoren;13
5;Inhaltverzeichnis;15
6;A Allgemeine theoretische Grundlagen --- G. Bringezu, T. Galic, O. Schreiner;20
6.1;1 Blutkreislauf, Interstitium und Lymphgefäßsystem --- O. Schreiner;22
6.1.1;1.1 Einleitung: Salz-Wasser-Haushalt;24
6.1.2;1.2 Das Blut – Zusammensetzung und Aufgaben;25
6.1.3;1.3 Aufbau und Aufgaben des Blutgefäßsystems;28
6.1.4;1.4 Unterschiede zwischen Hochdruckund Niederdrucksystem;29
6.1.5;1.5 Terminale Strombahn und die Stoffaustauschvorgänge zwischen Kapillaren und Gewebe;33
6.1.6;1.6 Interstitium/ Zusammensetzung der Körperfl üssigkeiten;41
6.1.7;1.7 Lymphpfl ichtige Lasten/Stoff e;44
6.1.8;1.8 Lymphbildung/Lymphfl üssigkeit;45
6.1.9;1.9 Abschnitte und Größenordnung der Lymphgefäße;45
6.1.10;1.10 Topographie des Lymphgefäßsystems;60
6.2;2 Ödeme/Ödempathophysiologie --- G. Bringezu, T. Galic, O Schreine;82
6.2.1;2.1 Defi nition des Begriff s »Ödem«;83
6.2.2;2.2 Ätiopathophysiologie der Ödeme;84
6.2.3;2.3 Nomenklatur der verschiedenen Ödeme;87
6.3;3 Literatur;98
7;B Entstauende Maßnahmen im Überblick --- G. Bringezu, P. Eck, T. Galic, A. Gattwinkel, O. Schreiner, H. Seidl,;102
7.1;4 Die Therapieform Manuelle Lymphdrainage --- G. Bringezu, O. Schreiner;104
7.1.1;4.1 Geschichte;106
7.1.2;4.2 Grundlagen der Griff technik;107
7.1.3;4.3 Charakteristika der Grundund Sondergriff e;112
7.1.4;4.4 Wirkungsweise der Manuellen Lymphdrainage;114
7.1.5;4.5 Indikationen und Behandlungsempfehlungen;118
7.1.6;4.6 Kontraindikationen und Einschränkungen;120
7.1.7;4.7 Reihenfolge der Grundgriffe und häufigste Sonder- bzw. Ergänzungsgriff e;125
7.1.8;4.8 Die speziellen Lymphödemgriffe;159
7.1.9;4.9 Schlussbemerkungen/Das Problem des zeitlichen Aufwandes;167
7.2;5 Die Kompressionstherapie --- G. Bringezu, P. Eck, A. Gattwinkel, O. Schreiner;172
7.2.1;5.1 Prinzipielle Mechanismen;173
7.2.2;5.2 Komprimierende Materialien und Verfahren;174
7.2.3;5.3 Einsatzmöglichkeiten bei unterschiedlichen Ödemformen;189
7.2.4;5.4 Kontraindikationen und Einschränkungen;190
7.2.5;5.5 Wichtige Hinweise für die Praxis;192
7.3;6 Entstauende Wirkung der Muskel- und Gelenktätigkeit --- O. Schreiner;202
7.3.1;6.1 Prinzipielle Mechanismen;203
7.3.2;6.2 Die Muskel- und Gelenkpumpmechanismen an den unteren Extremitäten;205
7.3.3;6.3 Die Muskel- und Gelenkpump -mechanismen an den oberen Extremitäten;214
7.3.4;6.4 Bedeutung der Muskel- und Gelenkpumpe an den Extremitäten: Zusammenfassung;221
7.3.5;6.5 Unterschiedliche Auswirkungen der Muskel- und Gelenkpumpe auf die einzelnen Ödeme;222
7.3.6;6.6 Kontraindikationen und Einschränkungen;223
7.4;7 Resorptionsförderung durch elektrotherapeutische Maßnahmen --- T. Galic, O. Schreiner;224
7.4.1;7.1 Wirkungsspektrum monophasischer Impulsströme;225
7.4.2;7.2 Zusammenfassung;228
7.4.3;7.3 Behandlungsparameter;228
7.4.4;7.4 Vorteile der elektrotherapeutischen Resorptionsförderung;229
7.4.5;7.5 Indikationsspektrum;229
7.4.6;7.6 Einschränkungen und Kontraindikationen;230
7.4.7;7.7 Praxis der elektrotherapeutischen Resorptionsförderung;231
7.5;8 Der Stellenwert der Atmung für den venösen und lymphatischen Rückfl uss --- O. Schreiner;234
7.5.1;8.1 Prinzipielle Mechanismen;235
7.5.2;8.2 Therapeutisch nutzbare Auswirkun gen von Inspiration und Exspiration auf die rückführenden Gefäße;238
7.5.3;8.3 Unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Ödeme;240
7.5.4;8.4 Kontraindikationen und Einschränkungen;241
7.6;9 Entstauende Wirkung durch Lagerung --- O. Schreiner;242
7.6.1;9.1 Prinzipielle Mechanismen;243
7.6.2;9.2 Auswirkungen der Lagerung auf die einzelnen Ödeme;246
7.6.3;9.3 Kontraindikationen und Einschränkungen;247
7.7;10 Ödemverringerung durch Kühlung --- O. Schreiner;248
7.7.1;10.1 Prinzipielle Mechanismen;249
7.7.2;10.2 Diskussion: Gegensätzliche Standpunkte zur Eistherapie;250
7.7.3;10.3 Stellenwert der Kühlung bei verschiedenen Ödemen;251
7.7.4;10.4 Kontraindikationen und Einschränkungen;251
7.8;11 Entstauende Wirkung durch hydrotherapeutische Anwendungen --- T. Galic;254
7.8.1;11.1 Physiologische Wirkung der Badetherapie;255
7.8.2;11.2 Temperaturansteigende Teilbäder;259
7.8.3;11.3 Indikationen für temperaturansteigende Teilbäder als Entstauungsmaßnahme;261
7.8.4;11.4 Kontraindikationen;263
7.9;12 Das Verfahren HIVAMAT im Rahmen der Entstauungstherapie --- H. Seidl;264
7.9.1;12.1 Das Intensivierungssystem HIVAMAT 200 Deep Oscillation in der praktischen Anwendung;265
7.9.2;12.2 HIVAMAT 200 Deep Oscillation in Kombination mit Manueller Lymph drainage bei der Nach behandlungdes operierten Mammakarzinoms;267
7.9.3;12.3 Vorteile des Intensivierungs systemsHIVAMAT 200 Deep Oscillation;268
7.9.4;12.4 Kontraindikationen;269
7.10;13 Zusammenfassende Bewertung der Maßnahmen --- O. Schreiner;270
7.11;14 Literatur;276
8;15 Sachwortverzeichnis;280
9;Mehr eBooks bei www.ciando.com;0


2 Ödeme/Ödempathophysiologie (Vasa lymphatica collectoria) (S. 63-64)

2.1 Definition des Begriffs »Ödem«

Einfach ausgedruckt sind Odeme unphysiologische Flussigkeitsansammlungen im Gewebe und in Hohlraumen. Der Begriff des Odems ist im klinischen Sprachgebrauch sehr weit gefasst. Dies kommt auch in den folgenden gangigen Defi nitionen zum Ausdruck.

Definition
Ödeme sind Einlagerungen von Flüssigkeit im interstitiellen bzw. extravasalen (auch extrazellulären) Raum, mit der Folge der Gewebsschwellung (Degenhardt 1991). Unter Ödem verstehen wir im klinischen Sinne eine Schwellung, die durch die Vermehrung des Flüssigkeitsgehaltes im Interstitium verursacht ist und die wir mit Hilfe unserer Sinnesorgane erkennen können, d. h., sie ist sichtbar und tastbar (Földi 1993). Das Ödem ist eine überreiche Ansammlung von (extravasaler und extrazellulärer) Flüssigkeit in Gewebsspalten und/oder Körperhöhlen (Gedigk 1990).

Synonym zum Odem-Begriff wird auch der Terminus »Wassersucht« gebraucht . speziell dann, wenn es sich um grose Flussigkeitsansammlungen in der Bauchhohle handelt, z. B. bei schwerer Herzinsuffi zienz oder bei einem akuten Nierenversagen, wenn der gesamte Korper anschwillt. Daruber hinaus sind aus der Histopathologie auch intrazelluläre Wasseransammlungen bekannt. Diesen intrazellularen Odemen liegen in der Regel anoxische Zellschaden und andere dystrophische Prozesse zugrunde. Jede Form der Zellmembranschadigung sowie das Versagen von Ionenpumpen erzeugen eine Storung des osmotischen Gleichgewichtes.

Dadurch kommt es infolge der Wasseraufnahme zur Schwellung der Zelle und der Zellorganellen. Es handelt sich also nicht um Odeme im eigentlichen klinischen Sinne. Sie sind deshalb nicht Gegenstand der folgenden Betrachtungen. Im Folgenden wird kurz auf die in . Übersicht 2.1 erwahnten Synonyme eingegangen. Übersicht 2.1: Diverse synonyme Bezeichnungen für Ödeme In der Praxis existiert eine große Anzahl verschiedener Begriff e, die vor allem bei speziellen Ödemlokalisationen anstelle der Bezeichnung »Ödem« oder »Schwellung« gebraucht werden, wie z. B.: Hydrops, Anasarka und Elephantiasis.

Hydrops

Als Hydrops bezeichnet man ganz allgemein Flussigkeitsansammlungen in den vorgebildeten Korperhohlen. Diese konnen sowohl als Transsudat (klar, zell- und eiweisarm) oder auch als Exsudat (trube, zell- und eiweisreich) vorkommen.

Eiweisreiche Odeme haben eine Eiweiskonzentration der Odemfl ussigkeit von >,1 g% (jedoch stets unter der Plasmaproteinkonzentration), eiweisarme Odeme folglich von <,1 g%. Eiweisarme Odeme haben zudem ein niedrigeres spezifisches Gewicht (<,1,015 g/cm3) als eiweisreiche Odeme (>,1,018 g/cm3).

Charakteristische Beispiele fur einen Hydrops sind:
- Aszites: Wasseransammlungen in der Bauchhohle.
- Pleuraerguss, Hydrothorax: Flussigkeitsansammlungen zwischen Lungenfell und Rippenfell.
- Perikarderguss, Hydroperikard: Flussigkeitsansammlungen im Herzbeutel.
- Gallenblasenhydrops: Ruckstau von Gallensaft
- Gelenkerguss, Gelenkhydrops oder bei Blutansammlung Hamarthros.
- Hydrozele, Wasserbruch: Flussigkeitsansammlung in der Tunica vaginalis testis.
- Hydrozephalus: Liquorstau im Ventrikelsystem und/ oder im auseren Liquorraum.

Anasarka.
Als Anasarka bezeichnet man ausgedehnte Wasseransammlungen in den Gewebsspalten der Haut, meist infolge einer Herz-Kreislauf-Dekompensation. Der Begriff ?Anasarka? kommt aus dem Griechischen und bedeutet ?uber der Muskulatur?, d. h. im Unterhautbereich.

Elephantiasis.
?Elephantiasis? ist eine medizinhistorische Bezeichnung fur chronische Lymphodeme, die ausgesprochen massiv sind und die ublichen Konturen einer Extremitat so verandern, dass sie an Elefantenbeine erinnern.



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